Abenteuer Suedstaaten
Liebste Amelie,
Ich hatte endlich wieder Urlaub! :) Nach meinem letzten richtigen Urlaub vor sieben Monaten mit dir, habe ich mir im Februar mal wieder eine Woche frei genommen. Und um der Kälte und den Schneestürmen zu entkommen haben Kirst und ich kurzerhand Flüge nach Nashville, Tennessee und Austin, Texas gebucht. Auf in den „Süden“! –Und was dann folgte war mindestens genauso abenteuerlich und chaotisch wie fantastisch. An einem Sonntagmittag ging es los nach Nashville, der Hauptstadt des Countries, von dem ich wie du weißt so überhaupt keine Ahnung habe, aber sehen wollte ich es trotzdem. Tennessee liegt immerhin ein paar Bundesstaaten südlicher und so hatten Kirst und ich eigentlich wärmeres Wetter erwartet, also keine Hitze nur so um die 15° Grad…aber diese Wunsch ging völlig nach hinten los. Denn mit uns kam auch der Wintersturm „Octavia“ an… Du musst wissen, das Schnee und Eis im Süden quasi nie auftreten und von daher auch niemand (wirklich niemand) auf dieses Ereignis vorbereitet war. Und von dem Moment an brach das Chaos aus. Von Sonntag- bis Montagabend fegte also Eisregen über die Stadt hinweg, und alles wurde geschlossen. Und wenn ich alles sage, dann meine ich alles: Supermärkte, Restaurants, Bars, Geschäfte, Museen… Die komplette Stadt hat Panik geschoben, nachdem auch der Bürgermeister den Bewohnern geraten hat ihre Häuser nicht zu verlassen. Und dann wurde es so langsam albern… Jetzt mal ehrlich: Ja, es war rutschig! Aber gerade wenn man von der Ostküste kommt war es wirklich ein Scherz. Ein paar Schneepflüge und Salz auf den Bürgersteigen und dann hat sich das! –Anscheinend nicht für die Nashviller, die haben nämlich gar nichts gemacht. (was natürlich bei Minustemperaturen die beste Idee ist, denn das überfriert halt echt schnell und dann wird es wie jeder weiß noch schlimmer) Den Montag mussten wir also notgedrungen im Hostel verbringen, was unsere Pläne ordentlich durcheinander geworfen hat, denn am Mittwochnachmittag sollte es ja schon nach Texas gehen. Am nächsten Tag war zwar immer noch nichts geräumt, aber es war wenigstens sonnig. Voller Hoffnung haben wir uns also auf den Weg um schon nach kurzer Zeit herauszufinden, dass es 1. Immer noch verdammt kalt war und 2. Immer noch alles geschlossen war! Du kannst dir unsere Stimmung vielleicht vorstellen als wir feststellen mussten, dass wir weder in einer Bar Live-Country hören noch eine Line-Dance-Tanzstunde mitmachen würden. Um dann wenigstens ein bisschen von der Stadt zu sehen haben wir uns durch Eis und Kälte geschlagen und haben so doch noch ein paar Fotos bekommen. Und letztendlich konnten wir dann doch noch das Johnny Cash Museum anschauen, das hat nämlich noch aufgemacht und war richtig toll! J Am Mittwochmorgen hatten wir dann noch ein bisschen Zeit bevor wir zum Flughafen mussten und ich schwöre dir wir haben echt noch versucht alles rein zu quetschen was wir noch unbedingt sehen wollten. Denn alles hatte zwar verspätete Öffnungszeiten aber es war immerhin geöffnet (Fortschritt). Nunja das hat uns dann auch dazu gezwungen die Country Music Hall of Fame in nur einer Stunde anzuschauen, aber wenn man sich mit der Musikrichtung überhaupt nicht auskennt, dann ist das letztendlich gar nicht so schlimm. Nashville war zwar durch Octavia ein kleiner Reinfall, aber im Frühling muss es dort klasse sein! ;)
Wir also los zum Flughafen, wo unser Flug der erste war der in 3 Tagen den Flughafen überhaupt verlassen hat. Allerdings war er so verspätet, dass wir unseren Anschlussflug in Dallas verpasst haben weshalb wir dann auch gleich schon mal umbuchen konnten. Zweieinhalb Stunden nach geplantem Abflug sind wir dann um 17 Uhr auch endlich losgeflogen. Beschweren möchte ich mich nicht denn der Flug von 10 Uhr morgens nach Dallas saß immer noch am Gate als wir auf der Startbahn waren. In Dallas angekommen, sind wir dann zum nächsten Flug und nachdem wir gerade alle im Flugzeug platzgenommen haben kommt die Durchsage:“ Meine Damen und Herren, aufgrund von technischer Probleme wird diese Maschine den Flughafen heute nicht mehr verlassen. Wir hoffen sehr ihnen ein neues Flugzeug zur Verfügung stellen zu können.