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AuszĂŒge aus Dimitri Dimoulis und Jannis Milios, âWerttheorie, Ideologie und Fetischismusâ, BeitrĂ€ge zur Marx-Engels-Forschung. Neue Folge, 1999, s. 12-56
 âIn bezug auf dem Fetischismus ist eine doppelte Antwort möglich. Erstens kann gesagt werden, daĂ dank seines Ursprungs der Fetischismusbegriff externe BezĂŒge enthĂ€lt, auch wenn er intern benutzt wird. Durch die Ăbertragung des Begriffs von der Studie der primitiven Gesellschaft auf die âinterneâ Analyse der Gesellschaft des Beobachters wird die externe Referenz beibehalten, was dem internen Beobachter erlaubt, die âIllusionenâ, die die Mitglieder einer Gesellschaft notwendigerweise in ihren gesellschaftlichen Beziehungen erleben, distanziert, d. h. mit dem Blick des Ethnologen zu betrachten. Die zweite Antwort ist, daĂ Marx die rein interne Beobachtung durch die Anwendung einer komparativen Methode ĂŒberwindet. Er vergleicht den Kapitalismus mit anderen Gesellschaftstypen, in denen anstelle des Warenfetischismus eine âTransparenzâ der gesellschaftlichen Beziehungen gibt; dieser Vergleich gibt Marx âexterneâ Anhaltspunkte fĂŒr ein besseres VerstĂ€ndnis des Fetischismus.
[...] Diese Auffassung wird mehrmals von Marx im Kapital und in der Kritik des Gothaer Programms wiederholt, wo die juristischen Begriffe der Freiheit und der Gleichheit âals innere Wiederspiegelung der Warenproduktion und des Warenverkehrsâ (Balibar 1997, 194) betrachtet werden23. So werden die Prinzipien des Rechtssystems als Ideologie betrachtet, die im Kapitalismus genauso notwendig ist, wie die religiösen Anschauungen im Feudalismus.
Diese Widerspiegelungsthesen können zu einer ökonomistischen LektĂŒre fĂŒhren, wenn wir annehmen, daĂ jede Basis den ihr zugehörigen âĂberbauâ erzeugt, d. h. wenn wir den BildungsprozeĂ des Ăberbaus ahistorisch betrachten (automatische Anpassung des Ăberbaus zu einer Basis). Das impliziere nĂ€mlich, daĂ die âBasisâ in einem ideologisch-politischen Vakuum bzw. im Rahmen eines ihr feindlichen Ăberbaus entsteht24. Wenn wir dagegen die Bildung der kapitalistischen Gesellschaften als Produktion von Recht und Ideologie verstehen, die synchronisch zur gewalttĂ€tigen Durchsetzung der kapitalistischen ProduktionsverhĂ€ltnisse erfolgt, dann zeigt die These von Marx und Paschukanis, warum die Bildung eines Rechtsystems mit flĂ€chedeckender Anwendung und auf der Basis der âfreienâ AustauschverhĂ€ltnissen zwischen gleichen Rechtssubjekte theoretisch (und geschichtlich) untrennbar mit Kapitalismus als ökonomisches System verbunden ist. Und dadurch können die apologetischen Auffassungen zum Charakter des bĂŒrgerlichen Rechts (Fortschritt der Menschheit, Zivilisierung, Rationalisierung der Staatsapparate zwecks der Garantie eines allgemeinen Interesses usw.) ĂŒberwindet werden.
[...] Die Analyse von Marx und Paschukanis bildet eine begriffliche Abstraktion und stellt keine geschichtlich-genetische Ableitung des Ăberbaus dar. Sie beschrĂ€nkt sich darauf, der Basis (âmaterielle Grundlageâ) ein logisch-funktionelles Primat einzurĂ€umen, das jedoch geschichtlich niemals existierte.
Neben der VerselbstĂ€ndigung des Wertbegriffs von der KPW und seiner Verbindung mit allen âwarenproduzierendenâ Produktionsweisen und -formen33, hat die Behandlung des Wertes âan sichâ eine weitere Konsequenz fĂŒr die marxistische Theorie. Sie verleitet zum Glauben, daĂ die ersten drei Kapiteln des 1. Bandes des Kapitals eine abgeschlossene Darstellung der dort eingefĂŒhrten Begriffe anbieten. Dies betrifft insbesondere das Geld, das in diesen Kapiteln als âadĂ€quate Erscheinungsform von Werth oder Materiatur abstrakter und dahergleicher menschlicher Arbeit (âŠ), deren sĂ€mtliche Exemplare dieselbe gleichförmige QualitĂ€t besitzenâ (MEGA II/5, 56-15, MEW 23, 104) definiert wird. Somit bleiben jedoch die Marxschen Analysen im 3. Band des Kapitals(Geld als Kapital, ErklĂ€rung des Zinses usw.) unberĂŒcksichtigt34. Es wird nĂ€mlich nicht eingesehen, daĂ das Geld auch (und vor allem) die allgemeinere Erscheinungsform des Kapitals ist. Das Geld bildet die allgemeinere âMaterialisierungâ der abstrakten und deswegen homogenen menschlichen Arbeit, die im Rahmen der ausbeuterischen Kapitalbeziehung akkumuliert wird, als âsich selbst verwertender Wertâ funktioniert und vom Kapitalisten aneignet wird. âDas Capital producirt wesentlich Capitalâ (MEGA II/4.2, 898; MEW 25, 887). Der 5. Teil des 3. Bandes und insbesondere die Kapitel 21-24 analysieren das Geld als eine solche Erscheinungsform des Kapitals.
Einer Ă€hnlichen Illusion unterliegen diejenigen, die behaupten, daĂ der Marxsche Begriff des Fetischismus hauptsĂ€chlich im ersten Kapitel des 1. Bandes analysiert wird, dessen vierter Teil den Titel âder Fetischcharakter der Ware und sein Geheimnisâ trĂ€gt. Die ersten SchluĂfolgerungen von Marx, die sich aus der Darstellung der verallgemeinerten âWarenproduktionâ hervorgehen, werden somit als letztes Wort der Fetischismustheorie betrachtet. Somit bleiben unberĂŒcksichtigt der Begriff der KPW, die in ihr entstehenden Ideologieformen und die Analysen des 3. Bandes zum Kapitalfetischismus (z. B. zum zinstragenden Kapital und zum Zins), die eine âEntzifferungâ der AusfĂŒhrungen zum Warenfetischismus erlauben.
[...] 3.1.1. Exkurs zur Marschen Methode
Das Problem der EinfĂŒhrung des Wertbegriffs im Kapital ist in Zusammenhang mit der wissenschaftlichen Methode des Kapitals zu behandeln. Es ist bekannt, daĂ Marx nicht von Begriffen ausgeht, sondern von den Formen unter denen die ökonomischen Beziehungen in einer kapitalistischen Gesellschaft erscheinen35. Als Ausgangspunkt nimmt er dabei die Ware.
Marx benennt dialektisch die Methode der Bildung von Begriffen, die eine theoretische Aneignung der Wirklichkeit erlauben, d. h. den internen kausalen Zusammenhang und die âNormalitĂ€tâ der PhĂ€nomene ausdrĂŒcken. Diese Methode besteht darauf, von konkret-empirischen Tatsachen auszugehen und dann Abstraktionsoperationen durchzufĂŒhren. Vom Konkreten auszugehen, erlaubt den Idealismus einer von der herrschenden theoretischen Ideologie abhĂ€ngigen Kategoriebildung zu vermeiden. Die Abstraktion erlaubt ihrerseits, die bloĂe Reproduktion der Erscheinungsformen des Konkreten zu vermeiden, d. h. den Empirismus des Konkreten zu ĂŒberwinden. Dieser Empirismus ist eine praktische herrschende Ideologie des âAlltagswissensâ, wonach die Wirklichkeit âtransparentâ, unmittelbar beobachtbar und erklĂ€rbar sei.
Marx versteht aber auch, daĂ die Abstraktionen an sich keine Begriffe der empirisch wahrnehmbaren Tatsachen bilden. Der ProzeĂ der wissenschaftlichen Aneignung der Wirklichkeit erfordert einen weiteren Schritt: Die RĂŒckkehr auf die konkreten Tatsachen. Somit entsteht ein Forschungsverfahren, das den wissenschaftlichen Begriff des Konkreten erzeugt. Dieser Begriff beinhaltet die kausalen Beziehungen, die die Wirklichkeit regeln ohne âan sichâ im Bereich der Wirklichkeit aufzutreten, da sie der Welt der empirischen Wesen und PhĂ€nomene nicht gehören. Der Ăbergang vom abstrakten zum konkreten Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung unterscheidet sich somit radikal von der rationalistischen Methode wie auch von der Verwendung der Abstraktion bei Hegel. Der Ăbergang zum Konkreten ist hier nur der zweite Schritt eines Verfahrens der begrifflichen Entzifferung des Konkreten, die durch die Abstraktion erfolgt.
[...] 3.2. Kapitalistische Produktionsweise, ideologische Formen, âFetischismusâ: vom Warenfetischismus zum Kapitalfetischismus
[...] Die Funktion der Verdeckung der Ausbeutungs- und BeherrschungsverhĂ€ltnissen, die im Kapitalismus immanent ist, hat Marx âFetischismusâ genannt. So bezeichnete er alle Situationen, wo die KlassenverhĂ€ltnisse im Rahmen der herrschenden Ideologie eine âdinglicheâ Form annehmen: Wenn die GesellschaftsverhĂ€ltnisse (Geld, Kapital40) oder die aus ihnen hervorgehenden Funktionen (Profit, Zins) als Sachen (Gold, Produktionsmittel) oder als Eigenschaften von Sachen (die Produktionsmittel erzeugen Profit, das Geld Zinsen usw.) erscheinen, wenn âdie Formen, welche Arbeitsprodukte zu Waren stempelnâ, als âunwandelbareâ âNaturformenâ (MEW 23, 89 f.) erscheinen, dann haben wir den Fetischismus (s. auch Rubin 1972).
Den Begriff des Fetischismus hat Marx im 1. Kapitel des 1. Bandes anlĂ€Ălich der Warenanalyse eingefĂŒhrt, indem er zeigte, daĂ der Warenwert nicht als gesellschaftliche Beziehung zwischen Produzenten, sondern als eine natĂŒrliche Eigenschaft der Ware, wie etwa seine Farbe oder sein Gewicht erscheint41. Im Laufe der Darstellung hat er allerdings klargemacht, daĂ der Fetischismus sich auf sĂ€mtliche Formen des Kapitals (Geld, Produktionsmittel) erstreckt. Somit entwickelte Marx eine Theorie des Kapitalfetischismus.
