“My suggestion was quite simple: Put that needed code number in a little capsule, and then implant that capsule right next to the heart of a volunteer. The volunteer would carry with him a big, heavy butcher knife as he accompanied the President. If ever the President wanted to fire nuclear weapons, the only way he could do so would be for him first, with his own hands, to kill one human being. The President says, “George, I’m sorry but tens of millions must die.” He has to look at someone and realize what death is—what an innocent death is. Blood on the White House carpet. It’s reality brought home.”
- Richard Fisher, Bulletin of the Atomic Scientists (1981)
Never forget that part of the reason this system was never implemented was that when he presented it to his colleagues, their response was IIRC “George, that’s terrible! If he has to take an innocent life, he may never press the button.”
Students work in small groups to do the following.
Clarify and delineate the perspectives of both Roger Fisher and the White House staff
Describe how the atmosphere of the Cold War contributed to each perspective.
Make a good faith attempt to empathize with each perspective.
Discuss how each participant is earnestly trying to do the right thing, even if they can’t agree on what the right thing is.
Finally, everyone must decide for themselves whether they agree or disagree with Robert Fisher’s proposal. Should it have actually been put in place in the White House?
Similarly, the preference utilitarian reason for respecting the life of a person cannot apply to a newborn baby. Newborn babies cannot see themselves as beings who might or might not have a future, and so cannot have a desire to continue living. For the same reason, if a right to life must be based on the capacity to want to go on living, or on the ability to see oneself as a continuing mental subject, a newborn baby cannot have a right to life. Finally, a newborn baby is not an autonomous being, capable of making choices, and so to kill a newborn baby cannot violate the respect for autonomy.
Peter Singer
We need to be clear: the quality of a civilization can be measured by the respect it has for its weakest members. There is no other criterion.
Jérôme Lejeune
First, while there has been a growing awareness of human dignity, many misunderstandings of the concept still distort its meaning. Some people propose that it is better to use the expression "personal dignity" (and the rights "of the person") instead of "human dignity" (and the rights "of man") since they understand a "person" to be only "one who is capable of reasoning." They then argue that dignity and rights are deduced from the individual's capacity for knowledge and freedom, which not all humans possess. Thus, according to them, the unborn child would not have personal dignity, nor would the older person who is dependent upon others, nor would an individual with mental disabilities.
On the contrary, the Church insists that the dignity of every human person, because it is intrinsic, remains "in all circumstances." The recognition of this dignity cannot be contingent upon a judgment about a person's ability to understand and act freely; otherwise, it would not be inherent in the person, independent of the individual's situation, and thus deserving unconditional respect. Only by recognizing an intrinsic and inalienable dignity in every human being can we guarantee a secure and inviolable foundation for that quality. Without any ontological grounding, the recognition of human dignity would vacillate at the mercy of varying and arbitrary judgments. The only prerequisite for speaking about the dignity inherent in a person is their membership in the human species, whereby "the rights of the person are the rights of man."
I think there is power, strength, and validity in Peter Singer's idea that one should give to others, within their capacity, beyond their immediate circle. That kindness shouldn't be limited by proximity.
However, I think he fails to consider the emotional toll of caring so much about every moment of suffering endured everywhere in the world.
Those who do care, while they make a difference, endure a great deal of personal suffering as a result. This is, in large part, due to the insurmountable nature of the problem utilitarianism aims to address.
When I watch the news, I see how difficult everything is, and I watch unable to meaningfully help. But when I look out my window, I see a world that's doing fine day-by-day. And, the problems of the world outside my window are both accessible and addressable.
Unterrichtsmaterial zur Frage der Verantwortbarkeit, wenn Straftäter durch ihr Schicksal offenbar stark „determiniert“ worden sind:
„Wie können wir jemanden moralisch verantwortlich machen, wenn wir zugleich wissen, dass traumatisierende Kindheit, Armut, Gewalt oder neurologische Faktoren seine Entscheidungen massiv geprägt haben?“
„Welche Art Gesellschaft wollen wir sein – eine, die straft, weil jemand es ‚verdient‘ hat, oder eine, die straft, um Schaden zu reduzieren?
Minority Report
Der Film "Minority Report" thematisiert den philosophischen Konflikt zwischen freiem Willen und Determinismus sowie die Ethik der Präventivjustiz und Überwachung. Die Existenz der "Pre-Cogs" und ihrer Vorhersagen wirft die Frage auf, ob die Zukunft vorbestimmt ist oder durch menschliches Handeln verändert werden kann. Der Film untersucht auch die Konsequenzen eines Systems, das Menschen bestraft, bevor sie eine Straftat begangen haben.
