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08.09.2018
Hollywoodtechnologie beim Optiker
Ich brauche eine neue Brille. Das Gestell meiner Brille ist inzwischen 10 Jahre alt, das letzte Mal neue Gläser hat es 2011 gegeben, inzwischen löst sich von den Gläsern die Anti-Reflexschicht ab und ziemlich zerkratzt sind sie auch.
Meine Frau empfiehlt mir ihren Optiker, eine Filiale einer Kette deren nächste Niederlassung in der nachbarlichen Shopping Mall ist. Der Optiker sitzt in einem der typische Shop-Nischen in der Mall, die Auslage mit den Gestellen nimmt fast die gesamte Grundfläche ein. Im hintersten Eck ist ein kleiner Teil abgetrennt, dort wird die Sehstärke gemessen. Früher beim Augenarzt gab es immer diese schlauchartigen Behandlungszimmer, da die Projektionsapparatur eine Mindestraumlänge benötigte. Heute, beim Optiker, stehen moderne Messgeräte, die gar keine externe Projektion benötigen sondern die Messtafeln intern darstellen. Der Optiker erklärt mir, dass die Geräte einen Abstand von 6m über optische Mittel simulieren können.
Meine Kurzsichtigkeit hat sich kaum verändert, nur auf dem rechten, dem etwas besseren Auge, ist etwa eine halbe Dioptrie hinzugekommen. Aber wie vermutet, ist es im Nahbereich deutlich schlechter und ich werde das erste Mal Gleitsichtgläser benötigen.
Wider Erwarten, ich bin bei Brillengestellen sehr schwierig, finde ich sogar zwei Gestelle, dir mir gefallen. Also bestelle ich gleich auch noch eine Sonnenbrille dazu.
Damit die Gläser auch richtig für die Brille angefertigt werden können, muss noch mein Pupillenabstand und der Sitz der Brille vor den Augen gemessen werden.
Früher wurde dazu vom Optiker mit einem Messtab vor den Augen herumgefuchtelt und das Brillengestell vermessen.
Heute wird dazu moderne Motion Capture Technik benutzt. Der Optiker setzt ein Messgestell auf die Brille. Das Messgestell hat an verschiedenen Punkten kleine helle Kugeln angebracht. Ich setze die Brille mit dem Messgestell auf und werde mit einem iPad fotografiert.
Das iPad stecke in einer speziellen Hülle, die vor allem einen deutlich helleren Blitz enthält.
Eine Software auf dem iPad kann aus den definierten Abständen der Messkugeln und den markierten Pupillen dann die Angaben errechnen, die für das schleifen der Brillengläser benötigt werden.
Eine Woche später bekomme ich eine SMS vom Optiker, dass die Brillen fertig seien und ich sie abholen könne. Seitdem versuche ich mich an Gleitsichtgläser zu gewöhnen, was mir aber bisher erstaunlich gut gelingt.
(Henning Grote)
Such a Cool shot! Repost @spectrmagazine location: New York, New York ・・・ The philosophy of LESS revolves around the Danish design ethos based on minimalist and elegant expressions with a clean form language. The LESS collection is based on the BELLINGER design DNA, which is marked by bold color combinations and expressive designs. »203« & »420« @bellingereyewear shot by 📸 @angelikabuettner styling: @sfeuilloley at @creativespaceartists hair: @damianmonzillo make-up: @eminymakeup models: Margarita at @qmodels & Zach @newyorkmodels #bellingereyewear & #optical & #spectr #magazine & #spectacle & #optician & #frame & #style & #fashion & #eyewear & #eyeweardesign & #optiker & #brille & #eyewearinspiration & #eyeweartrends & #glasseslove & #glasses & #photography #qualitynotquantity 💥#pinsforprofessionals #damianmonzillohair #damianmonzillo #scissorandcombpins (at New York, New York) https://www.instagram.com/p/BoG6NHelm2-/?utm_source=ig_tumblr_share&igshid=1jwsocm9qalq9
Welche Automarken bevorzugen Optiker und Augenärzte?
Augi und Mehrsehdes
Juli 2018
Der Brillenkauf ist ein bisschen digitaler als früher, aber immer noch ziemlich kompliziert
Ich habe meine Brille zerbrochen, beziehungsweise ist sie wohl eher vor Materialermüdung zerfallen. Zwar war sie größtenteils erst vier Jahre alt, aber der defekte Bügel stammt von einer Vorgängerbrille, die ich vor zehn oder fünfzehn Jahren gekauft habe.
