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"Pass auf, das sind nicht nur Nazis, sondern auch Hooligans." "Nicht so schlimm, statistisch gesehen werde ich eher von einem Polizisten verhauen."
Warum ticken "die" so anders? Weshalb Unterschiede zwischen "Nationen" existieren.
"Die Französ*innen ticken aber schon anders als wir hier, oder?"
Das stimmt. Kaum jemand, der schon häufiger ins Ausland gereist ist, wird bestreiten, dass Unterschiede im Verhalten von Nationalstaat zu Nationalstaat existieren. Doch woran liegt das? Sind die Menschen von Geburt aus anders?
Selbstverständlich nicht. Meiner Auffassung nach gibt es neben den Unterschieden von Person zu Person im kollektiv vor allem zwei Faktoren. Den kulturell bedingten Unterschied, der sich im Laufe der Zeit als Reaktion auf beispielsweise die geografischen Lage, das Klima etc. gebildet hat. So ist die Kultur, die sich in Südamerika um den Äquator entwickelt hat eine ganz andere als die, die sich im Norden Europas gebildet hat. Solche eigenen Konzepte des Zusammenlebens sind auch nötig, um sich der jeweiligen Lebenssituation anzupassen: Die Verhaltensmuster entstehen in Wechselwirkung mit dem Umfeld, in dem gelebt wird, und bilden auf Dauer die Kultur.
Doch das ist nicht der zentrale Punkt, auf den ich eingehen möchte. Wie kommt es, dass sich auch zum Beispiel die Bevölkerung mitteleuropäischer Nachbarstaaten merklich voneinander Unterscheidet? Die Antwort steckt bereits in der Frage: Die Nationalstaaten.
Eine naive Herangehensweise, die von der modernen Geschichtswissenschaft mittlerweile überholt ist, ist, dass sich die Nationalstaaten als Reaktion auf die Unterschiede zwischen den sich als Nation zusammengehörig fühlenden Personen bildeten. Das allerdings ist, wie bereits erwähnt, naiv: Ein Staat definiert sich auf einem gewissen Territorium, keineswegs unmittelbar an Menschen. Willkürlich wurden und werden Grenzen gesteckt, sodass in manchen Regionen mehr oder weniger willkürlich befohlen wurde und wird, wer welche Staatsbürgerschaft haben soll. Ein Beleg dafür sind diverse Gebietsabtretungen, die im Laufe der Zeit stattfanden. Bestimmte Regionen wechselten gleich mehrere Male zwischen den Staaten hin und her.
Nein, die wesentlichen Unterschiede sind künstlich herbeigeführt: Erst nach, bzw. durch die Staaten sind die meisten Unterschiede entstanden. Ist es sonst erklärbar, dass sich Menschen, die de facto Nachbarn sind, einer vollkommen anderen Kultur verpflichtet fühlen?
In Folge von Gesetzen, die das Leben prägen und den Schranken, die sich Grenzen nennen, schotten sich die künstlich gebildeten Nationen voneinander ab - ob sie wollen oder nicht. Selbst ein reger Austausch zwischen Staaten kann die Unterschiede nicht beseitigen, zu unterschiedlich ist das gesellschaftliche Zusammenleben organisiert. So bilden sich parallel existierende Gruppierungen, Organisationen und Parteien auf staatlicher Ebene, die, obwohl sie ähnliche Ziele verfolgen, auf vollkommen andere Umstände reagieren müssen - eben jene, die der jeweilige Staat geschaffen hat. Dies erschwert die Zusammenarbeit ungemein.
Um es noch einmal prägnant zusammenzufassen: Nationalstaaten schaffen Unterschiede - nicht umgekehrt. Mehr Zusammenarbeit und weniger eigenbrötlerische Arbeit sind ein guter und wichtiger Weg, um mehr Einigkeit zu schaffen, wie z.B. die EU in Europa dies vorantreibt. Denn im Grunde bleibst Du Mensch - nicht Chines*in, Brit*in, Costa Ricaner*in oder Deutsche*r. Denn das führt nur zu Problemen.
Bedingungslose Solidarität - Kein Vorteil für niemanden.
Immer wieder hört man seit dem Ausbruch des Krieges zwischen den Hamas und Israel aus Teilen der linken Gruppen wie einigen Antideutschen von der Pflicht zur "bedingungslosen Solidarität mit Israel". Diese Einstellung ist jedoch über alle Maße simplifizierend und wird der Komplexität des Nahost-Konflikts in keinster Weise gerecht.
