„Warum bist du so sensibel?“
Aber es ist doch mein Herz. Nicht deins.

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„Warum bist du so sensibel?“
Aber es ist doch mein Herz. Nicht deins.
Ich fühle zu viel in einer Welt, die nichts fühlt.
An manchen Tagen habe ich absolut keine Kontrolle mehr über meine Gefühle.
Ich habe zu lange den falschen Menschen vertraut. Ich habe ihnen mein Herz hingelegt, als wäre es unzerbrechlich, habe meine Liebe verschenkt, als hätte ich unendlich viel davon, und habe mich hingegeben, ohne an meinen eigenen Wert zu denken. Und was habe ich zurückbekommen? Lügen. Erniedrigung. Erpressung. Momente, in denen ich benutzt und ausgenutzt wurde, als wäre ich nichts wert. Ich habe so vieles geschluckt, so vieles ertragen, weil ich dachte: Vielleicht ändert sich noch etwas. Vielleicht kommt irgendwann das Gute zurück. Aber es kam nicht. Und trotzdem – ich habe nie komplett zugemacht. Während andere sich sofort verschließen, Mauern hochziehen, ihr Herz hinter Schloss und Riegel sperren, stehe ich noch immer da mit offenen Armen. Ich empfange jeden Menschen, als hätte ich nicht gelernt, wie weh es tut. Vielleicht, weil ich noch immer hoffe. Vielleicht, weil ich nicht glauben will, dass die Welt nur aus Schmerz besteht. Doch genau das macht es mir so schwer, Liebe zu zeigen. Ich will so viel geben – und doch stocke ich. Die Worte „Ich liebe dich“ liegen mir auf der Zunge, und im selben Moment bleibt meine Stimme stumm. Ich will Nähe, will zeigen, dass mein Herz schlägt, dass es voller Sehnsucht ist – und doch halte ich zurück. Es ist, als würde die Vergangenheit mich jedes Mal an der Hand packen und sagen: Sei vorsichtig. Erinnere dich, wie weh es getan hat. Unbewusst sehne ich mich nach diesem einen Menschen, dem ich mich ganz hingeben kann. Doch wenn er da ist, wenn er mich ansieht, wenn er „Ich liebe dich“ sagt, dann stolpere ich. Dann ziehe ich mich zurück. Nicht, weil ich es nicht fühle – sondern weil ich es zu sehr fühle. Weil ich Angst habe, dass es wieder zerstört wird, dass wieder jemand meine Liebe nicht zu schätzen weiß. Und manchmal frage ich mich: Ist es vielleicht sogar besser so? Vielleicht ist es mein Schutz, dass ich nicht mehr alles zeigen kann. Vielleicht ist es das Einzige, was mich davor bewahrt, wieder alles zu verlieren. Denn es scheint, als würde ich immer das Schlechte anziehen – als würde ich blind dem hinterherlaufen, was ich einmal als „Liebe“ kennengelernt habe. Und was man als Liebe kennt, das sucht man sein Leben lang – auch wenn es Schmerz war, auch wenn es zerstörerisch war. Ich bin ein Widerspruch. Sensibel und verschlossen. Vorsichtig – und doch gedankenlos, wenn ich mich in etwas stürze. Ich denke oft erst später, ob es die richtige Entscheidung war, und dann ist es schon zu spät. Dann bin ich mittendrin, mit allem, was ich bin. Ich verzeihe zu schnell, weil ich immer noch an das Gute glaube, weil ich mich nach Liebe sehne wie nach Luft zum Atmen. Ich verteile Chancen, als wären sie endlos. Ich gebe mich hin, als wäre mein eigener Wert nichts im Vergleich zu der Hoffnung, endlich geliebt zu werden. Aber tief in mir weiß ich: Meine Sensibilität ist keine Schwäche. Sie ist mein Mut. Der Mut, nicht aufzugeben, obwohl ich allen Grund dazu hätte. Der Mut, nicht kalt zu werden, obwohl ich so oft verletzt wurde. Der Mut, weiterhin zu fühlen, zu hoffen, zu lieben – auch wenn es mir schwerfällt, es zu zeigen. Vielleicht ist genau das meine größte Stärke: Dass ich trotz allem noch offen bin. Dass mein Herz trotz aller Brüche noch schlägt. Dass ich trotz all der Narben immer noch glauben will, dass echte Liebe existiert. Und auch wenn es mir schwerfällt, meine Gefühle auszusprechen, auch wenn ich stocke und zweifle – in mir drin brennt dieses Feuer. Es ist schwach geworden, manchmal fast unsichtbar, aber es ist da. Und irgendwann wird es wieder hell genug sein, dass ich es nicht mehr zurückhalten kann. Dann werde ich nicht mehr nur hoffen – dann werde ich wieder lieben, frei, ehrlich, ohne Angst.
Manchmal fühle ich mich wie ein leiser Gedanke in einer lauten Welt.
Zu sensibel für das Tempo, zu müde für das Kämpfen,
aber doch irgendwie noch da.
Ich funktioniere. Ich lache. Ich rede.
Aber innerlich ist es oft still – und schwer.
Vielleicht ist das okay. Vielleicht ist das einfach gerade so.
Ich bin einfach hochsensible....Und das ist keine Schwäche sondern meine Besonderheit!