Sind Medien nur noch reine Softwareprodukte?
Der folgende Blogeintrag beruht auf dem Paper von Lev Manovich „Media After Software“, deren Hauptaussage darin besteht, dass Medien erst durch den Einsatz von Software entstehen können.
Im Zeitalter der digitalen Medien ist das Wort digital ein Hinweis darauf, dass Software für die Entstehung, Bearbeitung oder Aufbereitung eine essenzielle Rolle spielt. Ohne Digitalisierung würde die Entwicklung der Medien nicht mit dieser Geschwindigkeit voranschreiten können.
Das Wort digital lässt aufgrund seiner Assoziationen zur Modernität und all den Erfindungen die dahinter stehen wie Digitalfotografie, Bearbeitungssoftware und vieles mehr, darauf vergessen wer für die Digitalisierung sozusagen den ersten Schritt verantwortlich ist. Und dies ist wie Lev Manovich sagt „The new ways of media access, distribution, analysis, generation and manipulation all come from software. Which also means that they are the result of the particular choices made by individuals, companies, and consortiums who develop software” der Erfinder, also das menschliche Individuum das hinter der Idees teht. Hinter jeder noch so genialen Idee wie zum Beispiel Twitter steht ein Mensch der diese Software hergestellt hat. Aber was wäre Twitter ohne der Software? Die Software ist entscheidend für den Auftritt und die Umsetzung des Mediums. Selbiges gilt auch für Smartphones. Diese haben die Fähigkeit uns mit dem Internet zu verbinden, Fotos zu zeigen, zu telefonieren oder Nachrichten zu versenden. Ohne Android oder IPhone Betriebssystem wären Smartphones nicht dass was sie heute sind.
Früher gab es in den österreichischen Haushalten stets analoges Fernsehen. Seit einigen Jahren ist digitales Fernsehen in jedem Haushalt selbstverständlich. Die Software die auf den Receivern oder Fernsehern gespeichert ist bietet jedem unterschiedliches Fernsehen. Haushalte die über einen hochwertigen Fernseher oder Receiver verfügen haben mit Sicherheit ein besseres Fernseherlebnis als solche mit einem minderwertigem. Somit ermöglicht unterschiedliche Software unterschiedliche Resultate deren ich mir als Anbieter bewusst sein muss.
Einerseits ermöglicht interaktive Software ganz neue Einsatzmöglichkeiten quer über alle Mediatypen, was von Nutzern als positiv und als Bereicherung erlebt wird. Andererseits kann die Bereicherung, die ein spezieller Medientyp mit sich bringt, enorm variieren, je nachdem welche Software verwendet wird.
Philips - "Obsessedwithsound" ist ein gutes Beispiel für die Verschmelzung von Software und Digitalisierung. Die niederländische Agentur Tribal DDB Amsterdam hat für das Unternehmen Phillips eine Funktion estellt, bei welchem es über eine Homepage möglich war bei Musikstücken einzelne Musikinstrumente gezielt herauszufiltern. Dazu gab es Informationen zu dem Instrument und dem Musiker, welcher via Facebook, Twitter und Youtube geteil werden konnte. Das berühmte Metropole Orchestra stellte sich dabei zur Verfügung.
Phillips bietet somit ein umfangreiches Informationsangebot in einer noch nie da gewesenen Form, mit Hilfe der richtigen Software an. In diesem Fall hat Lev Manovich Recht, denn ohne diese Art von Software wäre dieses Projekt nie umsetzbar gewesen. Aber besonders bei dieser Kampagne wird einem die Tatsache bewusst, dass hinter der Software Menschen stehen. Für mich wird das besonders durch das Hervorheben des Individuums in einem großen Orchester bewusst. Das bestätigt die Theorie, dass betreffend der Software jeder Mensch dieses Musikstück anders wahrnimmt.
vgl. Manovich, L., Nov. 2012, Media After Software, URL: http://softwarestudies.com/cultural_analytics/Manovich.Media_after_software.2012.pdf, abgerufen am 21.12.2012.
vgl. Phillips, Obsessed with sound, URL: http://www.sound.philips.com/ows/, abgerufen am 21.12.2012.
vgl. Lobaczewski, K., o.D., get obsessed with sound,URL: http://www.ddb.com/ddblogs/creativity/get-obsessed-with-sound.html, abgerufen am 21.12.2012.