Um die Ursache dieses Phänomens kurz zu umreißen, muss man ein paar Jahre in die Vergangenheit gehen. Aufgrund der antisemitischen Aktion während der Zeit des NS-Regimes sehen sich weite Teile der antideutschen Strömung dazu verpflichtet, die Existenz des Staates Israel zu schützen - so weit, so lobenswert - wenn da nicht ein Haken wäre. Die "bedingungslose Solidarität" weitet sich auch auf konkrete Aktionen der Regierung aus, sodass diese grundsätzlich unterstützt werden. Kritik? Fehlanzeige.
Dabei tut sich weder die benannten Antideutschen selbst einen Gefallen, noch ist eine unbedingte Unterstützung der staatlich verübten Aktionen gut für den Staat Israel.
Warum das?
Linke Politik zeichnet sich meiner ganz privaten Definition nach vor allem dadurch aus, politische Positionen und gesellschaftliche Phänomene und sonstige Aktionen aller Art kritisch zu hinterfragen und soziale Lösungen auf die erkannten Probleme zu finden.
Das kritische Hinterfragen bleibt bei einer bedingungslosen Solidarität jedoch auf der Strecke und sorgt dafür, dass man die Aktionen nicht mehr jeweils nach den Aktionen und Gründen bewertet, sondern nach dem-/derjenigen, der/die sie ausführt. Die Vertreter*innen dieser Linie teilen also nach strikt nationalen Kriterien ein, was "gut" oder "schlecht" ist - ein Widerspruch zu dem eigenen, anti-nationalen Anspruch und ein Grund dafür, dass die antideutsche Strömung immer weiter an Einfluss verliert.
Auch für den Staat Israel ist eine derartige Einstellung auf lange Sicht kein Gefallen getan. Israel und die israelische Bevölkerung kann sich gewiss sein, dass der Staat Deutschland und eine überwältigende Mehrheit hinter der Existenz des Staates Israel steht. Doch eine konstruktive Kritik an der Politik Israels muss genauso möglich sein, wie es auch bei jedem anderen Staat möglich ist - alles andere würde dies nur die Gegner*innen des Zionismus bestätigen, die in Israel ausschließlich als Produkt der "deutschen Schuld" sehen.
(Für eine genaue Differenzierung zwischen Antisemitismus und Kritik an der israelischen Staatspolitik, klicke hier)
Lucke fordert, die Gebärmaschinerie anzuwerfen. Gerüchte aus “Insider-“kreisen besagen, er würde im Ernstfall auch persönlich nachhelfen…
Sie sind wieder da! Nazi-Symbole als Popkultur?
Benutzt sonst nur auf Klamotten der rechten Szene: Symbolgeladene Zeichen auf Jacken und Shirts, die den Betrachtenden die Inhalte des Geschichtsunterrichts zum Thema „1933-1945“ wieder ins Gedächtnis rufen. Haben sie nun eine neue Stufe der Massentauglichkeit erreicht?
Was assoziierst Du als Erstes mit dem Nationalsozialismus? Einer große Mehrheit wird neben Hitler wohl das Markenzeichen dieser Faschisten ins Gedächtnis treten: Das Hakenkreuz. Dieses und weitere Symbole der Nationalsozialisten erleben seit Kurzem ein Comeback in der Mode- bzw. Kleidungsindustrie.
Doch zunächst ein kleiner Abstecher in die „Modewelt“ von Neofaschist*innen. Unter den Nazis der heutigen Zeit sind nahezu ausschließlich „deutsche“ Marken vertreten, sprich: In Deutschland hergestellt und in Deutschland vertrieben. Diese Klamotten benutzen meist Symbole aus der nordischen Mythologie, altdeutsche Schrift und zweideutige Schriftzüge. Ein Beispiel aus der unter den Faschist*innen wohl beliebtesten Nazi-Marke „Thor Steinar“: Ein unauffälliger, schwarzer Kapuzenpullover mit dem Schriftzug in altdeutscher Schrift „Hausbesuche“ – darunter ein Umriss des „HK G36“-Sturmgewehrs von Heckler und Koch. Häufig finden sich auch nordische Runen auf diesen Klamotten – wie das „S“ aus dem Runenalphabet, das der altbekannten Siegesrune der Nationalsozialist*innen zum Verwechseln ähnlich sieht.
Doch so weit in der rechten Ecke der Gesellschaft muss man nicht mehr suchen, um fragwürdige Symbole mit noch viel direkterem und weniger subtilen Bezug zur rechten Szene zu finden. Der neuste Trend in der Modeindustrie ist die Modemarke „BOY“.
