Ewig dich liebend, du ....

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Ewig dich liebend, du ....
Ewig dein,
Ewig mein,
Ewig uns.
Ludwig van Beethofen
Ewig dein, ewig mein, ewig uns
Ewig dein, ewig mein, ewig uns
Ein Erinnerungstag. An einen grauen Nebel-Novembertag. Trotzdem haben wir ganz schön viel Farben gesehen. Es war ein Hochzeitstag voll Liebe, voll Freude. Und der Spruch von Herrn Beethoven begleitet eure Ehe, 10 Jahre sind es schon, ewig soll es sein. Ich freu mich sehr, dass ich euren gemeinsamen Weg als Trauzeugin begleiten darf. Liebe beste Freundin, lieber Mo an deiner Seite, alles Liebe…
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Dein [*txt.]
“Dein ist mein ganzes Herz” singt der Tenor in der berühmten Operette, recht schmalzig. Schmettert es, verzaubert die Angebetete. Das Publikum schmachtet mit, drückt der Text der Arie doch so wunderbar Gefühl, ja Grundbedürfnis aus: ich möchte “dir” mein Herz schenken. Die große Liebe finden. Glücklich sein. Ewig dein, ewig mein, ewig uns. “Es” erleben. Dabei aber ganz bei mir bleiben, mein Leben…
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Ewig dein. Ewig mein. Ewig uns
Good morning. While still in bed my thoughts turn towards you my Immortal Beloved, now and then happy, then sad again, waiting whether fate might answer us - I can only live either wholly with you or not at all, yes I have resolved to stray about in the distance, until I can fly into your arms, and send my soul embraced by you into the realm of the Spirits - yes unfortunately it must be - you will compose yourself all the more since you know my faithfulness to you, never can another own my heart, never – never – O God why do I have to separate from someone whom I love so much, and yet my life in V as it is now is a miserable life - Your love makes me at once most happy and most unhappy - at my age I would now need some conformity regularity of my life – can this exist in our relationship? – Angel, I have just heard that the mail coach goes every day – and thus I must finish so that you may receive the letter immediately. – be patient – only through quiet contemplation of our existence can we achieve our purpose to live together – Be calm; for only by calmly considering our lives can we achieve our purpose of living together.- be calm - love me - today - yesterday - What yearning with tears for you - you - you my life – my everything - farewell - oh continue to love me - never misjudge the most faithful heart of your Beloved.
Forever thine forever mine forever us.
ever thine ever mine ever ours
Ludwig van Beethoven - Letters to the Immortal Beloved
Kapitel Fünfzehn
Nach, wahrscheinlich einer halben Stunde, stand ich am Ende der Stadt. Ein schmaler Weg führte Berg hinauf. Der Wegrand war mit Bäumen zugewachsen und manche Äste bahnten sich über den Weg. Ich betrat den Steinboden und kämpfte mir meinen Weg durch das Gestrüpp, dass an manchen Stellen den Weg zugewachsen hatte. Der Weg war anstrengend, und ich wollte vor Sonnenuntergang ankommen, denn ich kannte diese Gegend nicht, und Nachts wollte ich mich nur ungern an diesem Ort aufhalten.
Das Gestrüpp und die Äste wurden immer dreister, und bald schon war kein Weg mehr zu erkennen. Eine dunkle Aura hielt sich hier auf und auch der Sonnenuntergang brach ein. Weiter ging ich vorwärts, doch noch immer war kein Schloss in Sicht.
Du kannst es gar nicht verfehlen , sagte die Frau. Sollte das ein Scherz sein? Es war weit und breit kein Schloss zu sehen und vom Weg war ich auch schon abgekommen.
