High Strangeness, Reality and Bigfoot with Tim Renner - Oct 18, 2025
Seriah visits Tim Renner after Albatwitch and they wander down strange roads and go where the paths take them...
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High Strangeness, Reality and Bigfoot with Tim Renner - Oct 18, 2025
Seriah visits Tim Renner after Albatwitch and they wander down strange roads and go where the paths take them...
A commercial wholetrain, with an adhesive design of the urban artist Shepard ‘Obey’ Fairey, who recycles socialist movement graphics from the past for his succesful imagery.
What a powerful statement for 21st century Berlin: this is the kind of art that is wanted here, playful and ignorant mixing of historical aesthetics, peel-off muralism as a train advertising. Funded by tax money.
Read: Unstoppable? An image of the 2010s in Berlin
In einer vom Projektwahn betörten Stadt wie Berlin klingt der Begriff Ensemble womöglich wie etwas Traniges, das obendrein Versorgungsansprüche stellt. Aber das ist eine unsinnige Verkürzung: Es handelt sich beim festen Ensemble um ein großartig-größenwahnsinniges Langzeitexperiment; um den Aufbau eines Kollektivs, das von Möglichkeiten lebt, von Menschenmöglichkeiten. Und um die nicht weniger relevante Entwicklung eines Publikums, das dieses Ensemble von Möglichkeitsmenschen dabei begleitet, wie es sich verwandelt – wie es in Verwandlungen lebt. Auf Ensembles beruht der Reichtum des deutschen Theaters. Wer dessen Geschichte missachtet, verspielt diesen Reichtum.
http://www.zeit.de/2018/17/volksbuehne-berlin-chris-dercon-entlassung-kulturpolitik/komplettansicht
Ich halte einen Intendantenwechsel für absolut legitim, die Frage ist nur, unter welchen Bedingungen findet so etwas statt, und wie seriös ist diese Entscheidungsfindung abgelaufen. Beim letzten Intendantenwechsel gab es ein ganzes Gremium von Leuten, die das entschieden haben und in der Öffentlichkeit diskutiert haben. [...] Und jetzt kam ein Manager von einer Plattenfirma [Tim Renner] und hat mal so launig eine Entscheidung getroffen. Aus dem, was er in Zeitungen gesagt hat, sehe ich: Er kannte dieses Theater gar nicht. […] Er hat verschiedene Sachen über das Theater gesagt, die nicht stimmen, weil er es einfach nicht besser weiß. [...] [Ich bin mir nicht sicher] wie seriös oder unseriös es ist, einen Menschen als Theaterdirektor zu installieren, der ja nicht nur Verantwortung für sein eigenes Seelenheil hat, sondern auch für 250 Mitarbeiter und ein Riesenpublikum, und der nicht weiß, was eine Requisite ist – und das unterstelle ich ihm nicht, er hat das selbst gesagt.
Sophie Rois
Zeit Konferenz: Teilen und Teilhaben im digitalen Zeitalter
"Wir hatten Sex in den Trümmern und träumten" - Buchrezension
„Die Musik lag in Trümmern und wir träumten von Sex“, das ist nicht nur Dekonstruktion (des Buchtitels), sondern auch das Bild, das ich im Kopf hatte, wenn es um den Zustand der Popmusik ging – bis zu diesem Werk. Vorweg: Die Wahrheit über die Popindustrie ist ... oder besser, die Wahrheit über Popmusik ist... unten geht's weiter:
Weitere Infos zum Buch und Leseprobe: http://bit.ly/1tVJVNg
Die Musik lag in Trümmern und wir träumten von Sex...
Das ist nicht nur Dekonstruktion (des Buchtitels), sondern auch das Bild, das ich im Kopf hatte, wenn es um den Zustand der Popmusik ging – bis zu diesem Buch. Vorweg: Die Wahrheit über die Popindustrie ist... oder besser, die Wahrheit über Popmusik ist: Sie lebt! Und das ist die wahrscheinlich wichtigste komprimierte Botschaft, die sich den Erkenntnissen von Tim Renner und Sarah Wächter entnehmen lässt. Das war meiner Meinung nach nicht unbedingt zu erwarten!
Pop vom Mythos über die Musik bis in die Wissenschaft
Es gab schon immer Viele, die Popmusik bzw. Erfolge der Popmusik – also, dass was man sowieso überall nachlesen kann – beschreiben konnten. Und ‚beschreiben’ wurde dann nicht selten auch als ‚erklären’ verkauft. Das ist oft einfach, das ist manchmal billig, das ist legitim.
„Wir hatten Sex in den Trümmern und träumten“ geht weit darüber hinaus. Um Popmusik (Sammelbegriff für spartenübergreifende populäre Musik abseits Jazz, Klassik und Kirchenmusik) zu verstehen, gehen die Autoren zuerst einmal theoretisch (nicht musik-theoretisch) an das Themenfeld heran. Dazu gehört die Beschäftigung mit dem Mythos, der Bedeutung von Bildern oder auch der Schaffung von Nähe zwischen Künstler und Publikum.
Auch in Beispielen für Produktion, Mediennutzung, Erfolgen und Misserfolgen gehen Renner/Wächter weit über die chronologische Beschreibung von Beispielen hinaus. Der Umgang der Band Rammstein mit großen Bildern etwa, die Motivation und das Geschäftsmodell dahinter nehmen einen nicht unerheblichen Platz im Reigen der zahllosen Beispiele ein. Dabei wird auch vor dem Schritt in die Wissenschaft nicht haltgemacht. Begriffe wie Pictorial-, Image- oder Iconic-Turn stehen für die philosophische und kunsthistorische Perspektive auf die wachsende Bedeutung des Bildes. „Das Geschehene wird schneller begriffen als das Gelesene.“ Ja, all’ sowas kann man in dem Buch lesen.