Vielleicht ist Schottland ja eine praktischere Gegend als Deutschland, denke ich, vielleicht kann man hier auch Brillen für Kurzsichtige im Drogeriemarkt kaufen, nicht nur “Lesebrillen”, also Brillen für Weitsichtige. Aber leider ist es genau wie in Deutschland:
Weitsichtige haben es leichter. Seltsamerweise dürfen Kurzsichtige in beiden Ländern Kontaktlinsen im Drogeriemarkt kaufen, nur eben keine Brillen.
Es ist sogar ein bisschen komplizierter, denn bei Specsavers – einer optisch und preislich ungefähr Fielmanns entsprechenden Kette – darf man mir ohne prescription überhaupt keine Brille verkaufen. Ich muss zuerst einen Sehtest machen, und der Sehtest kostet 30 Pfund.
Dafür ist er auch sehr ausführlich, viel ausführlicher als bei Fielmanns und selbst als der Sehtest, den ich vor langer Zeit einmal bei einer Augenärztin gemacht habe und der zu einer viel zu schwachen Brille führte, woraufhin ich nicht mehr zu Augenärztinnen gegangen bin.
Unter anderem wird mein Augenhintergrund fotografiert. “Beim nächsten Sehtest können wir dann vergleichen, ob sich was verändert hat”, sagt mein optician Emma. “Ich werde den vermutlich nicht hier machen”, sage ich, “könntet ihr mir das Bild vielleicht mailen?” “Da müsste ich erst fragen, ich glaube nicht, aus Datenschutzgründen ist das schwierig. Am einfachsten ist es, du fotografierst es hier vom Bildschirm ab.”
Vor und nach dem Sehtest wird mein Gesicht mit einem Tablet eingescannt, ich muss in drei verschiedene Richtungen schauen und dann sagt die Software, dass ich bei meiner Gesichtsform eine Brille tragen sollte, die “oval” und “soft-framed” ist. Man führt mir vor, dass ich in dieser Software Brillengestelle digital anprobieren könnte, belässt es aber bei der Demonstration. Vermutlich ist es einfacher und weniger personalintensiv, mich die im Laden vorhandenen Brillengestelle analog anprobieren zu lassen.
Ich frage den Brillenverkäufer, der nach dem Sehtest noch ein paar Daten erhebt, was sich in den letzten zehn Jahren in seinem Beruf am meisten verändert habe. Er mache das erst seit drei Jahren, sagt er, aber schon da habe sich so einiges geändert. Zum Beispiel dieses Tablet! Er fotografiert damit ein drittes Mal mein Gesicht und zeigt mir dann, wie meine Pupillen und die Größe des neuen Brillengestells automatisch erkannt werden. Die automatische Erkennung ist ungenau und er muss alles von Hand an die richtige Stelle auf dem Bild ziehen. Früher war das wohl noch komplizierter, ich erfahre aber nicht, wie.
Ich sage, dass ich gern Brillengläser aus Glas hatte, weil ich mal gehört habe, dass sie weniger leicht verkratzen als die aus Kunststoff. Brillengläser aus Glas? Man führe überhaupt nur welche aus Kunststoff, erklärt man mir. Es klingt, als sei es überholt und abwegig, Brillengläser aus Glas zu haben. Ist es vielleicht auch wirklich:
“Wenn Augenoptiker von ‘Gläsern’ reden, ist immer seltener mineralisches ‘Glas’ gemeint! Die meisten Brillengläser bestehen heute nämlich aus Kunststoff. Nur zehn Prozent aller Brillengläser werden noch aus mineralischem Silikat – also dem klassischen Glas – hergestellt.” (Quelle: Fielmann-Website)
Am Ende des Vorgangs, stelle ich mir vor, werde ich eine digitale, englischsprachige prescription besitzen, mit der ich überall auf der Welt eine Brille bestellen kann, solange sich an meinen Werten nichts ändert. (In meinem Alter zugegeben unwahrscheinlich.)
Die prescription stellt sich als analoger, handschriftlich ausgefüllter Zettel heraus. Aber immerhin: Englischsprachig!