Ich wusste nicht mehr, wo ich war. Alles, was ich sah, war Bäume, und hohes Gestrüpp, dass mir bis zu den Waden reichte. Von außen sahen die Bäume gar nicht so hoch aus, wie sie in diesem Moment aussahen. Sie letzten Sonnenstrahlen strahlten mir ins Gesicht. Ich hatte die Orientierung verloren. Ich wusste nicht mal mehr, welche Richtung ich einschlagen musste, um zurück in die Stadt zu gelangen. Ich wollte mich nicht mehr bewegen. Keinen Schritt weitergehen, da ich befürchtete, mich sonst nur noch weiter zu verlaufen. Doch es wurde immer dunkler, und schnell kämpfte ich mir meinen Weg weiter durch das ganze Gestrüpp. Es wurde immer tiefer und reichte mir bereits schon bis zu den Oberschenkeln. Auch die Sonne hatte mich verlassen und nun stand ich hier in einem finsteren Wald. Ich hörte das Knistern von Blättern, das Rauschen der Bäume, die vom Wind angestupst wurden und Grillen. Das Gestrüpp, was wegen der Dunkelheit seine kräftige, grüne Farbe verlor, wurde in ein blasses blau - grau getaucht. Ich hatte die Befürchtung, jeden Moment könnte etwas aus den Gestrüpp springen und nach meinen Beinen packen und mich wegzerren. Die Äste der Bäume waren zu hoch, um daraufzuklettern, und um ehrlich zu sein, war ich schlecht im klettern. Ich schaffte es noch nicht mal, über Zäune zu klettern, die gar nicht mal so hoch waren. Ich ging weiter. Das Rascheln, dass durch meine Schritte durch das Gestrüpp verursacht wurde, kam mir nur noch intensiver vor, als zuvor. Nach kurzer Zeit nahm ich einen Felsen wahr, der ebenso im ganzen Gestrüpp fast versunken war. Doch er ragte noch mit der Oberfläche aus dem Grünzeug hinaus. Ich setzte mich auf den Felsen und beobachtete meine Umgebung. Ich hatte Angst. Panik umklammerte mein Herz. Ich fühlte mich beobachtet , und hatte Angst und das Gefühl, als würde jeden Moment irgendjemand oder irgendwas hinter einem Baum hervorspringen und mich töten. Jedes Geräusch, jeden Rascheln von irgendeinem Gebüsch wurde intensiver, als zuvor. Ich schloss die Augen und atmete tief durch. Ich sah nur noch Schwarz. Doch nach einer Weile bemerkte ich, dass vor meinen Augen ein Licht aufstrahlte. Ich öffnete die Augen, und sah etwas, was ich niemand vergessen wollte. Glühwürmchen tauchten aus allen Himmelsrichtungen auf, flogen aus dem Gestrüpp empor und umhüllten alles in grün-gelbes Licht. Ich vergaß meine Angst und die Panik ließ mein Herz los.
Sie flogen kreuz und quer umher, bis es aussah, als würden sie sich nebeneinander in eine Reihe aufstellen, und einen Weg aus Licht bilden. Ich spielte mit dem Gedanken, dass sie mir den Weg weisen wollten. Ich wollte hier weg und auch, wenn es nur Zufall war, sie boten mir Licht. Ich sprang vom Stein hinunter, zurück ins Grünzeug, in dem meine Waden komplett versanken und folgte dem schalen Weg, den die Glühwürmchen in Licht umhüllten. Die Glühwürmchen, die ich hinter mir ließ, flogen weg, versanken wieder in das Grünzeug oder flogen sonst wo hin. Das Grünzeug wurde immer flacher und nach einer Weile versanken meine Beine nicht mehr in ihm.
Die Glühwürmchen flogen davon und tatsächlich stand ich vor dem Schloss.
Der Wind wurde stärker und hinter mir hörte ich das Rascheln der Blätter, als würde jemand hindurch gehen.
Ich ging weiter, suchte mir einen Weg in das Schloss. Das Schloss war riesig, und ich wusste nicht, wie ich Cole dort hinaus holen sollte. Geschweige denn, wie ich überhaupt ins Schloss kommen würde.
Nach geschlagenen zehn Minuten fand ich eine Bodenluke, die unauffällig zwischen Büschen und Gras versteckt war. Doch ein Hebel, der aus Gold angefertigt wurde, funkelte hervor. Leise öffnete ich die Luke und ging eine Treppe mit sehr schmalen Treppenstufen hinunter. Ich kam in eine Art Abstellkammer an. Jedoch wurden hier Fässer abgestellt. Auf ein paar der Fässer stand "Rum" . Eine Flüssigkeit tropfte von den Steinwänden hinunter und tropfte mit einem leisen Geräusch auf den Steinboden. Ich schlich mich zur Türe und öffnete sie langsam. Vor mir war eine Türe, die nicht bewacht wurde und noch konnte ich keine Wachen sehen. Ich schlich mich aus dem Raum hinaus, und ging durch die vordere Türe. Um ehrlich zu sein, wusste ich nicht, wohin ich musste. Das Schloss war groß, und ich hatte keine Ahnung, wie ich Cole finden sollte. Eine Wache sagte zuvor, als ich hier war, und mit der neuen Göttin redete, er sei in den Kellergewölbe. Also irgendwo unten.
