Der Fänger im Roggen
Ich fühle mich nicht müde, schlapp oder verbraucht, eher lebendig, aber am Anschlag, im Eiltempo einen Fuß vor den anderen auf bröckelnder Mauerkante setzend. Wegrennend, daraufzueilend, oft versucht, mich fallen zu lassen und zu verschwinden. Will einerseits direkt sein und mich andererseits verstecken, weil gefunden werden echt schön ist. Aber auch nicht von jedem, so nötig kann es also nicht sein. Kann mich bitte jemand in den Arm nehmen? In meinem Kopf tobt ein Sturm in meiner Brust schlägt ein Herz, der wunde Punkt im Nacken, der letzte fehlende Vers, lass die Beats der Musik die Traurigkeit in mir tief totprügeln bevor ich ihr erlieg. Ich halte ständig Ausschau nach nichts, aber nach dir, oder sogar euch? Das wäre dann auch wieder so ein Entscheidungsproblem, aber die hab ich eigentlich nicht. Und auch uneigentlich nicht. Aber ich bin nicht im Gleichgewicht, manchmal für Sekunden, manchmal für Stunden, aber immer auf Trab, zumindest im Geiste. Hab neulich geglaubt, dass ich nie wieder Schlaf brauch. Doch mein Feuer brennt nur, solange der Fackelläufer läuft. Bitte, komm niemals an. Kannst du mich in den Arm nehmen? Kann auch sein, dass ich länger brauche, vielleicht zu viel verlange und zu wenig biete, aber wenn die Mauer keine Halt mehr gibt, und ich wirklich stürze, keine Ahnung, ich seh den Boden nicht. Also schnell weiter. Aber ich sehe nicht wolang. Die bröcklige Mauerkante auf der ich im Dauerlauf balanciere, um irgendwo anzukommen, wo ich bleiben mag, macht Kurven im Nebel und wenn ich einen Fuß falsch setzte, stürz ich, wer weiß, wie tief. Aber vielleicht warten die Arme nicht am Ende der Mauer, sondern am Ende des Falls.












