Die Grand Dame der Rotweinsorten
Es gibt wohl nur wenige Rotweintrinker, die Merlot nicht mögen. Die Weine aus der fast schon schwarzen Rotwein Traube ergeben körperreiche, vollmundige Weine, die jede Cuvée charmanter werden lassen.
Der Name „Merlot“ leitet sich ab vom französischen Wort „Merle“, was Amsel bedeutet. Vielleicht liegt es daran, dass die schwarzen Singvögel besonders gerne die Trauben der Merlot Rebe schnabulieren. Aber auch Weintrinker haben Spaß an den Trauben. So ist der Merlot heute eine der am häufigsten angebauten Rebsorten weltweit: mit rund 200.000 Hektar steht er an Platz 6 des internationalen Rebsorten Spiegels. Vor allem in Frankreich genießt der Merlot besonderen Status. Es sind die großen Weine des Bordeaux, welche den Merlot in der ganzen Welt berühmt gemacht haben. Als eine der 6 erlaubten Rebsorten darf er in die berühmten Bordeaux Weine eingehen (die anderen Sorten sind Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Carménère, Malbec und Petit Verdot). Gerne und oft wird der Merlot jedoch auch rebsortenrein ausgebaut, wie zum Beispiel bei den Weinen des berühmten Château Petrus im Pomerol.
Über die Herkunft der Rebsorte ist wenig bekannt. Außer dass sie ursprünglich aus Frankreich stammt, weiß man kaum etwas. Aber sie wurde schon seit 1784 als Merlot bezeichnet, in Italien nannte man sie lange Zeit „Bordó“ - vielleicht aufgrund der Herkunft aus dem Bordeaux?
Doch was den Merlot so besonders? Der Merlot ist weich, geschmeidig und hat ein angenehmes Pflaumen Aroma. Sein Alkoholgehalt ist meist mittelkräftig. Zudem reift der Merlot rund 2 Wochen früher als zum Beispiel die Cabernet Sorten. Das freut die Winzer, denn so können sie die Ernte besser koordinieren. Merlot Weine eignen sich besonders zum Harmonisieren von anderen Rebsorten. Sie runden vor allem die oft eher eckigen Cabernet Weine ab und machen diese runder und trinkfreudiger. Der Merlot ist schon relativ früh nach der Bereitung ein zugänglicher Wein, vielleicht muss man deswegen in Kauf nehmen, dass seine Langzeit Haltbarkeit etwas geringer ist als die anderer Rebsorten.
Am meisten Merlot wächst natürlich in Frankreich. Rund 116.000 Hektar sind hier mit der Rebsorte bepflanzt. Aber auch Italien (ca. 32.000 Hektar, die USA (nur in Kalifornien stehen schon ca. 19.600 Hektar), sowie Chile (13.367 Hektar, Stand 2006) haben eine beachtliche Summe an Merlot vorzuweisen. Sogar in Deutschland wird der Merlot angebaut. Zwar waren es im Jahr 2007 lediglich etwa 430 Hektar, die Fläche ist jedoch steigend. Da die Weinberge zum größten Teil neu mit der Rebsorte bestockt wurden, bleibt abzuwarten, wie sich die Rebe hier in unseren Gefilden entwickelt. Doch besonders aus den Regionen Pfalz, Baden und Württemberg haben es schon einige Winzer geschafft, mit der Rebsorte tolle, prämierte Weine mit hervorragenden Qualitäten zu erzeugen.
Der Merlot ist also ein charmanter Wein, der pur Spaß macht oder im Cuvée die anderen Rebsorten untermalt oder ab puffert. Merlot ist eine der bekanntesten europäischen Rebsorten und ist somit ein Muss für jeden Weintrinker. Wir freuen uns darauf, bald noch mehr deutsche Winzerweine aus der Rebsorte Merlot kaufen zu können!