Tag 2049 / “Wie ick im Jüdischen war”

seen from United States

seen from United States
seen from United States
seen from Bulgaria

seen from United States
seen from Israel

seen from Malaysia
seen from United States
seen from China

seen from United States

seen from United States
seen from United States
seen from United States
seen from United States
seen from China
seen from United States
seen from Russia
seen from Israel
seen from China

seen from Malaysia
Tag 2049 / “Wie ick im Jüdischen war”
Tag 1913 / Die Bereitschaft, mit dem übermäßigen Essen aufzuhören,
habe ich nicht. Die Bereitschaft, mit dem gelegentlichen Kiffen aufzuhören, hat sie nicht.
/
José Feliciano California Dreamin' https://www.youtube.com/watch?v=C-a294kDxPM
Tag 1676 / So wie der Rückfällige es kürzlich sagte
Er habe sich morgens nach dem Aufwachen und abends vorm Einschlafen mit Abstinenzinhalten beschäftigt. Damit, wofür er dankbar sein kann. Damit, wie der Tag verlaufen ist, was auf der Soll-, was auf der Habenseite stehen kann.
Und wahrscheinlich hat das gar nicht immer Spaß gemacht. Wahrscheinlich hat er sich nicht cool dabei gefühlt. Aber es hatte eine gute Wirkung. Es sicherte ihm 15 Monate lang die Trockenheit. Es war Routine, Struktur, Kompensation, Reflexion, es half. Und als Arbeit wichtiger wurde, als Stress begann, neu geschaffene Routinen aufzubrechen, bekamen erlaubnisgebende Gedanken wieder mehr Raum im Kopf.
Erlaubnisgebende Gedanken - Ich kenne diesen Begriff aus der Zeit meiner Verhaltensanalyseprotokolle. Die Zeit, in der mein Abstinenzentschluss noch nicht gefasst war, es nur einen Entschluss gab, das Trinken zu reduzieren, die Frequenz, die Menge. Und wenn ich entgegen Absprachen trank, dann sollte ich auch benennen, was das für erlaubnisgebende Gedanken waren.
In mehrjähriger Therapie Methoden erarbeiten, die todbringenden Gedanken umzulenken, ihnen etwas entgegensetzen. In mehrjähriger Therapie, verschiedenen Behandlungsformen, mit einem multidisziplinären Team.
Sucht, Grenzlinie-Persönlichkeit, Depression - das sind einzeln und erst recht in Kombination so schwere Krankheitsbilder. Das sind aggressivste Formen von Gedankenkrebs. Selbstschädigende, todbringende Gedanken mutieren, multiplizieren. Der kranke Mensch ist 24 Stunden am Tag von seinen Gedanken umgeben. Er geht aus der Behandlung. Er geht aus der Therapiesitzung. Eben noch besprochen: Was tun bei erlaubnisgebenden Gedanken? Schon wieder einen Wein gekauft.
Wie oft habe ich direkt nach der DBT-Gruppen-Sitzung, direkt nach einem AA-Meeting getrunken?!?
Ich kämpfe mittlerweile weniger mit mir und meinen Gedanken. Aber ich versuche meinen Kopf auch sehr rein zu halten. Ich setze mich nicht zu Trinkenden. Das ist auch eine Form der Selbstfürsorge. Das ist nicht: "Oh, wie schwach!", "Oh, wohl immer noch nicht kapituliert!" Das ist Hygiene, Pflege, Reinigung.
Alkoholentzug allein heilt keine Alkoholsucht
Alkoholentzug allein heilt keine Alkoholsucht
Generelle Abstinenz führt trockene Alkoholiker zum Rückfall
Jede Alkoholsucht ist anders. Doch vielfach wird eine Alkoholabhängigkeit nicht mit einem Alkoholentzug durchbrochen, sondern durch eine andere Sucht ausgetauscht, um dem nächsten Rückfall zu entgehen. Während die Anonymen Alkoholiker sich gegenseitig die totale Abstinenz predigen, geht das bei vielen Alkoholkranken am Lebensalltag…
View On WordPress
Alkoholentzug allein heilt keine Alkoholsucht
Ein Alkoholiker ist ein Alkoholkranker, der seine Alkoholsucht nicht durch einen einfachen Alkoholentzug durchbrechen kann, da sein Suchtgedächtnis ihn ruft, CBD kann es löschen. #Alkoholsucht #Alkoholtherapie
Generelle Abstinenz führt trockene Alkoholiker zum Rückfall
Jede Alkoholsucht ist anders. Doch vielfach wird eine Alkoholabhängigkeit nicht mit einem Alkoholentzug durchbrochen, sondern durch eine andere Sucht ausgetauscht, um dem nächsten Rückfall zu entgehen. Während die Anonymen Alkoholiker sich gegenseitig die totale Abstinenz predigen, geht das bei vielen Alkoholkranken am Lebensalltag…
View On WordPress
Tag 1182 / Songtext mit soil
