2021
Habe ich oder habe ich nicht?
Ich muss täglich eine Schilddrüsentablette einnehmen. Die ersten Jahre der Einnahme waren von einem Auf und Ab geprägt, weil ich nicht genau darüber aufgeklärt wurde, dass die Tabletten unabdingbar sind und nicht wie Vitamin C im Winter einzunehmen sind. Nach ein paar Jahren Geschimpfe aus meiner familiären Umgebung habe ich die tägliche Einnahme beherzigt. Täglich? Na ja, manchmal vergesse ich die Tablette einfach. Ich nehme sie, ich nehme sie doppelt oder auch gar nicht und vergesse es wieder in dem Moment. Ich kann wirklich nicht sagen, ob ich sie geschluckt habe oder nicht.
Lösung Nr. 1: Wöchentliche Tablettenkiste wie im Krankenhaus kaufen. Das klappt mittelmäßig. Für eine Woche schaffe ich das. Spätestens wenn ich die Kiste wieder auffüllen muss, gehen zwei drei Tage ins Land, bis ich wieder die Kiste voll mache. Nach zwei oder drei Wochen fehlen mir über den ganzen Zeitraum 5 bis 7 Tabletten und Drama ist wieder einprogrammiert.
Lösung Nr 2: Direkt vor dem Aufstehen am Bett nehmen: Klappt nicht, ich bin so verschlafen und muss in der Früh bei einer Großfamilie schnell funktionieren, da merke ich erst später, dass ich die Tablette nicht genommen habe oder ich merke es gar nicht erst.
Lösung Nr 3: Handy-Wecker: Mein Handy liegt immer irgendwo herum und ist manchmal tiefentladen. Auch keine gute Lösung.
Lösung Nr 4: Der Tabletten-Blister ist komplett weiß, sodass ich anhand von gar nichts erkennen kann, an welchen Tag ich welche Tablette genommen habe. Irgendwann habe ich mich an die Pillenpackungen erinnert: Die Pille muss man auch täglich nehmen und da steht immer der Wochentag abgekürzt auf den Blistern darauf. So wie hier:
So sieht meine Tablettenpackung aus, wenn ich sie kaufe.
So sieht sie aus, wenn ich sie für mich gebrauchsfertig gemacht habe.
Ich beschrifte den Blister inzwischen selbst mit einen dünnen Permanent-Marker mit den Wochentagen. Eigentlich ziemlich einfach, aber ich habe mich jahrelang mit dem Problem geplagt, bis ich auf diese Idee gekommen bin. Der einzige Knackpunkt ist jetzt nur noch, wenn der Blister leer ist und ich den neuen Blister aus der Medikamentenkiste holen muss. Da können auch manchmal ein paar Tage vergehen. Aber das geht unter, wenn ich 25 Tage am Stück brav den Blister leer gegessen habe.
Eine andere Lösung, über die ich derzeit nachdenke, ist eine bessere Schrittzähleruhr mit einer Benachrichtigungsfunktion. Ich habe momentan diese Schrittzähleruhr, die ich immer am Gelenk trage:
Sie zählt Schritte normal und bei sportlichen Aktivitäten, misst Puls, hat eine Akkulaufzeit von ca. einer Woche und ist zudem für mich nachts unersetzlich (deshalb trage ich sie auch permanent), weil ich öfters aufstehen muss. Das Schlafzimmer ist sehr dunkel, und um mir die Zehen an den Bettpfosten nicht zu stoßen, tippe ich leicht im verschlafenen Zustand einmal unten auf das Display der Uhr, damit es leuchtet. Die Helligkeit ist nicht sehr groß, aber ausreichend, dass ich ohne Verletzung ins Bad gehen kann. Insgesamt hin und zurück fünf oder sechs Mal drücken reichen. Weihnachten steht vor der Tür und ich würde mit einer neuen Uhr mit ausreichend Akkulaufzeit und einer wie auch immer gearteten Benachrichtigungsfunktion ein paar gesundheitliche Problemchen in den Griff kriegen. Mal sehen, was die Bescherung mit sich bringt.
(Nathalie Passig)















