Neben dir und trotzdem allein
Vielleicht muss ich wirklich lernen, dich so zu lieben, wie du jetzt bist.
Mit Controller in der Hand, Headset auf den Ohren,
Augen voller Leben für Pixelwelten
und nur noch Restlicht für mich.
Vielleicht muss ich akzeptieren,
dass dein Lächeln lauter ist, wenn ein Bildschirm vor dir flackert,
als wenn ich neben dir sitze
und versuche, irgendeinen Funken von früher zu finden.
Früher konntest du kaum die Finger von mir lassen.
Deine Nähe war selbstverständlich,
dein Blick auf mir wie ein Zuhause,
in dem ich mich sicher gefühlt habe.
Jetzt sitze ich neben dir
und fühle mich wie ein Gast
in einem Leben, in dem ich mal die Hauptrolle hatte.
Vielleicht hat sich nicht nur alles geändert.
Vielleicht haben wir uns geändert.
Vielleicht bin ich für dich kein Ort der Ruhe mehr,
sondern nur noch Hintergrundrauschen
zwischen Matches, Missionen und nächsten Levels.
Und es tut weh, das laut zu denken:
Ich könnte vor dir stehen, ohne Mauern, ohne Kleidung, ohne Schutz
und du würdest trotzdem wegsehen,
als wäre ich weniger interessant
als das, was auf deinem Bildschirm explodiert.
Es ist nur diese leise, bittere Erkenntnis,
dass ich früher dein Lieblingsmoment war
und heute nur noch die Pause zwischen zwei Spielrunden.
Vielleicht muss ich es akzeptieren.
Aber akzeptieren heißt nicht, dass es nicht weh tut.