PLOT: Drei hellseherische Hellseher liegen halb im Whirlpool, der aussieht wie der ungemütlichste der Welt. Ihre Gehirne sind mit Polizeicomputern verbunden, die ihnen Visionen zukünftiger Verbrechen anzeigen. So können die Polizisten sofort ausrücken und die Verbrecher festnehmen, bevor sie das Gesetz brechen. Oder, wie Tom Cruises Figur es einem potenziellen Ehefrauenmörder ausdrückt: „Im Auftrag der Abteilung für Verbrechensbekämpfung des District of Columbia verhafte ich Sie wegen des zukünftigen Mordes an Sarah Marx.“
Die Realität heute: „Predictive Policing“ ist in den letzten zehn Jahren zu einem Schlagwort geworden, und einige Polizeibehörden haben tatsächlich Einheiten und Programme eingerichtet, die darauf abzielen, Verbrechen präventiv zu bekämpfen. In Los Angeles nutzt die Polizei einen Algorithmus, der sieben Jahre an Daten analysiert, um vorherzusagen, wo und wann Einbrüche, Autodiebstähle und Autoaufbrüche am wahrscheinlichsten stattfinden. Streifenbeamte achten dann besonders auf diese „Brennpunkte“. Nicht so spektakulär wie die Vorhersage von Morden durch Hellseher, klar, aber in den ersten Monaten dieses Jahres sind diese Verbrechen bereits um 22 Prozent zurückgegangen, was etwa 153 verhinderten Eigentumsdelikten entspricht. Programme zur vorausschauenden Polizeiarbeit in Santa Cruz, Memphis und Chicago haben ähnliche Ergebnisse erzielt – und Chicago konnte sogar mehr Gewaltverbrechen wie Schießereien vorhersagen. Anders als im Film geht es aber nicht darum, einem potenziellen Täter Handschellen anzulegen, bevor ein Verbrechen begangen wurde. „Es geht einfach um Prävention“, sagt Captain Sean Malinowski vom LAPD. „Man geht raus und verhindert, dass ein Verbrechen passiert.“ - Elise Craig
Themenschwerpunkte:
+ Determinismus vs. Freier Wille
+ Desert (Verdienst)-Theorien der Strafe vs. Consequentialism (Folgenorientierung)
+ Kompatibilismus
Der Kompatibilismus ist eine philosophische Position, die besagt, dass Willensfreiheit und Determinismus miteinander vereinbar sind. Er geht davon aus, dass eine Handlung frei sein kann, auch wenn sie durch eine Kausalkette von Ereignissen bestimmt ist, solange die Handlung nicht durch äußere Zwänge verhindert wird, sondern durch die eigenen Wünsche und Überzeugungen des Handelnden motiviert ist. Kompatibilisten, auch "weiche Deterministen" genannt, argumentieren, dass moralische Verantwortlichkeit und Handlungsfreiheit auch in einer deterministischen Welt möglich sind.
+ Moral Luck
Moralischer Zufall (moral luck) ist ein philosophisches Konzept, das sich mit Situationen befasst, in denen der moralische Wert von Handlungen durch Faktoren beeinflusst wird, die außerhalb der Kontrolle einer Person liegen. Es entsteht ein Konflikt zwischen der Intuition, dass Menschen nur für das verantwortlich sind, was sie kontrollieren können, und der Praxis, sie für die Ergebnisse ihrer Handlungen zu beurteilen, obwohl diese Ergebnisse vom Zufall abhängen. Ein klassisches Beispiel ist das zweier betrunkener Autofahrer: Einer fährt ein Kind an, der andere nicht, obwohl beide gleich fahrlässig gehandelt haben; der Fahrer, der das Kind tötet, wird als moralisch verwerflicher angesehen, weil das Ergebnis vom Zufall abhing.
Foucault: Überwachen und Strafen
Laut Foucault ist Strafe heute vor allem eine Technik der sozialen Kontrolle ist, die darauf abzielt, Individuen durch einen permanenten Prozess der Überwachung und Disziplinierung zu formen und zu regulieren. Diese Macht ist subtil und wird durch die ständige Produktion von Wissen und Normen in alle Bereiche der Gesellschaft integriert, was dazu führt, dass die Gesellschaft selbst zu einer Art "Gefängnis" wird. Immer wieder wird darauf hingewiesen, wie sich die einzelnen Momente der Macht aus den Gefängnissen ausgelagert haben und immer mehr in allen Institutionen und Lebensbereichen wiederfinden lassen.
