Ein vollgestopfter Alltag, womöglich noch mit Familie oder Mitbewohnern, die um einen herumwuseln, bringt mitunter Zeitnot mit sich. Aber auch ohne eine Familie und Mitbewohner ist die Handhabung des Zeitfaktors schwierig. Der “Brotjob”, soziale Kontakte und viele Hobbys können all die kostbare Zeit schnell auffressen, sodass für eigene Projekte kaum ein Schlupfloch auszumachen ist.
Da der Zeitfaktor und das Jonglieren der Aufgaben für mich in dieser Woche eine ziemliche Herausforderung ist, möchte ich meine Erfahrung in diesem Blogbeitrag mit euch teilen. Woher sollen Autoren/-innen die Zeit für ihre Projekte nehmen, wenn nicht stehlen?! Wie geht effektives Zeitmanagement?
Inhalt
Knappheit der wichtigsten Ressource: Zeit
4 Tipps für mehr Zeit im Leben
Fazit
Knappheit der wichtigsten Ressource: Zeit
Das moderne Zeitalter bringt vor allem eines mit sich: Ablenkung. Streamingdienste, soziale Reallife-Kontakte oder die sozialen Medien online - Langeweile, so scheint es, ist heutzutage regelrecht unerwünscht. Alle wollen mehr: mehr wissen, mehr erleben, mehr sehen, mehr schaffen.
“Gibt’s was Neues?” ist die neue globale Droge. Dabei geben sich die Wirtschaft und Industrie allergrößte Mühe, den Alltag noch bequemer als ohnehin zu gestalten. Wie in einem Hamsterrad wird die Menschheit beschäftigt gehalten. Immer am wuseln, endlos weiter - mal mit mehr, mal mit weniger Gehirnakrobatik.
Die Informationen werden in angenehmen Häppchen präsentiert, mit Bildmaterial unterfuttert, damit überhaupt noch Emotionen geweckt werden. Die Folge: die Reizschwelle sinkt immer weiter. Wie bei einer Drogensucht wollen wir Menschen immer mehr von dieser Droge kosten, um das Abdriften in völliger Abstumpfung und Gleichgültigkeit zu verhindern. Sind wir deshalb alle ledigliche Opfer unserer Zeit? Hirnlose Smombies, die ihren Verstand ans Smartphone abgegeben haben?
Für Autoren/-innen ist das insgesamt keine gute Entwicklung. Auch wir sind Menschen, die mit der Zeit gehen und dementsprechend mehr oder weniger Smartphones und Social Media nutzen. Dabei kommt es oft zu Zusammenstößen zwischen dem, was wir tagtäglich tun und dem was wir eigentlich tun wollen - Bücher schreiben und Geschichten erzählen.
Viele wissen nicht, wie sie der Dauerschleife der Informationsflut entfliehen sollen, wo sie den Rettungsring finden, der sie ins Trockene bringt. Dafür habe ich 4 Tipps.
4 Tipps für mehr Zeit im Leben
Tipp 1: Zeit erkämpfen und planen
Ich behaupte, für die eigenen Ziele ist kaum etwas so schlimm, wie unstrukturiertes Herumeiern. :D Routinen und feste Gewohnheiten gehören dazu, wenn man Projekte zum Ende führen will. Ich glaube, ohne geht es auch, aber nur mit viel Zeitverlust und wenig Effizienz.
Das Aufbauen von Gewohnheiten und Ritualen im Alltag beansprucht anfangs zwar einiges an Zeit, aber sobald sie Teil des Tages sind, fallen die Aufgaben wesentlich leichter.
Ein berühmtes Beispiel ist Stephen King, der jeden Tag, also auch an Geburtstagen und Feiertagen (wie Weihnachten etwa) sein Schreibpensum erledigt. Ein weniger berühmtes Beispiel bin ich (lol). Ich habe mir folgendes Ritual angewöhnt: Ich starte Spotify und spiele meine liebsten Songs ab - die sind meistens nicht zu slow und cozy, aber auch nicht mit zu viel Rap/Hip-Hop. Eine angenehme Pop-Mischung muss es sein.
Oft eignen sich K-Pop-Künstler:innen wie Taemin, GOT7 oder BTS dafür. Joohoney geht nur an sehr guten, produktiven Tagen (zu viel Rap/Sprechgesang), englischsprachiges geht so gut wie nie und deutsches erst recht nicht, weil ich dann zu sehr von den Lyrics abgelenkt bin. Monsta X kann ich nur manchmal zum Schreiben hören, weil ich zu oft mitsingen und tanzen will. d(^_^)b
Neben dem Starten der Hintergrundmusik tausche ich meine Brille aus. Das klingt vielleicht ungewöhnlich, da meine Brillen alle dieselbe Glasstärke und so haben - es handelt sich also um keine spezielle Arbeitsplatzbrille. Aber ich habe mir angewöhnt, eine bestimmte Brille zum Schreiben aufzusetzen, damit mein Hirn mit diesem Schritt direkt weiß: Oha, jetzt geht’s los, jetzt sind wir produktiv! ^^
Am Anfang des Arbeitstages hilft es mir auch, im Bullet Journal (simples Notizbuch oder Schmierzettel erfüllen den gleichen Zweck), die tagesaktuellen Aufgaben als Liste aufzuschreiben und zeitlich einzuplanen. Das sorgt für die nötige Übersicht, um strukturiert vorgehen zu können und den Aufgabenberg in kleine Etappen zu gliedern.