Diese fallen durch eindeutig an den Nationalsozialismus angelehnte Zeichen auf, wie den Reichsadler in der folgenden Produktbeschreibung der Seite „Zeitgeschmack Mode und Lifestyle“:
„Das Logo ist cool gewählt und man ist auf jeden Fall der Hingucker. Durch die Grenze zwischen ‚Hey, das sieht cool aus‘, und ‚Hey, du weißt schon, dass das Logo aussieht wie der Reichsadler‘ hat man immer das ungewisse Gefühl, ob man angeguckt wird, weil derjenige das Shirt gut findet oder weil er denkt, man wäre aus frisch aus einer NPD Sitzung gekommen. Wer kein Problem hat, auch skeptische Blicke zu ertragen, der ist mit einem ‚BOY London‘ T-Shirt der Partykracher.“
So ganz weiß niemand, was der Erfinder Luke Rave des Modelabels mit dieser Art von Symbolen in Popkultur bezwecken will. Nach eigenen Aussagen distanziert sich Rave von „Gerüchten um Rechtsextremismus“ – doch warum dann diese Symbole? Bis jetzt ist der Gründer weder durch rassistische, ausländerfeindliche oder rechtspopulistische Äußerungen aufgefallen, auch eine direkte Verbindung des Briten zur rechten Szene ist nicht bekannt. Bekannt ist jedoch, dass sich die Klamotten bei den Neofaschist*innen großer Beliebtheit erfreuen – eine modische und anerkannte Alternative zu den bekannten Nazi-Marken. Auch hier am Eichendorff wird der neue Trend ausgelebt.
Provozieren um jeden Preis – das mag demnach die Botschaft hinter den BOY-Klamotten sein. Hier ein Reichsadler, dort eine Siegesrune. Unabhängig davon, ob der/die Träger*in einen oder zwei Füße in der rechten Ecke stehen hat oder ob er/sie sich dazu bekennt, ist die steigende Popularität der Klamotten beunruhigend. Wenn jemand nicht davor zurückschreckt, Symbole zur Schau zur stellen, die offen für Antisemitismus, Rassismus und Fremdenhass stehen, dann lässt sich schwer leugnen, dass man das Risiko, dieser Nische zugeordnet zu werden, nicht zumindest bewusst eingeht.
Quelle des Zitats: http://zeitgeschmack.com/blog/2012/04/09/boy-london-clothing/
'Kritik' und 'Kritik' - Antisemitismus und Politik Israels
Die letzten Tage und Wochen haben Eines gezeigt: Der Hass auf Juden ist kein Thema der Vergangenheit, sondern wurde im Zuge der Demonstrationen gegen das Vorgehen der israelischen Regierung im Konflikt mit den Hamas öffentlich zur Schau gestellt.
Sind deswegen alle Demonstrierenden Antisemiten? Natürlich nicht. Besteht ein Zusammenhang zwischen berechtigter Kritik und Antisemitismus? Teilweise ja.
Wichtig ist bei diesem Thema, strikt zu unterscheiden zwischen 'Juden', 'Israel' und der 'Regierung Israels'.
Berechtigt ist Kritik an der Durchführung der Kampfeinsätze von Israel durchaus, ebenso ist es die der Hamas. Kritik sollte sich auf politische Systeme oder politische Handlungen beziehen, um etwas erwirken zu können. Auf der Schwelle um Antisemitischen steht es, wenn man die Handlungen der Regierung mit 'den Israelis' gleichsetzt. Zahlreiche Israelis kritisieren das Vorgehen ihrer Regierung, sodass eine Verurteilung aller Bürgerinnen und Bürger eines Staats vollkommen unangebracht ist.
Eindeutig antisemitisch wird es jedoch, wenn man 'die Juden' für die Aktionen der israelischen Regierung verantwortlich macht. Zwar ist der Staat Israel als jüdischer Staat ins Leben gerufen worden, dennoch leben zahlreiche nicht-jüdische Bürgerinnen und Bürgerinnen im Staat und Millionen von Jüdinnen und Juden leben außerhalb des Staats Israel.
Zusammenfassend also: Kritik an der Vorgehensweise der Regierung Israels ist legitim und berechtigt, dies jedoch auf die in Israel lebende Bevölkerung zu beziehen ist eine unangebrachte und unangemessene Pauschalisierung. Gar eine Weltreligion in Verantwortung zu ziehen, ist klarer Antisemitismus.
Ich hab‘ ‘ne Fahne (und bin stolz darauf)
Warum die Fußball-Weltmeisterschaft kein reines Sportfest ist – und Ausgrenzung und Nationalismen fördert.