Das Panopticon des englischen Philosophen Jeremy Bentham deutete Foucault als eine Architektur, mit der sich die Grundlagen der aktuellen Gesellschaftsformation beschreiben lassen. Es handelt sich dabei um den Vorschlag eines perfekten Gefängnisses: In dessen Mitte steht ein Turm, aus dem heraus Wächter die rundherum angeordneten, offenen Gefängniszellen einsehen können. Damit werden die Gefangenen unter die permanente potenzielle Kontrolle eines allumfassenden Blickes gestellt. Jederzeit könnten sie beobachtet und für als falsch gewertete Handlungen bestraft werden. Das führt bei ihnen zu einer neuen Konzeption von Verhalten, die gerade diesen potenziellen Blick der Überwacher einbezieht.
Der Philosoph, Sozialreformer und Jurist gilt als Begründer des Utilitarismus. Diese ethische Lehre betrachtet solche Handlungen als moralisch gerechtfertigt, die zum größtmöglichen Wohlergehen aller Beteiligten führen. Anstelle übergeordneter moralischer Regeln entscheiden im Utilitarismus nur die Folgen von Handlungen über ihre ethische Legitimität. Bentham forderte unter anderem die Trennung von Kirche und Staat, die Abschaffung der Sklaverei, Folter und Todesstrafe, die Gleichberechtigung der Geschlechter und einen rücksichtsvollen Umgang mit Tieren. Zur Sicherung der individuellen Freiheiten befürwortete er allerdings auch eine umfassende staatliche Überwachung und Kontrolle, in der jegliches Fehlverhalten sanktioniert wird.
Benthams mumifizierter Kopf, der lange zwischen den Füßen der Auto-Ikone aufgestellt worden war, erhielt Mitte des 20. Jahrhunderts eine spezielle Holzkiste, die ihn besser schützen sollte. Im Jahr 1975 entwendeten allerdings Studenten des rivalisierenden King’s College London den Kopf und verlangten ein Lösegeld von 100 Pfund für wohltätige Zwecke. Nachdem sich das University College bereiterklärt hatte, ein Lösegeld von 10 Pfund zu spenden, wurde der Kopf schließlich zurückgegeben. In der Folge entschied man allerdings das empfindliche Stück von nun an in einem Tresor aufzubewahren, so dass es heute nicht mehr öffentlich zu sehen ist.
Jeremy Benthams eigenwilliger Wunsch, der Nachwelt als Auto-Ikone erhalten zu bleiben, bot Anlass zu vielen Spekulationen über seine Motive. Einige vermuteten schlicht einen Scherz, mit dem der exzentrische Philosoph die Nachwelt zum Narren halten wollte. Möglicherweise beabsichtigte der Atheist Bentham aber auch religiöse Befindlichkeiten zum Umgang mit dem Tod in Frage stellen. In jeden Fall war ihm die ausreichende Verfügbarkeit von Leichen zur anatomischen Ausbildung und Forschung ein wichtiges Anliegen.
Eines der zahlreichen Gerüchte, die sich um die Auto-Ikone ranken, besagt, dass sie regelmäßig an Sitzungen der Hochschulleitung teilnehme. Dort würde Jeremy Bentham als anwesend, aber nicht abstimmend registriert. Nur wenn eine Abstimmung unentschieden sei, würde seine Stimme zugunsten des jeweiligen Antrags gewichtet. Zwar gehört diese Geschichte ins Reich der Legenden, doch hat die Auto-Ikone im Jahr 2013 tatsächlich an einer Sitzung teilgenommen, bei der ein langjähriges Mitglied der Hochschulleitung verabschiedet wurde.
beschäftigen sich mit der Frage, was ein Staat ist, wie er funktioniert und welche Rolle er in der Gesellschaft spielt. Diese Theorien bieten verschiedene Perspektiven auf die Machtstrukturen, politischen Prozesse und Institutionen, die den Staat definieren. Durch die Untersuchung von Staatstheorien kannst Du besser verstehen, warum unterschiedliche Staaten sich in ihrer Organisation und ihren Zielen unterscheiden.