3.3. Stellenwert und Begriff des Fetischismus im âKapitalâ
3.3.1. Der Fetischismus des KapitalverhÀltnisses
Der Warenfetischismus des 1. Kapitels ist nur eine erste AnnÀherung des Kapitalfetischismus, der im Gegensatz zur Auffassung vielen Marxisten42 in vielen Teilen des Kapitals, insbesondere im 3. Band analysiert wird43. Dies hÀngt mit der Tatsache zusammen, daà im 3. Band die wichtigsten Erscheinungsformen des KapitalverhÀltnisses behandelt werden:
â Die Unterwerfung der Arbeit unter dem Kapital, die den Kapitalisten als Warenproduzenten erscheinen lĂ€Ăt und die AustauschverhĂ€ltnisse nach Produktionspreisen und nicht nach Werten bestimmt. Der Profit erscheint als Produkt des vorgeschossenen Kapitals, sodaĂ âder Mehrwerth selbst als aus dem Gesammtcapital und allen seinen Theilen gleichmĂ€ssig entsprungen erscheintâ (MEGA II/4.2, 244; MEW 25, 77). Das âversteckt nun völlig die wahre Natur und den Ursprung des Profits, nicht nur fĂŒr den Capitalisten, der hier ein besondres Interesse hat, sich zu tĂ€uschen, sondern auch fĂŒr den Arbeiter. Mit der Verwandlung der Werthe in Productionspreise wird die Grundlage der Werthbestimmung selbst dem Auge entrĂŒcktâ (MEGA II/4.2, 244; MEW 25, 177).
â Die Entwicklung des Kreditwesens und die Aufteilung des Profits in Unternehmensprofit und Zins, die zum folgenden Ergebnis fĂŒhren: âIndem ein Theil des Profits sich, im Gegensatz zu dem andren, ganz von dem KapitalverhĂ€ltnis als solchem loslöst, und sich darstellt nicht aus der Funktion der Exploitation der Lohnarbeit sondern aus der Lohnarbeit des Capitalisten selbst zu entspringen, und im Gegensatz dazu der Zins als unabhĂ€ngig sei es von der Lohnarbeit, sei es von der eignen Arbeit des Capitalisten, aus dem Capital als seiner eignen, unabhĂ€ngigen Quelle zu entspringen scheint. Wenn das Capital ursprĂŒnglich auf der OberflĂ€che der Cirkulation, erscheint, als Capitalfetisch, Werth erzeugender Werth, so stellt es sich jetzt wieder in der Gestalt des zinstragenden Capitals als in seiner entfremdetsten und eigenthĂŒmlichsten Form darâ (MEGA II/4.2, 851,17; MEW 25, 837)44.
[...] â Dasselbe geschieht in bezug auf die Einkommensformen, die zwar nur die VerteilungsverhĂ€ltnisse des erzeugten Werts widerspiegeln, im Rahmen aber der kapitalistischen Eigentums- und IdeologieverhĂ€ltnisse als Quellen des Werts erscheinen: Die Arbeit erzeuge Lohn, die Produktionsmittel Profit und die natĂŒrlichen Ressourcen (oder die Erde) Rente:
âErstens, weil die Werthbestandteile der Waaren als selbstĂ€ndige Revenuen einander gegenĂŒbertreten, die als solche bezogen sind, und daher zu entspringen scheinen, auf 3 verschiedne und ganz voneinander verschiedne Productionsagentien, die Arbeit, das Capital und die Erde, Das Eigentum an der Arbeitskraft, am Capital, an der Erde ist die Quelle (die Ursache), die diese verschiednen Werthbestandteile der Waaren, diesen respectiven EigenthĂŒmern zufallen macht und sie daher in Revenuen fĂŒr sie verwandelt. Aber der Werth entspringt nicht aus seiner Verwandlung in Revenue, sondern er muĂ da sein, um in Revenue verwandelt [zu] werden, um diese Gestalt annehmen zu könnenâ (MEGA II/4.2, 885 f.; MEW 23, 875).
[...] 3.3.2. AbschlieĂende Bemerkungen zum Warenfetischismus
Wenn wir die ersten Seiten des Kapitals als ein Vorspiel der Analyse des Kapitalfetisches betrachten46, dann können wir verstehen, daĂ die AusfĂŒhrungen zum Warenfetischismus keine Theorie der âEntfremdungâ bilden: dort wird nicht angenommen, daĂ die Menschen/Subjekte eine Essenz besitzen, die im Kapitalismus âentĂ€uĂertâ oder âverratenâ wird (vgl. Heinrich 1991, 243 ff.). DarĂŒber hinaus hat der Warenfetischismus keine ideologische StĂ€rke, wie oft angenommen wird: Weder verdeckt noch âverĂ€uĂertâ er die gesellschaftlichen Beziehungen47. Er ist die Analyse eines âSymptomsâ und nicht einer ideologischen Triebkraft.
[...] Durch die Darstellung des Sozialen als etwas NatĂŒrlichen erzeugt der Fetischismus keine Effekte der Verkennung des gesellschaftlichen Charakters der menschlichen Beziehungen, die etwa ânaturalisiertâ wĂŒrden. Die Beziehung zwischen Sachen ist kein bloĂer Symbolismus der handelnden Personen (so wie in einem Gesellschaftsspiel ein StĂŒck Holz einen Spieler darstellt und jederzeit den âRĂŒckwegâ auf das Symbolisierte erlaubt). Sie ist eine feste und notwendige Wandlung in der Wahrnehmung der Wirklichkeit (das Gesellschaftliche wird âtatsĂ€chlichâ zum NatĂŒrlichen), die den Individuen nicht erlaubt die âĂbertragungâ der Beziehung zwischen menschlichen Arbeiten auf eine Beziehung zwischen Sachen zu verstehen48. [...] Das wichtigste ist jedoch dabei, wie RanciĂšre gezeigt hat, daĂ die Fetischismusfrage mit dem Umkehrungsschema nicht angemessen beschrieben werden kann: âDie gegenwĂ€rtigen Termini sind nicht Subjekt, PrĂ€dikat und Sache, sondern VerhĂ€ltnis und Form. Das Fremd-Werden (âŠ) kennzeichnet nicht die Exteriorisation der PrĂ€dikate eines Subjekts in einem fremden Wesen, sondern bezeichnet das, was aus dem KapitalverhĂ€ltnis in der vermittelsten Form des Prozesses wird. (âŠ) Die gesellschaftlichen Bestimmungen der ProduktionsverhĂ€ltnisse sehen sich also auf die materiellen Bestimmungen der Sache beschrĂ€nkt. Daher die Verwechselung dessen, was Marx materielle Grundlagen (die Dinge, die die TrĂ€gerfunktion ausĂŒben) nennt, mit den gesellschaftlichen Bestimmungen. Diese werden zu natĂŒrlichen Eigenschaften der materiellen Elemente der Produktion. Auf die Weise ist das KapitalverhĂ€ltnis zu einem Ding geworden. (âŠ) Versachlichung der gesellschaftlichen Produktionsbestimmungen und Versubjektivierung ihrer materiellen Grundlagen, der Dinge, in denen diese gesellschaftlichen Bestimmungen sich darstellen und verschleiern. Marx erklĂ€rt, daĂ diese doppelte Bewegung schon von der einfachsten Bestimmung der kapitalistischen Produktionsweise her wahrnehmbar war: der Warenform des Arbeitsproduktes. (âŠ) Der Fetischismus betrifft nicht das VerhĂ€ltnis zwischen einem Subjekt und einem Objekt, sondern das VerhĂ€ltnis jedes einzelnen dieser TrĂ€ger zu den ProduktionsverhĂ€ltnissen, die sie bestimmen. (âŠ) Die VerhĂ€ltnisse, die das kapitalistische System bestimmen, können nur in der Form ihrer Verschleierung existieren. Die Form ihrer Wirklichkeit ist die Form, in der ihrer wirkliche Bewegung verschwindet. (âŠ) Die Theorie von Marx begreift diese entfremdeten und irrationellen Formen als Erscheinungsformen des inneren Wesens des Prozessesâ (RanciĂšre 1972, 108, 110, 111, 133, 121-22, 123-24).
Der Fetischismus ist also kein Spiel, sondern entspricht den âirrationellenâ Erscheinungsformen der internen Gesetzlichkeiten des Akkumulationsprozesses. Marx formuliert im Kapital âdie Theorie des Prozesses und die Theorie seines Verkennensâ (RanciĂšre 1972, 124).
[...] Das âsachlicheâ Element des Warenaustausches bedeutet, daĂ der Produzent etwas erzeugt, daĂ er nicht braucht (d. h. fĂŒr ihn keinen Gebrauchswert hat). Er erwirbt, was er braucht, durch den Verkauf einer fĂŒr ihn nutztlosen Sache. Die âSozialisierungâ des Prozudenten setzt also die Erzeugung von persönlich nutzlosen Sachen voraus, und die Vermittlung der Sache erweist sich als ihr (indirekter) Gebrauchswert (gesellschaftlicher Gebrauchswert). Der individuelle Produzent wird in den gesellschaftlichen Produktionsmechanismus durch die âSachenâ intergiert. Dies beschreibt die Beziehungen zwischen Kapitalisten und kann als allgemeine Analyse der Erscheinungsformen der gesellschaftlichen VerhĂ€ltnisse im Kapitalismus nur gelten, wenn auch die Arbeitskraft als âSacheâ betrachtet wird.
Das wichtigste ist jedoch, daĂ der Markt weder die Triebkraft noch den âGrundâ der Sozialisierung bildet: âIn Marxâs view, it is not the price system which âregulatesâ the capitalist economy but, rather, unknown yet capitalistically-determined necessities of production acting through the price mechanism.(âŠ) The market is the stage on which all competitive activities are played out. But this stage itself is set up and bound by the class nature of the social structureâ (Mattick 1969, 53-54).
In einer wichtigen Passage betont Marx, daĂ âdie capitalistische Produktionsweise, wie jede andre, nicht nur bestĂ€ndig das materielle Product reproducirt, sondern die gesellschaftlichen ökonomischen VerhĂ€ltnisse, die ökonomischen Formbestimmtheiten seiner Bildungâ (MEGA II/4.2, 889-90, MEW 25, 879). Daraus ergibt sich, daĂ die Marxsche Analyse weit davon entfernt ist, ein ideologisches Spiel der Ableitung der gesellschaftlichen Entwicklung von der âbloĂen Wareâ anzubieten. Der Fetischismus der Kapitalbeziehung bedeutet nicht, daĂ das Schicksal der Menschen von den Produkten ihrer Arbeit bestimmt wĂ€re. Der Fetischismus ist nur eine notwendige Form der Wahrnehmung der RealitĂ€t in einer kapitalistischen Gesellschaft, die zusammen mit dem Kapitalismus beseitigt wird50.
[...] 3.3.3. Eine Bemerkung bezĂŒglich des Konstruktivismus
Der Fetischismus, wie auch andere gesellschaftliche Konstrukte (z. B. das jedem Individuum gesellschaftlich zugewiesene Geschlecht, die nationale Zugehörigkeit oder das kriminelle âStigmaâ) sind VorgĂ€nge, die aus einer konstruktivistischen Perspektive dekonstruiert werden können. Dekonstruktion bedeutet hier zweierlei: Einerseits das Aufzeigen ihrer Geschichtlichkeit (d. h. ihrer Konstruktionsgeschichte) und andererseits die Analyse der GrĂŒnden dieser Konstruktion, d. h. der Interessen, denen sie entsprechen. Das Kapital wird jedoch auch nach solchen Dekonstruktionen weiterhin Profit âerzeugenâ, genauso wie die Individuen weiterhin Geschlecht, nationale IdentitĂ€t oder Eintragungen im Strafregister haben werden, auch wenn einschlĂ€gige Studien und politische Erfahrungen zeigen, daĂ diese ânatĂŒrlicheâ Eigenschaften nur eine Erscheinungsform der Gesellschaftsstruktur und der KlassenverhĂ€ltnisse bilden, die transformiert (bzw. abgeschaft) werden kann52.
