Ich bin so, wie jeder andere auch. Das ist eine ebenso simple und einleuchtende, wie auch erschütternde Erkenntnis.

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Ich bin so, wie jeder andere auch. Das ist eine ebenso simple und einleuchtende, wie auch erschütternde Erkenntnis.
Laßt vergehn, was vergeht! Es vergeht, um wiederzukehren, es altert, um sich zu verjüngen, es trennt sich, um sich inniger zu vereinigen, es stirbt, um lebendiger zu werden. Kreise vollenden.
Friedrich Hölderlin (1770 – 1843)
Sprich nicht, wenn du wütend bist.
Versprich nicht, wenn du glücklich bist.
Entscheide nicht, wenn du traurig bist.
Ich habe kein Mitleid für unfähige Geister
Andreas Suchaneck
Splitter
Einst schuf ein Künstler eine Vase aus Glas.
Ein schönes Stück, zum ergötzen gedacht.
Doch war das glühende Stück viel zu warm,
So ließ er es fallen.
Die Scherben verstreuten ihm über Kreuz und über Quer.
Zum Aufgeben war das Kuststück zu schön, so suchte er wild die Reste umher.
In Jahren der Arbeit erfand er es neu, das Werk seiner Hände wird neu geboren.
Und wie der Sinn ihm auch stand, so bließ er ein Stückchen, mal hier und mal da.
Am Ende da hatte die Vase
Die Gestalt eines Splitters.
"Würdige einer Bedrohung, was dir ein Gegner ist."
Fackel
Lief ich einst hinaus in die finstere Welt Merkt die Zeit die veronn Dass nichts mich hier in dieser hält Nehm mir zur Hand den Lampignon Stürmte voran, nach Macht und nach Geld Sah ein, wenn ich mich nicht besonn Zerdrückt mich Lebens dunkle Schelt’ So blieb kein Licht dem Lampignon Kein eigne Glut den Weg mir erhellt So hofft ich dass mich der Berg nur erklomm Ich geh voran, mein Jammern, es gellt Voran mein kleiner Lampignon Doch nimmt man ab mir- was Lichte mir quellt So schwach mir das Glücke auch glomm Geh unter nur, ich armer Held Mit Grimm und einem Lampignon
Nur eine Zistrose
Schlabberohr hockt vor dem schwarzen Klavier
Er klimpert einen Ton nach dem anderen
Ton um Ton
Klimpert er ein Rudel schiefer Ungeheuer daher
Klimpert, sitzt summend davor
hebt den Blick- langsam
Auf die stinkende Vase
Mit fauligen Astern ,
Zypessen
Verseh’n
He, du hasts nicht besser gewollt
Schreit der Affe
Und nebligtrist die Melodei
Wird stumm
Die Uhr an der Wand schreit zurück
Aus ihrem fetten Wanst
Doch.
Wie sah die Hölle aus, bevor wir sie besiedelten?
You can’t lie to your soul.
Irvine Welsh
(via
purplebuddhaquotes
)
"Du weißt nicht, wohin die Reise geht - geradewegs in die Hölle"
-Rage
"In der Wüste ist Unkraut auch eine schöne Blume"
Grüner Daumen
Die Liebe ist ein Garten und jeder einzelne pflanzt seinen Samen hinein. So wächst um die Liebenden ein lichtes Gestrüpp aus Hoffnung, Furcht und Glück. Manch einer lässt sein Gebüsch achtlos zurück, bis die fauligen Triebe der verdorrenden Pflanzen nichts als einen unangenehm-bitteren Geschmack auf der Zung hinterlassen. Ein anderer spielt viel zu gern zwischen den Ästen mit dem Feuer, bis von jetzt auf gleich der ganze Hain in Flammen steht. Nur einige der jungen Liebenden schaffen es, einen Wald heranzuziehen, dessen Blätterdach jedem Regen, dessen Wurzeln jedem Sturm und dessen Stämme jedem Eindringling standhalten können, selbst wenn sich einer der beiden alten Liebenden unter seiner Lieblingsbirke zur Ruhe legt. All den anderen erstickt der junge Samen im Keim, weil er mit Füßen getreten, mit Dünger überschüttet oder schlicht in der brennenden Mittagshitze vergessen wird. Die wenigsten werden jemals einen Gärtner finden, der ihren Garten pflegt. Nun sage du mir, welcher Samen darf es sein?
