“Eigentlich wollte ich etwas ganz Anderes werden...”
Von: Anselm Brümmer
(Altenpfleger/außerklinischer Intensivpfleger & Praxisanleiter)
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“Eigentlich wollte ich etwas ganz Anderes werden...”
Von: Anselm Brümmer
(Altenpfleger/außerklinischer Intensivpfleger & Praxisanleiter)
“Soziale Arbeit & Freiwilligendienste”
„FSJ – schließt die Lücke“
Von: Christoph Bextermöller
(Berufseinstiegsbegleiter)
Meine Arbeit an einer Oberschule beinhaltet die Unterstützung der Schüler und Schülerinnen auf ihrem Weg in das Berufsleben. Bereits ab der 8. Klasse beginnen wir mit der Berufsorientierung und versuchen die mittlerweile gigantische Welt der Ausbildungs-, und Berufswahlmöglichkeiten für unsere Schüler und Schülerinnen etwas übersichtlicher zu gestalten, individuelle Stärken und Vorlieben zu erkennen und das Interesse an einer dazu passenden Ausbildungsstelle zu wecken. Doch nicht alle Schüler und Schülerinnen münden nach ihrem Haupt-, oder Realschulabschluss direkt in einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung. Dies kann vielerlei Gründe haben. Meiner beruflichen Erfahrung nach ist einer dieser Gründe, dass die gemachten Erfahrungen während der Schulpraktika oft nicht gänzlich dazu ausreichen, eine Berufswahl zu treffen und sich für etwas zu entscheiden, was den gesamten späteren beruflichen Werdegang beeinflussen wird. Insbesondere, wenn es sich um soziale Berufsfelder handelt. Während man z.B. im Handwerk während eines zweiwöchigen Praktikums bereits gute Erfahrungen machen kann und bereits einschätzen kann, ob man diesen Beruf erlernen möchte, verhält es sich mit den sozialen Berufsfeldern meines Erachtens nach doch etwas anders. Begleitet man z.B. im Handwerk ein Projekt oder eine Baustelle für zwei Wochen, kann man innerhalb dieser Zeit bereits seine Erfolge und Fortschritte, die man gemacht hat, sehen. Ein Maler z.B. sieht unmittelbar das Ergebnis seiner Arbeit nach dem er ein Haus, eine Wohnung etc. gestrichen hat. Ein Kfz-Mechatroniker, nachdem er das Auto des Kunden repariert hat und Dieser zufrieden aus der Werkstatt fährt. Es stellt sich ein Gefühl von Zufriedenheit ein, man hat am Ende des Tages etwas sinnstiftendes geschafft. Man hat etwas repariert, verschönert oder gebaut und dieses Gefühl, dass das was man macht für einen persönlich auch einen Sinn hat, sollte doch letzten Endes den Ausgangspunkt für eine Entscheidung stellen, auf der man sein späteres Berufsleben gründet. Aber wie sieht es in den sozialen Berufen aus. Wir, die wir mit und am Menschen Arbeiten, wissen doch, dass wir unseren Sinn und unsere Erfolgserlebnisse aus den persönlichen wie zwischenmenschlichen Erlebnissen und Beziehungen ziehen. Wir freuen uns für und mit den Menschen, denen wir durch unseren positiven Einfluss helfen konnten. Pflegekräfte in Krankenhäuser freuen sich mit und für ihre Patienten, die nach langer Reha durch ihre Pflege und ihr Zutun wieder genesen. Als Berufseinstiegsbegleiter habe ich mich stets über die Entwicklungen meiner Schützlinge gefreut. Insbesondere wenn es Schüler und Schülerinnen mit erschwerten Bedingungen zu einem guten Abschluss gebracht haben und in eine Ausbildung gehen konnten. Kurzum, wir begleiten und fördern in vielen Bereichen die Entwicklung von Menschen. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass diese Entwicklungen und damit verbundenen Erlebnisse, die wir machen, die den Sinn in der täglichen Ausführung unserer Berufe stiften, vor allem Zeit brauchen. Ein Schulpraktikum von zwei Wochen reicht für diese Erlebnisse kaum aus und folglich fällt es daher vielen Schülern und Schülerinnen schwer sich trotz großem persönlichem Interesse für einen Beruf im sozialen Bereich zu entscheiden. Genau hier schließt das FSJ eine enorm wichtige Lücke. Das FSJ bietet die Zeit, die es braucht, um in einem sozialen Beruf voll eintauchen zu können. Es bietet die Zeit um die Menschen und deren individuellen Hintergründe kennen zu lernen und es bietet die Zeit, um sie zu verstehen. Es bietet die Möglichkeit einen echten positiven Einfluss auf die Menschen zu nehmen für die man Arbeitet und es bietet auch die Möglichkeit, sich selbst besser kennen zu lernen. Zudem wird man begleitet und unterstützt. Das Schöne am FSJ ist, dass man mit den neuen Erfahrungen und Eindrücken nicht allein ist. Auf den Seminaren kann man sich mit gleichgesinnten austauschen und es gibt stets eine Bezugsperson, an die man sich wenden kann, sollte es auf der Arbeitsstelle mal aus den unterschiedlichsten Gründen schwierig werden. Ich kann und werde daher, jedem Schüler und jeder Schülerin, die nach ihrem Schulabschluss noch keine Berufswahl treffen konnten, aber ein Interesse an einem sozialen Beruf haben, ein FSJ empfehlen.