Der Konstruktivismus stellt die Frage, wie unsere Vorstellungen bezĂŒglich der Wirklichkeit entstehen, d. h. wie unser âWissenâ ĂŒber die Wirklichkeit entsteht. Somit ĂŒberwindet er das traditionelle philosophische Dilemma âObjektivitĂ€t oder SubjektivitĂ€t des Wissensâ. Weder erzeugen die Individuen die âwirklichenâ GegenstĂ€nde noch âoffenbarenâ sich die âObjekteâ bzw. die RealitĂ€t dem Subjekt. Der Konstruktivismus untersucht die konkreten Prozesse der Bildung verschiedener Wissensarten: Aussagen, die in bestimmten Kontexten als gĂŒltig betrachtet werden, âsagenâ, was die Wirklichkeit eingentlich sei und so konstruieren sie die Wirklichkeit53.
Wir werden hier nicht die erkenntnistheoretischen Probleme der verschiedenen Versionen des Konstruktivismus untersuchen, die damit zusammenhĂ€gen, daĂ der Konstruktivismus letztendlich der idealistischen oder der realistischen Falle zum Opfer fĂ€llt54. Uns interessiert hier, daĂ fĂŒr seine Fetischismusanalyse Marx eine konstruktivistische Perspektive ĂŒbernimmt, auch wenn seine Methode im Allgemeinen keine konstuktivistische ZĂŒge aufweist. In bezug auf dem Fetischismus unterscheidet Marx nicht zwischen dem Richtigen und dem Falschen, z. B. zwischen der Ideologie und der Wahrheit. Er behauptet, daĂ auf der Basis bestimmter Daten der Produktionsstruktur die Individuen eine Wahrnehmung der Wirklichkeit entwickeln, die -ohne richtig oder falsch zu sein- einer bestimmten gesellschaftlichen Struktur entspricht, d. h. die einzige Art und Weise bildet, diese Wirklichkeit wahrzunehmen, die weder unabhĂ€ngig von dieser Wahrnehmung (âwahre Wirklichkeitâ) existiert noch eine rein subjektive Betrachtungsweise bildet.
Der Konstruktivismus behauptet erstens, daĂ die individuellen Vorstellungen bezĂŒglich der Wirklichkeit konstruiert sind, ohne jedoch etwas âKĂŒnstlichesâ oder âGefĂ€lschtesâ zu sein, und, zweitens, daĂ diese Vorstellungen in einem anderen geschichtlichen Rahmen von anderen ersetzt werden können, die unterschiedlichen Wahrheitskriterien entsprechen. Die âneuenâ Vorstellungen können vielleicht politisch wĂŒnschenswerter sein, sie werden jedoch genauso wie die heutigen das Ergebnis einer Konstruktion bilden. So wird z. B. die âTransparenzâ der zwischenmenschlichen Beziehungen in einer kommunistischen Gesellschaft weder die âWahrheitâ der Arbeitsteilung noch eine ideologiefreie Wahrnehmung der âwahren Wirklichkeitâ ausdrĂŒcken, sondern nur eine neue Konfiguration gesellschaftlicher VorgĂ€nge seitens der Individuen bilden.
Das ist der aus praktischer Sicht âschwacheâ Punkt des Konstruktivismus: Die theoretische Entdeckung des konstruierten Charakters einer als natĂŒrlich dargestellten Wirklichkeit Ă€ndert Nichts an ihr. Genau diese âSchwĂ€cheâ können wir bei der Marxschen Fetischismusanalyse feststellen55. Diese Analyse ist also erkenntnistheoretisch besonders âmodernâ und ideologisch-politisch kaum bedeutend. Kein ideologischer Kampf gegen den Fetischismus und keine Ăberwindung im Rahmen des Kapitalismus erscheinen als möglich. Die Marxschen AusfĂŒhrungen bieten nur eine tiefe Analyse der Mechanismen der Wahrnehmung der Wirklichkeit im Kapitalismus, die auch einen wichtigen Beitrag zum ProzeĂ der Bildung der individuellen IdentitĂ€t im Kapitalismus leisten.
[...] 3.4. Fetischismus ohne ideologische Staatsapparate?
[...] Die Betrachtung von Athusser und Balibar verkennt jedoch eine Besonderheit des Fetischismus. Als ânaturwĂŒchsigesâ Effekt der Verdeckung der gesellschaftlichen VerhĂ€ltnisse durch die ökonomische Funktion ist der Fetischismus nicht unmittelbar mit den ISA verbunden. Marx durfte also in bezug auf den Fetischismus, den Staat âzu vergessenâ. So bleibt zwar der Rahmen der Entstehung des Fetischismus unerklĂ€rt, dies bildet jedoch kein Argument gegen die Fetischismusanalyse an sich.
In zwei Passagen des Kapitals schreibt Marx: âDie Darstellung von Mehrwerth und Werth der Arbeitskraft als Bruchtheilen des Werthprodukts (âŠ) versteckt den spezifischen Charakter des KapitalverhĂ€ltnisses, nĂ€mlich den Austausch des variablen Kapitals mit der lebendigen Arbeitskraft und den entsprechenden AusschluĂ des Arbeiters vom Produkt. An die Stelle tritt der falsche Schein eines AssociationsverhĂ€ltnisses, worin Arbeiter und Kapitalist das Produkt nach dem VerhĂ€ltnis seiner verschiednen Bildungsfaktoren teilenâ (MEGA II/5, 431, MEW 23, 555). âBei der Sklavenarbeit erscheint selbst der Theil des Arbeitstags, worin der Sklave nur den Werth seiner eignen Lebensmittel ersetzt, den er in der That also fĂŒr sich selbst arbeitet, als Arbeit fĂŒr seinen Meister. Alle seine Arbeit erscheint als unbezahlte Arbeit. Bei der Lohnarbeit erscheint umgekehrt selbst die Mehrarbeit oder unbezahlte Arbeit als bezahlt. Dort verbirgt das EigenthumsverhĂ€ltnis das FĂŒrsichselbstarbeiten des Sklaven, hier das GeldverhĂ€ltnis das Umsonstarbeiten des Lohnarbeiters. (âŠ) Auf dieser Erscheinungsform, die das wirkliche VerhĂ€ltnis unsichtbar macht und grade sein Gegentheil zeigt, beruhn alle Rechtsvorstellungen des Arbeiters wie des Kapitalisten, alle Mystifikationen der kapitalistische Produktionsweise, alle ihre Freiheitsillusionen, alle apologetischen Flausen der VulgĂ€rökonomie (âŠ)â (MEGA II/5, 437, MEW 23, 562).
In beiden FĂ€llen (Kapitalismus, Sklavengesellschaft) lassen sich immanente Verdeckungseffekte feststellen, die jedoch in zwei entgegengesetzten Richtungen funktionieren. Dies hat eine besondere Bedeutung fĂŒr die politischen HerrschaftsverhĂ€ltnisse sowie fĂŒr die Ausgestaltung der ideologischen Ebene in den entspechenden Gesellschaften. Es ist jedoch kein Produkt der ideologischen TĂ€tigkeit, sondern eine interne âNotwendigkeitâ der jeweiligen Produktionsweise, die zwar das Funktionieren des Ăberbaus voraussetzt, nicht aber von ihm erzeugt wird.
[...] Unser methodischer Hinweis auf die zugleich interne und externe Perspektive, die jede Fetischismusanalyse berĂŒcksichtigen muĂ, zeigt, daĂ es kein absoluter âBeginnâ, d. h. kein externer Bezugspunkt gibt, der vor dem Auftreten (auf geschichtlicher und theoretischer Ebene) sĂ€mtlichen Strukturmerkmale des Kapitalismus zur VerfĂŒgung stĂŒnde. Aus diesem Grund kann die Analyse des Waren- und Kapitalfetischismus weder aus einer vorgegebenen juristischen Ideologie abgeleitet werden, noch ist es möglich, die Struktur des Rechtssystems als Konsequenz einer âreinenâ Struktur des Warenaustausches zu betrachten.
Es ist unmöglich das Geflecht des Internen/Externen analytisch auseinanderzuhalten, um auf die Frage der Entstehung des Fetischismus eine âsaubereâ Antwort zu geben. Es gibt jedoch die Möglichkeit einer gleichzeitiger Analyse der verschiedenen PhĂ€nomene mit den âbereichertenâ Begriffen, die uns die dialektische Methode von Marx bietet. Und dabei behĂ€lt der Ansatz von Paschukanis seine GĂŒltigkeit, auch wenn die Betrachtung des Ăkonomischen als etwas UrsprĂŒnglichen, woraus sich die Rechtsstruktur ableiten lieĂe, aporetisch ist. Paschukanis begrĂŒndet die ânegativeâ These, daĂ ohne Kapitalismus das (bĂŒrgerliche) Recht buchstĂ€blich undenkbar ist. Die umgekehrte Formulierung (ohne das bĂŒrgerliche Recht kann der Kapitalismus nicht funktionieren) ist zwar formell richtig, hat jedoch keinen materialistischen Sinn. Sie setzt nĂ€mlich voraus, daĂ eine externe Instanz ein Rechtssystem entwickelt, das dann ein Gesellschaftssystem funktionsfĂ€hig macht. Aus diesem Grund erweist sich der Vorrang des Ăkonomischen bei Paschukanis als zutreffend, obwohl es aus geschichtlicher Sicht nur ein ProzeĂ gibt, wo sich interagierende Institutionen und Elemente die KPW bilden; zu diesen gehört das Rechtssystem und die juristische Ideologie/Philosophie.
[...] Die dritte Definition [vom Begriff Ideologie] entkoppelt sich vom Schema des falschen BewuĂtseins, d. h. von den GegensĂ€tzen wahr/unwahr, richtig/falsch, frei/unfrei usw., die die obengennanten Definitionen prĂ€gen. Wenn die Ideologie nur eine mit LĂŒgen verdeckte Gewalt wĂ€re, wĂŒrde sie weder glaubwĂŒrdig noch stabil sein. Der einzige Weg die Immanenz der Ideologie, d. h. ihre Notwendigkeit und Dauerhaftigkeit zu erklĂ€ren, ist sie als Wahrheit aufzufassen, die in einer bestimmten Gesellschaft eine ânotwendigeâ und âoffensichtlicheâ Geltung hat (vgl. Balibar 1994, 55). Ausgangspunkt ist dabei, die Betrachtung der Ideologie als einer Menge von Praxisarten (Verhaltensweisen), die im Rahmen der ideologischen Apparate erzeugt, gelehrt und realisiert werden. Diese Apparate sind direkt oder indirekt mit dem Staat verbunden und fuktionieren als Instanzen der Reproduktion der allgemeinen Funktionsbedingungen der geselschaftlichen VerhĂ€ltnissen. Das Hauptelement ist nicht, daĂ die Ideologie materielle âSitzeâ hat, noch daĂ sie mit den verschiedenen Formen mittelbaren Zwangs verbunden wird, sondern daĂ die âIdeenâ, in denen sie sich kodifiziert, âorganischâ sind, d. h. zur Reproduktion der ProduktionsverhĂ€ltnisse beitragen. Als solche werden sie von allen Gesellschaftsmitglieder akzeptiert und als Ausdruck der Wahrheit des Gesellschaftslebens erlebt. In diesem Sinne grĂŒndet die Ideologie eine notwendige (wie auch imaginĂ€re) Beziehung der Individuen zu ihren Existenzbedingungen59.