Übrigens schreibe ich nicht nur die wichtigen To-Dos auf, wie z. B. am Text arbeiten, einkaufen gehen, Blogpost verfassen, etc. Ich notiere ebenfalls ganz persönliche Freizeitaktivitäten, wie z. B. “lesen”, “bewegen/Sport” oder “koreanisch vertiefen/üben/wiederholen” in der Liste.
Tipp 2: Ablenkungen minimieren.
Eingangs schrieb ich über die Ablenkungen der heutigen Zeit. Ihr habt den Tipp sicher schon häufiger gelesen: Handy weglegen ist ein gängiges Mittel, um zu mehr Ruhe zu gelangen. Grundsätzlich gilt es, äußere Reize möglichst auszuschalten und wegzudrücken - eben eine konzentrierte Umgebung schaffen.
Ich für meinen Teil lege mein Handy nicht weg, weil darüber Spotify läuft. Mir hilft die Musik ganz oft, meine Gedanken zu kanalisieren und in die richtige Richtung zu lenken. Das geht an sehr guten Tagen soweit, dass ich in einen anhaltenden Flowzustand gerate. Dann schaffe ich wirklich viel und kann alles um mich herum ausblenden.
An schlechten Tagen reicht das nicht. Dann brauche ich am besten sowas wie eine schallisolierte Zelle. *_* Das heißt, ich nutze Kopfhörer, zieh die Fensterrollos herunter, schließe Türen und Fenster und igel mich richtig ein, weil mich sonst alles Mögliche ablenken kann. Dann nutze ich auch häufiger mal den Konzentrationsmodus am Handy. Der lässt lediglich Spotify und mein Mailprogramm zu und hindert mich, andere Apps aufzumachen.
Tipp 3: Aussitzen.
Nun sitzt ihr endlich am Schreibtisch, vielleicht mit dem Dokument vor euch, und trotzdem tut sich nichts? Dann habe ich den Tipp: Gebt nicht sofort auf, wenn nach 10 Minuten noch nix im Text passiert ist.
Manche Tage funktionieren besser als andere. Das ist erstmal so zu akzeptieren. Aber wer es schafft, sich nicht ablenken zu lassen (was heutzutage ja echt eine Kunst geworden ist), muss durchhalten.
Lasst die Gedanken konstant und geduldig ums Manuskript kreisen. Dann wird letzten Endes etwas daraus erwachsen, versprochen.
Tipp 4: Balast abwerfen.
Womit verbringt ihr eure Zeit tatsächlich? Die Kleinigkeiten summieren sich. Eine Plauderei hier, eine Serienfolge da, Nachrichten überall. Schaltet aus, was geht, priorisiert, entscheidet euch bewusst und ohne Reue für etwas - wenn es das eigene kreative Schaffen ist, umso besser.
Ich habe gestern erst eine solche “Zeit-Inventur” gemacht. Dabei stellte sich heraus: Ich verbringe inzwischen zu viel Zeit mit dem Erlernen der koreanischen Sprache. Durch die App Duolingo wurde ein neuer Anreiz geschaffen, was bei mir zu mehr Druck führte (man möchte ja sein Ranking halten, uff), wodurch ich in den letzten Tagen fast 2 Stunden täglich gelernt habe °O° Für mich ist das also echt ein Zeitfresser geworden.
Zusätzlich habe ich viel Zeit in den sozialen Medien verbracht, um irgendwelche Nachrichten zu verfolgen oder Beiträge vorzubereiten. Auch das ist nicht immer sinnvoll. Hier gilt es, die Onlinezeit bewusst zu nutzen und sich NICHT von der scheinbaren Endlosigkeit der Timeline verführen zu lassen.
Fazit
Die heutige Welt krankt an dem Phänomen "schneller, höher, weiter". Nur langsam sickert das Bewusstsein für Entschleunigung, Minimalismus und Selfcare in die Köpfe. Wer schreiben will, findet allzu leicht Ausreden, um es zu meiden (hello, Prokrastination, dear old friend!). Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Deshalb ist es wichtig, feste Strukturen zu entwickeln, so unmöglich dies auf den ersten Blick auch zu sein scheint.
Ich hoffe, meine Tipps haben euch ein wenig zeigen können, wie ihr eure Zeit vielleicht effizienter nutzen könnt und worauf ihr achten könnt, um eure Produktivität zu steigern - trotz Freunde, Familie und Internet. ^_^
»„Scheinbar“ und „anscheinend“ haben unterschiedliche Bedeutungen.
Das ist korrekt.
Mit dem Adverb „anscheinend“ wird die Vermutung zum Ausdruck gebracht, dass etwas so ist, wie es erscheint: Augenscheinlich ist es so und nicht anders.
„Er ist anscheinend krank.“
„Anscheinend ist niemand im Haus.“
„Sie hat anscheinend Schweres erlebt.“
Mit dem Adjektiv „scheinbar“ hingegen wird betont, dass etwas nur dem äußeren Erscheinungsbild nach, aber nicht in Wirklichkeit so ist: Der Eindruck trügt.
„Die Zeit stand scheinbar still.“
„Der Widerspruch ist nur scheinbar.“
„Scheinbar gesunde Diätprodukte.“
Die Unterscheidung zwischen den beiden Wörtern ist aber relativ jung, ihre Bedeutungen wurden erst im 18. Jahrhundert gegeneinander abgegrenzt. So wird in der Alltagssprache weiterhin „scheinbar“ als Adverb im Sinne von „anscheinend“ verwendet.«