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@m-a-lyrik
depicted entity Dysfunktionale Liebe Tod der Liebe
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Eine Weihnachtsgeschichte
Es musste ein Fehler unterlaufen sein. Er hatte noch zehn Jahre zu sitzen. Doch sie ließen ihn an Weihnachten frei. Ohne gutes Führungszeugnis. Einen Mörder.
Das Schwierigste war nichts zu sagen und nachzufragen. Zu gern hätte er gewusst was schief gelaufen ist. Er strengte sich aufs äußerste an höflich zu nicken und sich seine Verwunderung nicht anmerken zulassen. Ein solcher Fehler und das im Land, wo die Bürokratie Hochkultur ist! Er war darauf nicht eingestellt. Er sah sein Leben verwirkt. Zehn Jahre an einem Ort ohne Tragweite. Jeden Tag trug er den Hass in sich. Wohin damit nun? Sie gaben ihm sein weniges Hab und Gut und setzten ihn vor die Tür. Er war alleine und frei. Jegliche Verwandte und Freunde, die er jemals hatte, haben sich von ihm abgewandt. Seine Mutter hatte ihn einmal besucht, ertrug es dann aber doch nicht und ging weinend nach einer Minute. Der Himmel war so klar blau und die Welt erstreckte sich vor seinen Füßen. Was sollte er tun? Jemanden umbringen? Fliehen bevor sie den Fehler bemerken? Er ist schließlich ein zu Unrecht freigelassener Mörder. Wenn die Menschen ihm das ansehen könnten, keiner würde auf ihn zugehen. Sie würden rennen. Nun aber ist Weihnachten, also ging er in die Stadt auf den Weihnachtsmarkt.
Wie unbeschwert und heiter die Menschen dort waren. Es ließ sich nicht ertragen. Sie hatten kein Recht dazu eine solche Freiheit auf diese Art zu verjauchzen. Wussten sie denn nicht, dass jeder von ihnen schon morgen ein Gefangener sein kann. Es ist zu schwer frei von Sünde zu sein – sich nicht erwischen zu lassen ist einfacher. Das Einfachste ist, sich selbst nicht zur Anklage zu bringen. Selbst im Gefängnis behielt er das bei. War es seine Schuld? Der Mord wurde verlangt. Keiner von ihnen hätte sich diesem versagt! Er wurde hungrig und ging an den nächsten Stand um sich eine Wurst zu kaufen. Er kramte nach den Münzen und sah sich jede im trüben Licht genau an. ,,Na, der Herr. Soll ich Ihnen vielleicht helfen?“, fragte die Verkäufer mit einem schiefen Grinsen. “Blödsinn! Frechheit. Was soll die Frage. Ich … Es ist nur … Ich hab’s ja.” “Das war doch nur ein kleiner Spaß. Nicht gleich eingeschnappt sein.” “Jaja, nur ein kleiner Spaß. Den hatte ich auch mal.” Er gab ihr das Geld. Sie bedankte sich und wünschte ihm noch ein frohes Weihnachten. Er verließ den Markt und holte sich im nächsten Supermarkt eine Flasche Bier. Mit ihr ging er ihr die Einkaufsstraße hinab. In den Läden sah er den Menschen auf der Suche nach dem richtigem oder irgendeinem Geschenk zu. Das Gedränge und die Hast hatte etwas Belustigendes, wenn man davon befreit war. Noch viel besser, die meisten wussten ganz genau, dass das Beisammen sein wichtiger als jedes Geschenk war und trotzdem konnten sie sich den Gewohnheiten nicht entziehen.