Um die ausschlieĂliche Referenz auf die âIdeeâ als Gegenteil des Realen (und des Wahren) zu vermeiden, wĂ€re es angebracht, das Ideologische als das âSymbolischeâ zu bezeichnen und es als eine Wirklichkeitsebene zu verstehen, die parallel zu den anderen wirkt, konstitutiv-performative Wirkungen fĂŒr das Verhalten der gesellschaftlichen Individuen aufweist und letztendlich eine âreale Illusionâ (Haug 1993, 51), ein Symptom und einen entstellten Ausdrucksmodus der gesellschaftlichen RealitĂ€t (Althusser 1974, 20-21) bildet.
Dies bedeutet nicht, daĂ es unmöglich ist, die ideologische Bedingtheit bestimmter Auffassungen zu zeigen: Durch eine geeignete gesellschaftliche Analyse, durch die kritische âLektĂŒreâ und den Vergleich von Diskursen kann es gezeigt werden, daĂ einige Auffassungen einer fĂŒr die gesellschaftliche Reproduktion ânĂŒtzlichenâ Wahrheit entsprechen und deswegen praktische, verhaltenskonstituirende Effekte haben60. Die Ideologie ist jedoch dem menschlichen Denken immanent, d. h. sie kann nicht durch RationalitĂ€t und Dialog oder selbst durch eine gesellschaftliÂche UmwĂ€lzung endgĂŒltig ĂŒberwunden werden. Sie ist eine gesellschaftlich erzeugte Wahrheit, die mit der Notwendigkeit bestimmter Praxisarten in jeder Gesellschaft zusammenhĂ€ngt.
In der Perspektive der ânotwendig-wahrenâ Ideologie ist der Fetischismus des KapitalverhĂ€ltnisses nur ein Aspekt der gesamten Ideologieerzeugung. Er hat jedoch eine besondere Bedeutung als Indiz der Funktionsweise der ideologischen Instanzen. Die Analyse des Fetischismus entdeckt einerseits den Mechanismus des Internen/Externen als EigentĂŒmlichkeit des Symbolischen, die uns vom Gegensatz richtig/falsch befreit, und andererseits die konsensstiftende Funktion der Naturalisierung des Gesellschaftlichen. Das wichtigste ist jedoch, daĂ der Fetischismus die Ideologie mit den Begriffen des Individuums und der Unterwerfung verbindet, die Marx ganz anders als die âmoderneâ philosophische Tradition auffaĂt. Es wurde nĂ€mlich gezeigt (Balibar 1993, 64 ff.), daĂ fĂŒr Marx das âObjektiveâ nicht nur die Sache, das Reelle, das Seiende ist, sondern auch die âIllusionâ, das âĂŒbersinnliche Dingâ. Letztere bilden Bestandteile der Wirklichkeit, auch wenn sie aus ihre Verkennung und aus der Naturalisierung geschichlticher Konstrukte hervorgehen. Genauso reell sind die unsichtbaren (ideologischen) VerhaltenszwĂ€nge. Dadurch ĂŒberwindet Marx die klassische Unterscheidung zwischen Welt und Subjekt und zeigt, daĂ es keine Individuen gibt, die unabhĂ€ngig von einer bestimmten Gesellschaft seien: Es gibt nur geschichtliche Praktiken, die die Individuen als Produkte einer bestimmten Gesellschaft konstruieren. Das Individuum konstruiert die Welt nicht, wie der Idealismus behauptet, sondern die Welt erzeugt die SubjektivitĂ€t des Individuums der kapitalistischen Gesellschaft als EigentĂŒmers von Waren und von seiner Person. Dieser KonstruktionsprozeĂ erfolgt in strenger Gleichzeitigkeit mit der âWelt der Dingeâ. Dadurch hat Marx die Philosophie des BewuĂtseins und des Subjekts gewissermaĂen umgekehrt.
Der Fetischismus ist eine Analyse des Prozesses der Unterwerfung der Subjekte durch den Markt, der im Kapitalismus den Ort der âideologischenâ Konstitution von Objekten und Subjekten bildet (vgl. Balibar 1993, 75 f.). Der Fetischismus kann also uns keine Theorie der Politik und der Macht geben, d. h. keine ErklĂ€rung fĂŒr die Orte der eigentlichen Ideologieproduktion. Der Fetischismus bleibt jedoch ein Teil der Theorie der Ideologie: Seine Analyse zeigt die Mechanismen der Wahrnehmung der RealitĂ€t unter kapitalistischen Bedingungen und daĂ sie mit âZwĂ€ngenâ dieser Produktionsweise zusammenhĂ€ngen, die den Subjekten âĂŒbetragenâ werden.
Hier ist eine letzte Bemerkung notwendig. FĂŒr die Ideologieproduktion im Kapitalismus bietet der Fetischismus eine âRohmaterieâ an: die Idee und Praxis des Primats der Individuen. Je nach konkreter Situation wird diese Auffassung aktiv vorgetragen (z. B. in parlamentarischen Demokratien, die eine neoliberale Politik treiben) oder wird sie in den Hintergrund gesetzt (z. B. faschistische Regime, die die âgeschichtlich erwachsene Gemeinschaftâ, die âdie Pflicht der Auforferung im Namen der Rasseâ usw. propagieren und die individuelle Autonomie in Wirtschaft und Politik einschrĂ€nkten). Daraus geht hervor, daĂ die ideologischen Apparate den individuen konstituirenden Fetischismus politisch verwerten können. Niemals erscheint aber der Fetischismus an sich als eine ideologische Kraft und ohne das Funktionieren einer ideologisch-politisch âvollstĂ€ndigenâ Gesellschaftsformation bleibt er unmöglich. Es gibt also kein fetischistisches âSchicksalâ im Kapitalismus und keine unabwindbare ökonomische Notwendigkeit, die die Individuen zu einem bestimmten Handeln zwingt. Dies zeigt die relative EigenstĂ€ndigkeit der Politik und die Möglichkeit einer revolutionĂ€ren UmwĂ€lzung.â
Quelle: http://users.ntua.gr/jmilios/DimMil%281%29.doc
La critique de lâidĂ©ologie doit ĂȘtre en elle-mĂȘme porteuse, par son mouvement dialectique au cĆur du rĂ©el, dâun projet de dĂ©passement des fausses mĂ©diations, celles-ci se prĂ©sentant constamment sous le couvert de lâimmĂ©diatetĂ©, comme lâexplicite Adorno dans sa dĂ©dicace des Minima Moralia ainsi que dans la Dialectique nĂ©gative : « Lâeffort qui est impliquĂ© dans le concept du penser lui-mĂȘme comme opposĂ© Ă lâintuition passive est dĂ©jĂ nĂ©gatif, rĂ©bellion contre lâimpudence de cet immĂ©diat qui veut quâon se plie Ă lui ». Câest en ce sens que doit ĂȘtre pensĂ©e lâimportance attribuĂ©e au discours artistique, et plus prĂ©cisĂ©ment au discours littĂ©raire. Ceux-ci, en Ă©tant aux prises avec un rĂ©el quâils re-prĂ©sentent et transforment de maniĂšre Ă©minemment problĂ©matique, mettent dans le mĂȘme temps au jour les mĂ©diations idĂ©ologiques structurant ce rĂ©el, ce que lâapproche phĂ©nomĂ©nologique dâinspiration sartrienne et heideggĂ©rienne ne permettait pas.
Thomas Franck, « Lâadornisme français des annĂ©es 1950 », Cahiers du GRM [En ligne], 12 | 2017, mis en ligne le 31 dĂ©cembre 2017, consultĂ© le 01 mars 2018. URL : http://journals.openedition.org/grm/955.
On a crowded rush-hour subway platform, scores of Black New Yorkers fill the tracks, blocking a Brooklyn subway from entering the station. Their actions were part of a Day of Outrage in protest of the killing of Michael Griffin, a black man who was hit by a car in Howard Beach, Queens, after being chased by a white mob that objected to his presence in a pizza shop in the early morning of December 20th, 1987. Photo credit: Ricky Flores â in Brooklyn, New York.
Well, I /was/ and yet I was invisible, that was the fundamental contradiction. I was and yet I was unseen. It was frightening and as I sat there I sensed another frightening world of possibilities. For now I saw that I could agree with Jack without agreeing. And I could tell Harlem to have hope until I found the basis of something real, some firm ground for action that would lead them on to the plane of history. But until then I would have to move them without myself being moved... I'd have to do a Rinehart.
Ralph Ellison, /Invisible Man/, chpt 23
They fell in line like prisoners: preachers, politicians, various professionals, proving Clifton correct. The eviction fight was such a dramatic issue that most of the leaders feared that their followers would have rallied to us without them. I slighted no one, no matter how unimportant; bigshots, doctors, real-estate men and store-front preachers. And it went so fast and smoothly that it seemed not to happen to me but to someone who actually bore my new name. I almost laughed into the phone when I heard the director of Men's House address me with profound respect. My new name was getting around. It's very strange, I thought, but things are so unreal for them normally that they believe that to call a thing by name is to make it so. And yet I am what they think I am...
Ralph Ellison, /Invisible Man/, chpt 17
Ă propos de la sĂ©lection Ă lâentrĂ©e de lâUniversitĂ©
« Cette sĂ©lection Ă lâentrĂ©e de lâUniversitĂ© prend appui sur une sĂ©lection sociale dĂ©jĂ Ă lâĆuvre depuis le collĂšge et le lycĂ©e et dans un contexte dâaugmentation des effectifs Ă©tudiants dans le supĂ©rieur. Tel.le bachelier-e pourra se prĂ©valoir de la bonne option disponible dans les seuls lycĂ©es prestigieux pour candidater Ă telle licence ultra-sĂ©lective, tel autre bĂ©nĂ©ficiera des moyens mis Ă disposition tout au long de sa carriĂšre scolaire pour amĂ©liorer sa « stratĂ©gie de placement », tel autre en restera exclu.
