Freitag früh klingelte der Wecker. Ich war jedoch schon wach, konnte natürlich nicht schlafen und war dementsprechend fix und fertig, da ich noch die ganze Nacht über das Gespräch vom Vortag nachgegrübelt habe. 😴😭 Trotz dem Müdigkeit viel es mir, anders als sonst, aber überhaupt nicht schwer, aus dem Bett zu kommen.
Nach einer schnellen Dusche und einer halben Butterbreze ging es dann, ebenfalls von meiner Mum gefahren (sie hatte frei) um 7:40 richtung Praxis. Dort angekommen wurde ich freundlich begrüßt, durfte meine Tasche und Jacke verstauen und wurde meinen Kolleginnen für den Tag vorgestellt. Ich war überrascht, wie jung und nett das Team ist und habe mich direkt wohl gefühlt, was mir die Nervosität extrem genommen hat. 😊
Ich habe eine kleine Tour durch die Praxis bekommen. Den Großteil kannte ich schon, da ich selbst dort Patientin bin, jedoch durfte ich mir den OP mit Einleitungsraum genaustens ansehen, was mega interessant für mich war. Die Praxis ist nicht riesig, jedoch mit einigen modernen Geräten, 2 Wartezimmern, einem großen und einem kleinen, einer Anmeldung, Toiletten und einem Obergeschoss für die MFAs mit kleiner Küchenzeile zum Kochen, Schließfächern und Garderobe ausgestattet.
Zu Beginn durfte ich ein bisschen bei der Praxisorganisation zusehen, Termine vergeben, Hausapotheke verwalten, Emails beantworten, telefonate führen usw. . Direkt zu Beginn durfte ich gleich die OP-Pläne für die nächste Woche schreiben. Dannach durfte ich jedes der Geräte, mit welchen ich eventuell arbeiten werde einmal selbst ausprobieren. Das Gertät zum Augendruckmessen war richtig gruselig. Dort wird mithilfe eines Luftstoßes gegen das offene Auge der Druck gemessen. Gruselig. Ich musste zu oft blinzeln, weshalb bei mir kein Wert ermittelt werden konnte. Ich durfte sogar meine ersten technischen Untersuchungen schon selbst durchführen. Das hieß, Pazienten aufrufen, ihnen das Gerät erklären, Sehschwäche mithilfe eines Sehtests ermitteln und dann natürlich die Dokumentation der Ergebnisse. Ich war währenddessen nie allein, konnte Fragen stellen und war froh, dass mir jemand über die Schulter schaute, da ich am technischen Gerät noch sehr vorsichtig war und nichts kaputt machen wollte. 😅
Das Team hat mich super eingefügt und ich habe mich sehr gut mit den Mädels verstanden. Leider konnte ich mir nicht alle Namen auf einmal merken. Ich wurde in private Gespräche integriert, es wurde viel gelacht und gekichert. Um 11 waren all meine Angst und Nervosität dann vollständig verschwunden und ich hatte wirklich Spaß. Ich fühlte mich wohl, was mir wirklich wichtig war und das Arbeitsklima war auch super. Die Mädels schienen gut befreunet zu sein und ich hoffe, ich kann, sollte ich die Stelle bekommen, auch neue Freundschaften knüpfen. 🤭
Gegen Ende des Arbeitstages durfte ich dann noch in den Behandlungsraum und Zusehen, wie es ist, wenn eine MFA die Diagnosen des Arztes mitschreibt und welche Aufgaben sie sonst noch so alles dort zu übernehmen hat. Das war richtig interessant. So unglaublich viele lateinische Fachbegriffe zu verstehen hat mich wirklich beeindruckt.
Da es Ende der Woche und ein relativ ruhiger Tag war, durfte ich die Praxis dann eine Stunde vor Schluss um 13 Uhr verlassen, da nicht mehr viel passiert ist. Freitags wird keine Pause gemacht und von 8 bis 14 Uhr gearbeitet und nach meiner halben Butterbreze war ich um 1 schon dementsprechnd hungrig. Meine Mum hat mich dann auf dem Weg zum Einkaufen eingesammelt. 🍟
Tanja hat sich am Ende aber noch einmal mit mit zusammengesetzt und mich gefragt, wie es mir gefallen hat. Ich war ehrlich, sagte ihr, dass ich mir definitiv vorstellen kann, diesen Beruf zu erlernen, da mir der Tag wirklich Spaß gemacht und mich die Vielseitigkeit des Berufes fasziniert hat. Noch nie war ich mir bei einer beruflischen/schulischen Entscheidung so sicher gewesen. Ich sollte bis Ende der nächsten Woche eine Antwort erhalten und damit war der Tag offiziell zu Ende.