Pulsoximeter und FFP2 auf dem Crosstrainer
Die Neuinfektionen steigen und die Corona-Warn-App hat mir diese Woche trotz Quasi-Isolation schon drei Risikobegegnungen mit niedrigem Risiko bescheinigt. So fange ich an, mir Gedanken darüber zu machen, ob ich das Trainieren im Gym nicht vielleicht noch ein bisschen sicherer für mich selbst gestalten kann – derzeit trägt dort niemand Maske beim Training. In der Regel gehe ich zu Zeiten, wo das Gym leer ist, da sorge ich mich nicht, denn Abstände von 20 Metern zur nächsten Person sind eher die Regel als die Ausnahme. Wenn aber doch mal jemand in der Nähe ist, wäre es ja schön, Optionen zu haben, die nicht “sofort weglaufen” sind.
Außerdem habe ich in einer Studie gelesen, dass es nicht weiter schadet, mit einer FFP2-Maske zu trainieren. Die Probanden allerdings waren gesunde junge Männer. Ich bin zumindest kein junger Mann und vielleicht auch nicht ganz so gesund wie ein gesunder junger Mann. Ich will wissen, wie das für mich geht. Mit FFP2-Maske und Pulsoximeter schreite ich zum Experiment. Ich bin die einzige Person im ganzen Gym mit Maske und obwohl nicht viele Leute da sind, sehe ich, wie sich zwei Meatheads kaputtlachen über meinen Aufzug. Naja, egal. For Science!
Ich gehe auf den Crosstrainer und fange an, zu laufen. Gleichmäßig, mit einem Puls so knapp über 130. Das geht mit Maske tatsächlich super. Mein Puls geht etwas schneller auf die 130 als sonst, ansonsten ist alles wie immer, nur ein bisschen wärmer im Gesicht.
Das Pulsoximeter zeigt, dass die Sauerstoffsättigung auch im grünen Bereich ist. Also zünde ich die nächste Stufe des Experiments: Hochintensive Intervalle. 30 Sekunden volle Pulle Sprint, 30 Sekunden Erholung bei Schritttempo, dann wieder Sprint und so weiter. Das ist schon ohne Maske unangenehm, mit Maske reicht es mir nach 5 Intervallen – ich atme zu schwer. Das Pulsoximeter zeigt ein leichtes Absinken der Sauerstoffsättigung, aber immer noch kein Grund zur Sorge.
Ich bin zufrieden mit meinem Experiment, denn ich habe die Gewissheit, nicht am Ende meiner Möglichkeiten zu sein. Den Rest des Trainings absolviere ich ohne Maske, ist ja niemand in der Nähe.