Die Türe führte ebenfalls nur in einen Lagerraum.
Nach langem herumschleichen und rumsuchen fand ich eine Türe, die nach unten führte. Es war verwunderlich, dass ich kaum Wachen gesehen habe. Nur ab und zu eine, die hektisch durch die Gänge ging. Ich schloss die Türe hinter mir, und stieg die Treppen hinab. Die Treppen führten in einer großen Spirale hinunter. Die Stufen führten an wenigen Zellen vorbei. Die Gefangen gaben keinen Mux von sich. Schwiegen und schauten mich nur starr an. Ich ging weiter hinunter.
Nach Minuten kam ich unten an. Noch mehr Zellen waren dort und ich schaute mich weiter um. Ich durchlief die steinigen Gänge und hielt Ausschau nach Cole. Plötzlich hörte ich das klirren von Metall, und die Stimmen von zwei Leuten, die miteinander redeten. Ich wollte das Risiko nicht eingehen, herauszufinden, um wen es sich handelte. Ich hielt sofort hektisch Ausschau nach einem Versteck und erblickte eine Türe am Ende des Ganges. Daneben saß eine schlafende Wache auf einem Stuhl. Die Türe führte mich eventuell zu dem einzigen Zufluchtsort, der am nahsten war.. Leise, aber so schnell wie möglich, lief ich auf die Türe hinzu. Die Wache schnarchte, leise. Leise öffnete ich die Türe, die jedoch leise quietschte. Wieder schaute ich zu der Wache, die jedoch weiterhin am schlafen war. Ich betrat den Raum, und schloss die Türe. Mit meinem Ohr lauschte ich an ihr, um zu wissen, ob die - eventuell - Wachen näher kommen würden.
“Was machst du denn hier?”, flüsterte eine Stimme mir zu.
Ich erschrak und drehte mich um. Cole. Alleine, in einer Zelle hinter dieser Türe. Der Raum war finster, wurde jedoch mit einer Kerze, die mit einem Kerzenhalter an der Wand befestigt war, erhellt.
Der Raum bestand nur aus dunkelgrauem Stein, der Zelle, die mit einem Holzbett ausgestattet wurde und ein paar Fässern.
“Cole.. Ich - Ich habe nach dir gesucht.”
Cole schaute mich fragend an. “Ich dachte, die Königin hätte dich wieder in deine Welt geschickt. Wie bist du wieder hierher gekommen?”
Ich schüttelte den Kopf. “Lange Geschichte. Ich muss dich irgendwie daraus holen.”
“Das funktioniert nicht. Du brauchst den Schlüssel der Wache.”
“Die vor der Türe?”
Er nickte. “Ich denke schon.”
Nun gut, ich könnte jetzt einfach leise die Türe öffnen und mir den Schlüssel nehmen. Es hörte sich ziemlich einfach an, war es jedoch bestimmt nicht.
“Ich versuch es.”, beschloss ich und öffnete die Türe einen Spalt. Niemand, außer die schlafende Wache, war zu sehen. Leise ging ich hinaus, und bemusterte die Wache. An seinem Gürtel war an einer Gürtelschnalle ein Schlüsselbund befestigt. Ich hockte mich hin und versuchte, den Schlüsselbund von der Schnalle zu trennen. Es war nicht einfach, die Wache dabei nicht aufzuwecken. Der Schlüsselbund war oben aufklappbar. Jedoch sah es leichter aus, als es war. Er war mit einer solchen Kraft zugeklappt, dass ich Angst hatte, die Wache aufzuwecken, wenn ich abrutschen würde. Jedoch löste sich die Kraft nach einer Weile und beide Seiten ließen nach, jedoch mit solch einer Wucht, dass zwei der Schlüssel auf den harten Steinboden fiel.
Erschrocken schaute ich zu der Wache, die immer wieder mehrmals ihren Kopf aufrichtete. Schnell nahm ich beide Schlüssel, so wie den Schlüsselbund und ging zurück in den Raum, wo Cole festgehalten wurde.
Er schaute zu mir.
“Und?”
“Die Wache.. - Ich glaube, die schläft noch.”
Ich fing an, am Schlüsselloch den richtigen Schlüssen zu finden. Es waren bestimmt um die fünfzehn Schlüssel.
Doch nach dem elften Versuch passte der Schlüssel, und ich öffnete mit einem lauten Scheppern die Türe der Zelle.
Ich zuckte zusammen, schaute zu der Türe, die sich nicht öffnete. Für eine Weile beharrte ich so, doch ich atmete erleichtert aus, als niemand hinein kam.
