Morgens im Park
Morning in the park

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Morgens im Park
Morning in the park
It will never be the same
photography + © Christof Keßemeier
Wenn Spinnweben zu Kunst werden
Wenn dein Gartenzaun plötzlich zum Museum moderner Kunst wird und die Spinnen ihre Webdesign-Skills zur Schau stellen. Diese achtbeinigen Architekten haben wohl zu viele Pinterest-Tutorials geschaut und beschlossen, aus deinem Holzzaun ein Meisterwerk zu machen. Chapeau an die fleißigen Künstler – das nenne ich mal effizientes Homeoffice! 🕷️✨
Das perfekte Match: Morgentau meets Spinnenkunst
Wer braucht schon teure Installationskunst, wenn man solche talentierten Nachbarn hat? Diese Spinnweben sind der Beweis dafür, dass die beste Inneneinrichtung manchmal von der Natur kommt. Die morgendlichen Wassertropfen fungieren dabei als kostenlose Beleuchtung – Instagram-Filter war gestern, Tau-Effekt ist heute!
Das Bild zeigt perfekt, wie aus einem simplen Holzzaun eine regelrechte Galerie werden kann. Die geometrischen Muster der Netze erinnern an moderne Kunstwerke, nur dass hier kein Künstler stundenlang am Werk war, sondern fleißige achtbeinige Webdesigner ihre nächtliche Schicht geschoben haben.
Die Ironie des Alltags
Es ist schon herrlich ironisch: Während wir Menschen stundenlang an Webdesigns basteln und uns über responsive Layouts den Kopf zerbrechen, erstellen Spinnen über Nacht perfekt strukturierte, responsive Websites, die sogar bei Wind und Wetter funktionieren. Und das ganz ohne CSS, JavaScript oder stundenlanges Debugging!
Diese kleinen Architekten zeigen uns, dass manchmal die beste Kunst dann entsteht, wenn man einfach macht, statt endlos zu planen. Während wir noch überlegen, welche Schriftart am besten zur Corporate Identity passt, haben sie bereits ein ganzes Netzwerk aufgebaut – im wahrsten Sinne des Wortes.
Die morgendlichen Wassertropfen verleihen dem Ganzen dann noch den finalen Touch, als hätten die Spinnen extra Kristalle bestellt, um ihre Werke ins rechte Licht zu rücken. Chapeau, liebe achtbeinige Kollegen – das ist Kunst, die funktioniert!
Ein ganz gewöhnlicher Morgen
Im Kaffee war zu viel Zucker. Sie hasste es, wenn der Kaffee lauwarm war und sie zu viel Zucker in den Kaffee kippte. Außerdem war es heute viel zu heiß. Wie sollte man diesen heißen Tag in dieser stickigen Stadt nur überleben? Marie sah sich um, am Nebentisch saß ein altes Pärchen, die sich ein Croissant teilten. Wer zur Hölle teilt sich ein verdammtes Croissant? Marie schüttelte den Kopf. Am Tisch vor ihr saß ein Mann mittleren Alters, der lautstark seinen Espresso umrührte. Er trug einen Anzug und hatte seine braune Aktentasche neben sich auf den Stuhl gestellt. Verkrampft legte er seine rechte Hand auf die Tasche, wohl aus Angst das ihm diese weggeschnappt werden könnte. Er wirkte nervös und das Klappern seines Löffels in der Espressotasse wurde immer lauter. Ein lautes, anstrengendes Espressolöffel- Konzert, dachte sich Marie und schüttelte den Kopf. Ein Kellner lief lustlos mit einem Lappen zwischen den Tischen hin und her und immer mal wieder, wischte er mit dem dreckigen, grauen Lappen einige Tische ab. Dabei flogen die zurückgebliebenen Krümmel wie Konfetti durch die Gegend. Die Spatzen und Tauben stürzten sich gierig darauf und Marie versuchte mit ihrem Fuß diese von sich wegzujagen. Sie hasste Vögel und vor allem dreckige Straßentauben. Sie waren ihr zu wider und sie konnte Menschen nicht verstehen, die sich freiwillig in einen Park setzten, um Tauben zu füttern. Eine große Taube mit einem hinkenden Bein, machte sich mit einem großen Krümmel im Schnabel davon und Marie musste sich ducken, um nicht von der Taube angeflogen zu werden. Sie schüttelte den Kopf. Es wurde immer heißer und Marie überlegte, was sie mit diesem Tag anfangen sollte. Unmöglich, bei dieser Wärme überhaupt irgendwas zu tun. Sie könnte am Nachmittag in den Jardin des Tuileries gehen und dort einen schattigen Platz suchen. Vielleicht könnte sie Jéan anrufen und ihn fragen sie zu begleiten. Sie würden sich gegenseitig von ihrem Tag erzählen und Jéan würde ihr von seiner neuesten Buchentdeckung erzählen. Dann würden sie an der Seine entlang spazieren, vielleicht noch etwas essen gehen, um dann letztendlich in seinem Bett zu landen. Verschwitzte Körper, die aneinander kleben würden, die Hitze und der Lärm der Stadt, die durch das geöffnete Schlafzimmerfenster in seine Wohnung dringen würden. Marie hasste es, bei dem Wetter mit jemanden zu schlafen, dafür war es definitiv zu heiß. Marie schüttelte den Kopf. Nein, es war besser heute alleine zu bleiben. Sie trank noch einen letzten Schluck von ihrem Kaffee bevor sie sich die Rechnung bringen ließ. Der Kellner gab ihr ein unfreundliches Nicken, nachdem sie ihm mit ihrem Portemonnaie zu winkte. Genervt ließ sie ihren Blick noch einmal zu all den anderen Leuten im Kaffee wandern. Zwei Tische weiter, entdeckte sie eine ältere Dame. Sie war elegant gekleidet und trug einen großen, weißen Hut. Die Blicke der beiden trafen sich. Marie wollte ihr gerade ein kleines, schüchternes Lächeln zu werfen, doch die Frau schaute sie weiterhin ernst an und schüttelte nur den Kopf. Ein ganz gewöhnlicher Morgen eben.
As seen from Sargans, Switzerland, 4 October 2023
Getreidefrachter. Uferpark, Hamburg 08/2022
Foto: Vanja Stockhausen