Ich lag da, zusammen mit ihm in einem Bett. Arm in Am. Die Finger in einander verschrĂ€nkt. Mit seinem Atem im Nacken. In meinem Kopf nur ein Gedanke: âIch liebe diesen Mann! Ich liebe ihn einfach so unbeschreiblich sehr.â. In diesem Moment war ich die glĂŒcklichste Frau in unsere beschissenen Welt. Wahrscheinlich sogar im gesamten Universum. Ich hĂ€tte ewig so liegen bleiben können, seinen Herzschlag lauschend. Wahrscheinlich hĂ€tte ich das auch gemacht, wenn er sich nicht vorsichtig von mir weg bewegt hĂ€tte.
Ich war ziemlich verwirrt, warum er auf mal aufsteht und aus dem Zimmer geht. Aber dann kam er wieder. In der Hand eine Tasse heiĂer Schokolade und in der anderen die Fernbedienung fĂŒr den Fernseher. Ich setzte mich auf und lĂ€chelte ihn erwartungsvoll an. Er gibt mit die Tasse und sagt schelmisch: âich kann dich doch nicht verdursten lassenâ. Ich lachte, nahm die Tasse und trank vorsichtig einen Schluck. Er warnte mich noch:âVorsicht, heiĂ!â aber da war es schon zu spĂ€t. Tollpatschig, wie ich nun mal bin, hatte ich mir meine Zunge verbrannt. Er nahm mir die Tasse vorsichtig wieder aus der Hand, damit ich nichts verschĂŒtte und stellte sie auf den Nachtschrank.
Derweil konzentrierte ich mich auf meine Zunge, da diese doch ganz schön weh tat. Ich war so mit mir beschĂ€ftigt, dass ich gar nicht merkte, wie er wieder ins Bett gekommen war. Auf mal spĂŒrte ich nur, wie mich etwas sanft umkippte und nach unten drĂŒckte. Dann sah ich sein Gesicht. Nur ein paar Zentimeter direkt vor meinem. Ich konnte kaum noch Atmen. Ich war so gefangen von seinen wunderschönen Augen, dass ich zu meinen Mund wandertet. Diesen hatte ich vor Ăberraschung leicht geöffnet.
Dann, ganz langsam, kam seine Lippen meinen Lippen immer und immer nĂ€her. Ich vermochte gar nicht zu Atmen, damit dieser einfach Perfekte Moment nicht zerstört werden kann. Dann spĂŒrte ich seine Lippen, ganz leicht auf meinen. Sein druck wurde langsam immer stĂ€rker und er wartet, bis ich den Kuss erwiderte. Das tat ich, und Zwar nicht ganz so zurĂŒckhalten, wie ich eigentlich geplant hatte.
Ich zog ihn zu mir runter, so das er auf mir lag und vergrub meine Hand in seinen Harren. Die schmerzen in meiner Zunge waren vergessen. Ich konnte nur noch an unseren Kuss denken. Ich war wohl zu stĂŒrmisch, denn er löste sich sanft von mir und keuchte. Auch ich musste erst mal nach Luft ringen, bevor ich leise ein: âentschuldige?!â hauchen konnte. Er lĂ€chelte und sagte: âich hab ja mit allem gerechnet, aber nicht, dass du so leidenschaftlich wirstâ. Ich sah wohl sehr gekrĂ€nkt und peinlich berĂŒhrt aus, so das er mich in die Seite knuffte und lachte.
Und schon balgten wir spielerisch auf seinem Bett. Als ich auĂer Atem war, lies ich mich wieder nach hinten fallen, schnappte mir die Decke und kuschelte mich in die Kissen. Ich merkte, dass er hinter mir war, und hob die Decke ein StĂŒck an, damit er auch mit drunter konnte. Er kuschelte sich von hinten an mich ran und machte den Fernseher an. Er hatte eine DVD eingelegt: âDas leuchten der Stilleâ von Nicolas Sparks. Ich liebte diesen Film, auch wenn er so unendlich traurig ist. Ich kuschelte mich an ihn, und er spielte ein bisschen mit meinen Haaren, bevor er sich auch an mich kuschelte. Dieser Moment war einfach so Perfekt. Zu Perfekt um war zu sein.
Und das war er auch nicht. Denn kurz bevor ich in seinen Armen eingeschlafen war, mit seinem Herzschlag in den Ohren, wachte ich auf. Und da lag niemand neben mir. Niemand, der mit meinen Haaren spielt. Niemand, in dessen Armen ich einschlafen konnte. Niemanden, der mit heiĂe Schokolade bringt. Und auch niemand, der mich kĂŒsst.
Ja, so schön kann ein Traum sein, doch er wird immer durch die RealitÀt zerstört.