“Danke”, bedankte sich Cole. “Wenn wir hieraus sind, musst du mir alles erzählen.”
Ich nickte. Doch ich fürchtete, der Weg nach draußen, war nicht so einfach, wie der Weg nach hier unten.
( Es tut mir Leid, dass es so lange gedauert hat, bis dieses Kapitel hochgeladen wurde. Die Schulzeit und mehrere persönliche Gründe halten mich Momentan davon ab, weiterzuschreiben. Und da ich keine Lust habe, was zu schreiben, obwohl ich keine Lust habe bzw, mich dazu zwinge, bringt es nichts, denn ich will nicht, dass ich dadurch ein schlechtes Kapitel schreibe. Danke für euer Verständnis. )
Kapitel Vierzehn
Nach dem Geschichtsunterricht, nachdem alle anderen in die Pause gestürmt waren, ging ich zu Mrs. Bowl, um sie zu fragen, ob sie eventuell eine Ahnung hätte, wo nach Legenden nach die heutige Stxy liegen könnte.Nur hatte ich mir vorher gar keine Ahnung gemacht, was genau ich fragen sollte. Ich meine, sowas würde ein Schüler wohl nicht alle Tage fragen. Außerdem wusste ich nicht mal, ob es irgendeine Legende gab, die von der “heutigen” Stxy erzählt. Aber ich musste zurück, bevor sie Cole noch irgendetwas antun würden, wenn es nicht schon zu spät war. Ich musste das tun, schließlich war Cole wegen mir dort unten. “Mrs. Bowl?” Mrs. Bowl schaute von ihrem Pult zu mir hinauf. “Ja, Zara? Was kann ich für dich tun?”
“Ich recherchiere Momentan die Orte griechischer Mythologie, und wo sie sich, nach Legenden nach, zur heutigen Zeit befinden könnten.” , dachte ich mir aus.
“So was recherchierst du? Wofür denn?”
“Aus eigener Interesse.”
Sie nickte nur. “Nun, du weißt, dass kein Mensch dieser Welt wissen kann, ob es diese Orte und diese Wesen, die Götter, und alles, was dazu gehört, jemals existierten.”
Oh doch, und ob es einen Menschen gab, der davon wusste. Vielleicht gab es neben mir ja noch mehr Menschen, die davon bescheid wussten.
“Ja, weiß ich. Ich meine ja nur Legenden nach.”
“Nun, von welchem Ort sprichst du denn?”
“Von der Stxy.”
“Ah, von der oder dem Stxy, die Abgrenzung zwischen Hades und der Oberwelt. Der Weg nach Hades. Nun, ich glaube, ich habe tatsächlich mal etwas davon gehört, bin mir jedoch nicht mehr sicher. “
Meine Hoffnung stieg.Sie holte aus ihren Schubladen drei Bücher hinaus. Jedes handelte sich um die griechische Mythologie. Sie schlug das Inhaltsverzeichnis des ersten Buches auf, und blätterte um, bis ein Bild von der Styx zu sehen war. Männer saßen in einem kleinen Boot, einer ruderte es, und eine Strömung war zu sehen.
“Hier ist nichts..” , und sie holte das zweite Buch.
“Ah, hier!”, sagte sie, nachdem sie die Seite aufschlug.
“Nun, hier steht.. “, sie glitt mit den Fingern bis hin zum genannten Fluss.
Der Kennebec River. Schön und gut, aber der Kennebec River war weit über 200km lang. Musste ich an eine besondere Stelle?
“Steht dort .. nichts weiter?”
“Nein, tut mir leid, Zara. Da kann ich dir nicht weiter helfen.”
“Vielen Dank, Mrs. Bowl.”, bedankte ich mich für ihre nette Hilfe. Sie reichte mir das Buch. “Vielleicht findest du ja noch mehr. Gib es mir zurück, wenn du fertig bist.”
“Vielen Dank.” Ich nahm das Buch, und verließ den Klassenraum.
Nick wartete vor dem Klassenraum auf mich. Er wusste von der ganzen Situation, dass ich adoptiert bin, überhaupt nichts, und ich kam auch noch nicht dazu, es ihm zu sagen.
“Wo warst du gestern nach der Schule , Zara? Ich habe deinen Pick-up noch nach Schulschluss auf dem Parkplatz gesehen.”
Damit hätte ich natürlich rechnen müssen. Ich lenkte vom Thema ab.