[âŠ] La sĂ©lection existe dĂ©jĂ ! Classes prĂ©paratoires aux Grandes Ecoles, filiĂšres sĂ©lectives (avec ou sans numerus clausus), Ă©tablissements privĂ©s et payants... on ne peut guĂšre prĂ©tendre que la sĂ©lection nâexiste pas dĂ©jĂ et quâelle nâentĂ©rine pas avant tout des inĂ©galitĂ©s sociales et/ou Ă©conomiques. Pour rappel, en 2014, les enfants dâouvriers reprĂ©sentent 6 % des effectifs de Classes PrĂ©paratoires aux Grandes Ecoles (MENESR, 2014)
[âŠ] Le diplĂŽme protĂšge du chĂŽmage et les mĂ©tiers font de plus en plus souvent appel Ă des qualifications Ă©levĂ©es: interdire lâaccĂšs Ă lâuniversitĂ©, câest condamner les jeunes Ă des situations professionnelles peu enviables, aucune perspective dâavancement, sans mĂȘme parler des effets dĂ©lĂ©tĂšres sur la formation Ă la citoyennetĂ© dont nos dĂ©mocraties ont un besoin impĂ©ratif. »
Source : http://www.sociologuesdusuperieur.org/article/petition-la-selection-nest-pas-la-solution
« Pour la sĂ©paration du CRIF et de lâĂtat »
« Que signifie la banalisation de cette expression ? Lâhistorien Samuel Ghiles-Meilhac, auteur de Le CRIF. De la RĂ©sistance juive Ă la tentation du lobby. De 1943 Ă nos jours (Robert Laffont, 2011), rappelle que « de nombreuses associations pro-palestiniennes nâont pas appelĂ© Ă participer Ă la manifestation du 1er avril dernier, organisĂ©e par la CAPJPO-EuroPalestine. Cela tĂ©moigne de divisions incontestables dans la galaxie pro-palestinienne. Pour autant, le dĂ©veloppement dâun tel slogan entretient lâidĂ©e de la toute-puissance du Crif. Ceux qui le relaient tentent de choquer les esprits. En fait, ils sâinscrivent dans le discours du livre dâAnne Kling, Le CRIF, un lobby au cĆur de la RĂ©publique, paru en 2010 et vendu aujourdâhui sur le site dâAlain Soral. Lâauteure sâappuie sur lâidĂ©e quâil existerait une emprise et un entrisme juif au sein de la RĂ©publique. Ce thĂšme de la « sĂ©paration » renvoie Ă lâidĂ©e quâil faudrait couper quelque chose qui empĂȘcherait lâEtat de respirer, dâĂȘtre vraiment indĂ©pendant de toute influence. Câest une rhĂ©torique porteuse de violence potentielle ». »
Source : http://www.conspiracywatch.info/pour-la-separation-du-crif-et-de-letat-petite-histoire-dun-slogan-complotiste.html
Note spontanĂ©e sur « ââLe sionisme, l'antisĂ©mitisme et la gaucheââ : entretien avec Moishe Postone »
Source : http://www.palim-psao.fr/article-le-sionisme-l-antisemitisme-et-la-gauche-entretien-avec-moishe-postone-125085388.html
« Le racisme, pour autant que je sache, constitue rarement un systĂšme complet cherchant Ă expliquer le monde. LâantisĂ©mitisme est une critique primitive du monde, de la modernitĂ© capitaliste. Si je le considĂšre comme particuliĂšrement dangereux pour la gauche, câest prĂ©cisĂ©ment parce que lâantisĂ©mitisme possĂšde une dimension pseudo-Ă©mancipatrice que les autres formes de racisme nâont que rarement. »
Le problĂšme de cette perspective de Postone, câest sa tendance Ă juxtaposer racisme et antisĂ©mitisme, comme si les deux nâĂ©taient pas inextricablement liĂ©s aux rapports de production et aux catĂ©gories idĂ©ologiques constitutifs du mode de production capitaliste. Cela sâavĂšre dâautant plus problĂ©matique que la grande vague europĂ©enne de racisme et dâantisĂ©mitisme Ă laquelle nous assistons se caractĂ©rise par son articulation de la revendication de lâexpulsion des immigrĂ©s non-occidentaux (sous la figure des musulmans), dâune part, et lâidĂ©e suivant laquelle les Juifs/les sionistes seraient les orchestrateurs de cette prĂ©tendue invasion, dâautre part. Cf. Pegida Ă Dresde et Leipzig, ou encore la narrative, en France, du « banquier-Rotschild » qui ne serait apparu sur la scĂšne politique que pour « bloquer Marine ». Enfin, si la « dimension pseudo-Ă©mancipatrice » est spĂ©cifique Ă lâantisĂ©mitisme, faut-il en conclure que les autres racismes nâont quâune valeur pathologique et nĂ©gative, y compris pour les groupes qui y adhĂšrent ? Nâest-ce pas nier Ă ces derniers le fondement pratique de lâidĂ©ologie qui rĂ©side en sa capacitĂ© Ă fournir une interprĂ©tation immĂ©diate convaincante des conditions sociales dâun certain groupe ? Il me semble risquĂ© de conclure Ă ce quâil nây ait pas aussi une « dimension pseudo-Ă©mancipatrice » dans le fait de se retourner certes pas contre « ceux dâen haut » (Juifs/sionistes) mais contre « ceux dâen bas« (Arabes, Noirs, Rroms...). Bref, le problĂšme fondamental de cette perspective est sa tendance Ă la juxtaposition, qui ne permet dâĂ©clairer ni les connexions entre antisĂ©mitisme et racismes, ni la permĂ©abilitĂ© des catĂ©gories idĂ©ologiques du sens commun (câest-Ă -dire la maniĂšre dont, par exemple, certains tropes antisĂ©mites traditionnels peuvent ĂȘtre rĂ©investis dans lâislamophobie : « le clergĂ© musulman prend le contrĂŽle du pays, remplace les Ăglises par des mosquĂ©es, nous impose la sharia », etc.). Faire de lâantisĂ©mitisme un fĂ©tiche Ă son tour, en dĂ©cidant arbitrairement quâil est une vision du monde unifiĂ©e, cohĂ©rente et omniprĂ©sente â une idĂ©ologie par excellence, en quelque sorte â câest sombrer dans un intellectualisme, au sens dâune attitude thĂ©orique qui revient Ă vouloir retrouver dans le sens commun (antisĂ©mite) la systĂ©maticitĂ© implacable dâune thĂ©orie (de lâantisĂ©mitisme).
Ă cet Ă©gard, lâanalyse que propose Postone de la corrĂ©lation entre le renforcement de la droite palestinienne et celui de la droite israĂ«lienne est beaucoup plus intĂ©ressante :
« Ces dix derniĂšres annĂ©es, nous avons assistĂ© Ă une campagne concertĂ©e, lancĂ©e par quelques Palestiniens et relayĂ©e en occident par la gauche, pour remettre lâexistence dâIsraĂ«l sur la table des nĂ©gociations. Entre autres choses, cela a conduit au renforcement de la droite israĂ©lienne. Entre 1967 et 2000, la gauche israĂ©lienne nâa cessĂ© de soutenir que ce que les Palestiniens voulaient, câĂ©tait lâautodĂ©termination, et que lâidĂ©e selon laquelle ils voulaient en fait Ă©radiquer IsraĂ«l Ă©tait un fantasme créé de toutes piĂšces par la droite. Malheureusement, en 2000, il est apparu que ce fantasme nâen Ă©tait pas un, et cela a considĂ©rablement renforcĂ© le soutien populaire accordĂ© Ă la droite dans ses efforts visant Ă empĂȘcher la crĂ©ation dâun Ătat palestinien. La droite israĂ©lienne et la droite palestinienne se renforcent mutuellement, tandis que, de son cĂŽtĂ©, la gauche occidentale soutient ce qui constitue Ă mes yeux la droite palestinienne : les ultranationalistes et les islamistes.
[âŠ] Plus gĂ©nĂ©ralement, ce point de vue idĂ©ologique [celui sur le prĂ©tendu lobby juif qui serait Ă lâorigine de la politique amĂ©ricaine au Moyen-Orient, Z. B.] reprĂ©sente ce que jâappelle une forme fĂ©tichisĂ©e dâanticapitalisme. Autrement dit, le mystĂ©rieux pouvoir du capital, impalpable, planĂ©taire, qui ravage les nations, les rĂ©gions du monde, la vie des gens, est mis sur le compte des Juifs. La domination abstraite du capitalisme est personnifiĂ©e par les Juifs. LâantisĂ©mitisme est une rĂ©volte contre le capital mondialisĂ©, mais une rĂ©volte qui confond celui-ci avec les Juifs. Cette approche pourrait aussi contribuer Ă expliquer la propagation de lâantisĂ©mitisme au Moyen-Orient depuis vingt ans. Je ne pense pas que souligner les souffrances des Palestiniens constitue une explication suffisante. Ăconomiquement parlant, le Moyen-Orient a subi un dĂ©clin vertigineux depuis trente ans. Seule lâAfrique subsaharienne en a vĂ©cu un encore pire. Et cela sâest produit Ă un moment oĂč dâautres pays ou rĂ©gions, considĂ©rĂ©s comme faisant partie du tiers monde il y a cinquante ans, se dĂ©veloppaient rapidement. Je pense que lâantisĂ©mitisme au Moyen-Orient aujourdâhui renvoie non seulement au conflit israĂ©lo-palestinien, mais aussi Ă un sentiment gĂ©nĂ©ral de dĂ©tresse devenu plus aigu Ă la lumiĂšre de ces changements planĂ©taires. »
Ici, on voit mieux en quoi il y aurait une « dimension pseudo-Ă©mancipatrice » spĂ©cifique Ă lâantisĂ©mitisme : celle-ci rĂ©siderait dans le fait non seulement de se dĂ©fouler contre des groupes perçus comme diffĂ©rents pour dĂ©fendre une prĂ©tendue prioritĂ© nationale, mais encore de satisfaire au dĂ©sir rĂ©gressif dâune pouvoir infini qui, derriĂšre le chaos et le dĂ©sespoir apparent du monde, organiserait celui-ci jusque dans ses moindres dĂ©tails, et ce suivant un plan rationnel prĂ©dĂ©terminĂ©. Ce n'est donc non pas tant la dimension dâĂ©mancipation illusoire qui est spĂ©cifique Ă lâantisĂ©mitisme, mais plutĂŽt son efficacitĂ© idĂ©ologique au niveau de lâexplication non seulement des conditions sociales mais aussi des processus mĂȘmes qui produisent ces conditions. LâantisĂ©mitisme cristallise lâinterprĂ©tation des changements gĂ©nĂ©raux et globaux du capitalisme. Câest Ă ce niveau quâil y a articulation de lâantisĂ©mitisme et dâun certain anticapitalisme.
L'attribution privilĂ©giee par Postone dâune « dimension pseudo-Ă©mancipatrice » Ă lâantisĂ©mitisme par opposition aux autres racismes semble ĂȘtre dĂ»e Ă sa focalisation sur le statut de lâantisĂ©mitisme et du racisme dans la gauche spĂ©cifiquement. Si lâon sâen tient Ă cette derniĂšre, il faut accorder Ă Postone que seul lâantisĂ©mitisme a cette fonction prĂ©tendument « progressive » â qui va jusquâĂ ĂȘtre explicitement thĂ©orisĂ© comme telle par certaines personnes â tandis que le racisme y fait lâobjet de critiques plus ou moins Ă©laborĂ©es.