Friedrich Engels:
Der Staat ist für Engels ein historisches Produkt. Engels erklärt dies am Beispiel der Entstehung des athenischen Staates. Dieser habe sich aus der ursprünglich kommunistischen Stammesgesellschaft heraus entwickelt. Mit der Vererbung des Vermögens an die Kinder wurde die Reichtumsanhäufung in bestimmten Familien begünstigt, die damit eine starke Machtposition gegenüber der Gens erhielten. Zum Schutz der familiären Privilegien wurde schließlich der Staat „erfunden“. Er sollte das neu entstandene Privateigentum der Einzelnen „gegen die kommunistischen Traditionen der Gentilordnung sicherstellen“, es zum „höchsten Zweck aller menschlichen Gemeinschaft“ erheben und „mit dem Stempel allgemein gesellschaftlicher Anerkennung“ versehen. Damit verewigte er die „Spaltung der Gesellschaft in Klassen“ und „das Recht der besitzenden Klasse auf Ausbeutung der nichtbesitzenden und die Herrschaft jener über diese“.
Mit dem Verschwinden der in Klassen geteilten Gesellschaft verliert der Staat dann seine eigentliche Daseinsberechtigung. Er macht sich selbst überflüssig, wenn er nicht mehr der Vertreter einer privilegierten Klasse, sondern der ganzen Gesellschaft ist. „An die Stelle der Regierung über Personen tritt die Verwaltung von Sachen und die Leitung von Produktionsprozessen. Der Staat wird nicht ‚abgeschafft‘, er stirbt ab“.
Jean-Jaques Rousseau:
Rousseaus Staatstheorie, zentral im Werk "Vom Gesellschaftsvertrag", beschreibt einen Staat, der seine Legitimität aus dem Willen des Volkes ableitet. Alle Bürger schließen einen Vertrag, geben ihre individuellen Rechte an die Gemeinschaft ab und unterwerfen sich dem "allgemeinen Willen". Der Staat wird dadurch zum Instrument, das den Gemeinwillen umsetzt, und Freiheit besteht in der Selbstgesetzgebung und Unterordnung unter diese Gesetze.
Grundlage: Der Mensch ist von Natur aus gut, wird aber durch die Gesellschaft korrumpiert. Der Gesellschaftsvertrag soll die Freiheit und Gleichheit der Menschen wiederherstellen.
Der Gesellschaftsvertrag: Alle Individuen geben ihre ursprünglichen natürlichen Rechte auf und treten sie dem Gemeinwesen ab, um im Gegenzug Schutz und Wohlfahrt zu erhalten. Dadurch entsteht eine öffentliche Person, der Staat.
Der allgemeine Wille: Der Staat soll den "allgemeinen Willen" (volonté générale) vertreten, der nicht einfach die Summe der Einzelinteressen ist, sondern dem Gemeinwohl dient.
Thomas Hobbes:
Hobbes argumentierte, dass der Mensch im Naturzustand in permanenter Gefahr durch seine Mitmenschen ist. Es ist daher notwendig, ein starkes Regierungsorgan zu etablieren, das Sicherheit und Frieden gewährleistet: den Staat. Dieser Gedanke bildete die Basis für seine Theorie des Gesellschaftsvertrags, durch den Individuen ihre Macht an einen souveränen Herrscher abgeben, um Ruhe und Ordnung zu erlangen.
Der Naturzustand, wie Hobbes ihn beschreibt, ist geprägt von Anarchie und Chaos. In dieser Situation sind Menschen vollständig gleich und ständig im Konflikt. Für Hobbes ist das menschliche Leben im Naturzustand 'einsam, armselig, unangenehm, tierisch und kurz.' Diese beunruhigende Aussicht stellt die Notwendigkeit eines souveränen Herrschers heraus, der über ausreichende Macht verfügt, um Frieden und Ordnung aufrechtzuerhalten.
And this causes children to be perceived as failures (either by themselves, their parents and/or society at large) when they are not successful according to the logic of capital. It's one of many ways capitalism has commodified our relationships.
