Tag 21 – Rallyeredewendungen
Also letztes Jahr…: Von Oli, Wuizi und Jö überinflationär benutzter Satzanfang, mit dem sie
1) betonen, dass sie die Rallye ja schon mal gefahren sind und
2) darauf hinweisen, wie unterlegen und weniger cool die Rallye dieses Jahr ist.
Anstupsen/anbumsen: Ein meisten sanfter, mit Absicht herbeigeführter Stoßstangenkontakt zwischen zwei Rallyeautos. Kann wechselseitig mehrfach hin und her ausgeführt werden und findet vor allem an roten Ampeln, Tankstellen und Parkplätzen statt. Wird vom einheimischen Publikum meist panisch mit angesehen – vor allem, wenn die anstupsende Person weiblich ist.
Das hält noch bis Istanbul / Dalyan: Abwinkendes Urteil, dass ein Problem beim Auto vorerst nicht repariert werden muss und schon bis zum ersten großen Etappenziel bzw. Rallyeziel nicht kaputt gehen wird.
Das ist witzig, weil…: Die ironische Imitation einer auf Missverständnissen und Unterschieden im Humor basierten Tendenz, jemandem, der gerade einen Witz gemacht hat, zu erklären, wieso dieser witzig ist.
Erst drücken, dann reden: Eine auf den Mikro-Knopf am Funkgerät bezogene Bemerkung, dass die Aussage einer funkenden Person nicht verstanden werden konnte, weil ihr Mikro nicht über den gesamten Funkspruch eingeschaltet war.
Frei frei frei frei frei (…): Auf kurvigen Straßen und Autobahnen benutztes Funksignal, um den hinteren Autos der Kolonne mitzuteilen, dass überholt werden kann. Durch mehrfache, übertriebene Wiederholung des Wortes „frei“ wird die Länge der Strecke betont, auf der kein Gegenverkehr droht. Aufgrund des gewöhnlich sehr optimistisch berechneten Überholungszeitraums durch den Funker im ersten Auto eine leider sehr unzuverlässige Form der Kommunikation der zu erwarteten Verkehrsbedingungen.
Hast du etwa nicht das Roadbook gelesen? Eine vor allem von Ute vorwurfsvoll gestellte Frage, wenn jemand sich nach der Tagesaufgabe oder dem nächsten Etappenziel/Fahrerlager erkundigt.
Haymana:
1) Eine Stadt in der Türkei, in der es ein 24h-Hamam gibt.
2) Ein Etappenziel, dessen Fahrerlager wir zunächst nicht erreicht haben und stattdessen in einem Dorf 20 km weiter gelandet sind, wo uns ein Einheimischer mit energischen „Haymana! Haymana!“-Ausrufen auf den richtigen Weg zurückhelfen wollte.
3) Ein die unter 2) genannten Ausrufe zitierender, die besagte energische Art humorvoll imitierender Funkspruch oder Gesprächsfüller. Besonders gelungen, wenn von Oli ausgeführt.
Kamel Atatürk: Ein etwa handgroßes Plüschkamel im Team-Auto Rudi, welches sich durch keine Menge an Panzertape dauerhaft ans Armaturenbrett befestigen lässt.
Kischte:
1) Die schwäbische Aussprache des Wortes „Kiste“
2) Ein handliches und in drei von vier der Teamautos genutztes Aufbewahrungsutensil, um Besitz, Werkzeuge etc. auf und unter der Matratze im Auto zu verstauen.
3) Ein Ausruf in Anlehnung an das Orsons-Lied „Schwung in die Kiste“, der passt, wann immer eines der unter 2) genannten Aufbewahrungsutensilien zur Sprache kommt, man den Fahrstil des Autos „Schwung….Kiste“ kommentieren oder eine Tanzparty am Straßenrand veranstalten will.
Nächstes Jahr müssen wir…: Von einem coolen Einfall eines anderen Teams, einem eigenen Problem oder generellem Rallyeenthusiasmus inspiriertes, euphorisches Pläneschmieden für die Rallye 2017.
Offroad: In Straßenkarten generell weiß eingezeichnete Feld- und Schotterwege durch Berge und Dörfer, die mit alten Rallyeautos in einem Stil und einer Geschwindigkeit gefahren werden können, die man seinen eigenen Autos zu Hause nicht zumuten würde.
Quack quack quack: Ein in Anlehnung an eine Entenmama mit ihren Küken gemachter Funkspruch, dass alle Autos des Teams in Sicht- und Funkreichweite sind.
Schick: Ein von Mathias, Oli und Wuizi genutztes Wort, um Dinge positiv zu bewerten bzw. Anerkennung für sie auszudrücken. Unabhängig von tatsächlicher Attraktivität oder Ästhetik des beschriebenen Gegenstandes oder Ereignisses lassen sich Synonym die Begriffe „gut“ oder „gelungen“ nutzen.
Sieben: Eine Uhrzeit, zu der wir uns täglich vornehmen, aufzustehen. In den ersten Tagen mit ehrlicher Absicht, mit im Laufe der Rallye abnehmender Ernsthaftigkeit und zunehmender amüsierender Wirkung.
Stinkerlies: Spitzname für das Rallyeteam der Schweizer Judo-Mannschaft, das mit einer misslungenen Bengalo-Show am Rallyestart für viel Rauch, Gestank und Verzögerung gesorgt hat.
Taler: Die wahre Bedeutung des Kürzels TL für die türkische Landeswährung.
Tiefentladen: Zunächst im Kontext einer Batterie zum Trinkspiel mutierter Begriff, der von den Teammitgliedern mit anhaltend hoher Motivation in mehr oder weniger passenden Kontexten eingebettet wurde, um einen Vorwand für den Alkoholkonsum zu erschaffen.
Uiuiuiuiui: Ein tendenziell ironischer Ausruf, mit dem auf ein besonders perfides, schlüpfriges oder beeindruckendes Ereignis oder eine entsprechende Handlung reagiert wird.
Wer hat ein Roadbook? Frage, die ein Teammitglied stellt, wenn er bzw. sie zu faul ist, um in seinem eigenen Auto nach einem der drei Roadbooks zu suchen, die auf unsere vier Autos verteilt sind.
Wiggle wiggle wiggle: Nach dem gleichnamigen Rapsong benannte Bezeichnung für die fühlbare und insbesondere vom dahinter Fahrenden beobachtete tanzartige Schaukelbewegung der Autos. Erfolgt beim Fahren über unebene und hügelige Straßen, Schlaglöcher und Steine.
















