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Tag 756 / Wie so ‘n Alki
In einer extremen Hochanspannungssituation mit starken Gefühlen von Traurigkeit, Wut und Hilflosigkeit hat sich die in der DBT-Gruppe neben mir sitzende Frau gesagt: "Ich hol mir doch jetzt nicht so 'n Flachmann wie so 'n Alki." Das wird als "Skill" im besprochenen Anspannungsprotokoll an der Tafel notiert. Durch die Abwertung einer Personengruppe mit einer anderen F-Diagnose hat die Frau ihre Hochanspannung nicht dysfunktional durch Alkoholkonsum reduziert.
Nachdem mir an Tag 745 in eben dieser Gruppe der Kopf geplatzt ist, platzt mir jetzt der Arsch. Mindestens noch an den Tagen 738 und 731, vielleicht schon ein, zwei Sitzungen zuvor, ständig sprechen wir über Suchtmittelkonsum, was natürlich bei Grenzliniepersönlichkeiten zum Persönlichkeitsspektrum gehört. Aber häufig dieses Bagatellisierende. Oft das Verharmlosende. Oder neulich eine: "Ich bin ja keine Alkoholikerin, aber..." Und jetzt "wie so 'n Alki". Man, der Alki sitzt hier mit am Tisch! "Ich fühle mich dadurch diskriminiert." sage ich vor allen. Und dann entlädt sich viel Aufgestautes, kann sein. Herzlichen Glückwunsch, nicht getrunken, aber gefressen, gekotzt und mit Tabletten abgeschossen! - hab ich nicht so drastisch gesagt, aber empfunden. "Entscheidung für den neuen Weg" geht so: http://agatha-abstinent.tumblr.com/post/145228245243/tag-447-breaking-news oder so: http://agatha-abstinent.tumblr.com/post/152740608433/tag-602-umgang-mit-und-anwendung-von
In der Pause in meinen Kalender als Erinnerung eingetragen: "Eins nach dem anderen, Eile mit Weile, Schritt für Schritt, Brief für Brief."
Nach der Gruppe sagt die Leiterin zu mir: "Wir können da alle von Ihnen lernen."
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Ich brauche mich nicht schämen mit zwei Stück Kuchen. Absolut nicht. Wie viele Kalorien verdrückt diese Mitte-Tussi denn beim Saufen am Wochenende und der Mitte-Hipster? Ich bin übergewichtig, ja. Aber ich hab schon 17 Kilo abgenommen in zwei Jahren Abstinenz. 17 Kilo!
Ich kann ja auch mal jemand loben. Die Biocompany, zum Beispiel. Wie sie das regeln mit dem Wein und dem Bier und all den vielen alkoholfreien, gesunden Getränken. Dass der Wein da ganz hinten in der Ecke steht, dass ich daran gar nicht vorbeigehen muss. Dass das Bierregal nicht erschlagend groß ist. Dass die Auswahl an Säften, Saftschorlen, Limos, Wasser wundervoll breit ist und farbenfroh.
Und mich kann ich auch mal loben. Dass ich das angesprochen habe in der DBT-Gruppe, auch wenn mir hinterher die Tränen in die Augenwinkel schossen. Dass ich mir erlaube, zwei Stück Kuchen zu essen, bevor ich meinen unliebsamen Erledigungen weiter nachgehe. Dass mir eingefallen ist, dass die Cafés von so Bioläden nicht so überfordernd voll sind. Dass ich mich nicht nur runterreguliere durch Essen, sondern auch durch tumblr-Entwürfe-Tippen. Und durch Radfahren. Wie so 'n Alki.
Tag 3360 / Ich bin sehr dankbar, dass meine Mutter mich stets vermittelt hat, dass es nicht auf Schönheit ankommt,
dass meine Mutter mir stets vermittelt hat, dass es gut ist, Dinge zu wissen, Sprachen zu können, weniger Zeit in Äußeres zu investieren.
Meine Mutter würde sich nie in Unterwäsche auf Plakaten in der Stadt aufhängen lassen und sie würde auch nie zulassen, dass ich das als Minderjährige mache.
Ich bin dankbar, dass meine Mutter die Werte hat, die sie hat.
Tag 2294 / Sehr geehrter Herr Klopp,
dass Sie mit Ihrem Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad Werbung für Bier machen, finde ich unmoralisch und widerwärtig.
Wenn das Kind Beispiele von Höflichkeit ganz natürlich im Alltag erfährt, wird es diese automatisch annehmen und so schnell die Benimmregeln erlernen.
Wenn das Kind Beispiele von Höflichkeit ganz natürlich im Alltag erfährt, wird es diese automatisch annehmen und so schnell die Benimmregeln erlernen.
Tag 1499 / Dass ich verantwortlich sei für meine Trockenheit,
sagte er, und für Arbeitsbedingungen sorgen müsse, die mich nüchtern halten.
Tag 1316 / to do: Eine Petition gegen alkoholverherrlichende Papeterie starten
Thalia fragen, warum sie so einen Scheiß verkaufen. Die Grafik Werkstatt fragen, warum sie so einen Scheiß produzieren.