Niemand beachtete ihn. Er war genauso bedeutungslos, wie alle andere um ihn herum. Trotz der inneren Angespanntheit blieben sie alle stets bemüht höfflich. Selbst die Verkäuferinnen, denen der Weihnachtsbonus nun doch zu wenig war. “Entschuldig, das ist jetzt aber nicht ihr Ernst?”, hörte er eine Frau zu einer anderen Frau sagen. “Bitte?”, in einem solchen Ton, sie bekamen seine volle Aufmerksamkeit. “Das hier ist meins. Das können Sie nicht nehmen.” “Das tut mir Leid, aber ich habe es nun Mal zuerst genommen. Also ist es jetzt meins.“ "Nun, haben sie sich nicht so.“, mischte er sich ein „Es ist für den kleinen Sohnemann. Und es ist ja Weihnachten. Seien Sie gütig.”, mischte er sich ein. Sie rang sichtlich mit sich, darauf einzugehen. Entschied aber doch, ein Fremder habe nichts zu sagen und schließlich ist sie im Recht. “Ich kaufe es selber als Geschenk!”, und sie stürmte davon. “Manche Menschen …”, murmelte er. “Wie Recht sie haben. Danke. Ich hoffe Sie haben ein schönes Weihnachtsfest.” “Das habe ich.”
Es wurde ihm zu langweilig und als er die Glocken der Kirche läuten hörte, ging er dorthin. Er versuchte in der Predigt des Pfarrers etwas Bedeutsames zu erkennen. Irgendeinen Sinn musste der Zufall doch haben. Der Tag als ein Geschenk Gottes zur Bekehrung, zur Bekenntnis, zur Vergebung. Doch das Geschwätz brachte ihn nur zum Lachen.
Als die Hostie verliehen wurde bekam er einen Schreck. Er überlegte noch, aber er war sich sicher. Seine Mutter hatte sich in der Schlange eingereiht. Es war ihm gar nicht in den Sinn gekommen, dass er jemanden Bekanntes treffen konnte. War sie früher jemals in die Kirche gegangen? Ob sie für ihn betete? Ob sie ihn noch erkannte? Er musste es wissen. Am Ende der Messe blieb er sitzen und wartete bis sie an ihm vorbeiging. Er starrte sie unabdingbar an, sie musste zurückblicken. Wie traurig sie dreinschaute. Zumindest in Gedanken, war sie bei ihrem Sohn. Nun war sie nahe bei ihm. Schau hoch, alte Frau. Und Sie tat es! Ein Geschenk der Weihnacht.
Ihr Blick, ihr Entsetzen war unmissverständlich. Sie erkannte ihn. Ein Mörder. Sie blieb nicht stehen und ging an ihm vorüber. Er war froh darüber.
Am Abend ging er wieder zum Gefängnis und meldete den Fehler. Es war ihnen ausgesprochen unangenehm. Als sie ihn zurück in seine Zelle gebracht hatten, welche zum Glück frei geblieben ist, wünschten sie ihm noch ein frohes Fest. Welch’ Geschenk der Tag war. Er schlief mit einem seligen Grinsen ein. Er hatte ja noch zehn Jahre.
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https://freiabos.de/weihnachten-im-gefaengnis/
where we first met
where will we meet when the world is burning
where will we meet when we have died
where will we meet when eternity has ended
Ankunft
Der Weg war Menschenleben weit nicht zweier, das aller es trieb uns seit jeher an ließ uns nach oben schauen einen Glauben festigen alles in einem Blick erträumen nur für eine andere Sicht von außen Wir sind nicht mehr allein
Heimatplanet
Mein Zuhause ist diese Kugel Gebunden an sie, wie an meinen Körper Davon frei zu sein, sehnt er sich Sich ausbreiten und fortfliegen
In die Ferne gebettet Das leuchtende Blau Strahlender als jeder Stern trägt eine sündenfreie Würde
Erkenne zum ersten Mal Alles von mir muss dort landen Die Erde ist mein Zuhause Ich lege mich hingebungsvoll nieder
Handwerk
Fehlt nur noch Regenschirm und Ofen für das Bild des armen Poeten zu dem ich geworden bin hier auf einer Matratze auf Pakett mit Büchern umgeben mit Papier abgeschnitten vom Zugang zu Menschen deren Treiben zum Weltgeschehen die Federspitze zum Fliegen bringt
Ein Moment
Wie kann ich dies alles bereuen ich habe doch heute die Sonne gesehen ihr gebrochenes Licht am Abend auf Wolken gefallen und durchdringt die Farben sind sanfter als ein Flüstern leiser dringen sie tief in meine Seele ein das Summen beheimatet mich und ich schwinge im Einklang mit
Eine Nacht
Ich lag im Bett bereit zu schlafen Die Decke gemütlich warm über mich gezogen
Ich höre etwas wie ein dumpfes Hämmern Ich halte meinen Atem an zu hören Es ist tief in der Nacht und jeder schläft längst Es scheint wieder still, obwohl ich es beinahe fühlte
Ich lege mich wieder hin, da kratzt etwas in der Wand Der Regen muss es sein, rede ich mir ein Das Schlimmstmögliche, es sind Mäuse Was soll es sonst anderes sein
Friedlich schließe ich meine Augen Nun ist es ein Rauschen oder ein Dröhnen So leise, ich meine es mir einzubilden Die Ohren getäuscht, nur ist es so klar vertraut
Da ist es wieder, das Hämmern Ich spüre die Erschütterung Es ist wie eine ferne Trommel Immer wieder: Bum. Bum. Bum.
