Chips als Trumpf im Technologiewettlauf

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Chips als Trumpf im Technologiewettlauf
Braunfelser Wiese
Liebe A.
Bevor wir am Sonntag in Opernmusik hören gehen, fahre ich übrigens nach Braunfels zum Familientreffen. Braunfels ist die Heimatstadt meines Großvaters väterlicherseits, genannt Karl der Große. Die kleine Stadt liegt im Mittelhessen in Lahn-Nähe im Wald und hat hat ein unerwartet imposantes, mittelalterliches Schloss.
Seit dem Tod meiner Großeltern Anfang der Nullerjahre lebt von meiner Familie niemand mehr in Braunfels. Aber wir treffen uns dort immer noch alle zweimal im Jahr. Einmal im Sommer zum Sommerfest auf unserer “Wiese”, und einmal im Winter am 2. Advent zum Weihnachtsmarkt. Bei beiden Veranstaltungen wird, wie du dir denken kannst, und zwar nach alter Familientradition, tüchtig gesoffen und gefressen.
Diesmal gibt es etwas Besonderes zu vermelden. Wir gehen diesmal nämlich auch im Winter auf unsere Wiese, um dort drei Apfelbäume der Sorten Roter Boskoop und Gravensteiner zu pflanzen. Die “Wiese”, das ist ein Stück Wiese, die früher meinen Großeltern gehörte. Sie liegt auf dem Schalksberg gleich oberhalb des Campingplatzes mit herrlichem Blick aufs Schloss. Früher schon gab es dort zwei oder drei große hoch-stämmige Apfelbäume, die wohl seit mindestens 20 Jahren nicht mehr stehen. Niemand weiß Genaues nicht, da wir die Wiese ja bis vor ein paar Jahren aus den Augen verloren hatten. Aber ich weiß noch sehr gut, früher, als Kinder, fuhren wir manchmal mit unserem Großvater Karl hin, um Äpfel zu ernten. Die guten Äpfel wurden vorsichtig in Kisten zur Aufbewahrung im Keller gelegt, die weniger guten in Säcken zur Mosterei gebracht, und gegen Apfelwein getauscht.
Und jetzt gibt es dort auf dem Schalksberg auf unserer Wiese also bald wieder Apfelbäume! Hurra!
Bis bald
T.
Der falsche Orangensaft
Ein vier- oder fünfjähriges Mädchen trinkt im Restaurant Orangensaft. Plötzlich ekelt es sich. „Mama, kann ich richtigen Orangensaft haben“, schiebt sie das Glas von sich weg. Der Kellner huscht heran. „Sie haben ein Problem mit dem Orangensaft? Kundenzufriedenheit“ und so fort, bla bla. Die Mutter entschuldigt sich zwei Mal, ihre Tochter sei selbst gepressten Orangensaft gewöhnt, zu Hause, an der Orangensaftpresse, daher kann sie diesen am Geschmack gut unterscheiden. „Aber, auf der Verpackung steht doch frisch gepresst“, rechtfertigt sich der Kellner, „bitte warten sie“, rennt er in die Küche. Am Nebentisch werden die Messer gewetzt. „Verwöhnte Göre“, hallt es. Auch mein Sitznachbar, ein alter Bekannter, ereifert sich, dass die Mutter dem Kind doch hätte erklären können, dass nicht frisch gepresster Orangensaft immer noch Orangensaft sei. Die meisten Menschen trinken diesen. 5 % Fruchtsaftgehalt. In Afrika... Die Mutter wirke doch uneitel, sie würde vernünftig sein, wir alle trinken Orangensaft mit wenig Fruchtsaftgehalt, deutet er auf die anderen Tische. „Hier, versuchen sie diesen“, lächelt der Kellner, aber das Mädchen weigert sich und bittet ihre Mutter, im hinteren Teil des Restaurants spielen zu dürfen. Sie nickt fröhlich. Die Mutter entschuldigt sich für den Saft. Es sei nicht so wichtig. Ihre Tochter habe sich bloß an einen bestimmten Saft gewöhnt, das sei alles. “Es ist wie mit Pizza, wissen sie. Wenn sie ein Mal eine richtig gute Pizza gegessen haben, finden sie viele andere enttäuschend”, so sie. Kinder sind nicht so tolerant wie wir. Sie sei froh, dass sie überhaupt Saft trinke. Am Nebentisch murmelt jemand, dass sie sich wohl für etwas Besseres halten. „Also, wir finden den Saft sehr lecker“, ätzt eine Frau in ihren Vierzigern, „wir möchten ein Fass Orangensaft bestellen“, hebt sie die Augenbrauen, „falls niemand etwas dagegen hat!“ Daraufhin rutscht die Mutter unter den Tisch, wo sie heimlich ihre Schuhe anzieht und ihre Tochter heranwinkt. Der Kellner gibt ihr Deckung.