Ich bin noch auf dem Weg. Zurück ins Leben. "Sie haben sich auf den Weg gemacht." (Tag 343 - die eine Schwester in der Tagesklinik zu mir) Ich bin aber noch lange nicht angekommen. Ich habe ganz viel noch nicht zurück von dem, was ich mal hatte. Ich habe ganz viel noch nicht, was für andere selbstverständlich zum Leben gehört. Und doch habe ich schon mehr als im ersten und zweiten trockenen Jahr. Mir wurde das bewusst eben in dem Meeting, weil auch andere sich erinnerten, wie sie sich langsam das Leben zurück erkämpfen mussten. An IHN gedacht. Dass es für jemanden, der nicht aus der Isolation, aus Selbstzerstörung, aus Lebensunfähigkeit, aus tödlicher Krankheit kommt, schwer nachvollziehbar sein kann. Dem Arzt heute gesagt, dass mein Blog in Anteilen auch suchtpräventive Wirkung hat. Dass mein Weg zurück in das Leben doch auch nach drei Jahren Trockenheit ziemlich drastisch zeigt, wie sehr einen Alkoholabhängigkeit beeinträchtigt. Mir mich vorgestellt mit IHM bei einem Grillabend seiner Freunde und dass ich in der fröhlichen Stimmung, im Dazugehören, im Teilhaben am Leben es schneller als er vergessen würde, dass ich ja nicht trinke, nicht mal an dem Abend, nicht mal eine Flasche, dass er vielleicht wirklich Aufpasser sein könnte, auch wenn ich das nicht wollte. Über diese erste alkoholfreie Beziehungsanbahnungsphase meines Lebens im Meeting gesprochen. Wie traurig und beschämend das eigentlich ist.
Selbstausgedachtes Lied mit "soil" im Refrain stumm gesungen am Morgen. Selbstportraitfoto vom freien Rücken auf dem Fahrrad am Mittag. Foto vom Blick in den Himmel am Abend. Zufriedene Momente trotz all der Schwere.
Tag 1155 / Every generation got the same disease
Von dem Mitte, Ende der 60er geborenen "Suchti" in meiner Rehaeinrichtung heute verabschiedet. An meinem letzten Tag wird er nicht da sein. Verabschiedung mit Umarmung. Mag ich grundsätzlich nicht so. Und noch weniger mit Männern. Aber unter "uns Suchtis" fand ich's ok.
Abends auf dem verspäteten Weg zur Selbsthilfegruppe aus meiner DBT-Wiedergabeliste auf dem Musikabspielgerät mit Abstinenzgravur "Every generation got its own disease" gehört. Innerlich widersprochen. Denn letztlich ist es egal, welche stoffgebundene oder welche stoffungebundene Sucht es ist. Hätten wir alle andere Krankheiten, würde AA nicht altersübergreifend und seit Generationen funktionieren. AA und all die anderen 12-Schritte-Gemeinschaften. Da, wo ich gleich sitzen werde, sind die Jüngsten Anfang 20 und die Ältesten Mitte 70. Manchmal ist die Altersspanne der Anwesenden enger, manchmal breiter. Ich glaube, jede Generation hat die gleiche Krankheit.
/
Fury in the Slaughterhouse Every generation got its own disease https://www.youtube.com/watch?v=BE7TMhz1bNk
Tag 1105 / Ich muss nur um einen trockenen Tag bitten
Der einsteigende Mann hat eine Plastikbierflasche in der Hand und ich mache mich extra breiter, damit er sich nicht zwischen mich und die dauerlauttelefonierende Frau setzen kann. Nach einigen Stationen steigt jemand aus und dann sitzt mir dieser Mann gegenüber. Zwischen uns der Durchgang. Kein enger U-Bahn-Vierer, sondern ein großzügigerer S-Bahn-Sechser. Seine Haut beweist die Zersetzung und Zerstörung der Volksdroge Alkohol. Ich versuche die Luft anzuhalten, während er trinkt und auch kurz danach.
Erst als eine Frau im Echtpelzmantel neben ihm Platz nimmt, die Nase rümpft und einen vorwurfsvoll-genervten Gesichtsausdruck auflegt, kann ich meine Perspektive ändern. Er ist ich. Wir sind gleich. Beide krank. Uns unterscheidet nur, dass ich für heute trocken bin.
Ich wollte aufhören. Ich konnte aufhören. Nicht sofort, aber im dritten offiziellen medizinisch-therapeutisch unterstützten Anlauf. Ich wollte aufhören und nun muss ich mit den Konsequenzen klarkommen, das Leben trocken so annehmen wie es ist. Mich ebenso.
Ob ich heute einen besseren Tag habe, fragten mich vorhin die anderen Reha-Teilnehmer. Die, vor denen mir rausgerutscht ist, dass ich auch "n Suchti" bin. Der eine hatte in der Maltherapie für sein Bild, auf das ich ihn ansprach, die Begründung geliefert: "Na, ich bin doch n Suchti." Das sollte der nicht so für sich alleine haben. "Na, ich ja auch." schoss aus mir raus. Dann wurde über einen anderen Mitrehabilitanden gesprochen: "Bei Gerd sieht man's ja an der Haut..." Diskriminierung unter psychisch Kranken. Ich wusste das nicht von diesem Gerd. Ich wusste bis heute keine Diagnose von niemandem hier und keiner meine. Nun ist es mir rausgerutscht, mein Suchtmittel nicht gesagt. Jetzt, in der S-Bahn, sollte ich mich genau so verbunden fühlen wie mit dem in der Rehaeinrichtung.
Beim "Mr. Brightside" von The Killers Hören Parallelen zu meiner Suchtgeschichte gezogen... "I just can't look its killing me, And taking control" "I'm coming out of my cage" - Käfig meiner Alkoholsucht "It started out with a kiss, How did it end up like this, It was only a kiss" - erster Zungenkuss von Biermund zu Biermund "Jealously" - auf den, der noch Bier trinkt? "It's just the price i pay" - Trockenheit ist nicht nur Blütenblätterregen und Glitzer Zu dieser Version im Jacques Lu Cont Remix vor neun, zehn Jahren durch den Park in der Hafenstadt gejoggt. Schönster Moment war immer die kleine Steigung, durch den Ruinentorbogen und dann jump, yeah, Mrs. Brightsight.
/
The Killers Mr. Brightside (Jacques Lu Cont Remix) https://www.youtube.com/watch?v=8xR_jd0Nl-c