Postone dresse un tableau convaincant de la gauche orpheline du mouvement ouvrier :
« Aujourdâhui, je doute fort que les gens qui crient « SolidaritĂ© avec le Hezbollah » ou « Nous sommes tous du Hamas » iraient jusquâĂ prĂ©tendre que ces mouvements visent un ordre social Ă©mancipateur. Au mieux, il y a lĂ une rĂ©ification orientaliste des Arabes et/ou des musulmans en tant quâAutre, rĂ©ification Ă travers laquelle lâAutre, cette fois, est affirmĂ© positivement. Câest lĂ encore un signe dâimpuissance historique de la part de la gauche, lâincapacitĂ© Ă produire la moindre image de ce Ă quoi un avenir postcapitaliste pourrait ressembler. Nâayant aucune vision du postcapitalisme, beaucoup se contentent du concept rĂ©ifiĂ© de « rĂ©sistance » en guise de projet de transformation. Tout ce qui « rĂ©siste » aux Ătats-Unis est regardĂ© positivement. Ăa me semble une façon de voir les choses pour le moins discutable. »
Les rapports sociaux capitalistes ne comportant plus en leur sein un mouvement rĂ©el qui dispute aux « patrons » ou aux « dirigeants » le contrĂŽle de la production et de la circulation, la gauche se trouve contrainte Ă culturaliser lâaffirmation contre le capital, en cherchant de nouveaux sujets : « post-coloniaux », « minoritĂ©s », etc.
Race and Britishness
Excerpts from Satnam Virdee, Brendan McGeever, "Racism, Crisis, Brexit", Ethnic and Racial Studies, Special Issue: Race and Crisis, p. 1-18, http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/01419870.2017.1361544.
âSignificantly, this message of regaining democratic control over the affairs of the nation was entwined with a second argument that pointed to the economic and political returns that would arise from detaching Britain from a trading bloc that was in economic decline. And juxtaposed to the image of EU decline and over-reach was the portrait of an otherwise recovering capitalist world economy that Britain would once again re-join as an independent sovereign state. For VL advocates like Johnson, long-standing ties with kith and kin from the Old Commonwealth of Canada, Australia and New Zealand (as well as the US) along with the renewal of one-to-one trading relationships with India and China â so unforgivably sacrificed by the decision to join the EU in 1973 (Johnson, B. 2016. âBoris Johnsonâs Speech on the EU Referendum: Full Text.â Conservative Home, May 9. http://www.conservativehome.com/parliament/2016/05/boris-johnsons-speech-on-the-eu-referendum-full-text.html.) â could now be re-established. Some, like the historian Linda Colley, were quick to draw the inference that this was nothing less than a vision crafted by, and for, ânostalgics in search of a lost empireâ (Colley cited in The Financial Times, April 22, 2016). And such nostalgia surfaced in early 2017 following Secretary of State for International Trade Liam Foxâs plans to boost trade links with African Commonwealth countries, which Whitehall officials branded as âEmpire 2.0â (cited in The Times, March 6, 2017).
Yet clearly, Britain is not going to constitute a new Empire, no matter how much the architects of Brexit may wish they were able to. Instead, the work that empire is doing here is more discrete, and even subliminal. That is to say: Brexit draws on deep reservoirs of imperial longing in the majority population. When Prime Minister Theresa May (May, T. 2016. âStatement from the New Prime Minister Theresa May.â Prime Ministerâs Office, July 13. https://www.gov.uk/government/speeches/statement-from-the-new-prime-minister-theresa-may.) gave her first speech following the vote to Leave, she made reference to a âGlobal Britainâ no less than seventeen times. We contend that the allure of this âGlobal Britainâ acquires resonance among large swathes of the Eurosceptic population in part because of its association with Empire 1.0. That is, to speak of a Global Britain is to not only suggest how great Britain can be in the future, but also to invoke warm collective memories of a now lost world where Britain was the global hegemon of the capitalist world economy. It is to remind that population of those glory days of economic, political and cultural superiority, where everything from ships to spoons were marked with a Made in Britain stamp.
[...] the Brexit campaign and the subsequent Global Britain project are made more alluring precisely through the erasure of the racist underside of the actual Empire project of yesteryear. By effecting an artificial rupture between Britainâs historical past and its possible future, the VL [Vote Leave] architects circumvent having to confront the corrosive legacy of colonialism legitimized in the name of racism (including how it shapes lives into the present). In doing so, they also make the new project that much more palatable through an evasion of any discussion of its potential underside. Not only does this vision of an independent global Britain occlude racism, it also exhibits an inability to come to terms with the realities of a twenty-first century global capitalism whose epicentre has shifted decisively towards Asia (Arrighi, G. 2009. Adam Smith in Beijing. London: Verso.). The VL campaign was in many ways, then, an exemplar episode of postcolonial melancholy (Gilroy, P. 2004. After Empire: Melancholia or Convivial Culture? London: Routledge.) â a narrative crafted by, and for, those who have still not come to terms with the loss of Empire and the resulting decline in global prestige suffered by the British state (Ashe, S. 2016. âUKIP, Brexit and Postcolonial Melancholy.â Discover Society, Issue 33, June. http://discoversociety.org/2016/06/01/ukip-brexit-and-postcolonial-melancholy/.). Such wilful ignorance on the part of the VL campaign not only occluded racism, but another dimension of the Empire story: namely, the wave of decolonial revolt that systematically dismantled the British Empire piece by piece in the name of democracy and freedom, such that between 1945 and 1965 the number of people under British colonial rule fell from 700 million to 5 million (Virdee, S. 2014. Racism, Class and the Racialized Outsider. London: Palgrave Macmillan.)
[...] If confirmation were needed that the case for Brexit was intimately bound up with questions of race, it was to be found in the wave of racist hate unleashed against migrants as well as the long-established black and brown British. (Komaromi, P. 2016. Post-referendum Racism and Xenophobia: The Role of Social Media Activism in Challenging the Normalisation of Xeno-racist Narratives. http://www.irr.org.uk/news/post-referendum-racism-and-the-importance-of-social-activism/.) found that more than 6,000 racist hate crimes were reported to the National Police Chiefs Council (NPCC) in the four weeks after the referendum result was declared. Incidents ranged from physical assault and property damage to verbal abuse. One individual recalled being referred to as âdirty paki scumâ and taunted about how âpakis need to be rounded up and shotâ. A Sikh radiographer recounted how a patient asked âshouldnât you be on a plane back to Pakistan.? We voted you out.â In 51 per cent of the incidents, perpetrators referred specifically to the referendum in their abuse, with the most commonly involved phrases including âGo Homeâ (seventy-four stories), âLeaveâ (eighty stories), âfuck offâ (forty-five stories). These were followed up by statements such as âwe voted you outâ, âweâre out of the EU now, we can get rid of your lotâ, âwhen are you going home?â, âshouldnât you be packing your bags?â And then, in August 2016, six teenage boys were arrested in Harlow, Essex, for a brutal street attack on an eastern European migrant after he was heard speaking Polish in the street. The man subsequently died. What is striking about this wave of racist violence was the way its perpetrators made little attempt to distinguish between black and brown citizens and white European migrants â in their eyes, they were all outsiders.
[...] Whereas thirty-five years ago labour and anti-racist movements could meaningfully intervene, today the realignment of British politics has (in England, at least) left the terrain wide-open to the right, ranging from the neoliberal mainstream to its far-right outriders. In this context, decline, though necessarily a multi-ethnic process, is experienced in a racialized frame and is increasingly responded to by some sections of the working class through the politics of resentful English nationalism (Fenton, S. 2012. âResentment, Class and Social Sentiments about the Nation: The Ethnic Majority in England.â Ethnicities 12 (4): 465â483. doi: 10.1177/1468796812448023[Crossref], [Web of Science Âź]). The realignment of politics to the right has therefore created an environment in which racism can be more readily articulated since it resonates with the cultural and political logic of our time.
This racializing nationalism has borne a particularly defensive character since the 2008 crisis. It is defined not by imperial prowess or superiority, but by a deep sense of loss of prestige; a retreat from the damaging impact of a globalized world that is no longer recognizable, no longer âBritishâ. The decline of empire, then, has not led to the overcoming of the English imperial complex, but its retraction into a defensive exclusionary imaginary: we are under siege, it is time to pull up the drawbridge. As we have identified above, this was one of the defining features in the discursive architecture of the Leave campaign (L.EU). As Hall once put it, âEnglishness has always carried a racial signatureâ ( Hall, S. 2000. âInterview.â In Rethinking British Decline, edited by R. English and M. Kenny, 106â116. London: Macmillan Press., 109). We are hearing its familiar refrains in these crisis-ridden post-Brexit times.
[...] And then, when the British economy spiralled into depression as part of the global economic collapse of 2008, New Labour remained resolutely committed to the neoliberal settlement and steadfastly refused to budge from stringent austerity. Alongside this, the Labour administration increasingly entwined the continuing and very real pain suffered by its working class constituency (ranging from wage freezes to the cutting back of welfare benefits) to questions of immigration. Then Labour Prime Minister Gordon Brown, for example, proposed reducing the numbers of migrants amid the economic crisis and resulting austerity with his deployment of what was hitherto a slogan of the far-right by promising to train âBritish workers for British jobsâ (Brown cited in The Telegraph, June 6, 2007). Unconvinced of New Labourâs fealty to limit immigration, the public turned instead to a Tory-Liberal coalition government which accepted the premise of the Brown argument and promised to reduce migration to the tens of thousands from its current levels of 300,000 per year.
After Brownâs demise in 2010, the then incoming Labour leader Ed Miliband continued the downward spiral of racializing national politics with his attempts to consolidate an anti-migrant working class vote through his embrace of the tenets of Blue Labour. Blue Labourâs intellectual founders such as Maurice Glasman spoke of the âparadoxes of Labourâs traditionâ arguing that it needed to âaddress the crisis of its political philosophy and to recover its historic sense of purposeâ by ârebuilding a strong and enduring relationship with the peopleâ (Glasman et al. 2011 Glasman, M., J. Rutherford, M. Stears, and S. White, eds. 2011. âThe Labour Tradition and the Politics of Paradox.â Soundings.org.uk, 9â11). And this was to be achieved through a re-emphasis on Labourâs socially conservative roots and an approach that emphasized concern for âfamily, faith, and flagâ (Sandbrook cited in The New Statesmen, April 7, 2011). While this is certainly one side of the story of the Labour movement, it neglects to mention its more emancipatory underside that helped make Labour more attentive to concerns around race (Virdee 2014 Virdee, S. 2014. Racism, Class and the Racialized Outsider. London: Palgrave Macmillan.) and gender (Moore 2011 Moore, S. 2011. New Trade Union Activism. London: Palgrave Macmillan). Additionally, what Blue Labour supporters fail to recognize is the increasingly multi-ethnic nature of the contemporary English working class and how their rhetoric is likely to only appeal to certain categories of workers, particularly those most concerned about questions of race, immigration and Europe. Such an approach culminated in the course of the 2015 general election campaign, where New Labour had as one of its five election pledges a commitment to control immigration, and had the confidence to sell mugs which invited us to vote for them because of such a pledge (see Bush in The New Statesman, March 28, 2015 Bush, S. 2015. âLabourâs Anti-immigrant Mug: The Worst Part Is, It Isnât a Gaffe.â New Statesmen, March 28. http://www.newstatesman.com/politics/2015/03/labours-anti-immigrant-mug-worst-part-it-isnt-gaffe.).
