Dezember 2016 bis Februar 2017
Nochmal N26. Und nochmal. Und nochmal. Und nochmal. Und nochmal
Ich muss wieder ein Konto bei N26 eröffnen. Das liegt daran, dass N26 im Dezember zu einer richtigen Bank geworden ist. Vorher wurde die Kontoführung im Hintergrund von einer anderen, richtigen Bank erledigt. Mein Konto hätte automatisch zur neuen, richtigen N26-Bank umgezogen werden sollen, aber das hat nicht geklappt. Ich hätte für diesen Umzug eine neue Kreditkarte bekommen sollen, aber die ist auf dem Postweg verloren gegangen. Und Verlust und Nachbestellung der neuen Karte war im Umzugsverfahren offenbar nicht vorgesehen.
»Es tut mir leid, aber Sie können leider nur ein neues Konto bei N26 eröffnen«, hatte mir eine der freundlichen Call-Center-Mitarbeiterinnen im Januar schließlich gesagt. Und ich müsste damit bis zum Februar warten, weil das System mich erst vollständig vergessen müsse. Man kann nämlich nicht gleichzeitig zwei Konten bei N26 haben.
Ich war skeptisch, ob dieses Vergessen wirklich klappen würde, aber mein altes Konto verweigerte pünktlich zum 1. Februar den Zugang. Ich schickte mich also an, ein neues Konto zu eröffnen; die einzelnen Schritte waren mir noch vom letzten Mal vertraut.
Die Videokonferenz, bei der man sich anhand seines Reisepasses identifiziert, ruckelt etwas. Nicht das Videobild, sondern die Konferenz selbst; ich brauche nämlich drei Anläufe.
Beim ersten Mal erklärt mir die Mitarbeiterin, das Bild meines Reisepasses sei zu klein und ich möge bitte meine Kameraeinstellungen überprüfen und dann nochmal eine Videokonferenz starten. »Wir sind bis Mitternacht hier.« Ich prüfe und kann nur feststellen, dass meine Kamera an allen nur erdenklichen Stellen auf maximale Auflösung eingestellt ist, verändere nichts, und starte eine neue Konferenz. Diesmal, mit einer anderen Mitarbeiterin, klappt alles, einschließlich der Ausweisfotos. Am Schluss kriege ich, wie üblich, noch eine SMS mit einem Bestätigungscode geschickt, den ich während der Videokonferenz eingeben muss. Diese SMS kommt nicht an. Wir warten zwei Minuten, fünf Minuten. SMS in die USA dauern manchmal etwas länger. Aber es kommt nichts.
»Es tut mir leid, wir müssen das an dieser Stelle leider abbrechen«, sagt die Mitarbeiterin schließlich. »Wenn die SMS später noch kommt, starten Sie einfach eine neue Konferenz und sagen die Nummer.« – »Aber brauche ich dann nicht eine andere Nummer?« – »Nein, die Nummer ist immer die gleiche.«
Ich habe die Videokonferenz kaum beendet, da trudelt die SMS auch schon ein. Ich starte die dritte Videokonferenz mit einem dritten Mitarbeiter, der von den beiden vorhergehenden Versuchen nichts weiß. Beim letzten Schritt, der Eingabe des SMS-Codes, gebe ich den vorher erhaltenen Code ein – eine neue SMS kommt nämlich wieder nicht durch.
Jetzt bin ich fertig mit der Videoidentifizierung. Abschließend muss nur noch mein Smartphone mit dem Bankkonto gepaart werden, wozu ein weiterer SMS-Code erforderlich ist. Ich weiß aber schon von früher, dass diese SMS nicht durchkommen wird, und das tut sie auch nicht. Ich muss also nur abends mein altes Nokia-Telefon mit der deutschen SIM-Karte in Betrieb nehmen, die SMS an die deutsche Nummer schicken lassen, sie dort empfangen, und dann im neuen Smartphone mit amerikanischer SIM-Karte eingeben.
Und jetzt bin ich wieder Kunde bei N26 und habe ein fernbedienbares Bankkonto.
(André Spiegel)














