Weintrauben selbst anbauen - Auch auf dem Balkon möglich!
Weintrauben selbst anbauen? Das ist auch auf dem Balkon möglich! Wir zeigen welche Rebsorten sich eignen und was man beachten sollte!
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Weintrauben selbst anbauen - Auch auf dem Balkon möglich!
Weintrauben selbst anbauen? Das ist auch auf dem Balkon möglich! Wir zeigen welche Rebsorten sich eignen und was man beachten sollte!
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Die aktuell 10 meistangebauten Rebsorten der Welt - Grafik: ...tastes like Wine!
Weingut Männle im Schwarzwald: Gehört zu den Top 100 in Deutschland
Das im Schwarzwald gelegene Weingut Männle ist nun schon in der 3. Generation eine Institution. Begonnen hat alles mit Andreas Männle, dem Großvater des heutigen Kellermeisters Thomas Männle. Mit ihrer hervorragenden Lage in Durbach, direkt an der Badischen Weinstraße in Ortenau, der Sonne und dem gutem Boden der Region hat sich die Familie den Traum von Ihrem eigenem Wein erfüllt und ist damit mehr als erfolgreich.
Die Startbedingungen sind aber auch ideal: Das Weingut besteht aus der Einzellage Durbacher Bienengarten, welche allein von Familie Männle bewirtschaftet wird. Der Boden ist steinig und felsig, bietet so aber viel Wärmespeicherkapazität für die Pflanzen, die über ihre Wurzeln mit Nährstoffen aus dem Granitverwitterungsboden genährt werden. Die erfahrenen Winzer bauen hier auch nur Rebsorten an, die mit dem speziellen Boden gut umgehen können und ihr ganzes Aroma erst im Spiel mit den mineralischen Noten des Bodens entfalten. Um die Qualität und Gesundheit der Weinstöcke zu garantieren, ist die ganze Fläche üppig begrünt: Wildpflanzen und Kräuter zwischen den Reben bilden einen Lebensraum für nützliche Tiere, die Schädlinge fernhalten.
Vor allem Burgundersorten wachsen gut auf dem Gelände, aus welchen dann z. B. der Spätburgunder Rosé Kabinett trocken entsteht. Der Spätburgunder als eine der wenigen roten Sorten im Angebot führt die Stöcke an, gefolgt vom Riesling, der in dieser Region von Baden auch Klingelberger genannt wird. Hier ist der Klingelberger Kabinett trocken besonders interessant. Ferner finden sich Gewürztraminer, Clevner, Müller-Thurgau und die drei weißen Burgundersorten unter den Reben auf den 15 Hektar des Durbacher Bienengartens wachsen.
Im Keller merkt man vor allem Thomas Männle, dem Enkel von Weingutgründer Andreas Männle, die Liebe zur Rebe und die Freude an seiner Arbeit an. Ein zwängt seine Weine in kein enges Geschmackskorsett, sondern lässt sie so werden, wie sie gewachsen sind. Die natürlichen Aromen unterstützt er mit eigenen Feinhefen und einzeln abgestimmter Lagedauer, damit in jedem Wein die Tiefe der Aromen zu spüren ist. Und das gelingt ihm vortrefflich! Seine Roten werden tief und nussig mit Aromen von Vanille, die Weißweine vom Weingut Männle sind trotz ihrer Eleganz stark und kräftig. Die Traubenlese und viele andere Arbeitsschritte werden aufwändig von Hand durchgeführt, die Technik im Keller ist modern und sorgt für den letzten Schliff an den Weinen. Ob nun Trockeneiskühlung oder Druckfermenter, die hohe Qualität der Maschinen macht einen besonders schonenden Umgang mit den Trauben möglich.
Neben dem Weingut betreibt die Familie auch eine Destille, in der vor allem Obstbrände mit Früchten aus der Region hergestellt werden. Vor allem das Birnenwasser ist sehr erfolgreich, aber auch die edlen Destillate aus den roten und weißen Trauben des Hauses haben viele Freunde gefunden.
Wer sich von der Qualität der badischen Weine, Sekte und der hochprozentigen Destillate überzeugen will, der hat so gut wie jeden Tag die Möglichkeit in der hauseigenen Weinbar von den Spezialitäten des Hauses zu probieren. Wer weiter entfernt wohnt, der bekommt persönlich abgestimmte Probierpakete aus dem Sortiment des Weinguts.
Gute, kräftige und ehrliche Weine wie aus dem Haus Männle sind etwas Besonderes. Sie fangen die Liebe der Winzer zu ihrer Arbeit ein und geben sie als Aromen an die Kunden weiter. Wer Freude an vollen Bouquets und kräftigen Weinen hat, der findet auch hier sicherlich seinen Liebling!
Spätburgunder - Die Diva unter den Rebsorten
Spätburgunder, auch blauer Burgunder genannt, in Frankreich und dem Rest der Welt als Pinot Noir berühmt, ist eine Rebsorte, welche die volle Aufmerksamkeit und ein großes Können vom Winzer fordert. Als Dank erhält man Weine mit einem wahnsinnigen Aroma, einer unbekannten Frische und einem enormen Nachhall. Nicht umsonst wird der Spätburgunder daher auch als Edelrebe bezeichnet.
