Eine dicke Brieftasche ist kein Zeichen für Reichtum, sondern ein technisches Problem
Symbolbild – v. u.: Karten für ÖPNV in Berlin, BahnCard, Bundestagsausweis, Girocard, Kreditkarte, Girocard, Presseausweis, Personalausweis, Kreditkarte, Gesundheitskarte, Führerschein
Eine dicke Brieftasche war mal der sprichwörtliche Begriff für Reichtum: Sie enthielt Bargeld, je mehr Scheine, desto besser. Inzwischen ist die dicke Brieftasche zum Normalfall geworden. Kontokarten, Ausweise, Zugangsberechtigungen – für alles und jedes gibt es inzwischen eine kleine Plastikkarte. Und da sind die Bonuskarten von Drogeriemärkten, Coffeebars oder Restaurants noch nicht mal mitgerechnet.
Doch Inzwischen lassen sich viele Prozesse, vor allem das Bezahlen, mit dem Smartphone erledigen, erst recht seit Einführung der Near Field Communication (NFC). Die meisten der Plastikkarten dienen ja inzwischen auch in erster Linie als Träger für einen entsprechenden Chip, die aufgedruckten Informationen treten in den Hintergrund. Reicht’s also vielleicht demnächst, das Handy einzustecken und den ganzen Kartenstapel zuhause zu lassen?
Nun ja. Das ist, sagen wir individuell sehr unterschiedlich. Um seinen Kaffee zu bezahlen oder einen Einkauf zu erledigen, mag das Smartphone reichen. Bei Ausweisen und Zugangsberechtigungen wird es schon schwieriger.
Von den elf Karten in meiner Brieftasche (siehe Symbolbild oben) könnte ich nur eine sofort aussondern: Die BahnCard ist auch in der App auf meinem Smartphone hinterlegt. Alles andere wird schwierig. Die ÖPNV-Karte ist nicht personengebunden, die teile ich mit meiner Frau. Die diversen Ausweise - Personalausweis, Führerschein, Presseausweis, Zugangsberechtigung für den Bundestag - gibt es schlicht nicht als App, ist vielleicht auch besser so. Die Gesundheitskarte hat so schon technische Probleme, ich mag mir das bei einer App gar nicht vorstellen. Bleiben die vier Karten mit Zahlungsfunktion: Davon könnte ich vermutlich eine Bezahlmöglichkeit aufs Handy transferieren – aber aus verschiedenen, nicht zuletzt beruflichen Gründen habe ich ja vier Karten für vier unterschiedliche Konten. Ob ich das auch auf dem Smartphone abbilden könnte? Da bin ich sehr skeptisch.
Es folgt eine – wie immer nicht repräsentative – Übersicht über die Brieftaschen der Techniktagebuch-Redaktion: Molinarius, André Spiegel und Kathrin Passig, Esther Seyffarth, Alexander Stielau, Oliver Laumann und Drago Starcevic, Henning Grote, Undine Löhfelm, Lukas Daniel Klausner, Mehmet Aydın, Virtualista und Kaltmamsell, Angela Heider-Willms, Anne Schüßler, Markus Winninghoff, Thomas Jungbluth, Aleks Scholz, Kiki Thaerige, Torsten Gaitzsch und verenka.