“Nick, ich muss mit dir reden.” Nicks Gesicht wurde starr, und er sah aus, als sei er blasser geworden.
“Nicht über uns, Nick.”, machte ich ihm weis. Er sah aus, als fiele ihm ein Stein vom Herzen.
“Was gibt’s?”
“Nick, gestern.. Ich habe mit meinem Vater geredet, also.. ich bin nicht die leibliche Tochter meiner Eltern.” Irgendwie fiel es mir noch schwer, darüber zu reden.
Seine Miene veränderte sich zu etwas einfühlsamen. “Zara, weißt du..”, ich unterbrach ihn. “Du brauchst nichts sagen. Es ist alles in Ordnung."
“Willst du nicht herausfinden, wer deine leiblichen Eltern sind?” Ich schüttelte nur den Kopf. Ich wusste natürlich, wer meine leiblichen Eltern waren. Aber ich konnte ja schlecht sagen, dass ich das Kind von zwei Göttern bin.
“Ich habe Hunger. Lass uns was essen gehen.”
Nach der Schule fuhr ich nach Hause, und verbarrikadierte mich sofort in meinem Zimmer. Ich forschte das Buch nach weiteren Hinweisen durch, doch nichts war zu finden.
Ich schaltete meinen braunen Laptop an, der die besten Jahre bereits hinter sich hatte, und forschte im Internet.
Ich gab bei Google alles mögliche ein. Mythen über Kennebec River, Legenden über Kennebec River, Styx und Kennebec River, Mythologie - Kennebec River, einfach alles mögliche. Die meisten Seiten waren jedoch irgendwelche Foren, die mit Spielen zusammenhingen, Informationen über den Kennebec River, einen Blog über Sehenswürdigkeiten in Maine, doch tatsächlich wurde ich nach langem forschen fündig.Es war ein Forum. Vielleicht konnte ich es also nicht so ernst nehmen, doch ich musste jede Gelegenheit nutzen, um zurück nach Hades zu gelangen, und Cole zu helfen.
Die Seite war braun, mit beigen Verzierungen bemustert. Oben waren die Themen, die Suchoption, und das Impressum angegeben, doch ich gelang sofort auf die Seite, die ich brauchte.
Ein User, der als anonym angegeben war, schrieb etwas über den Kennebec River, der Beitrag jedoch war schon alt.
Beitrag von: Anonym, Thema von: Anonym, erstellt am 01.12.2006
Sie wollten mich umbringen. Angeblich wüsste ich zu viel über sie, um in meine Welt zurückzukehren. Es war mir verboten, diesen Ort zu verlassen. Dieser wunderschöne Ort voller Leiden. Voller Leiden und Qualen. Sie hielten mich gefangen. Gefangen, an einem düsteren Ort. So düster, dass ich nicht mal wusste, wo genau ich war. Meine Umgebung war mir wegen dieser Dunkelheit unbekannt. Nicht einmal einen Umriss nahm ich war. An diesen Ort kam kein einziger Sonnenstrahl. Schreie waren zu hören. Laute, qualvolle Schreie. Sie folterten sie. Und ich wusste, ich sei als nächstes an der Reihe. Doch durch ein Wunder konnte ich fliehen. Der Ort, der sich nicht spiegelt, war mein Ausweg. Meine Rettung. Und plötzlich schwamm ich im Kennebec River. Es war stürmisch, und ich die Strömung zog mich mit. Doch ich schaffte es an Land. Ich weiß, dass ich diesen Ort voller Hass, Qualen und Leiden niemals wieder aufsuchen
Eine e-Mail Adresse war noch angegeben, die jedoch keinen Namen trug, sondern “anonymus” statt eines Namens enthielt.
Ich wusste, diese Person musste einfach Hades meinen. Sie war meine einzige Chance, wer auch immer es war. Sofort kopierte ich die angegebene e-Mail und schrieb eine Nachricht an die Person.
In der Nachricht stand, dass ich auf Grund des Forum auf ihren oder seinen Beitrag gestoßen war, und dass ich wusste, welchen Ort diese Person meinte. Ich schrieb, dass ich selber dort war, und unbedingt mit dieser Person sprechen müsse. Mehr nicht. Ich konnte jetzt nur noch auf Antwort warten, oder aber den gesamten Kennebec River absuchen, und mir dabei eine Münze unter die Zunge legen.
Die folgenden Tage wartete ich gespannt auf Antwort. Ich hatte das Gefühl, Coles Leben entglitt mir immer weiter aus den Händen, wenn er nicht schon längst tot war. Ich meine, wenn er sich befreit hätte, dann wäre er ja wohl wieder hier aufgetaucht, und hätte mir bescheid gegeben, oder?