Der Tannenzapfen
„Sie müssen mit“, notiert er in sein schwarzes Heftchen, „los, steigen sie ein.“ Auf dem Hügel hinter uns, in der Ferne, explodiert ein Tannenzapfen und verströmt einen süßlich ekligen Geruch, der zweitausend Ameisen tötet. Ein Wildschwein flippt aus und empört sich beim Dachs über diese Schweinerei. Der Wald grunzt und raunt, es donnert. „Hören sie das?“ frage ich. „Los, jetzt, habe ich gesagt.“ Ich füge mich meinem Schicksal und steige in den Wagen, immerhin ist es die Polizei und ich glaube, aber ich irre bestimmt, die Polizei auf dem Lande ist um einiges härter als in der Stadt, aus Langeweile.
Kommst du noch klar?
Ich habe Todesangst. Heißt das ich bin am Leben? Atme ich noch? Wieso rast mein Herz so schnell? Meine Lunge brennt. Das ist doch mehr als nur Schmerz. Fühle ich meine Beine nicht mehr? Es soll endlich aufhören zu stechen. Einfach dagegen ankämpfen.
Alles okay bei dir? Nicht wirklich Ach mach dir keinen Kopf. Soll ich dir einen machen? Ich hatte auch mal so etwas. Aber das war alles nur Einbildung, verstehst du? Hab dann einfach gewusst, dass das nicht echt ist dann ging es auch wieder. War aber ein echter Kopffick. Weißt du?
Ja
Willst noch 'ne Kippe? Liegen da drüben. Wasser? Nee ist keins mehr da, musst du Neues holen. Alter ey ich bin ja so raus. Ich taste mich den Raum entlang. Der Weg bis zur Tür ist endlos. Zwischen den Leuten, die da ärmlich verstreut am Boden rumliegen und in anderen Sphären schweben, in denen sie alle nicht mehr klar kommen. Ich bin auch nicht mehr klar und zu einem Schluss kommt dieser Trip anscheinend auch nicht mehr.
~
Die Ware muss man sich gut einteilen.Die Energie gut portionieren. Man will ja nicht schon als erster so 'ne Grimasse ziehen.
Also reichst du mir dann mal bitte das Tablett rüber? Will noch jemand eine?
Ja aber nur eine ganz kleine bitte. Kann das Zeug eh nicht mehr riechen.
Mit welcher Nasenschleimhaut bitteschön? Da ist doch nichts mehr da. Scheiße, passt da überhaupt noch etwas rein?
Bin noch nicht genug am Arsch. Da geht noch ein Stück. Also noch schnell das Viertel runtergeschluckt.. Wenigstens die gute Laune muss ja noch bleiben. Schon kommt diese Zufriedenheit. Ja ich bin wieder zufrieden. Rutsche jetzt schon die ganze Zeit wie ein Vollspast auf dem Sofa hin und her. Glaube ich gehe damit den anderen echt auf die Nerven, noch mehr damit mich ständig für mein Verhalten zu entschuldigen.
MDMA halt, sorry.
Was? Wir können doch nicht jetzt schon gehen. Hab noch mega den Turn. Ist doch total Banane.
Jetzt verabschieden wir uns schon wie alte Bekannte. War aber ja so schön mit euch. Hätte fast einige Namen wieder vergessen, aber um die Uhrzeit muss man sich eh für nichts mehr rechtfertigen.
Oder gerade deshalb?
