Selbstscannen mit Argusaugen
Ich kaufe Teile eines Küchenschranks in einem der Berliner IKEA-Möbelhäuser. Im Kassenbereich suche ich die kürzeste Schlange und stelle fest, dass diese sich vor den Selbstscankassen befindet. Ich habe davon schon gehört und bin natürlich neugierig. Und glücklicherweise habe ich nicht mehr als die zulässige Anzahl Artikel (10?) auf meinem Rollwagen.
Die Selbstscankasse besteht aus einem Touchscreen, einem Kreditkartenslot sowie einem Handscanner an einem Spiralkabel. Da ich auf meinem Rollwagen mehrere flache, schwere Teile gestapelt habe, laufe ich zum Scannen der Barcodes mit dem Handscanner um den Wagen. Dabei werde ich von einem IKEA-Mitarbeiter, der offenbar extra dazu abgestellt ist, die selbstscannenden Kunden zu überwachen, misstrauisch beobachtet. Erfahrungsgemäß werde ich unter solcher Beobachtung noch etwas fahriger und ungeschickter.
Die gescannten Artikel werden mir auf dem Bildschirm der Kasse angezeigt und als ich soweit sicher bin, alle Barcodes – und jeden nur einmal – erwischt zu haben, bezahle ich mit meiner EC-Karte. Die Kasse druckt meinen Kassenbon aus und im nächsten Moment steht der misstrauische Aufpasser auch schon neben mir und bittet, den Bon inspizieren zu dürfen.
Ich reiche ihm den Zettel und nach kurzer Prüfung meint er streng, ich hätte nicht alle Waren bezahlt, und deutet an, das wäre Ladendiebstahl. Ich soll ihn samt Rollwagen zum Büro des Oberaufsehers begleiten. Ich bitte ihn, mir den Zettel nochmal zu geben und kann ihn nach erneuter Prüfung meinerseits immerhin darauf hinweisen, dass die Zahl der Artikel auf dem Papier mit der Zahl derer auf dem Wagen übereinstimmt.
Er zeigt mir dann den Artikel, dessen Nummer er auf dem Zettel vermisst hat, und es stellt sich heraus, dass die Nummer im einen Fall mit führenden Nullen angegeben ist – also z.B. "00543210" – und im anderen ohne – "543210". Möglicherweise ist es der erste Arbeitstag des Mannes. Dennoch kann ich nicht anders, als seine Qualifikation in schneidenden Worten zu kritisieren und mit empörtem Gestus abzuschieben.
Dieses Erlebnis trübt mein Verhältnis zu Selbstscankassen leider bis heute (2017).