The 10 General Physical Skills
Da ich verschiedentlich danach gefragt wurde, hier nochmal ein Text, den ich vor vier Jahren geschrieben habe. (Auf ein Redigieren habe ich verzichtet.)
Nach wie vor führt meine Art zu trainieren zu Erstaunen, Irritationen und ungläubigem Kopfschütteln. Von “interessanter Ansatz” über “was soll das bringen” bis zu “völliger Blödsinn” reichen die entsprechenden Meinungsäußerungen. Ich möchte deshalb nochmal die Gelegenheit nutzen und zwei besonders wichtige Aspekte meines Trainings erläutern.Im Prinzip geht es darum, das Ausdauertraining auf eine breitere Basis zu stellen und dadurch die Effizienz der eingesetzten Trainingszeit deutlich zu erhöhen. Folgende (vereinfachte) Kurve soll helfen, das zu verstehen.
Auf der X-Achse sind die aufgewendeten Trainingsstunden eines Athleten aufgetragen, auf der Y-Achse ist die Leistungsfähigkeit zu erkennen, gehen wir einfach mal davon aus, 10 bedeute 100% der möglichen maximalen Leistungsfähigkeit. Wie sofort zu erkennen ist, gibt es keinen linearen Zusammenhang zwischen aufgewendeter Trainingszeit und individueller Leistungsfähigkeit. Eigentlich kennt das jeder aus seiner Zeit als Anfänger: relativ kleine Trainingsumfänge führen hier noch zu deutlich erkennbaren Fortschritten; eine Erhöhung des Trainingsumfangs von 1,5h auf 3h führt zu einer sehr deutlichen Leistungssteigerung (grüner Kasten). Später wird es dann wesentlich schwieriger. Eine Erhöhung der wöchentlichen Trainingsstunden von bspw. 6h auf 8h, 9h oder gar 10h bringt im Vergleich zur aufgewendeten Zeit immer weniger Mehrwert.
Wer als Marathoneinsteiger anfangs von Marathon zu Marathon Sprünge von 15 Minuten und mehr gemacht hat, um sich dann Minute für Minute an die sub 3h heranzutasten, weiß, was ich meine (roter Kasten).
Was ist also zu tun? Um unsere Trainingszeit möglichst effizient zu verwenden, müssen wir versuchen, uns im grünen Kasten zu bewegen, wo relativ geringer Einsatz zu großen Fortschritten führt. Vermeiden müssen wir hingegen Training im Bereich des roten Kastens, wo erheblicher Zeitmehraufwand nur noch zu geringen Fortschritten führt. Wie ist das aber möglich? Wenn ich nur drei oder vier Stunden in der Woche laufe, komme ich schon in Bereiche, in denen die Effizienzkurve deutlich flacher verläuft. Die Lösung: Es müssen andere Dinge trainiert werden, bei denen man quasi noch Anfänger ist und dem zu Folge die größten Steigerungsraten hat. Die Basis des Ausdauertrainings muß über das reine “nur laufen” oder “nur radeln” hinaus verbreitert werden.
Die Crossfitter kennen insgesamt zehn Skills der Athletik, die alle trainiert werden sollen, um eine möglichst große allgemeine Athletik zu erreichen. Das Ziel ist nicht, möglichst spezifisch zu trainieren, sondern möglichst unspezifisch und sich damit auf die unbekannte Herausforderung vorzubereiten.
Aerobe Ausdauer, also die Fähigkeit möglichst viel Sauerstoff zu verwerten.
Tempoausdauer, auch als Tempohärte oder Stehvermögen bekannt
Kraft als die Fähigkeit, möglichst hohe Gewichte zu bewegen (Maximalkraft)
Flexibilität, also eine hohe Beweglichkeit
Schnellkraft, also die Fähigkeit, eine sehr hohe Kraft in kürzester Zeit umzusetzen, z.B. ein scharfer Antritt
Schnelligkeit,eine wiederholende Bewegung sehr schnell ausführen z.B. die Schrittfrequenz
Koordination, also mehrere Bewegungen zu einer verbinden (runder Tritt, Kraulzug)
Agilität, Übergang zwischen verschiedenen Bewegungen verkürzen
Genauigkeit von Bewegungen unter Belastung, z.B. auch im Wettkampf sauber zu kraulen
Mein Training versucht, alle zehn Bereich gut anzusprechen und so aus relativ wenig Trainingszeit einen maximalen Trainingsnutzen zu ziehen.