Ich wĂŒrde Jahrtausende lang die Sterne durchwandern, in alle Formen mich kleiden, in alle Sprachen des Lebens, um dir Einmal wieder zu begegnen. Aber ich denke, was sich gleich ist, findet sich bald.
Friedrich Hölderlin: Hyperion
we're not kids anymore.

Andulka
let's talk about Bridgerton tea, my ask is open

Product Placement
Xuebing Du
Lint Roller? I Barely Know Her

â
Today's Document
Game of Thrones Daily
Peter Solarz
tumblr dot com
đȘŒ

ç„æ„ / Permanent Vacation
noise dept.

#extradirty
NASA
KIROKAZE
TVSTRANGERTHINGS
Not today Justin
Stranger Things

seen from Malaysia
seen from Brazil

seen from United Kingdom

seen from Germany
seen from United States

seen from United States

seen from Germany

seen from TĂŒrkiye

seen from United States
seen from United States
seen from Malaysia
seen from United States

seen from United States
seen from United States

seen from Malaysia

seen from Indonesia
seen from United States

seen from Taiwan
seen from Germany
seen from Australia
@riatilos
Ich wĂŒrde Jahrtausende lang die Sterne durchwandern, in alle Formen mich kleiden, in alle Sprachen des Lebens, um dir Einmal wieder zu begegnen. Aber ich denke, was sich gleich ist, findet sich bald.
Friedrich Hölderlin: Hyperion
Dieses Haus wird nun auch mein Haus sein. Es hat unendlich viele Zimmer und Kammern, einen riesigen Keller, einen staubigen Dachboden, auf dem geheimnisvolle Dinge in alten SchrĂ€nken darauf warten, irgendwann wiederentdeckt zu werden. Es hat mich aufgenommen wie eine Muschel das Sandkorn, mich einverleibt und in seinen uralten Organismus eingefĂŒgt.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzÀhlen
Ich weiĂ, was er vorhat. Er will, dass ich die Entscheidung treffe. Er will nicht sagen: Bleib bei mir! Er will mir seine schlechtesten Seiten zeigen, und ich soll ihn trotzdem lieben. Oder eben gehen. Doch ich gehe nicht.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzÀhlen
"Liebst du mich?", frage ich ihn und wage nicht, ihn dabei anzusehen. Ich weiĂ, ich wĂŒrde die LĂŒge erkennen.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzÀhlen
jetzt muss ich erwachsen werden. Gerade jetzt, wo es nach vorne so viele Möglichkeiten gibt, schlieĂt sich die TĂŒr zur Kindheit fĂŒr immer. Und was passiert jetzt? Nichts. Es gibt keinen Knall, kein Getöse, kein Donnergrollen. Es geht einfach weiter, und doch Ă€ndert sich alles.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzÀhlen
Der Zauber des Anfangs ist verflogen; unsere Begegnungen haben nun die Ruhe der Gewohnheit angenommen. Er fĂ€llt nicht mehr sofort ĂŒber mich her, und manchmal reden wir nur. Die Angst vor dem Entdecktwerden ist der Erkenntnis gewichen, dass die Wahrheit nicht immer ans Licht kommt. Da frage ich mich, was sonst noch alles im Verborgenen stattfindet, von dem ich nie erfahren werde.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzÀhlen
In den Abendstunden lĂŒge ich leichter. Morgens, wenn ein kĂŒhles Licht die Gesichter schattenlos ausleuchtet, dann geht es mir oft elend. In der Klarheit dieser frĂŒhen Stunden scheint mein Handeln schwerer zu wiegen, das Gewissen stĂ€rker zu sein, die Moral ganz wach. SpĂ€ter am Tag verschwindet mein sittliches GefĂŒhl. In den NĂ€chten fehlt es gĂ€nzlich.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzÀhlen
Beim Henner ist das andersherum. Sein Begehren ist absolut. Danach kommt alles andere. Ich sehe immer gleich, wie sehr er mich will, in seinen Augen und dem Ausdruck seines Gesichts. Seine Grobheit ist ebenso natĂŒrlich, wie es die Sanftheit vom Johannes ist. FĂŒr mich hat sie ihren Schrecken verloren. Ich weiĂ nun, sie gehört zu ihm; es ist nicht seine Art, mĂ€Ăig zu lieben.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzÀhlen
Wenn er arbeitet, lese ich. SpĂ€ter erzĂ€hle ich ihm davon, doch das meiste kennt er schon. Trotzdem hört er mir genau zu und will stets wissen, wie ich diese oder jene Figur finde und wer mir am besten gefĂ€llt. Einmal sagt er: "Manchmal bist du so klug und dann wieder ein trotziges kleines MĂ€dchen." Das krĂ€nkt mich und macht mich widerspenstig, doch dann lieben wir uns, und ich vergesse alles. Er liebt mich jetzt anders. Nicht mehr so wĂŒtend wie am Anfang. Und er schĂ€mt sich fĂŒr nichts, das ist ganz neu fĂŒr mich. Er sagt mir, was ich tun soll, und fragt mich, was ich möchte. Das Licht macht er niemals aus, er will immer alles sehen. Auch ich soll das tun; er will nicht, dass ich schamhaft den Blick senke vor seinem aufgerichteten Geschlecht. Immer und immer wieder sagt er mir, es sei nichts Schlechtes daran, was wir tun. Dass ich es endlich glauben kann, verdanke ich ihm. Im Grunde ist er mein erster Mann. Ich bin niemals wirklich aufgeklĂ€rt worden. Alles, was ich ĂŒber die Liebe weiĂ, ist aus verborgenen Ecken zu mir gehuscht, mir eingetrĂ€ufelt worden von anderen, die mehr wussten. Am ende jedoch hatte das Bild noch viele leere Stellen. Mir reicht schon eine einzigezufĂ€llige BerĂŒhrung, wenn er mittags zu mir an den Herd kommt und in den Topf schaut, um ihn erneut zu wollen. Das hat er schnell begriffen und quĂ€lt mich dann ein bisschen, indem er sich hinter mich stellt und seine Hand langsam unter meinen Rock schiebt, weiter und weiter, seine rauen Finger mich sanft streicheln, ich sie in mir spĂŒre und er sie plötzlich wieder wegzieht. Er liebt es, wenn ich ihn bitte, nicht aufzuhören, und fragt dann immer wieder: "Was, Maria, was genau soll ich nicht aufhören ... SagÂŽs mir, sag mir, was du willst ..." und ich flĂŒstere: "Streichle mich weiter ...", und dann beginnt er von Neuem. Es liegt eine SelbstverstĂ€ndlichkeit in all dem, die lĂ€sst uns vieles hoffen.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzÀhlen
Jedes Mal, wenn ich sein Reich betrete, weiĂ ich nicht, wer ich sein werde, wenn ich es wieder verlasse. DrauĂen erneuert sich die Welt, doch hier steht die Zeit still.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzÀhlen
Ich bin nicht mehr die, die ich einmal war. Aber wer bin ich jetzt?
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzÀhlen
Doch da denke ich an mein eigenes Geheimnis und begreife, es gibt Dinge, die können gleich erzÀhlt werden, andere haben ihre eigene Zeit, und manche sind unsagbar.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzÀhlen
Ich habe die ÂŽKaramasowsÂŽ vernachlĂ€ssigt. Gerade jetzt, wo etwas Schreckliches geschehen ist. Fjodor Karamasow ist tot. Umgebracht, und alles weist auf seinen Sohn Dmitri als Mörder hin. Aber mitten im gröĂten UnglĂŒck und als ihm schon alles egal ist, zeigt Gruschenka ihm ihre Liebe. Manchmal rettet die Liebe alles.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzÀhlen
Wir sitzen am Ufer und halten die FĂŒĂe ins Wasser. Johannes sieht mich nur noch durch die Kamera an. Jede Geste wird zum Bild, jeder Blick zur Unendlichkeit. Er löst mich aus der Zeit und hĂ€lt einen Augenblick fest, der gleich danach unwiederbringlich verloren ist - jedes Bild ein kleiner Tod.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzÀhlen
Er nimmt mich an den HĂ€nden und zieht mich aufs Bett. "Komm!", sagt er, "es ist heiĂ hier oben. Zieh dein Kleid aus." Ich folge ihm widerspruchslos. Das Fenster steht weit offen, drauĂen zwitschern die Vögel wie trunken vom SommerglĂŒck. Die Spinnen sind nicht zu sehen, erst am Abend kommen sie wieder heraus und weben ihre feinen FĂ€den. Johannes hĂ€lt mir den Mund zu, niemand soll uns hören; niemand soll wissen, wie die Liebe klingt.
Daniela Krien: Irgendwann werden wir uns alles erzÀhlen
Wenn es nur einmal so ganz stille wÀre. Wenn das ZufÀllige und UngefÀhre verstummte und das nachbarliche Lachen, wenn das GerÀusch, das meine Sinne machen, mich nicht so sehr verhinderte am Wachen -: Dann könnte ich in einem tausendfachen Gedanken bis an deinen Rand dich denken und dich besitzen (nur ein LÀcheln lang), um dich an alles Leben zu verschenken wie einen Dank.
Rainer Maria Rilke: Wenn es nur einmal ganz stille wÀre
SCHREIB DICH NICHT zwischen die Welten, komm auf gegen der Bedeutungen Vielfalt, vertrau der TrÀnenspur und lerne leben.
Paul Celan: Schreib dich nicht. In: Paul Celan - Die Gedichte. Kommentierte Gesamtausgabe in einem Band, herausgegeben und kommentiert von Barbara Wiedemann, Frankfurt am Main 2005, S. 493. (via walter-benjamin-bluemchen)