“ –Das kann doch jetzt alles echt nicht wahr sein oder? Wieder warten… und tatsächlich wurde uns über eine Stunde später ein neues Flugzeug gegeben. Und genau um Mitternacht sind wir dann auch endlich in Austin angekommen, nur 6 Stunden verspätet. Dort haben wir dann gerade noch so den letzten Bus Richtung Downtown erwischt und haben dabei die netteste Busfahrerin die ich jemals gesehen habe kennengelernt. –Amber! Und Amber hat nicht nur an Stopps gehalten an denen sie eigentlich nicht halten darf, sondern ist auch nach dem wir ausgestiegen sind im Schritttempo neben uns hergefahren nur um sicher zu gehen dass wir unversehrt im Hostel ankommen. Sind wir dann auch…todmüde! Das Hostel war eine Umstellung. –Vom Vierbettzimmer zu zweit ins Achtbettzimmer mit wirklich acht Mädels. Und da das Hostel direkt neben der“ 6th Street“ –der Party-Straße Austins- lag, konnte man zu betrunkenen Konversationen wie :“Are you f*****g mad at me? Why are you f*****g looking at me? I´m a f*****g bird! “ einschlafen. J Und wenn man dann gerade eingeschlafen war hatte man eine Zimmergenossin die um zwei Uhr morgens ins Zimmer marschierte und doch erstmal allen ernsten das Licht anschaltete. HOSTELREGEL NUMMER 1: Wenn du siehst, dass in deinem Zimmer jemand schläft, besonders um zwei Uhr morgens, schalte niemals das Licht an!!! Die gute Frau hat sich nichtmal davon beirren lassen, dass sie vom Stöhnen ihrer 7 Mitbewohner begrüßt wurde, sondern hat dann auch noch erstmal das Zimmer wieder verlassen und das Licht blieb an! -.- Mir ist zwischendrin echt der Kragen geplatzt. Nachdem sie uns dann bis um 3 Uhr durch grelles Licht und knallen von Türen und Schränken wachgehalten hat, fiel es mir dann nicht wirklich leicht wieder einzuschlafen. Ich glaube am nächsten Morgen bin ich dann „ausversehen“ auch mal gegen ihr Bett gerempelt wodurch sie leider wachgeworden ist….ups!!
Ansonsten war Austin aber richtig toll. Super Wetter, eine ganz tolle Atmosphäre und total nette Menschen. Und wir haben wirklich die unterschiedlichsten Dinge gesehen. Wir haben im hippen SoCo geshoppt, waren in einem Food-Trailerpark, haben uns das Capitol und die Texas State University angeschaut, sind zu einer Graffiti-Outddor-Gallerie geradelt, haben auf dem ältesten Minigolfplatz Austins gespielt, waren beim besten BBQ der USA und haben in der originellsten texanischen Bar gelernt wie man Western tanzt.
Für das BBQ haben wir ganze 4 Stunden lang angestanden, aber durch die ausgeteilten Campingstühle, Musik, Kaffee oder Bier wurde das Ganze dann eher zu einer Party und es hat sich wirklich jeder Minute gelohnt! Die Bar war einfach eine richtig coole Erfahrung. In Texas läuft zwar sowieso jeder zweite mit Cowboyboots und Hut rum aber in der Bar habe ich mich wie im Film gefühlt…und den Altersdurchschnitt habe ich auch um mindestens 30 Jahre gesenkt, aber ich hatte meinen Spaß und ein paar der Herren konnten auch ganz gut tanzen. :) Austin war dann halt doch genau das was ich mir gewünscht hatte und hat mich unseren Reinfall in Nashville auch ganz schnell vergessen lassen. Alleine das Gefühl von Sonnenschein auf meinem Arm hat die Tour lohnenswert gemacht! Nach drei Tagen in Austin ging es dann zwar wieder ins verschneite und kalte Connecticut zurück aber nicht mal das konnte mich nach meinem Abenteuerurlaub die Laune verderben! -Und ich sage dir, seitdem ich zurück bin fegte ein Schneesturm nach dem anderen über uns hinweg…es hörte gar nicht mehr auf. Es gab Momente da wusste ich beim Schneeschippen gar nicht mehr wohin ich den Schnee überhaupt werfen sollte! (Schneeschippen ist übrigens das beste Ganzkörperworkout das du dir vorstellen kannst!) ABER diese Woche hat es angefangen zu tauen, und zum ersten Mal seit drei Monaten habe ich Gras gesehen! :) Naja ich gehe dann jetzt auch mal ins Bett. Gute Nacht meine Liebe, ich vermisse dich! xoxo Marta
