Ich bin kein Gegner von Fußball. Im Gegenteil, ich weiß zuweilen ein gutes Spiel mit Mannschaften auf Augenhöhe und guten Torchancen zu würdigen. Und doch ist das bei der Fußball-Weltmeisterschaft etwas anderes. Auf einen Schlag sind selbst jene, die seit Jahren kein Fußballspiel mehr gesehen haben, im fiebrigen Rauschzustand der bevorstehenden WM-Spiele „unserer Jungs“. Dieses Phänomen ist dem sogenannten Mitläufer-Effekt zuzuschreiben: Die WM kreiert aufgrund ihrer Struktur der gegeneinander antretenden Nationalstaaten eine Gemeinschaft, die durchaus zu Recht kritisch beäugt wird. „Die Deutschen“ sind wieder da.
Von Party-Patrioten…
Doch wieso ist das ein Problem? Politikerinnen und Politiker nahezu jeglicher Parteien freuen sich über den „unverkrampften Party-Patriotismus“, der neudeutsch für die eben genannte Pseudo-Gemeinschaft der „Deutschland-Fans“ steht. Patriotismus in seiner Grundform bezeichnet nach Wikipedia-Definition die „emotionale Verbundenheit“ oder die „Liebe“ zum sogenannten Vaterland, die jedoch keinen Anspruch erhebt, besser als andere Staaten zu sein. So wird ungezwungen und unreflektiert die Flagge geschwungen, schwarz-rot-goldene Schminke angesetzt und das Trikot angezogen. Man ist für die deutsche Nationalmannschaft, weil man sich selbst als „deutsch“ begreift. Per sé ist Patriotismus nichts Gefährliches – wenn da nicht die „anderen“ wären. Egal ob Patriot*in oder Nationalist*in, das Gemeinschaftsgefühl erstreckt sich nur auf diejenigen, die sich mit dem Nationalstaat identifizieren können und wollen. Outet man sich als jemand, der/die die Nation als Gemeinschaft nicht akzeptiert, da der/die eine Deutsche nichts mit dem/der anderen Deutschen zu tun hat außer einem Wort auf dem Personalausweis oder dem Zufall, innerhalb willkürlicher Grenzen geboren zu sein, ist man kein Teil der feiernden Gemeinschaft mehr. Somit wird schon überdeutlich, dass es bei der Weltmeisterschaft keineswegs nur um Fußball geht, sondern um das Gefühl des „Deutsch-seins“. Was genau das ist, weiß niemand so richtig.
… und nationalistischen Idioten.
Doch der häufig als ungefährlich beschriebene Patriotismus weist einen fließenden Übergang zum Nationalismus auf. Ein Übergang, der so fließend erfolgt, dass er von vielen Wissenschaftler*innen gleichgesetzt wird. Mit der Liebe zum „Vaterland“ ist bereits impliziert, dass man andere Länder eben nicht liebt – somit findet, obwohl nach der eben genannten Definition angeblich nicht gegeben, durchaus eine strukturelle Abgrenzung zwischen „deutsch“ und „nicht-deutsch“ statt. Und hier setzt der Mechanismus des Nationalismus ein. Wie bei fast allen Sportarten, so auch im Fußball, geht es um das Gewinnen – die Anhänger der deutschen Nationalmannschaft wollen, dass „Deutschland“ gewinnt und heben mit Fangesängen „ihr“ Land in den Vordergrund, während auf der anderen Seite die Gegner herabgesetzt werden. Das kann von den „faulen Griechen“ bis zu den „Negern“ gehen – die Anzahl an Beispielen ist nahezu unbegrenzt. Klischees werden publik gemacht, um das Zusammengehörigkeitsgefühl durch das Herabsetzen der gegnerischen Mannschaft zu stärken. Markant ist auch, dass Straftaten mit fremdenfeindlichem oder rassistischem Hintergrund während Europa- oder Weltmeisterschaften abrupt ansteigen – das breite Spektrum von spontanen Schlägereien, verbaler Diskriminierung oder geplanten Angriffen auf Migrant*innen sind dabei vertreten. Einen traurigen Höhepunkt in der Vorrunde markierte das Spiel gegen Ghana. Zwei Anhänger der deutschen National-Elf malten sich das Gesicht schwarz – das sogenannte „Blackface“, das im 19. Jahrhundert in US-amerikanischen Theatern eingesetzt wurde, um sich über Farbige lustig zu machen, indem diese als besonders dumm und naiv dargestellt wurden. Die angeblich so begrüßenswerte Liebe zum Vaterland schlug bei einigen um in offenen Rassismus. Noch drastischer und rassistischer äußerte sich auch eine Nutzerin auf Twitter mit folgender Aussage, die man wohl unkommentiert lassen kann: „Hoffentlich sterben ein paar Schwarze mitten auf dem Spielfeld an AIDS. #GERGHA“
Nationalismus als Motor der WM
Doch nationale Identität ist einer der Hauptantriebe der Fußball-Weltmeisterschaft. Bei keinem Spiel werden auch nur annähernd viele Zuschauer*innen vor die Fernseher und Leinwände gelockt wie bei den Spielen der deutschen Nationalmannschaft. Das weiß die FIFA auch und nutzt somit die Strukturen der Nationalstaaten, um die Begeisterung der Bevölkerung zu wecken, obwohl durchaus andere Einteilungen möglich wären wie beispielsweise die Erstellung gleich bevölkerungsstarker Distrikte, was rational gesehen deutlich fairer wäre. Auch für die Werbeindustrie ist die Benutzung von nationalen Symbolen und Farben von großer Bedeutung. „Wir sind deutsch, wir fiebern mit, wir sind eine*r von euch“ lautet die Botschaft der Werbetreibenden – und das Konzept geht auf.