Ich hatte die Sorge, dass die e-Mail Adresse eventuell ungültig war, oder dass der Besitzer dieser e-Mail Adresse eventuell nicht mehr das Postfach kontrollierte. Ich meine, bei solch einer e-Mail musste man ja eine zweite besitzen.
Nach drei Tagen bekam ich dann endlich Antwort. Einzig und alleine war eine Adresse eines Kaffees angegeben, die tatsächlich hier in Maine, Waterville zu finden war und ein Datum und eine Uhrzeit. Um 16:35, morgen.
Ich hatte nicht mal in die e-Mail geschrieben, woher ich kam, geschweige denn, dass ich diese Person sofort treffen wollte.
Doch ich wusste, dass ich morgen um 16:35 diesen Ort aufsuchen werde. Das Kaffee war mir bekannt, und dort war eigentlich immer viel los. Also brauchte ich eine Entführung nicht zu befürchten.
Am nächsten Tag, nachdem ich endlich die Schule hinter mich gebracht hatte, und das Wochenende narrte, suchte ich das Kaffee auf, und setzte mich hinein.
Ich wartete.
Als die Uhr 16:35 anzeigte, betrat jemand den Laden. Eine Frau. Geschätzt war sie um die 30 Jahre. Sie schaute sich um, bis ihr Blick auf mich glitt, und sie auf mich zu ging.
“Zara?”, den Namen wusste sie aus meiner e-Mail Adresse.
Ich nickte. Sie setzte sich auf die mir gegenüberliegende Bank.
“Was genau willst du von mir Wissen?”, brachte sie sofort auf den Punkt.
“Sie .. haben von Hades geredet, oder?” Sie nickte.
“Ich muss dorthin.”
Ihr Blick wurde starr, und ich sah ihr an, dass sie mein Vorhaben nicht verstehen konnte.
“Jemand, den ich kenne, ist dort. Die Königin hat ihn gefangen gehalten, und ich muss ihn retten, bevor er umgebracht wird.” , meine Sorge, dass es eventuell schon zu spät war, verbarg ich.
“Ist er dein Freund?”, fragte sie.
Ich schüttelte den Kopf.
“Ist er ein Freund?”
Ich gab keine Antwort. Ein Freund war Cole wohl eher nicht, aber ihm den Tod zu überlassen wollte ich auf gar keinen Fall.
Sie deutete mein Schweigen wohl als Nein.
“Wieso willst du dich einer solchen Gefahr begeben, wenn er nicht mal ein Freund von dir ist?”
“Ich kann nicht einfach jemanden dem Tod überlassen, wenn ich genau weiß, dass er sterben wird.”
Die Kellnerin kam an unseren Tisch, und die Frau und ich verstummten.
“Was kann ich Ihnen bringen?”, fragte sie mit einem freundlichen Lächeln. Es war eine korpulente, wunderhübsche Frau, die uns bediente, die rotes, schulterlanges Haar hatte.
Sie schaute uns fragend mit großen, grünen Augen an.
“Einen Waldbeer Tee.”, bat ich sie.
“Für mich das Selbe.”
Die Kellnerin schrieb sich die Bestellung nicht auf, sondern steckte ihren kleinen Notizblock in ihre braune Schürze.
“Kommt sofort.”, erwiderte sie mit einem Lächeln, und ging.
Die Frau drehte sich wieder zu mir.
“Du musst mutig sein, Zara, dorthin zu gehen. Ich war dort, und ich habe Dinge gesehen, die kein Menschenauge jemals zu Gesicht bekommen sollte. Dort unten wartet der Tod nur förmlich auf dich.”
“Ich weiß, aber.. könnten Sie mir nicht einfach sagen, wie ich dorthin komme?”, bat ich sie.
Sie atmete tief durch.
“Wieso bist du dir so sicher, dass ich weiß, wie man dorthin kommt?”
“Nun ja.. Sie haben es auch zurückgeschafft. Im Kennebec River.”
“Bitte sagen Sie es mir.”
Sie atmete tief durch. Sie strich sich durch ihr dunkelbraunes, fast schon schwarzes Haar, die ihr nach vorne fielen.
“Ich kenne nur ein Rätsel. Es heißt, dort wo des Himmels Farbenspiel die Wasseroberfläche trifft, wirst du Angst neu definieren.”
Ich dachte kurz über das Rätsel nach. Eigentlich war es doch total einfach.