Es ist kälter draußen, als ich erwartet hätte und die wohlige Wärme unseren eigenen Universums wird abgelöst durch die bittere Realität, die uns vor der Haustür entgegen schlägt.
Zum Glück sind es nur 2 Minuten bis zum Auto
Aber was ist schon Zeit für uns. Wir sind eh unsterblich. Solange noch genug Speed da ist und unsere Nasen frei sind.
Kickdown Wistadt.
Shotgun Vorne! Hast du an das Trinken gedacht? Gut und an das Keta? Dann hack mal schnell ein bisschen auf. Hacken ist auch eine sehr lang bewehrte Tradition und darf auf gar keinen Fall vernachlässigt werden. Der Brauch wird streng bewacht und von Generation zu Generation weitergereicht. Nicht viele beherrschen vollständig die Kunst des Hackens und es bedarf langer Übung, um wirklich gut darin zu sein.
Was laber ich eigentlich schon wieder für einen Stuss man. Bist du jetzt endlich mal fertig? Die Autobahn liegt vor mir. Mein ganzes Leben liegt vor mir. Das ist sein! Mit 180 über die fast leere Autobahn und aus den Lautsprechern dröhnt Molasses, der Abendhimmel vor uns, tiefblau und noch nicht ganz schwarz.
Man sieht schon die Lichter der anderen Autos. Wie im Film man!
Dann ein Schlag. Und die ganze Verwirrung kommt hoch. Alle Körperteile angezogen, den Arm über den Kopf. Wie ein kleines erstauntes Kind, das nicht genau peilt, was da jetzt passiert. Ja genau, was passiert eigentlich gerade hier? Normal ist das nicht. Ich habe Angst, zum ersten Mal seit langem. Drehe mich um. Da hinten alles beim Alten. Ey Frag mich irgendetwas. Hä Was? Egal irgendwas.
Okay. Hm. Wie geht's dir?
Was anderes man. Ich komm' nicht mehr klar ey. Ich muss bei Bewusstsein bleiben. Darf jetzt nicht abkacken. Nicht jetzt schon. Auf gar keinem Fall in diesem Auto! Was soll'n denn meine Eltern davon halten? Die nächste Welle Krampf. Kopf an Herz. Chill mal alter. Körper zurück an Kopf. Sorry alter da musst du jetzt mal alleine durch.
Hab meine Lektion gelernt okay. Auf einmal bin dann doch nicht mehr so jung. Und sterblich. Es ist einfach zu spät kürzer zu treten.
Point of no return. Da hilft jetzt auch kein Bitten und Betteln. Da musst du durch. Was wäre das Letzte, an das du denken würdest? Lange weiße Strände. Meine Hand in dem Sand. Die frische kühle Meeresbrise durchkämmt meine Haare. Ich lache voll kindischer Freude. Schnitt. Ich bin König. Und das ist meine Burg. Die Großmutter kommt in das Zimmer. Ich verteidige meine auf Kissen erbaute Festung gegen den ungewollten Eindringling. Die Großmutter schimpft. Schnitt. Wir vor dem Club. Ja man würde auch überlegen zu dieser Veranstaltung zu gehen, aber man würde da sowieso nicht so lange bleiben, da man ja - Man guckt sich unsicher um und redet etwas leiser - keine Drogen nehmen würde. Ach so.Das verstehe man doch total. Man selbst doch auch nicht! Und dann lacht man ein wenig und fühlt sich von jedem noch ein Stück Merkwürdiger angeschaut. Schnitt. Ich finde keinen passenden Ausweis für dich. Es ist schon spät und wir wollen rein. Ich gehe vor und du mir schnell hinterher, sodass diese Türsteher sowieso nichts merken werden. Dann nimmst Du meine Hand und drückst sie fest. Hand in Hand betreten wir den Club. Mein Herz schlägt schnell. Mir wird warm. Schnitt. Schnitt. Schnitt. Schnitt. Schnitt. Schwärze. Dann kommt der Abspann.
Es ist das Ende eines grausamen Mrders. Nachdem der inhaftierte Samuel Sheinbein das Feuer gegen drei Wrter erffnete, wurde er im Kugelhagel gettet. Einst beging er einen entsetzlichen Mord und lste mit seiner Flucht eine diplomatische Krise aus.