Überfordert von zu viel Datenvolumen
Am 8. Juni erwähnt Virtualista in der Techniktagebuchredaktion einen neuen Datentarif: Freenet FUNK: “Gerade drüber gestolpert. Für mich nix, aber experimentierfreudige Earlyadopter in meiner Umgebung... ?” “JA HIER NEHMT MEIN GELD”, rufe ich. Denn beim neuen Tarif kann man entweder für 69 Cent 1 GB pro Tag bekommen oder für 99 Cent unbegrenztes Datenvolumen. Außerdem kann man den Tarif jederzeit ab morgen stilllegen, wenn man ihn gerade nicht benutzt. Das Geld wird täglich via Paypal abgebucht.
Das ist wie für mich gemacht, denn ich habe kein Festnetz-Internet, weil ich so oft unterwegs bin und finde, dass das Internet da sein sollte, wo ich bin und nicht da, wo meine Wohnung ist. Bisher kaufe ich pro Abrechnungsmonat ungefähr drei Mal die 6 GB, die AldiTalk für 14,99 anbietet. Manchmal verkalkuliere ich mich am Ende des Abrechnungszeitraums oder irgendeine App läuft Amok, dann muss ich noch ein viertes Mal zahlen, insgesamt bis zu 60 Euro im Monat für bis zu 24 GB. Im neuen Tarif werde ich nur 21 Euro für 30 GB zahlen, und wenn das auch nicht reichen sollte, gibt es den unlimitierten Tarif, der immer noch nur die Hälfte von AldiTalk kostet. Herrliche neue Zeiten brechen an!
Einzige erkennbare Nachteile des neuen Tarifs: Das Netz ist Telefónica, also O2-Eplus, das heißt außerhalb von Großstädten nicht vorhanden, aber das ist bei AldiTalk genauso. Und im Ausland gibt es gar kein Datenroaming, ich werde also meine Beitragsserie “SIM-Karten Europas” fortsetzen, die im Sommer 2017 durch die Einführung des europaweiten kostenlosen Roaming vorübergehend zum Stillstand kam.
Ich melde mich sofort an. Die App wirkt einfach und durchdacht, was bei Mobilfunkanbietern keineswegs selbstverständlich ist, aber bei ganz neuen Angeboten ist es inzwischen vielleicht üblicher geworden. Die neue Telefonnummer kann ich mir aus einer kleinen Auswahl aussuchen. Man hätte auch Wunschziffern eingeben können, aus denen sie dann zusammengemischt wird. Die bisherige Nummer mitnehmen wäre auch eine Option gewesen, aber das stelle ich mir langwierig vor. Mein Handy hat zwei SIM-Karten-Slots und ich will die AldiTalk-SIM erst mal behalten, fürs Ausland vielleicht und auch, weil mir nicht ganz klar ist, was passiert, wenn man es schafft, das eine GB doch aufzubrauchen, bevor der Tag zu Ende ist. Man kann zwar jederzeit in den unlimitierten Tarif wechseln, aber der gilt dann erst ab Mitternacht, es drohen also internetlose Stunden.
Anders als bei der letzten neu gekauften SIM muss ich kein Videoident-Verfahren durchlaufen, sondern nur meine Personalausweisnummer eingeben. Ein paar Tage später komme ich nach Berlin zurück und finde die SIM im Briefkasten vor. Zur Freischaltung scanne ich einen Barcode auf der Karte mit der FUNK-App. Danach dauert es ein paar Stunden (genauer kann ich es nicht sagen, nach den ersten paar Minuten ungeduldigen Wartens bin ich eingeschlafen) bis zur Aktivierung der Karte.
Überraschenderweise ist das neue Angebot nicht nur billiger, sondern, obwohl im selben Netz, auch schneller als das von AldiTalk. Vorher:
Oben, wo bisher “4G+” stand, was ich schon für das Schnellste überhaupt hielt, steht jetzt “LTE+”, und das ist also aus irgendeinem Grund noch schneller.
“1 GB Datenvolumen pro Tag, fühle mich jetzt etwas überfordert. Es ist ja schon fast Mittag und noch alles da!”, sage ich später am Tag zur Techniktagebuchredaktion. Erst mal stelle ich Google Photos und die Dropbox-Datensynchronisier-App DropSync auf "immer alles synchronisieren, nicht nur im WLAN" um. Und dann noch Netflix von “Low Data Usage” (bis zu 0,3 GB pro Stunde) auf “Medium” (bis zu 0,7 GB pro Stunde), obwohl ich diesen Unterschied wahrscheinlich gar nicht erkennen werde. Vielleicht schalte ich demnächst sogar TripMode ab.
Update: Etwas später stellt sich heraus, warum Freenet FUNK so billig ist. Es gibt einfach keinen Support, also, gar keinen.