Es dauert zehn Tage, bis meine neue Brille fertig ist. In der Wartezeit suche ich im Netz, ob das nicht doch irgendwie einfacher, schneller oder billiger gegangen wäre. Bei Amazon bekommt man für insgesamt unter 10 € fünf Kurzsichtigenbrillen in verschiedenen Farben, so dass man nie mehr lange nach der Brille suchen muss und sich unbesorgt auf vier davon draufsetzen kann. Sie kommen aus China, die Lieferzeit beträgt vier bis sechs Wochen und die Kundenzufriedenheit ist so lala. Aber vielleicht hält die neue Brille ja wieder zehn Jahre lang, und bis dahin ist alles noch mal ganz anders. Oder ich werde weitsichtig und kann im Drogeriemarkt einkaufen gehen.
(Kathrin Passig)
11. November 2017
Neue Brille, Old School
Auch ich benötige eine neue Brille.
Freunde fragen mich, warum ich die neue Brille nicht online kaufe: Es gibt Onlinehändler, bei denen die verschiedenen Brillengestelle optisch in das Foto des eigenen Gesichts montiert werden, so dass man selber einen guten Eindruck haben soll, wie man mit der Brille aussieht. Ich probiere das aus, entscheide mich aber dagegen, da ich das Gefühl habe, das Tragegefühl der neuen Brille ist ein wesentlicher Faktor bei der Wahl, und das Tragegefühl lässt sich nun mal noch nicht virtuell erproben.
Deshalb kaufe ich die Brille so, wie die letzte Brille vor etwa 5 Jahren auch: Bei einem Optiker suche ich mir aus schätzungsweise 1000 verschiedenen Brillengestell-Modellen einige aus, die mir gefallen, und lasse mich von der Verkäuferin und mittels Fotos über WhatsApp von Freunden beraten.
In den Brillengestellen, die ich zur Probe aufsetzen kann, ist Glas eingesetzt, aber dies korrigiert natürlich meine Sehschärfe nicht. Ich kann mich also mit der Wunschbrille auf der Nase nicht scharf sehen. Es scheint ein fast philosophisches Problem: Entweder ich sehe scharf - dann habe ich meine alte Brille auf der Nase, nicht das neue Wunschmodell. Oder ich habe ein neues Brillengestell auf der Nase, dann kann ich nicht scharf sehen. Also muss ich, um einen Eindruck der Gestelle auf meiner Nase zu bekommen, einen Handspiegel sehr dicht an mein Gesicht halten. Oder Fotos mit dem Smartphone machen.
Als ich mich für ein Modell entschieden habe, soll meine Sehschärfe noch einmal nachgemessen werden. Dafür schaue ich ohne Brille durch ein Gerät, das ein bisschen aussieht wie ein überdimensioniertes Mikroskop, und das durch ein Okular ein paar sich in der Schärfe verändernde Punkte zeigt.
Jetzt muss ich noch die Art der Gläser aussuchen. Es gibt normale Gläser, tolle Gläser, supertolle Gläser, superdupertolle Gläser, beschichtete Gläser, spezialbeschichtete superdupertolle Gläser, spezialbeschichtete gehärtete superdupertolle Gläser und noch ein paar weitere für Autofahrer, Bildschirmarbeiter, Astronauten und so weiter. Diese unterscheiden sich durch ihre verschiedenen Dicken, Härten, Ent- oder Verspiegelungen, Tönungen und Preise.
Schließlich soll ich das gewählte Brillengestell noch einmal aufsetzen und die Verkäuferin misst noch ein paar Dinge, vor allem geht es wohl um den Punkt, durch den ich durch die Brille durchgucke. Ich soll in die Ferne gucken und sie misst den Neigungswinkel des Gestells auf meiner Nase und den Augenabstand. Den besagten Punkt markiert die Verkäuferin sehr analog mit einem Folienstift auf den Gläsern.
Am Ende kommt das ausgesuchte Brillengestell zusammen mit den (mit Folienstift markierten und beschrifteten) Gläsern und vielen Zahlen in eine Tüte und wird weggeschickt, wohl an eine zentrale Werkstatt, die die Gläser fertigt und in das Gestell einsetzt. In etwa 10 Tagen soll die neue Brille fertig sein.
Ich freue mich sehr darauf.
(Molinarius)