Internes Schreiben von Österreichs Innenminister Herbert Kikl (FPÖ) an die Landespolizei-Pressestellen.
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Internes Schreiben von Österreichs Innenminister Herbert Kikl (FPÖ) an die Landespolizei-Pressestellen.
Dies Erziehungsbild der Härte, an das viele glauben mögen, ohne darüber nachzudenken, ist durch und durch verkehrt. Die Vorstellung, Männlichkeit bestehe in einem Höchstmaß an Ertragenkönnen, wurde längst zum Deckbild eines Masochismus, der - wie die Psychologie dartat - mit dem Sadismus nur allzu leicht sich zusammenfindet. Das gepriesene Hart-Sein, zu dem da erzogen werden soll, bedeutet Gleichgültigkeit gegen den Schmerz schlechthin. Dabei wird zwischen dem eigenen und dem anderer gar nicht einmal so sehr fest unterschieden. Wer hart ist gegen sich, der erkauft sich das Recht, hart auch gegen andere zu sein, und rächt sich für den Schmerz, dessen Regungen er nicht zeigen durfte, die er verdrängen mußte. Dieser Mechanismus ist ebenso bewußt zu machen wie eine Erziehung zu fördern, die nicht, wie früher, auch noch Prämien auf den Schmerz setzt und auf die Fähigkeit, Schmerzen auszuhalten. Mit anderen Worten: Erziehung müßte Ernst machen mit einem Gedanken, der der Philosophie keineswegs fremd ist: daß man die Angst nicht verdrängen soll. Wenn Angst nicht verdrängt wird, wenn man sich gestattet, real so viel Angst zu haben, wie diese Realität Angst verdient, dann wird gerade dadurch wahrscheinlich doch manches von dem zerstörerischen Effekt der unbewußten und verschobenen Angst verschwinden.
Adorno, Theodor W. (1998/1966): Erziehung nach Auschwitz, Gesammelte Schriften Band 10.2, Frankfurt a. M., S. 682f.
Autoritärer Charakter oder flexibler Autoritarismus? – Zur Aggressivität der Gegenwart
Vortrag und Diskussion mit Thomas Waimer
5.Dezember 2017 | 19.30 Uhr | Goldene Rose | Rannische Straße 19 | Halle
Das Konzept des autoritären Charakters aus den 1930er Jahren galt lange als veraltet. Die Liberalisierung familiärer Strukturen, die die Liberalisierung der Märkte begleitete, entmachtete den Vater, der hinter der Autorität als einer Charaktereigenschaft stand. Der neue Mensch der postautoritären Gegenwart leidet daher nicht mehr an der Übermacht der väterlichen Instanz, sondern vielmehr an Unbestimmtheit und Konfliktlosigkeit, so der Tenor soziologischer Zeitdiagnose. Das flexible Selbst des neoliberalen oder postmodernen Kapitalismus scheint deshalb frei zu sein von Sadismus, Konventionalismus oder rassistischen und antisemitischen Projektionen.
Spätestens nach den Wahlerfolgen der AfD, den Wutdemonstrationen der PEGIDA und der Wahl Donald Trumps zum 45. US-Präsidenten war man sich seines hedonistisch-depressiven Sozialcharakters nun nicht mehr ganz so sicher und plötzlich war das lange verschmähte Konzept des alten autoritären Charakters wieder in aller Munde. Warum die These einer einfachen Rückkehr des autoritären Charakters jedoch falsch ist und vielmehr nach dem oft unsichtbaren Autoritarismus im Sozialcharakter der Gegenwart gesucht werden muss, möchte der Vortrag darstellen und diskutieren.
Thomas Waimer hat in Erlangen und Jena Soziologie studiert, ist endlich Soziologe und lebt in Leipzig.
Eine Veranstaltung des AK Kritik der Pädagogik.
[Zu misstrauen sind den] ringenden Menschen, die permanent im Kampf mit sich selbst, in Entscheidungen unter Einsatz der ganzen Person leben. […] [D]ie Macht, welche die Konflikte lenkt, das Ethos von Verantwortung und Aufrichtigkeit, ist allemal autoritärer Art, eine Maske des Staates. […] Die ganze Balgerei ist inszeniert von der ins Individuum eingewanderten Gesellschaft, die zugleich den Kampf überwacht und mitspielt. Sie triumphiert um so fataler, je oppositioneller die Resultate sind: Pfaffen und Oberlehrer, deren Gewissen ihnen weltanschauliche Konfessionen abnötigte, die sie mit ihren Behörden in Schwierigkeiten brachten, sympathisierten stets mit Verfolgung und Gegenrevolution. Wie dem sich selbst bestätigenden Konflikt ein wahnhaftes Element beigesellt ist, so liegt in der angedrehten Dynamik der Selbstquälerei die Repression auf dem Sprunge. Sie entfalten den ganzen seelischen Betrieb nur, weil es ihnen nicht erlaubt ward, Wahn und Wut draußen loszulassen, und sind bereit, den Kampf mit dem inneren Feind wiederum in die Tat umzusetzen, die nach ihrer Meinung ohnehin am Anfang war. Ihr Prototyp ist Luther, der Erfinder der Innerlichkeit, der sein Tintenfaß dem leibhaftigen Teufel, den es nicht gibt, an den Kopf warf und schon die Bauern und Juden meinte.
Theodor W. Adorno
Der Artikel zeigt: Im MAGA-Christentum wird Gottes Wille oft mit politischer Macht verschmolzen. Diese „vertikale Autorität“ sakralisiert Führer und Nation. Luthers Zwei-Reiche-Lehre unterscheidet dagegen geistliches und weltliches Regiment und begrenzt so religiös überhöhte Politik.
Informationen zur Verteidigung von Demokratie und Rechtsstaat - gegen Autoritarismus und Extremismus jeder Art.
Welche Merkmale machen eine Demokratie aus? Hier gibt es dazu die wichtigsten Punkte.
Vorsätzliche Provokation: ICE-Razzien als Mittel zum Chaos
Von der Redaktion von WPS.News Es besteht kein Zweifel mehr. Die jüngste Entsendung von ICE-Sondereinheiten (SRT) in von Demokraten geführte Städte – Chicago, New York, Seattle, Nord-Virginia und Philadelphia – hat wenig mit Migrationsgesetzgebung zu tun. Es geht um Provokation. Das Ziel ist Chaos. Diese Einsätze sind darauf ausgelegt, die Lage anzuheizen. Gemeinschaften wie Pilsen in Chicago…
Machtergreifung in Zeitlupe
Es passiert im Stillen und schleichend. Der Vorgang erregt kaum öffentliches Interesse, obwohl er weitreichende Konsequenzen hat. Die EU-Kommission nimmt an den Kapitalmärkten in immer größeren Umfang Schulden auf. Für das Jahr 2025 ist eine Neuverschuldung in Höhe von 160 Milliarden Euro geplant. Eigentlich ist der EU-Kommission die Ausgabe von Schuldscheinen verboten. Sie erhält ihr Budget…
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