Weitsichtiger Sebastian Kurz, kurzsichtige Merkel und Islamismus „Made in Briten and USA“
Ein Essay über den Kontrollverlust der Merkel-Ära angesichts der Afghanistan-Krise
Die gesamte westliche Welt leidet an einer kollektiven Demenz, an einem Verlust des Zeitgefühls, der zugleich mit einem Identitätsverlust einhergeht. Der viel zitierte Satz der Taliban, der die gesamte islamistische Strategie umfasst „Ihr habt die Uhren aber wir haben die Zeit“ geht weit über das Afghanistan-Debakel hinaus und trifft den Sargnagel der westlichen von dekadenten Eliten beherrschte Konsumgesellschaft buchstäblich auf den Kopf.
Wenn man ein bisschen im Netz stöbert, stößt man auf duzende Artikel, die das gesamte Afghanistan-Unternehmen für komplett gescheitert halten. Zur großen Überraschung stellt man fest: Die Berichte sind zehn Jahre alt. In einem Artikel des Tagesspiegel ist beispielsweise zu lesen, dass die Niederländer, unsere unmittelbaren Nachbarn, bereits 2010 die Sinnlosigkeit ihres Einsatzes erkannten und ihre Soldaten nach Hause holten. Zuvor hatte das kleine EU-Land 1,4 Milliarden im staubigen Gebirgsland versickern lassen. 24 Niederländer bezahlten den Gutmenschgrößenwahn mit ihrem Leben. Als „Dust in the Wind“ kann man auch die Berichterstattung darüber bezeichnen. In den Schmalspurhirnen der Merkel-Eliten haben solche Artikel, die nicht mal aus rechtspopulistischen Kreisen stammen, keinerlei Spuren hinterlassen und erst recht nicht zu politischen Konsequenzen geführt.
Zehn Jahre sind nicht einmal ein Zeitrahmen der unüberschaubar ist oder eine umständliche Archivarbeit erforderlich macht. Wie sieht es erst mit 20, 30, oder gar 50 Jahren aus? Je schneller die von den Islamisten zurecht verhöhnten „westlichen Uhren“ ticken, je schneller scheint bei den maßgeblichen Eliten ein Gedächtnisverlust voranzuschreiten, der bereits jetzt bei immer ungebildeten oder einseitig fokussierten Journalisten der gleichgeschalteten linksgrünen Einheitspresse bizarre Blüten treibt, etwa wenn es um die Beurteilung der Nachkriegszeit geht, die natürlich „voll Nazi“ war.
Fazit: Die Fähigkeit größere Zeiträume nüchtern zu überblicken und richtig einzuordnen ist entweder verloren gegangen oder einer verzerrten idiologischen Brille gewichen. Eine der kaum diskutierten unbequemen Wahrheiten ist, dass die angelsächsische calvinistische, sozialdarwinistische Gier der Briten, im 19. und frühen 20. Jahrhundert den Islamismus buchstäblich wie einen Geist aus der Flasche gelassen hat. Durch Zerschlagung des osmanischen Reiches während des 1. Weltkrieges schufen sie Konfliktherde, die bis heute nicht nur schwelen, sondern sich zu Flächenbränden entwickelt haben. Mit der „Befreiung“ Saudi-Arabiens durch Sir Lawrence entfesselten sie beispielsweise den Wahhabismus auf der Arabischen Halbinsel, den Vorläufer der Salafisten und Islamisten. Die von den Briten unterstützten arabischen Kämpfer waren die Vorläufer von IS und Taliban. Durch die britische Einmischung im Orient entstand zeitgleich ein zweites Monster, der türkisch-islamistische Nationalismus, deren Völkermord mindestens eine Million Armenier, Aramäer und Pontos-Griechen das Leben kostete oder zur Auswanderung zwang.