“Mit Farbenspiel.. ist ein Regenbogen gemeint, oder?”
Sie nickte.
“Ich bringe dich zu der Stelle, wo mein Ausweg aus dieser Hölle war.”
Die Kellnerin brach uns den Tee an den Tisch, und wir gaben ihr Geld. Sie ging wieder.
“Danke.”
“Wenn du tot daraus kommst, werde ich Probleme bekommen.”
Nachdem wir unsere Tassen geleert haben, verließen wir den Laden und sie führte mich zum Kennebec River, an die Stelle, wo sie damals auftauchte.
“Genau hier war es.” Sie deutete auf eine Stelle.
“Muss ich.. mir irgendwas unter sie Zunge legen?”, fragte ich.
Sie schaute mich verwirrt an. “Was?”, zischte sie schon fast.
“Na ja, in der Mythologie legten sich die Leute, die nach Hades mussten, oder wollten, eine Münze unter die Zunge, um über die Styx dorthin zu gelangen.”
Sie schüttelte den Kopf.
“Es wird eventuell auch so funktionieren.”
Die Zufälle häuften sich, und ein Winterregen begann. Wir stellten uns irgendwo unter.
“Darf ich Sie fragen, wieso Sie in Hades waren?”
Ihre Gesichtszüge wurden sanfter, und ein sanftes Lächeln glitt auf ihre Lippen.
“Eine alte Liebe.”, antwortete sie. , “Mein Mann. Ich dachte, er würde mich lieben, aber er brach mich nach Hades. Er warf mich der Königin vor.”
Ich bat sie nicht, weiterzureden.
“Das tut mir leid.”
Sie schüttelte nur den Kopf.
Nach einer Weile hörte der Regen auf. Ich starrte in den grauen Himmel, und ein fast schon kaum sichtbarer Regenbogen bildete sich. Er spiegelte sich im Wasser des Kennebec Rivers.
“Das ist deine Chance.”, sagte die Frau.
Ich nickte und ging auf den Fluss zu.
“Dürfte ich Sie nach ihren Namen fragen?”, fragte ich sie zum Abschluss.
“Grace.”, antwortete sie.
Der Fluss war kalt. Unbeschreiblich kalt. Ich schwamm zu der Spiegelung und hielt mich über Wasser. Nichts passierte.
Ich schaute zum Ufer, doch Grace war fort. Ich schloss die Augen, und dachte an alles, was mir in Hades widerfahren war. Eine starke Brise schob mich nach unten. Ich spürte, wie etwas nach meinem Arm packte. Ich öffnete die Augen, und sah eine Hand. Die Hand ragte einfach so aus dem Nichts. Ich riss mich los, und fiel weiter nach unten. Doch mehr Hände ragten aus den Wänden, und packten nach mir. Mit Gewalt versuchte ich mich loszureißen.
Das ich angekommen war, bemerkte ich, als ich mit einem harten Knall in Wasser landete. Aber von unten nach oben. Es fühlte sich nicht anders an, als würde man in Wasser springen. Ich war in dieser seltsamen Quelle. Die aussah, als würde der Wasserfall ins Nichts laufen. Doch ich schwamm im Wasser, dass durch mich trotzdem keinerlei Bewegungen anzeigte. Ich stieg aus der Quelle und trat auf das Gras. Hier unten sah wieder alles so friedlich aus, dass man gar nicht glauben konnte, dass dies hier die Unterwelt war. Sofort konzentrierte ich mich wieder darauf, Cole zu finden. Ich wusste nicht genau, in welche Richtung mich die Wachen in meinem Aufenthalt hier zuvor geschleppt hatten. Ich folgte meinem Bauchgefühl, denn eine andere Wahl hatte ich wohl nicht. Der Weg war weit. Das Gras, durch das ich meine Füße bewegte, war hoch, und ich hatte die Befürchtung, ich würde hinfallen, wenn ich meine Füße nicht weit genug nach oben heben würde.
Nach einiger Zeit des langes Gehens, kam ich in einer Stadt an. Hellbeige bis etwas dunklere Beigegetönte Häuser waren in mehrere Reihen aufgeteilt, die weiter nach unten reichten. Sie waren sozusagen in einem weiter nach hinten gerichteten Bogen aufgebaut, der schräg nach unten ragte. Auf einer Seite waren die Häuser. Die Häuser der obersten Reihe sahen mehr so aus, als würden reiche Leute dort leben. Die Häuser waren groß, und weichten von der Form der anderen Häuser ab. Sie waren größer, hatten eine Rechteckige, hohe Form, und das Dach ragte weit nach Oben.