Engels expressed the general idea of this in "The Origin of the Family, Private Property and the State"
Objektiver Analytiker versus subjektive Poetin? Nach Breidbach ist dieser Gegensatz zu einfach. Der Apparat des Experiments, der Objektivität vortäuscht, ist eigentlich subjektiv, weil er von Menschen ausgesonnen, konstruiert und bedient wird. Und die Daten, die er produziert, sprechen nicht für sich, sondern müssen interpretiert werden. Denn der Naturwissenschaftler sieht im Experiment nicht die Natur an sich, sondern nur das, was die Apparatur an Bildern liefert und was er als Deutender in seiner Zeit sehen kann. «In einer Bildwelt, in der das Abbild das Abgebildete ersetzt, bleibt die Welt durch das Bild verstellt. Dessen Interpretation erfordert einen Beobachter, der um die Welt weiss. Sie erfordert ein fortlaufendes In-Frage-Stellen der Objektivierungsfunktionen der Apparaturen, die ein Bild der Welt gewinnen lassen»
[…] Auch die Naturwissenschaften müssen darüber nachdenken, dass ihr Untersuchungsgegenstand nicht objektiv gegeben ist und ihre experimentell erzeugten Daten der Deutung bedürfen. Wenn die WissenschaftlerInnen sich dessen nicht bewusst sind, hat das zur Folge, dass sich letztlich das Experiment ihrer bemächtigt. Objektives Wissen lässt sich nur durch das Wissen um die eigene Subjektivität gewinnen.
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„Die Knechtschaft und die Tyrannei sind also in der Geschichte der Völker eine notwendige Stufe und somit etwas beziehungsweise Berechtigtes. Denen, die Knechte bleiben, geschieht kein absolutes Unrecht; denn wer für die Erringung der Freiheit das Leben zu wagen den Mut nicht besitzt, der verdient Sklave zu sein … Jener knechtliche Gehorsam bildet … nur den Anfang der Freiheit, weil dasjenige, welchem sich dabei die natürliche Einzelheit des Selbstbewusstseins unterwirft, nicht der an und für sich seiende, wahrhaft allgemeine, vernünftige Wille, sondern der einzelne, zufällige Wille eines anderen Subjektes ist.“ / G. Hegel: Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse.
Die Vielfalt und scheinbare Widersprüchlichkeit historischen Geschehens sah Hegel fruchtbringend aufgehoben in der weltbeherrschenden Vernunft, dem „Weltgeist“, dessen Wirken bereits der Grieche Anaxagoras – noch auf die Ordnung der Natur beschränkt – mit dem Nus (im Sinne von Verstand bzw. Vernunft) in Verbindung gebracht habe: „Die Wahrheit nun, dass eine, und zwar die göttliche Vorsehung den Begebenheiten der Welt vorstehe, entspricht dem angegebenen Prinzip. Denn die göttliche Vorsehung ist die Weisheit nach unendlicher Macht, welche ihre Zwecke, d. i. den absoluten, vernünftigen Endzweck der Welt verwirklicht; die Vernunft ist das ganz frei sich bestimmende Denken, Nus.“ Hegels geschichtsgestaltende Vernunft und die göttliche Vorsehung sind damit eins.
Der Staat ist die Organisation der Individuen hin zu ihrer Freiheit: Für Hegel beginnt die Geschichte mit der Entstehung der Staatlichkeit, alles davor nennt er „Vorgeschichte“. Um zur Freiheit zu gelangen, müssen die Individuen die Freiheit anderer anerkennen, was sie nur tun können, wenn sie in einer Gesellschaft organisiert sind.
Heute ist die Welt in ihrem Vernünftigwerden (?) vollendet und Freiheit allgemein zugänglich: In Hegels Gegenwart sei der historische Prozess zu seiner Vollendung gelangt: „[…] die Gegenwart hat ihre Barbarei und unrechtliche Willkür, und die Wahrheit hat ihr Jenseits und ihre zufällige Gewalt abgestreift, so dass die wahrhafte Versöhnung objektiv geworden, welche den Staat zum Bilde und zur Wirklichkeit der Vernunft entfaltet […]“
Rückschläge sind notwendig: Phänomene wie das Mittelalter, die dem Geschichtsbild Hegels nicht entsprechen, erklärt er damit, dass solche Rückschläge und Verfall in die Barbarei notwendig seien, um den Übergang zur nächsten Entwicklungsstufe vorzubereiten. Es kann sein, dass manche Ereignisse in der Geschichte als unlogisch und zufällig erscheinen. Letztendlich dienen sie jedoch dem eigentlichen Ziel der Geschichte, d. h. zur Selbstentfaltung des Geistes. Das nennt Hegel „List der Vernunft“.