Die Türkei, besser Kleinasien, war einst die eigentliche Wiege des Gemeindechristentums, das in Palästina nie richtig in Schwung kam. Vor dem 1. Weltkrieg lebten dort mehr als 4 Millionen Christen. Heute sind es gerade mal 100 000. Die meisten wohnen im Raum Istanbul. Die Kleinasiatische Halbinsel ist damit so gut wie Christenfrei. Der dekadente Westen und ihre agnostischen Eliten belohnten diese Menschenverachtung und ihre Massenmorde samt Vertreibung mit Massentourismus, Nato-Mitgliedschaft und guten Handelsbeziehungen. Eine ähnliche Politik betrieben die Westmächte in Pakistan – Rückzug und Basisgebiet der Taliban. Es wurde mit britischer Hilfe als islamischer Staat geschaffen und später sogar mit Atomwaffen ausgerüstet.
Die Politik der Briten und ihrer Zauberlehrlinge USA war stets eine Politik nach Krämerart, die Religion, Brauchtum, Kultur, vor allem ethnische Unterschiede unter den Tisch kehrte. Sogar in Europa, etwa bei der Schaffung der Kunststaaten Tschechoslowakei oder Jugoslawien, die spätestens Ende des 20. Jahrhunderts auseinanderflogen. Noch größeren Schaden richteten die Briten in Deutschland und Österreich an. Durch die Zerschlagung des Habsburgischen Vielvölkerstaates und die Demütigung Deutschlands nach den Versailler Vertrag schufen Briten, Amerikaner aber auch Franzosen die Steilvorlage für den Nationalsozialismus.
Angereichert wurde diese desaströse Geopolitik britischer und amerikanischer Postkolonialkrämer mit dem Wahn sich auf Biegen und Brechen gegen Russland positionieren zu müssen. Dabei waren es die Russen, die zum Beispiel im Nahen Osten und Nordafrika, also im arabischen Raum erstmalig eine moderne liberale Gesellschaft mit moderaten Regeln aufbauten. Noch heute trauern ältere Damen, vor allem Akademikerinnen in Ägypten der Nasser-Ära hinterher, in der es im Land so gut wie keine verschleierten Frauen gab. Die Kopten genossen absolute Religionsfreiheit und hohes gesellschaftliches Ansehen. Erst mit der Einflussnahme der USA in den frühen 80Jahren mit Beginn der Sadat-Ära, gewannen radikale Islamisten immer mehr an Einfluss.
Es wundert nicht, dass in Ägypten die Muslimbruderschaft gegründet wurde, die mit Syyid Qutb später zur geistigen Grundlage der Terrororganisation Al Quaida wurde. Schon 1928, also lange bevor die Türme des Trade Centers als fatales Signal für westlichen Niedergang in Schutt und Asche sanken, plante die Bruderschaft ihren Einfluss auf Europa auszudehnen und erkannte, dass es in Europa eine DEKADENZ gibt, die es dem Islam ermöglicht in naher Zukunft eine Führungsrolle zu übernehmen.
Bezogen auf die gegenwärtigen Niederlagen des Westens im gesamten Nahost und Afrikaraum kann man überspitzt formulieren: Krämerrepubliken können keine Kriege gewinnen. Sie werden in der Regel mit den gleichen Waffen besiegt, die sie vorher an ihre Feinde verkauft haben. Bereits die beiden Irakkriege der USA waren schwere geopolitische Griffe in den Abort, denn der unter Hussein stabile Vielvölkerstaat mit unterschiedlichen Religionsgemeinschaften, darunter sogar Täufer-Gemeinden aus dem 2. Jahrhundert, ist heute ein Trümmerhaufen von dem vor allem Islamisten und Terrororganisationen profitieren. Ein ähnlich perfides Spiel trieben die USA und ihre Verbündeten in Syrien, dass bislang vor allem für die blutig verfolgten Aramäer aber auch alevitischen Minderheiten eine sichere uralte Heimat war. Der schnelle Vormarsch des IS, der ja hauptsächlich in Syrien gegen die christlichen und jesidischen Minderheiten wütete, wäre ohne Einflussnahme der USA unmöglich gewesen.
