Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des ersten Titels (Pokal) eine kleine Notiz zu Ajax Amsterdam: Da das Stadion anfangs viele Jahre beim jüdischen Viertel der Stadt lag, durch das Gästespieler und Auswärtsfans also hindurch mussten, und jüdische Persönlichkeiten die Vereinsgeschichte prägten, wurde der Verein schnell mit dem Judentum assoziiert, womit sich die Fans auch aus dem daraus folgenden Antisemitismus zunehmend selbst identifizierten. In der Kurve sind Davidstern-Tattoos und Israel-Flaggen keine Seltenheit - während von der Gegnerseite oft Hitlergrüße und Zischgeräusche kommen. Wie üblich sucht man die Schuld für solcherlei Eskalationen nicht bei diesem Gesocks, sondern bei denen, die sie provozieren. Kritik richtet sich also vorwiegend gegen die Ajax-Fans. Dazu Moritz Herrmann ganz richtig in einem 11 Freunde-Artikel: “Man kann eine jüdische Symbolik in der Fankurve nicht einfach nur geißeln, weil man Angst vor den Reaktionen hat. Das wäre ein Einknicken vor dem plumpen Antisemitismus und Rassismus, der da versucht wird. In diesem Sinne spielt auch keine Rolle, ob und wie real die jüdische Identität der Amsterdamer Fans ist. Wer hier Maß anlegt, stellt die absurde Behauptung auf, es dürfe sich nur zu Judentum, Zionismus oder Israel bekennen, wer praktizierender Jude ist. Dem ist aber nicht so. Empathie kann jeder. Deshalb legitimiert Philosemitismus auch keinen Antisemitismus. Der Antisemit bleibt Antisemit, auch wenn er nicht mehr offen mit Jüdischem konfrontiert ist. Es ist deshalb besser, ihn zu provozieren, damit sich seine Haltung offenbart.“