Die Illusion des nationalen Gefüges
Der aufkochende Patriotismus und Nationalismus bringt die Sehnsucht vieler zum Ausdruck, sich zurück in die Einfachheit der nationalen Gefüge zu bewegen, weg von der Komplexität der Globalisierung und der internationalen Belange. Mehr national bedeutet weniger international, doch eine Rückkehr in die Nationalstaaten ohne Einmischung von außen ist ein Wunschdenken, dessen Durchsetzung wohl kaum begrüßenswert wäre – der nationale Gedanke ist mittlerweile ein ewig gestriger, ein regressiver Gedanke. Vielmehr wäre es nötig, sich dem Globalen zu öffnen und die Zusammenhänge zu begreifen, anstatt sie zu verleugnen oder zu ignorieren und tatsächliche Gemeinschaften mit echten Gemeinsamkeiten zu schaffen, anstatt sich alle Jahre wieder der künstlichen Gemeinsamkeit der nationalen Identität zu bedienen.
Alles Nazis, oder was?
„Die billigste Art des Stolzes ist hingegen der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein.“ – Arthur Schopenhauer Natürlich ist nicht jede*r, der ein Trikot trägt oder eine Flagge der Bundesrepublik Deutschland schwingt, ein*e Nationalist*in. Dies wäre einerseits realitätsfern und andererseits eine Vereinfachung der Vielfalt der WM-Zuschauer*innen. Doch eines ist klar: Eine Staatsflagge ist kein Symbol des Fußballs und wird es auch niemals sein. Fußball feiern geht auch ohne Nation und ohne Ausgrenzung anderer. Weniger Deutschland, weniger gegeneinander, mehr mit anderen Fans feiern, frei von Respektlosigkeit oder Klischees. Dies sollte das Ziel jeder, auch dieser Fußball-Weltmeisterschaft 2014 sein.
Anti-Demokratische Wünsche nach Demonstration in Hamburg?
Teile der Hamburger Politiklandschaft will das Demonstrationsrecht beschränken, nachdem die Demonstrationen, vorwiegend von Linken organisiert, aus dem Ruder liefen. Tschüss, eines der wichtigsten demokratischen Errungenschaften, hallo Beschneidung derer. Niemand sollte so naiv sein, nur de Symptome zu bekämpfen, sondern die Gründe für die Demonstration müssen ins Auge genommen werden. Keine Luxuswohnungen auf Kosten von Wohnungen für weniger Wohlhabende. Keine Spekulationen auf Wohnraum. Das sind die Probleme, die vorherrschen, nicht die Demonstrierenden. Rise up!
GroKo - Großes Kotzen mit Großen Kosten
Ja, da wäre er nun - der Koalitionsvertrag der Union und der SPD.
Jede der Parteien proklamiert natürlich, selbst die markantesten Punkte bestimmt zu haben - doch darauf kommt es im Endeffekt auch nicht an.
Vor allem eine Sache dürfte verständlicherweise für Unverständnis sorgen: Groß wird die Abschaffung der Neuverschuldung ab 2015 angekündigt. Und doch: Die Ausgaben sind (nach Angaben der Koalitionäre) ca. 23 Mrd.€ hoch. Während die SPD durch die Erhöhung des Spitzensteuersatzes die stärker werdende Differenz zwischen Arm und Reich senken wollte und somit auch die Kassen füllen wollte, lautete die Linie der Union: "Alles bleibt, wie's war." und sorgt so für ein finanzielles Debakel.
"Deutschlands Zukunft gestalten" lautet der offizielle Titel. Doch gehört eine Finanzierungsgrundlage offensichtlich nicht dazu.