Ein weiteres Trümmerfeld hinterließen die Angelsachsen und andere USA-Europäer in Libyen. Allein die fatale Fehleinschätzung des „Arabischen Frühlings“ durch die linksgrünen Eliten – hier schließt sich der Kreis – beweist wie weit die Dekadenz der halbgebildeten Salonkommunisten, die kaum den Koran gelesen haben, dem weltweiten Islamismus – auch in seiner Terrorform – in die Hände spielt. Selbst mutige engagierte prominente Frauen wie Hirsi Ali, Necla Kelek, Alice Schwarzer oder die Islamexpertin Susanne Schröter – alle linksliberal eingestellt – haben als einsame Ruferinnen in der Wüste und Kassandras nicht verhindern können, dass radikale Islamisten heute in Rundfunkräten sitzen oder in ganzen Stadtteilen eine Parallelgesellschaft hervorgebracht haben, die sich in Grundzügen kaum von denen der Taliban unterschiedet. Ein Grund weshalb der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz, anders als Islamistenhelferin Merkel auch einem afghanischen Durchschnittsflüchtling die Grundlagen westlichen Demokratieverständnis abspricht und offen sagt: „Für eine Demokratie ist es extrem entscheidend, wer hier lebt, und woran die Menschen glauben.“ (WELT)
Damit hat Kanzler Kurz weitergedacht, als seine dekadenten Politikerkollegen im Nachbarland, die immer noch die Taliban für eine exotische Sumpfblüte halten, die überhaupt nicht nach Afghanistan passt. Er hat weiterhin erkannt, dass die Taliban nicht das eigentliche Problem Afghanistans sind, sondern Teil eines weltweiten Netzwerkes, dass nun ganz im Sinne seiner Gründungsväter die Pläne, die seit 100 Jahren, sogar seit 1600 Jahren in der Schublade liegen, umzusetzen. Nicht nur in Kabul, sondern auch in Berlin, Wien, Paris, Stockholm, London, Brüssel und Amsterdam…
Und die, die ausgerechnet von der USA Schutz erwarten, werden wohl am bittersten enttäuscht werden. Denn Helden gibt es nur in Hollywood. Die USA hat in den letzten 76 Jahren keinen einzigen Krieg gewonnen, wohl aber viele angezettelt. Den letzten gewonnene Krieg gegen Deutschland, gewannen die Yankees mit massiver russischer Hilfe, den gegen Japan mit zwei Atombomben, die wie schon die Flächenbomberdemants auf deutsche Städte unschuldige Zivilisten trafen. Alle weiteren Kriege gingen verloren. Korea, Kuba, Vietnam, Irak, Afghanistan, oder destabilisierte die Länder, wie zum Beispiel den Iran, (der USA-Marionette Shah folgten die Mullahs) Libanon, Libyen usw.
Zeit sich von einem Volk zu verabschieden, dass zum großen Teil nicht einmal richtig mit Messer und Gabel essen kann – davon konnte ich mich als ehemaliger Küchenhelfer im US-Hospital Wiesbaden persönlich überzeugen, - aber dafür bald Charterflüge ins Weltall unternimmt, um dann von oben zu sehen, wie die Welt langsam verreckt. Islamismus und Postmoderner Spätkapitalismus bilden Rad und Speiche einer Vernichtungsmaschinerie, die genau nach Plan läuft. Der GOLEM, den man geschaffen hat, richtet sich bereits gegen seine Schöpfer. Die Fernsteuerung haben längst andere in der Hand. Fehler, die man nicht im Vorfeld erkennt, summieren sich zu Flächenbränden. Bald wird der Westen auch die Uhren verlieren und andere werden die Zeiger um Jahrhunderte zurückstellen.
https://www.welt.de/politik/ausland/article233420925/Sebastian-Kurz-Fuer-eine-Demokratie-ist-es-entscheidend-wer-hier-lebt.html
https://www.tagesspiegel.de/politik/afghanistan-anfang-vom-ende/1894896.html
https://www.sueddeutsche.de/politik/zehn-jahre-afghanistan-krieg-unter-den-taliban-lebten-wir-sicherer-1.1156829