Arno Geiger "Selbstporträt mit Flusspferd"
Arno Geiger ist vielen bekannt durch seinen Roman "Der König in seinem Exil". In "Selbstporträt mit Flusspferd" geht es um einen jungen Mann, eine zerbrochene Liebe und was diese Tatsache so alles durcheinander bringt, und einen ungewöhnlichen Sommerjob.
Die Idee des Romans ist witzig. Allerdings besteht die Gefahr, dass ziemlich wenig auf ziemlich viele Seiten ausgedehnt wird. Natürlich korrespondiert das mit der Haltung und Stimmung des Ich-Erzählers Julian, aber ob ich mir das über fast 500 Seiten antun möchte, ist fraglich.
Passagen wie die obenstehenden stimmen mich optimistisch, solche wie die untenstehende eher pessimistisch, dass ich den Roman fertig lese.
„Nicki sagte, ich müsse den Realitäts-Check bestehen, andernfalls hätte ich den endgültigen Beweis, dass meine Belesenheit zu nichts nütze sei.
Ausgehend von Judith steuerten wir meistens Nickis Lieblingsthema an: Das Leben. Ich hatte den Eindruck, Nicki verbinde mit diesen Gesprächen die Hoffnung, dass sie herausfinden könne, wie man seine Angelegenheiten in Ordnung hält. Ziemlich seltsam … dass ausgerechnet ich ihr Nachhilfe in Sachen guter Lebensführung geben sollte.”
Selbstporträt mit Flusspferd von Arno Geiger (© Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG 2015)
Link zum Zitat: https://bit.ly/3qjMv00
„In einer Küche fällt es halt schwer, erwachsen zu sein, was? Ja, in einer Küche fällt es schwer, erwachsen zu sein, das stimmt. Küchen haben etwas Betäubendes wie Muttermilch. Und da hockte ich und kam mir blöd vor. Die Zeit schleppte sich dahin, denn in Küchen vergeht die Zeit nun einmal langsamer als woanders. Ja, in Küchen vergeht die Zeit nun einmal langsamer als woanders.”
Selbstporträt mit Flusspferd von Arno Geiger (© Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG 2015)
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Dieser Abschnitt war der letzte, den ich von diesem Buch gelesen habe. Nach 150 Seiten wird's eher schlimmer als besser.
Zum Glück nicht gekauft, sondern auf Skoobe gelesen.