Qualität durch klare Meinungen und Vermeidung von Geschmacks-Äußerungen
Die Qualität, mit der Renner/Wächter all’ das tun, zeigt sich unter anderem in der Vermeidung geschmacksimmanenter Wertungen. Selbstverständlich werden im späteren Verlauf des Buches eindeutige Positionen zu GEMA & Co. angeboten! Aber ebenso wird mit Geschmack, etwa zu Castingshows und deren „Ergebnissen“ zurückgehalten. Analyse geht vor. „Absurderweise geht es bei der voyeuristischen Fernsehshow aus dem australischen Busch eigentlich um genau das, was Popmusik ausmacht: ein Leben jenseits der Perfektion.“ (Anm: „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“, RTL etc.) Stilistisch für mich ein Leckerbissen.
Was haben private Mini-Labels und David Bowie gemeinsam?
Ein weiteres großes Plus von „Wir hatten Sex in den Trümmern und träumten“ scheint mir in der Fähigkeit der Autoren zu liegen, Argumentations- und Verständnisketten durch die Kombination unterschiedlichster Künstler bzw. deren Geschäfte und Ansichten zu verdeutlichen.
Beispiel: David Bowie gilt von je her als Prototyp des künstlerischen Visionärs. „Musik wird so etwas werden wie fließendes Wasser und elektrischer Strom“ (David Bowie, 2002). Ja, die Erfolge von Streaming-Diensten wie spotify legen diese Vision nahe. Und wer zweifelt ernsthaft an Bowie’s Visionen? Dem gegenübergestellt wird dann zum Beispiel der junge Lars Lewerenz und sein noch jüngeres Label Audiolith. Geschäftsmodell: Freundschaft!
Audiolith funktioniert du arbeitet wie ein klassisches Label, man kümmert sich um alles: Label, Verlag, Booking, Merchandising etc. Aber die Grundlage ist persönliches Engagement. Da wird auch schon mal auf dickes Vertragswerk verzichtet. Offenheit und Transparenz charakterisieren hier das Geschäftsmodell. Wo, bitteschön, ist denn sowas heutzutage denkbar!? Aber es funktioniert. Und dafür hat man weiß Gott nicht das Rad neu erfinden müssen! Beispiel Merchandise. Merchandising ist mittlerweile das erfolgreichste Geschäftsfeld des Labels. Genau wie bei Pink Floyd. Die Band ist seit fast 20 Jahren Geschichte – aber über die Band-Website werden immer noch Massen an T-Shirts verkauft, dass einem die Augen feucht werden. Dahinter stehende Gesetzmäßigkeiten und noch viele mehr werden mit diesem Buch einfach großartig erklärt.
Ein Buch für die, die bluten... ! Fazit
„Für alle, die ihr Blut auf dem Feld der Unterhaltung vergossen haben“, so steht es als Widmung geschrieben. Bemerkenswert, dass hier nicht vom ‚Schlachtfeld’ die Rede ist. Aber das Buch will ja keinen Krieg mit der Popindustrie. Das hat es auch gar nicht nötig.
Und genau für diejenigen, die ihr Herz beruflich oder privat an Popmusik verloren haben, ist dieses Buch ein Muss. Tim Renner und Sarah Wächter haben nicht nur Erfahrungen zusammengetragen, sondern sorgfältig recherchiert, zusammengetragen, zitiert, gegenübergestellt, verargumentiert und geschlussfolgert.
„Wir hatten Sex in den Trümmern und träumten“ ist kein Handbuch. Es ist eine wissenschaftlich und auch journalistisch tragfähige Geschichte der neueren Popmusik aus deutscher Perspektive. Es ist ein Sachbuch in bester Manier des Storytellings. Dabei gelingt es den beiden sogar, selbst Leser wie mich zu fesseln, deren persönlicher Musikgeschmack oft kilometerweit an dort genannten Beispielen vorbeifliegt. Man muss auch nicht zwingend vorne anfangen und sich nach hinten durcharbeiten. Das mag manche beruhigen. Die meisten einzelnen Kapitel bieten auch eigene schlüssige Aussagen und somit einen ganz eigenen Mehrwert. Doch es lohnt sich!
Norbert "Nordbergh" Diedrich
Buch: „Wir hatten Sex in den Trümmern und träumten – Die Wahrheit über die Popindustrie“ Künstler: Tim Renner, Sarah Wächter Verlag: Berlin Verlag in der Piper Verlag GmbH, Berlin 2013
Wohin geht die Reise? - Interview mit Tim Renner
Das Interview: http://www.musicnstuff.de/-people/article/interview-tim-renner.html
Meine persönliche erste „Begegnung“ mit Tim Renner hatte ich in zwei Ausgaben des „Handbuch der Musikwirtschaft“ in den 90er Jahren. Für meine Examensarbeit über den Strukturwandel der Popmusik in den 80er Jahren waren diese beiden jeweils mehrere hundert D-Mark teuren Werke unerlässlich – und mitnichten in Uni-Bibliotheken zu finden. Kurz vor seinem Wechsel nach Berlin durfte ich ihn zur Zukunft der Popmusik interviewen. Eine Rezension zum Buch "Wir hatten Sex in den Trümmern und träumten / Die Wahrheit über die Popindustrie" (Tim Renner & Sarah Wächter) folgt ebenfalls bei musicnstuff in Kürze.
Norbert "Nordbergh" Diedrich
For those with 30 minutes to spare, this discussion between Lyor Cohen, Fabrice Sergent, and Tim Renner from the 2014 Digital Life and Design Conference has some great insights into the future of music in the digital age.