However, by then Labour was already lagging in the slipstream of a racializing narrative defined increasingly by the so-called establishment outriders of UKIP whose leader Nigel Farage claimed, openly, that âthe white working class was in danger of becoming an underclassâ because of immigration (Farage cited in The Daily Mail, April 2, 2014).
Across the political spectrum from New Labour to Conservative, a powerful narrative has become dominant which understands that the principal losers from globalization, and particularly migration, were a social category referred to as the âwhite working classâ (May 2016 May, T. 2016. âStatement from the New Prime Minister Theresa May.â Prime Ministerâs Office, July 13. https://www.gov.uk/government/speeches/statement-from-the-new-prime-minister-theresa-may). And this message has been amplified over and over again by the right-wing press who deploy this category for their own instrumental ends, particularly for eroding support for multiculturalism (Runnymede Trust 2009 Runnymede Trust. 2009. Who Cares about the White Working Class? London: Runnymede Trust). As a result, the white working class â a descriptive and analytic category whose origins lay in social science research â has over the course of this decade-long crisis been brought to life as a collective social force in the Thompsonian sense (1991 Thompson, E. P. 1991. The Making of the English Working Class. London: Penguin.), such that some working class men and women now understand and make sense of the real economic pain they suffer through such a racialized frame of white working class victimhood (Ware 2008 Ware, V. 2008. âTowards a Sociology of Resentment: A Debate on Class and Whiteness.â Sociological Research Online 13 (5). http://www.socresonline.org.uk/13/5/9.html. doi: 10.5153/sro.1802).
[...] Some qualifications, however, need to be registered to these important insights. First, the racialized politics of English nationalism appear to be gaining ground in precisely those areas of England where there are relatively low levels of migration and less evidence of the kind of multiculture that Gilroy and Back describe (Dodds 2015 Dodds, L. 2015. âMapped: Where Is UKIPâs Support Strongest? Where There Are No Immigrants.â http://www.telegraph.co.uk/news/politics/ukip/11539388/Mappedwhere-is-Ukips-support-strongest-Where-there-are-no-immigrants.html.). There are questions, then, about the representativeness of London as a case study for anti-racist resources of hope. Second, as a phenomenon that can be traced back to the 1990s, the multicultural sensibility that both Back and Gilroy speak to has not yet been tested, in a political sense. It is not clear then how durable the lived multiculture produced in the aftermath of the anti-racism of the 1970s and 1980s will prove to be, particularly in a juncture where the racist right are in the ascendency and the infrastructure of anti-racist resistance appears hollowed out and in long-term retreat.â
Footage of the Zengukaren Riots
Source: https://timeline.com/japan-zengakuren-riots-anarchist-6b6cbcac0a97
The ambiguous status of American Jews
âAnd yet, no matter how much prestige Jews may amass, their status is always ambiguous. âWhiteâ is not a skin color, but a category marking power. American Jews do have power, but they are also often viewed with suspicion; and having power is no assurance of protection. According to the FBIâs hate-crime statistics, a majority of religiously motivated hate-crime offenses are committed against Jews each year. This has been the case every year since the FBI first began reporting hate-crime statistics in 1995, when more than 80 percent of religiously motivated crimes were against Jews. These days, that percentage is closer to 50 percentâa sign not that Jews are safer, but that other groups have been increasingly targeted.â
Source: https://www.theatlantic.com/politics/archive/2016/12/are-jews-white/509453/
Nor is my invisibility exactly a matter of bio-chemical accident to my epidermis. That invisibility to which I refer occurs because of a peculiar disposition of the eyes of those with whom I come in contact. A matter of the construction of their /inner/ eyes, those eyes with which they look throught their physical eyes upon reality.
Ralph Ellison, /Invisible Man/, Prologue
âŠconcentrating upon the production side of things can also lead to a lopsided picture. The circulation of the total social capital, the equalization of the average rate of profit, and the mediation of these processes by credit relations are not simply additional processes that one can deal with or not. Capital is not at all possible as a socially all-encompassing relation of production without credit relations. The dynamic of capital cannot be grasped solely in terms of the sphere of production. Rather, the unity of production and circulation is always the precondition of this dynamic. That is particularly valid for an understanding of those processes which have been dealt with in the last decade under the keyword âglobalizationâ and in which an internationalized financial system plays a central role. With regard to the political consequences of Postoneâs approach, it is above all the absence of a critique of the state which proves to be problematic. It is a categorical gap. Postone touches upon the historically variable relationship between the state and capital â the liberal phase in which the state hardly got involved in the economy was followed by an interventionist stage, which is now supposedly replaced by a neoliberal stage â but this historical observation is not grounded in a categorical analysis of the state. That which Postone correctly regards as a strength of Marxâs analysis of capital â namely that Marxâs concept of capital is not limited to a specific historical configuration, but rather that capital is a social relationship connected to various historical configurations â he does not appear to apply in the same manner to the state. This missing categorical anaylsis of the state thus makes it possible for Postone to write in an uncritical manner about democracy and democratic self-determination. Postone, who convincingly criticizes the ahistorical conception of economic categories, appears in contrast to share an ahistorical conception of democracy. Instead of Postone reflecting upon democracy as a specific form of mediation of the âabstract dominationâ that he emphasizes, democracy appears in his rather vague statements as a trans-historical form of organization of the political, which is inhibited by âunequal relations of power,â which encounters better or worse conditions for its realization, and which will finally be fully realized in socialism. Thus Postone remains, even if this was not his intention, chained to a discourse which merely confronts real conditions (really existing democracy) with an idealization of these conditions (true democracy). But the real goal should be a critique of the political categories of bourgeois society which is adequate to the critique of economic categories. Only with that, by the way, would the categorical level have been reached where one can speak adequately of classes and class struggles. Postoneâs critique of the traditional Marxist inflation of class struggle nonetheless shares its notion that one can speak of classes and class struggles solely on the basis of the economic structure. It is thus not the economistically truncated concept of class that Postone calls into question, but rather its status.
Michael Heinrich, "Too much production", Jungle World, July 7th 2004, <http://libcom.org/library/too-much-production-postone%E2%80%99s-new-interpretation-marx%E2%80%99s-theory-provides-categorical-crit>.
« La race tue deux fois »
« Le racisme est une notion qui dĂ©signe une consĂ©quence, un phĂ©nomĂšne qui se manifeste dans une sociĂ©tĂ© donnĂ©e, mais il ne sâagit pas dâun concept opĂ©ratoire. Câest un terme qui ne montre rien de la chaĂźne de causalitĂ© et de la complexitĂ© des interactions dans lesquelles il sâinscrit. Je crois mĂȘme quâil tend Ă occulter la construction politique et sociale qui conduit aux violences raciales. Depuis une vingtaine dâannĂ©es, les recherches menĂ©es dans le monde anglo-saxon sur les thĂ©ories de lâethnicitĂ© ont amenĂ© un renouvellement des rĂ©flexions françaises sur la question. Comme le genre et la classe, lâethnicitĂ© fait partie des principaux critĂšres de classement qui, au sein dâune sociĂ©tĂ©, permettent de diffĂ©rencier et de hiĂ©rarchiser les groupes sociaux. Ce sont ces mĂȘmes critĂšres qui entraĂźnent une inĂ©galitĂ© de traitement dans diffĂ©rentes sphĂšres du monde social, en matiĂšre de logement, dâĂ©ducation, de santĂ© ou encore de travail. Cela implique que la catĂ©gorisation des individus selon des critĂšres ethniques prĂ©cĂšde le racisme qui peut se manifester Ă lâĂ©chelle individuelle sous forme de sentiments ou dâactions. Autrement dit, la construction de la race prĂ©cĂšde le racisme. »
Du racisme à la construction de la race, donc. Reste à savoir ce qui constitue celle-ci, ce qui donne une pertinence à des « critÚres ethniques » déterminés, question que R.B. semble mettre de cÎté au profit de celle de la fonction ou du fonctionnement des catégories raciales :
« Pour certains, lâethnicitĂ© renvoie Ă la dimension culturelle de lâidentitĂ©, alors que la race dĂ©signe des phĂ©notypes et un supposĂ© ancrage gĂ©nĂ©tique. Pour dâautres, lâethnicitĂ© sert de terme socialement acceptable pour parler de race. Il prĂ©sente lâavantage de ne pas reprendre Ă son compte le terme de race, câest-Ă -dire de ne pas faire exister la notion, et par extension le phĂ©nomĂšne, que lâon tente prĂ©cisĂ©ment de dĂ©construire. Personnellement, je crois que pour sây retrouver, il vaut mieux partir des critĂšres concrets Ă partir desquels les diffĂ©rences sont construites, quâil sâagisse de la forme de votre visage, de votre nationalitĂ©, de vos origines, de votre religion ou de votre culture. Il me semble que ces marqueurs jouent la mĂȘme fonction que les critĂšres strictement biologiques, qui Ă©taient retenus durant la pĂ©riode coloniale par exemple. Ils recrĂ©ent la race, ils participent Ă stratifier la sociĂ©tĂ©, ils Ă©rigent des barriĂšres entre les groupes et stipulent que les diffĂ©rences entre ces groupes sont irrĂ©ductibles. Quâon le veuille ou non, cela ressemble bien Ă des catĂ©gories raciales â quand bien mĂȘme la race aurait changĂ© de forme. Câest un constat amer : je dois avouer que jâai moi-mĂȘme parfois encore du mal Ă lâadmettre, disons Ă le digĂ©rer. Je constate aussi que jâai rĂ©glĂ© la question du mot appropriĂ© en employant les termes ethnicitĂ© ou catĂ©gorisation ethnique comme des synonymes aux expressions utilisant le terme race. »
Quâest-ce qui fait que ce groupe-ci, et non un autre, fait lâobjet de la catĂ©gorisation raciale ? Cela ne semble pas Ă©veiller lâintĂ©rĂȘt de R.B.
« Le dernier aspect du processus est le plus difficile Ă circonscrire. Toute la question est de savoir oĂč sâarrĂȘte la racialisation. Jâai cherchĂ© la rĂ©ponse en regardant de plus prĂšs ce qui se passait une fois que le groupe concernĂ© dĂ©nonçait la violence spĂ©cifique dont il faisait lâobjet. Je me suis donc intĂ©ressĂ©e Ă la maniĂšre dont les crimes racistes Ă©taient rĂ©gulĂ©s par les pouvoirs publics. En lâoccurrence, durant la pĂ©riode Ă©tudiĂ©e, le crime raciste nâest pas une catĂ©gorie juridique ; par consĂ©quent, les procĂšs portent sur lâinfraction retenue, mais pas sur le caractĂšre raciste ou non de lâacte. Câest ce qui explique en grande partie le sentiment dâinjustice des membres du groupe concernĂ© par ce type de violence. Lorsquâon Ă©coute les personnes qui ont dĂ©noncĂ© ces violences, des crimes de 1973 Ă la rĂ©cente affaire Adama TraorĂ© par exemple, il y a un mĂȘme leitmotiv : la race tue deux fois. Une premiĂšre fois en raison de la violence induite par la catĂ©gorisation, et une deuxiĂšme fois en raison du traitement de cette violence qui, loin de prendre en compte la catĂ©gorisation ethnique et ses effets, va la maintenir en lâoccultant.