In alle Ruhe bleibt es im Takt Es kommt nicht näher, doch es wird lauter Immer lauter, ich hör es so deutlich Mein warmes Bett ist nicht mehr sicher
Es ist jetzt so laut, es schlägt in meinem Kopf Es muss das ganze Haus durchdringen Ich spüre jede der Erschütterungen Es klirrt und wackelt und rüttelt in meinem Zimmer
Es klingt so teuflisch, wie ein Dämon aus der Hölle dem es langweilt in dieser Nacht, Schabernack treiben muss Er will mich holen, zu sich und Spielchen treiben Es kann nichts anderes sein als das
Ich springe auf, ans Fenster Ich schiebe die Gardine zur Seite, Doch dahinter nur absolute Dunkelheit Und das Hämmern, es hat aufgehört
Ich stehe erwartungsvoll in meinem Zimmer Nur mein Herz ist in dieser Stille zu hören Ich hätte mich nur beruhigen können, wäre der Teufel durch die Wand gesprungen
Wundervolle Welt
Lichter scheinen stationsweise entlang des trockenen Flussbeets Schatten der Riesen huschen gefallene Futterstellen durchsuchen am schimmelfreien Glück nagen In der betongrauen Welt sie türmen sich und graben sich Blechwürmer rauschen im Takt es lärmt von hier nach dort Die Füße traben ihr Leben auf Asphalt Eine Tonne enthält reichlich Verdorbenes ein Riss, ein Spalt schenken ein Dach Wasser sammelt sich in einer dunklen Ecke im verborgen Untergrund zu Zivilisationen vermehrt eine große Welt für kleine Augen entdeckt
Noch ein Satz zum Abschluss
Niemals war ich, trotz Stille, je so überzeugt, dass du, die zu mir bist, die du sagst.
Draußen bei schlechtem Wetter geh’ ich gern es scheint als hätte die Natur ihre Launen Gefühle, die sie nicht mehr verbergen kann und einfach aus sich rauslassen muss
Um zu Schreiben
Horche Tief in dir Höre zu In dieser Stille
Zwei Kreuze
Zwei Kreuze, sitzen auf dem Thron, zwischen mir und der Welt, herrschen im Verborgenen
Starr droben, in der Macht erhalten, die Nacht entblößt, ihrer Schrecken Unabdingbarkeit
Mein Fall, mit ganzem Körper, in schreiender Ehrfurcht, mir bleibt der Schlaf
Verschmelzung
Deine Hand auf meiner gelegt wir lachen über uns sind uns über Belangloses uneins berühren uns unachtsam streichen gerade so aneinander zu unaufmerksam, verloren in den Augen bemerken die Wärme der Haut nur unbewusst wir rücken langsam zueinander näher
Weitere drei Sätze
Und wie wir reden, fragst du mich, ob ich mich erinnere, an diesen einen Moment. Und es scheint, diesen Moment haben wir geteilt. Und jeder für uns selber aufbewahrt.
Wieso
sollten wir etwas so Schönes, von Liebe ruinieren lassen?