Öffentliche oder offene Bücherschränke?
Offene Bücherschränke werden oft auch als "öffentliche Bücherschränke" bezeichnet. Diese Bezeichnung mag naheliegend sein, ist aber ein Irrtum. Selbstverständlich werden diese offenen Bücherschränke im öffentlichen Raum aufgestellt, das aber garantiert ihre Offenheit nicht. Denn auch öffentliche Einrichtungen unterliegen in den meisten Fällen einer regulierten Zugangsbeschränkung, Beispiel: öffentliche Bibliotheken. Ihre Öffentlichkeit wird dadurch hergestellt, dass sie einer organisierten Kontrolle unterliegen, die keineswegs eine Offenheit garantiert. Öffentliche Bibliotheken kontrollieren ihre Zugänglichkeit und Benutzbarkeit durch Organisation. Sie sind öffentlich zugänglich, aber nicht offen benutzbar (public but not open). Deshalb kann dort Bücherdiebstahl geschehen. Das geschieht in offenen Bücherschränken nicht, auch dann nicht, wenn sie in geschlossenen, vielleicht nicht einmal öffentlichen Räumen aufgestellt sind.
Werden offene Bücherschränke aber im öffentlichen Raum aufgestellt (public and open) dann stellt ihre Benutzbarkeit andere Ansprüche und werfen andere Erwartungen an Benutzbarkeit auf. Diese Erwartungen beziehen sich auf Strukturen der Selbstorganisation, für welche der Enttäuschungsfall sehr normal ist. Es gibt für ihre Aufstellung keine besonderen Gründe, keine erreichbaren Zwecke und haben für die Aufsteller keinen wertvollen Nutzne. Das selbe gilt für die Besucher.
Dass im Endeffekt sehr wohl Zwecke erreicht, Gründe benannt und Nutzen ermittelt werden, heißt nur, sich auf Ordnungsmöglichkeiten eingelassen zu haben, die nicht organsiert wurden und trotzdem gelingen.