Bis auf ein paar Kleinigkeiten sahen sich die Häuser der obersten Reihe ähnlich. Im Gegensatz dazu, waren die unteren Häuser eher kaputt. Sie erinnerten an das Armenviertel in Rio. Die Dächer waren Flach, und jedes Haus glich fast dem anderen. Sie gingen Schräg nach unten und zogen sich ins Weite hinaus. Ein Marktplatz war zu sehen. Er befand sich weiter unten und viele Menschen, oder was auch immer sie waren, hielten sich dort auf.
Der kalte Wind wurde stärker, und ich beschloss, jemanden dort unten zu fragen, ob er mir den Weg zum Schloss der Königin erklären könne.
Ein schmaler Weg führte den Hügel, auf dem ich stand, hinunter, zu der Stadt. Ich folgte ihm. Unten angekommen, wurde ich mir jetzt erst bewusst, wie riesig die Stadt doch war. Bis auf den Marktplatz gab es keine Orientierungspunkte, die ich im Moment wahrnehmen konnte.
Ich drehte mich um, und nahm ein Meer wahr. Hinter einem hohen, großen Bogen aus Erde rauschte das Wasser des Meeres. Das Gras vor dem Bogen war reichlich mit Blumen und Blumensträussen bestückt. Rote Blumen, gelbe Blumen, violette Blumen und mehr. Ein einziges Farbenspiel aus Natur spielte sich dort ab. Es war wunderschön. Ich wusste nicht, wie solch ein Ort Hades sein konnte. Ich stellte mir das Reich der Toten immer trüb vor. Naturlos. Mit Lava übergossenen Vulkanen und alles bestand nur aus rotem Stein. Das war meine Vorstellung der Unterwelt. Doch das hier hätte genauso gut ein Paradies sein können.
Wieder konzentrierte ich mich darauf, zum Schloss der Königin zu gelangen. Ich schaute durch die Menschenmengen, bis ich eine ältere Dame sah, die einen Korb voller Obst über den Boden verteilt hatte, und das Obst wieder in den Korb räumte. Ich beschloss, ihr zu helfen, und so direkt ein Gespräch aufzubauen.
Ich hob zwei Orangen hoch und legte sie in den Korb. Die Frau schaute mich an.
“Oh, vielen, lieben Dank.”, bedankte sie sich.
Ich sammelte das Obst ein, und legte es in ihren Korb, der aus Stroh gemacht wurde.
Nochmal bedankte sie sich bei mir. “Danke, du gute Seele der Natur.”
“Gern geschehen.”
Sie reichte mir einen Apfel. “Hier. Nimm das als Dankeschön.”
“Oh, nein. Nicht doch.”, verweigerte ich den Apfel. Sie sah nicht sehr wohlhabend aus, weswegen ich den Apfel erst recht nicht annehmen wollte.
“Ich bestehe darauf.” Zögernd nahm ich den Apfel an. “Sehr nett von Ihnen.”
“Woher kommst du?”, fragte sie mich, “Ich habe dich noch nie zuvor hier gesehen.”
“Ich.. komme von weiter weg. Ich bin nicht von hier.” Es war noch nichtmal eine Lüge.
“Könnten Sie mir sagen, wo ich das Schloss finde?”, lenkte ich ab.
Sie schaute mich fragend an.
“Das Schloss der Königin? Was führt dich denn dorthin?”
“Nur ein paar persönliche Gründe. Nichts besonderes eigentlich.”
“Du musst komplett durch die Stadt. Anschließend kannst du es gar nicht verfehlen.”
Ich bedankte mich bei der alten Dame und sie ging. Auch ich machte mich auf den Weg.
Ich ging durch die Stadt. Es kam mir vor, als würden alleine in dieser Stadt mehr Einwohner leben, als in meiner Heimatstadt. Die Armutrate hier war auf den ersten Blick jedoch sehr niedrig.
Die Stadt erinnerte an eine aus dem Mittelalter. Auch die Menschen, mit ihren Anziehsachen, machten den Eindruck, als wäre ich im Mittelalter gelandet. Mir gefiel es.
Ich hatte das Gefühl, die Stadt nahm gar kein Ende mehr. Als würde sie sich, so weiter ich laufe, mehr nach hinten ziehen, und ich würde niemals ans Ende gelangen.
Doch ich musste Cole finden. Und ich war mir sicher, er war noch im Schloss.