Schattenseiten ...gibt es auch im Paradies. Grundsätzlich ist das auch erst mal eine gute Sache, denn die Sonne knallt meist mit erbärmlicher Beständigkeit vom Himmel herab und sorgt dafür, dass der ein oder andere unvorsichtige Mensch am Strand von den Einheimischen "lobster" genannt wird, was unserem "krebsrot" gleichzusetzen ist. Schlimmen Sonnenbrand hatte ich bisher noch nicht, aber ein paar andere Dinge plagen mich. Heimweh zum Beispiel. Damit hatte ich nach nur vier Wochen Weltreise nicht gerechnet. Es hält sich in Grenzen, immerhin, aber sich alleine in einem wirklich ganz anderen Umfeld zurecht zu finden (und noch viel anstrengender: sich zu finden, also ohne "zurecht") ist puuuuuh. Und dauert. Ich übe mich in Geduld. Der Kampf mit den unzähligen und hartnäckigen Mücken ist auch anstrengend, irgendwie vergisst man beim Eincremen mit Insektenspray doch immer eine Stelle und die sieht dann am nächsten Morgen rotgepiesakt aus. Dann war da vorgestern die Sache mit mir und der nassgeregneten Betontreppe des Hostels und den rutschigen Flip-Flops... ich bin nur drei Stufen gefallen, aber das hat gereicht um mir den Unterarm arg zu prellen, das Knie aufzuschlagen, die Bänder am Fuß anzudehnen und auch um mir einen ordentlichen Schrecken einzujagen. Von allen Seiten kamen plötzlich Hostelmitarbeiter angelaufen mit aufgerissenen Augen und sorgenvollem Gesicht. Ich sitze also da und heule und stammel' sowas wie "I'm okay, I'm okay"...und ich bin wirklich froh, dass mir tatsächlich nichts Schlimmeres passiert ist. Aber in so einer Situation wäre ich wirklich viel lieber zuhause gewesen und beispielsweise die Stufen im Weserstadion runtergepoltert und eben nicht in einem Ort auf den Philippinen, der erst seit ganz kurzem einen Bankautomaten besitzt (der nächste ist fünf Stunden Busfahrt über holprige Schotterstraßen entfernt!) und ich mich nicht mal traue darüber nachzudenken, was ich mit einem gebrochenen Unterarm angestellt hätte. Der Orts-Weihnachtsbaum hier ist übrigens aus Plastikflaschen. Siehe Foto. Die Suche nach einem Bikini für meinen Konfektionsgröße 40 - Hintern hat sich als schwierig herausgestellt, da die philippinischen Frauen um die Hüfte in etwa so schmal sind wie unsere Oberarme...aber am Ende war ich doch erfolgreich und muss nun nicht mehr in Unterhose ins Meer. Alleine Reisen ist übrigens insofern kacke weil es ganz schön teuer ist. Zimmerpreise gelten hier immer für Zwei; Einzelraten gibt es nicht. Und dann findet mal eine Salbe für die uuuuunfassbar juckende Stelle am Knöchel... Ich muss mir irgendwo eine Flechte oder so eingefangen haben. Zwar gibt es hier auch "Apotheken" aber die meisten sind ein buntes Sammelsurium aus Dingen die WIR in einem Kiosk finden würden, aber bestimmt nicht in einer Apotheke...Also mal schauen, ob die Creme, die ich heute früh für drei Euro gekauft habe hilft oder ob mir davon Hörner wachsen. We will see. Gestern bin ich übrigens einem entfernten Arbeitskollegen von Radio Bremen/Buten&Binnen in die Arme gelaufen...wir wussten zwar, dass wir Beide auf den Philippinen sind, aber dass wir momentan nur 400 Meter voneinander wohnen, das wussten wir nicht. Heute schien wieder gaaaanz viel die Sonne. Ich hab' eine schnuckelige kleine Bar am nicht überlaufenden Strand gefunden, in der ein DJ Hip-Hop aufgelegt hat. Also dass sich bitte keiner von euch zu viele Sorgen über mich macht...es geht mir hier wirklich ganz gut! - und zum Glück hab' ich hier ein paar sehr tolle Menschen mit denen ich Zeit verbringen kann wenn ich will (die Leute auf dem Foto sind ein Teil der Gruppe mit denen ich die lange Bootstour gemacht habe).