Spätburgunder ist in Deutschland wohl DIE wichtigste rote Rebsorte. Da der Spätburgunder besonders die kühlen Weinbaugebiete bevorzugt, wie z.B. auch das Burgund, fühlt er sich herrlich heimelig. Bis ins 20. Jahrhundert stammten alle Weine dieser Rebsorte noch aus dem Burgund. Es wird vermutet, dass der Spätburgunder von direkter Abstammung der echten Wildrebe ist, welche lange Zeit im Norden Frankreichs heimisch war. Ganz genau lässt sich das jedoch heute nicht mehr feststellen. Forscher haben jedoch herausgefunden, dass der Spätburgunder sich grundlegend von den Rebsorten unterscheidet, welche vermutlich durch die Griechen nach Europa gebracht wurden. Den Weg nach Deutschland, wo er zunächst am Bodensee angebaut wurde, fand er dann im Jahre 884 durch Kaiser Karl III. als „Clävner“. Lange Zeit wurde er in Baden daher auch noch als Clevner oder als Klevner bezeichnet. Im 13. Jahrhundert wurde die Sorte dann im Rheingau angepflanzt, wo sie heute noch neben dem Riesling die wichtigste Rebsorte des Gebiets darstellt. Im 16. Jahrhundert wurde sie dann auch in der Pfalz gepflanzt und im 18. Jahrhundert kam sie, vermutlich direkt aus dem Burgund, an die Ahr. Vor rund 150 Jahren erlebte der Spätburgunder seinen ganz großen Durchbruch: für die aufkommende Sektproduktion wurden vermehrt reinsortige Burgunderweinberge bestockt, ganz nach dem französischen Vorbild.
Doch warum ist der Spätburgunder eine Diva? Nun, er benötigt extrem viel Aufmerksamkeit und Fingerspitzengefühl, er ist anfällig gegenüber Krankheiten und dadurch alles andere als robust. Die Haut der Trauben ist sehr dünn, so dass diese schnell verletzt werden kann, was zum Eindringen von Krankheitserregern sowie zur frühzeitigen Gärung führen kann. Auch starke Schwankungen von Hitze und Kälte mag der Spätburgunder nicht. Daher sollte zumindest die Lage, auf der er wächst, optimal an seine Bedürfnisse angepasst sein: sonnig, Hanglage sowie ein kalkhaltiger und fruchtbarer Boden. Durch Züchtungen ist es mittlerweile gelungen, den Spätburgunder in einigen Punkten etwas robuster zu machen. Diese sog. „Klone“ sind jedoch in sensorischen Proben stets aufgefallen, da sie etwas vom typischen Spätburgunder Aroma abweichen.
Und für grade dieses Aroma ist der Spätburgunder so beliebt! Die Weine sind vollmundig und sehr samtig. Ihr Aroma hat Nuancen von Mandel und ist wirklich fruchtig mit Erdbeertönen, Kirsch, Brombeeren und schwarzer Johannisbeere. Durfte der Spätburgunder im Barrique Fass lagern, so runden warme Vanille und Gewürznoten den fruchtigen Geschmack ab. Beim Ausbau von Pinot Noir unterschiedet man grundsätzlich zwischen 2 verschiedenen Typen: der klassische Typ, wie er heute noch häufig im Rheingau vorzufinden ist, wird aus hochreifen Trauben hergestellt. Der Wein ist meist nicht sehr farbintensiv sondern geht eher ins rostrote. Dafür ist sein Geschmack aber sehr mild und Gerbstoff arm. Der moderne Typus wird gerne kurze Zeit ins Holzfass gelegt um abzurunden, er besitzt eine kräftige rote Farbe, wenig Säure aber dafür mehr Gerbstoffe. Der moderne Typus wird für die deutsche Weinwirtschaft immer wichtiger, vielleicht weil er an die internationalen Weine aus Übersee erinnert. Spätburgunder wird auch gerne als Wein für gehobene Ansprüche bezeichnet.
In Deutschland sind derzeit 11.756 Hektar (= 11,5 % der deutschen Rebfläche) mit der Edelrebe bestockt. Deutschland liegt damit auf Platz 3 hinter Frankreich und den USA! Die größten Anbauflächen befinden sich in Baden, der Pfalz, Württemberg und Rheinhessen. In Baden allein wächst so viel Spätburgunder wie in Australien oder Neuseeland. Die Weine, welche den Vorbildern aus dem Burgund am ehesten ähneln, stammen dabei vorrangig aus Baden und der Pfalz. Die Qualitäten dieser Weine sind hervorragend und erzielen mittlerweile ähnliche Preise wie französische Rotweine!
In Deutschland ist auch Weißherbst aus der Spätburgunderrebe sowie Rosé Weine sehr beliebt. Als einer der großen Weine die in die Champagner einfließen dürfen, hat der Spätburgunder sicherlich zu Recht einen guten Ruf! Wer auf Weine voller Körper, Struktur und Schmelz steht, der sollte nicht zögern, einen deutschen Spätburgunder zu probieren! Denn eine Diva sollte man nicht warten lassen...
Edit: Seit kurzem haben wir auch wieder ein paar Spitzen-Spätburgunder im Sortiment, die in Deutschland sicherlich zu den Top-Weinen gehören, z. B. Knipsers Spätburgunder oder der Pinot Noir von Molitor.