[âŠ] Dans les annĂ©es 1970, lâidentitĂ© ouvriĂšre et le mythe du retour au pays ont permis de dĂ©limiter la gĂ©nĂ©ration des travailleurs arabes. Ă cette pĂ©riode, les militants du MTA se mobilisent systĂ©matiquement contre les crimes racistes qui symbolisent dâaprĂšs eux la violence plus gĂ©nĂ©rale, et notamment sociale, Ă laquelle sont confrontĂ©s les immigrĂ©s. Par exemple, dans la semaine qui suit le meurtre du traminot Ă Marseille en aoĂ»t 1973, on dĂ©nombre six morts, Ă raison dâun mort par jour. Les agressions se poursuivent au cours des mois dâoctobre et novembre. Elles atteignent un point culminant en dĂ©cembre 1973, aprĂšs le plastiquage du consulat dâAlgĂ©rie qui fait quatre morts et 22 blessĂ©s. Ces violences ont fait de la rĂ©gion marseillaise lâĂ©picentre de la lutte des travailleurs immigrĂ©s. DĂšs le mois de septembre, les militants du MTA ont mis en place des commissions dâenquĂȘte populaires pour Ă©lucider les crimes, des groupes dâautodĂ©fense, et organisĂ© des stages nationaux des travailleurs ou de la Gauche arabe, des manifestations. Ils ont Ă©galement lancĂ© une grĂšve gĂ©nĂ©rale contre le racisme, amplement suivie par les travailleurs immigrĂ©s Ă lâĂ©chelle rĂ©gionale.
Les annĂ©es 1980-90 se distinguent par le fait que le travail ouvrier se rarĂ©fie et que lâidĂ©e dâun retour au pays est progressivement abandonnĂ©e. Les membres de la « seconde gĂ©nĂ©ration » sont donc nĂ©s sur le territoire français dans une pĂ©riode de dĂ©veloppement des grands ensembles et de constant accroissement du chĂŽmage. Ces annĂ©es sont davantage marquĂ©es par une concomitance des protestations spontanĂ©es et des actions concertĂ©es. On note dâune part un usage renouvelĂ© de lâĂ©meute comme moyen de contester lâordre Ă©tabli et dâintervenir dans le dĂ©bat public. Ce terme a acquis une connotation pĂ©jorative pour certains, mais câest un terme dĂ©jĂ employĂ© sous lâAncien RĂ©gime et qui dĂ©signe tout simplement un soulĂšvement populaire et spontanĂ© provoquĂ© par une Ă©motion collective. Les plus mĂ©diatisĂ©es ont eu lieu au dĂ©but des annĂ©es 1980 puis au dĂ©but des annĂ©es 1990, mais ce ne sont pas des cas isolĂ©s. Les crimes racistes, les violences policiĂšres dans les quartiers populaires, mais aussi les jugements prononcĂ©s Ă lâissue des procĂšs, ont rĂ©guliĂšrement constituĂ© le point de dĂ©part de ces protestations.
[âŠ] Entre les annĂ©es 1970 et fin 1990, en ce qui concerne les crimes racistes, deux conceptions diffĂ©rentes dâun mĂȘme phĂ©nomĂšne ont coexistĂ©. Pour les membres du groupe concernĂ©, les crimes racistes constituaient une violence spĂ©cifique qui aurait mĂ©ritĂ© un amĂ©nagement des rĂšgles du droit. Pour les pouvoirs publics, il sâagissait dâune violence qui relevait du droit commun, câest-Ă -dire des rĂšgles qui sâappliquent de la mĂȘme maniĂšre Ă tous les citoyens â et il nâĂ©tait pas envisageable de crĂ©er un droit particulier. Lorsquâon Ă©tudie les dĂ©bats parlementaires sur cette question, on constate que les parlementaires ont justifiĂ© le fait quâil Ă©tait impossible de crĂ©er une incrimination spĂ©cifique en se rĂ©fĂ©rant Ă la conception universaliste de la citoyennetĂ© impliquant que le droit devait ĂȘtre le mĂȘme pour tous.
Dans les faits, si la race tue deux fois, câest parce quâelle fait Ă©cho Ă un double mouvement portĂ© par le droit et dans lequel les groupes minorisĂ©s sont enserrĂ©s. Le premier mouvement correspond au premier acte de la racialisation Ă©voquĂ© en amont. Il consiste Ă particulariser les individus en les catĂ©gorisant selon des critĂšres ethniques. Cette action entraĂźne des inĂ©galitĂ©s de traitement, mais en raison de la stigmatisation inhĂ©rente, elle peut aussi induire des violences, des crimes racistes en lâoccurrence. Le second mouvement rĂ©side au contraire dans le fait dâuniversaliser ces mĂȘmes individus au moment prĂ©cis oĂč ils dĂ©noncent la violence produite par le particularisme. Bref, cela revient Ă invoquer des rĂšgles communes pour des groupes qui ont auparavant Ă©tĂ© diffĂ©renciĂ©s. Alors que la premiĂšre violence trouve son origine dans le particularisme, la seconde rĂ©side dans le fait que ce mĂȘme particularisme est ensuite occultĂ©.
ConcrĂštement, durant ces trente ans, alors que la question des crimes racistes a rĂ©guliĂšrement atteint un haut degrĂ© de politisation, dans lâarĂšne lĂ©gislative, un mĂȘme dĂ©bat a Ă©tĂ© reconduit au cours des trois principales lois portant sur la pĂ©nalisation du racisme. Ă chaque reprise, les parlementaires ont interrogĂ©, puis rejetĂ© la possibilitĂ© de dĂ©finir le mobile raciste qui aurait permis de caractĂ©riser ces crimes. Par consĂ©quent, la lĂ©gislation antiraciste sâest exclusivement intĂ©ressĂ©e Ă la rĂ©pression de la parole raciste et des discriminations.
La « Loi relative Ă la lutte contre le racisme », promulguĂ©e le 1er juillet 1972 est considĂ©rĂ©e comme le socle de cette lĂ©gislation. Le Mrap et la Licra interpellaient le gouvernement depuis treize ans en faveur de sa mise en place. Elle porte sur les provocations Ă la haine raciale, les diffamations, les injures raciales et les actes de discrimination. Or, contrairement aux recommandations de lâONU, elle ne prend pas en compte les agressions et homicides Ă caractĂšre raciste. La question est totalement absente dans la sphĂšre lĂ©gislative, comme dans celle du politique en gĂ©nĂ©ral.
[âŠ] Ă lâissue de la Marche de 1983, le gouvernement socialiste avait promis aux manifestants une nouvelle loi qui permettrait dâaggraver les peines dans les affaires de crimes racistes. Dans les faits, lors du vote de la loi de 1985 dĂ© sur diverses dispositions dâordre social, cette option a Ă©tĂ© Ă©cartĂ©e et remplacĂ©e par une mesure permettant Ă certaines associations de se porter partie civile dans les affaires dâhomicides Ă caractĂšre raciste. Ă travers cette loi, le mobile raciste est implicitement reconnu, mais il ne fait pas lâobjet dâune dĂ©finition. Un sĂ©nateur insiste notamment sur le fait que le mobile raciste reprĂ©sente une notion trop « vague », et par lĂ impossible Ă admettre dans le Code pĂ©nal. Par consĂ©quent, lors des procĂšs, les conflits dâinterprĂ©tation sur ce qui constitue ou non un crime raciste perdurent.
[âŠ] Il faut aussi noter que, mĂȘme si la lĂ©gislation a Ă©voluĂ© depuis 1990, il reste extrĂȘmement difficile de prouver le caractĂšre raciste dâun fait. En France, le mobile raciste dâun homicide peut ĂȘtre pris en compte depuis la loi Lellouche votĂ©e en 2003. Les parlementaires se sont pliĂ©s aux recommandations de lâUnion europĂ©enne en se rapprochant du concept de crimes de haine adoptĂ© par dâautres Ătats. Selon les pays, quand le mobile raciste est avĂ©rĂ©, la lĂ©gislation en vigueur prĂ©voit une majoration des peines ou une peine spĂ©cifique. En France, la loi de 2003 aggrave les peines punissant « les infractions Ă caractĂšre raciste, antisĂ©mite ou xĂ©nophobe » lorsque le mobile raciste est prouvĂ©. Cela Ă©tant, câest Ă nouveau sur ce point que le texte de loi a achoppĂ©. Les parlementaires ont refusĂ© dâinverser la charge de la preuve et ont dĂ©clarĂ© que le mobile raciste ne serait reconnu que si lâinfraction Ă©tait prĂ©cĂ©dĂ©e, accompagnĂ©e ou suivie de propos racistes, ce qui bien sĂ»r nâest pas toujours le cas. Le dĂ©putĂ© Ă lâorigine de cette loi a prĂ©cisĂ© quâil sâagissait « de rattraper le retard, de combler un vide juridique et de mettre fin Ă la passivitĂ©, objectivement conciliante, des autoritĂ©s judiciaires ». Dans les faits, la condition qui a Ă©tĂ© posĂ©e a rĂ©duit le champ dâapplication du texte de loi et a limitĂ© lâimpact quâil aurait pu avoir sur la procĂ©dure pĂ©nale. »
Source : http://jefklak.org/?p=3531
âŠla rĂ©unification de la bourgeoisie est Ă©clatante. Globalement, le bloc Ă©litaire, câest la France qui a votĂ© oui en 2005. Cela lui donne un avantage pour gouverner puisquâil domine sans partage lâappareil de lâĂtat et la direction des grandes entreprises. Plus durablement, toutes les structures institutionnelles convergent, y compris les instances de contrĂŽle. La division partisane de la bourgeoisie, notamment dans la haute fonction publique et dans la direction des mĂ©dias, constituait un garde-fou que ce processus dâunification idĂ©ologique pourrait supprimer. Ce qui est plus embĂȘtant pour elle, dâun point de vue politique, câest que cela devient visible. Une domination sâaffaiblit quand elle avance sans masque. Par exemple, lâalternance sans vĂ©ritable alternative est la solution optimale pour maintenir lâordre social. La clarification actuelle, pour reprendre le mot de Manuel Valls, pourrait sâavĂ©rer une mauvaise idĂ©e. La disparition de mĂ©diation entre le monde des affaires et le milieu politique, avec un prĂ©sident de la RĂ©publique directement issu du premier, constitue une transparence redoutable pour un systĂšme en crise.
JĂ©rĂŽme Sainte-Marie, «âEmmanuel Macron incarne la rĂ©unification de la bourgeoisieâ», LâHumanitĂ©, 15 mai 2017, <http://www.humanite.fr/emmanuel-macron-incarne-la-reunification-de-la-bourgeoisie-636080>
A short note: Welcome to Athens: For the last three days, a pogrom against Roma communities at the eastern district of Menidi is taking place. It started after the accidental death of an 11 years oâŠ