Bild: Viktoria K., Karl-Jaspers-Klinik (OL)
(M)Ein Persönliches "Fazit der Woche"
Diesen Mittwoch haben wir den "Tag der Pflege" gefeiert - zurecht!Wer unsere Liebsten & Familienangehörige pflegt, wenn diese durch Alter, Krankheit oder Unglück pflegebedürftig geworden sind, der hat nichts weniger als unseren Respekt & unsere Wertschätzung verdient. Denn bei dieser Tätigkeit geht es um so viel mehr als "nur" Essen anzureichen oder Intimpflege. Pflege - damit ist (im Idealfall) die ganzheitliche Pflege von Körper & Geist gemeint, die sich am individuellen Bedarf der zu betreuenden Person orientiert.
In den vergangenen 14 Monaten ist das Pflegepersonal (wie wohl in jedem von der Pandemie betroffenen Land) unermödlich & rund um die Uhr im Einsatz gewesen. Nicht nur um Hilfebedürftige auch in der Pandemie weiterhin angemessen zu betreuen. Die Pflegefachkräfte stehen gemeinsam mit dem medizinischen Fachpersonal in der vordersten Reihe derer, die nach Kräften & Möglichkeiten versuchen dem Corona-Virus entgegen zu wirken. Dies hat mir erneut verdeutlicht, dass wir ein grundsätzlich gut funktionierendes Gesundheitswesen in Deutschland haben - zum Glück. Aber das liegt auch - wenn nicht sogar vor allem - an den Menschen, die darin arbeiten! An ihrer Hingabe & Aufopfergunsbereitschaft. An ihrem Mut & ihrer Ausdauer! Und aus diesem Grund, darf dies auch als persönliches Plädoyer für eine Verbesserung der vorherrschenden Arbeitsbedingungen & -konditionen für Pflegefachkräfte verstanden werden. Sie haben uns einen unschätzbaren Dienst erwiesen. Wir sollten uns als Gesellschaft erkenntlich zeigen.
Auf Intensivstationen, in Fachkliniken, in Seniorenheimen, in der ambulanten Pflege oder Sozialstationen, erhalten Fachpflegekräfte von unseren Freiwilligen Unterstützung. Auch sie waren - trotz Pandemie - bereit, sich voll & ganz in ihren Einsatzstellen einzubringen & "Stark für Andere" zu sein. Und das, beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue. Ich kann mir nämlich mein jüngeres Ich (17+) nicht vorstellen, wie es sich bei Wind und Wetter, an Sonn- und Feiertagen zum Frühdienst schleppt.
Und wie wertvoll ihr (euer) Beitrag ist, durfte ich letztens erst persönlich erfahren: Ich bin gestolpert, gefallen & landete mit meinem Ellenbogen in einer Keramikschüssel, die auf dem Wohnzimmertisch stand. Ergebnis: Eine klaffende Wunde, die genäht werden musste. Da sitze ich nun in der Notaufnahme des EV & ärgere mich. Da werde ich von einer jungen Dame angesprochen, die ich im ersten Augenblick gar nicht erkenne (Maske, Arbeitsbekleidung). Ihr Name ist Lillith. Sie ist eine der Freiwilligen, die ich als Pädagoge in ihrem Freiwilligendienst begleite. Sie hat meinen Namen gelesen & wollte nur kurz "Hallo" sagen & schauen, wie es mit geht & mir mitteilen, dass es - wegen eines anderen Notfalls - noch etwas dauern kann. Später, hat sie mir (gekonnt!) die frisch vernähte Wunde verbunden & mir erklärt, was ich nun zu beachten habe (aber auch, dass ich mit den sechs Stichen nun wirklich nicht angeben kann ). Ich war in dem Moment erleichtert, dass ich mit jemandem sprechen konnte (den ich kannte); dass ich ein bisschen abgelenkt & aufgemuntert wurde. Da habe ich mir vorgestellt, wie es wohl sein muss, wenn es eine ernsthafte Verletzung & ein längerer Aufenthalt gewesen wäre. Ich habe zwar in meiner eigenen Familie erlebt, wie wichtig die Arbeit der Pflegefachkräfte ist - gerade bei längerem Krankenhausaufenthalt - aber es macht dann nochmal einen Unterschied, ob man selbst betroffen & auf Hilfe angewiesen ist. Selbst, wenn es nur eine kleine Wunde ist, die genäht werden muss. Ich bin Lillith sehr dankbar!
"Da sein, wo es nötig ist" ist einer unserer Leitsätze, der mir oft in den Sinn kommt, wenn ich an unsere Freiwilligen denke. Ich bin ihnen & allen Menschen die in unserem Gesundheitssystem arbeiten sehr dankbar! Danke, dass ihr "Stark für Andere" seid!Ich bin sicher, dass eure Arbeit viel mehr bewirkt & Spuren hinterlässt als ihr es vermutlich selber glauben mögt
Wenn auch ihr Interesse an einem Freiwilligendienst bei der Diakonie Oldenburg habt, dann meldet euch gerne über fsj-ol.de oder unter 0441 21 00 176. Wenn ihr euch für eine schulische Ausbildung im Bereich Pflege interessiert, dann schaut doch mal auf der Seite unserer Berufsfachschule Pflege, dem Stephanusstift in Delmenhorst, vorbei: https://altenpflegeschule-del.de/.
Ein schönes Wochenende, Linc (päd. MItarbeiter Diakonie OL)