"Lieber die Glut im Kamin, als ein tostendes Fegefeuer"
Waldnacht
Des Abends er schreitet zum dämmernden Hain Mit Freiheit im Herzen, dem feurigen Schein Dass leuchtet im pastellfarben Abendgewand Der Liebe führende, seidene Hand. Da tritt er ein die schatt’gen Gewölbe aus Blättern und Zweigen und modrigem Duft Und schaudrig erscheint ihm solgeich auch das selbe Als schaufeln würd’ er sich die eigene Gruft Aus Finsternis blinken schon düstere Augen Ein Paar, als wollt es die Kräfte ihm rauben Ihn packen und halten im fasrigen Bast Auf ewig in bindet und würget und fasst Alleine sie starren raus aus dem Geäst sind still und starr wie Puppen aus Stroh Dass Hass und die Furcht aus ihm nur erwächst Gegen all das Fremde, das ihn so bedroh’ Mit schnellem Schritt Mit taumelnd Tritt Bevor ihm seine Angst entglitt Er stürmt voran Stur an, hinan Zum Ende dieser Schrecken Bald steht er vor Wiesendrand tief noch im Wald zum Blick zurück er erkühnt sich sodann Die dunklen Augen ihm funkeln so kalt Gebrochen scheint nunmehr ihr schrecklicher Bann Ein hallender Knall, dann schneller der Fall Er sinkt zur Erden nieder Er steht nicht mehr Sein Blick wird leer Erschaffend seine Glieder Am Ende sterben muss sein Mut Und mit sein Herzens Liebe Welche Angst ihm tat hier so wohl gut, Trotz dieser Tugend Diebe
Inflammation
Sie sind zu dritt. Einer liegt, einer steht, sie sitzt weinend da. Dem einen war es durchgegangen, der andere zog mit. Sie saß nur weinend da. Sie beide waren mächtig, doch einer unterlag. Jetzt sitzt sie weinend da. Der eine hat ihr wehgetan, der andere tat ihm weh. Seiter sitzt sie weinend da. Der eine blickt ins leere Nichts, der andre blickt ihn an und sie sitzt weinend da. Die beiden müssen gehen, obwohl sie sitzt und weint. Der andre hinter die Gitterwand, der eine in sein Grab. In einem seiner Briefe an sie gericht’ wird stehn’: “Lieber lass’ ich meine Liebsten mit mir Leiden, als dass ich leiden muss um sie.” Eines Tages liest sie ihn, dann sitzt sie weinend da.
Systemfehler
Vor den Toren der Stadt Falkenberg steht ein Haus. Das Haus ist grau. Darin erbaut haben die Menschen einen Tempel für das, was sie ihren Gott neben. Ein grauer Kasten, der alles weiß, was jeder wissen will steht auf einem Altar aus Monitoren.
Jeden Tag kommt ein alter Mann die Treppen hinaufgestiegen, erleuchtet die Bildschirme und führt die Gläubigen zum Gebet, sodass sie Antworten auf die Fragen ihres Lebens bekommen können.
Einmal, da stieg ein kleines Kind hinauf und fragte, ob man von Lollipopps dick werde. Und der Gott sagte, ja.
Ein anderes mal stand eine alte Frau davor und fragte, ob sie ihren Mann je wiedersähe. Der Gott sagte, nein.
Ein drittes mal stand ein junger Mann davor, kaum alt genug, um Zigaretten rauchen zu dürfen und fragte, warum er stets so einsam war. Der Gott zögerte und antwortete: "Systemfehler".