Das verzerrte Bild vom Satanismus in Deutschland oder wie Menschen den Satanismus als Plattform für ihr infantiles Verhalten nutzen
In diesem Artikel werfen wir mal einen Blick auf das verzerrte Bild vom Satanismus in Deutschland.
Einer, wenn nicht sogar der zentrale Punkt im modernen Satanismus ist die Individualität. Jedoch ist auch genau diese immer wieder Streitthema unter Satanisten oder verschiedenen Gruppierungen.
Dabei kann es schnell mal passieren, dass (vermeintliche) Satanisten sich gegenseitig ihr „Satanist-Sein“ absprechen. Hierbei sind gerade „fundamentalistische Satanisten“ sehr schwierige Dialogpartner, da sie nicht verstehen, dass Laveys Satanische Bibel nichts absolutes ist, sondern vielmehr als Inspiration dienen soll. Na ja und über theistische Satanisten müssen wir gar nicht erst reden…
Doch solche Diskussionen können, so denn das Gegenüber (oder auch man selbst) intelligent genug ist, zur Selbstreflexion anregen und den eigenen Weg hinterfragen.
Kritisches Denken und Hinterfragen ist Teil eines Satanisten, nicht das einfache Befolgen von Ideen oder Regeln. Denn dann würde man nur geistig-stumpf durchs Leben gehen, wie viele andere Menschen. Dann könnte man auch gleich Christ werden oder einer anderen, absurden Religion folgen.
Genauso wenig sucht ein Satanist nach Ausreden, sondern er sucht nach Lösungen und lügt sich dabei nicht selbst in die Tasche.
Satanismus als Faschingsfeier?
Was uns in diesem Zuge auffällt ist, dass der Satanismus in Deutschland immer mehr zu einem geistlosen Faschingsumzug verkommen zu scheint und man dadurch den Satanismus als Philosophie immer weniger ernst nimmt.
Satanismus bedeutet auch, dass man für sich und sein Leben die Verantwortung übernimmt. Man bringt sich nicht aus Geltungsdrang in einschlägige, minderwertige Medienformate und sucht dann nach Ausreden, warum die Wohnung aussieht wie Sau, warum Essensreste auf dem Boden herumliegen oder warum es so aussieht, als würde man mit seinem Leben überhaupt nicht klarkommen.
Jemand, der nach solchen Ausreden sucht, hat keinerlei Kontrolle über sich und sein Leben. Das sind Menschen, die sich in diese Opferrolle fügen und sich als ständiges Opfer der Umstände ansehen.
Satanisten sind „aktive Macher“ und keine Opfer – vor allem keine Opfer der eigenen Wohnung. Wenn es hier schon Probleme des Aktiv-Seins gibt, dann mag man bezweifeln, dass das restliche Leben besser verläuft.
Die 2. satanische Sünde: „Anmaßung“.
Der moderne Satanismus geht mit einer gewissen Würde einher, einer gewissen Exklusivität, wenn man so möchte.
Nun hat man seit einigen Jahren das Gefühl, dass es einige „Satanisten“ zu geben scheint, die diese Würde nicht mehr vertreten oder verkörpern.
Sie stellen eine gewisse Infantilität zur Schau. Tragen öffentlich irgendwelche Plüsch-Baphomets mit sich herum und sehen aus, als wären sie auf einer Anime-Convention zum Cosplay unterwegs.
Nennt mich konservativ, aber ich möchte ungern als Satanist mit solchen Individuen in Zusammenhang gebracht werden, wenn es um diese Thematik geht.
Satanismus bedeutet auch, dass man im Leben steht. Das man sein Leben gestaltet und das beste daraus macht. Sehe ich plötzlich „Satanisten“ mit Schnuller und Plüschtier in der Öffentlichkeit, dann habe ich meine Probleme damit das als Satanismus anzuerkennen oder mich damit zu identifizieren.
Die 9. satanische Sünde: „Mangel an Ästhetik“.
Versteht mich nicht falsch: Jeder soll die Freiheit haben so etwas tun zu können, wenn dieser Person danach ist. Einige solcher „Satanisten“ sind sicherlich auch nette Gesellen. Aber man sollte nicht versuchen seine Vorlieben unter dem Deckmantel eines vermeintlichen Satanismus zu verstecken.
Viele solcher „Satanisten“ haben zudem auch nur bedingt Ahnung vom modernen Satanismus, sondern haben teilweise da nur was gehört oder gesagt bekommen. Gelesen oder gar verstanden haben sie kaum etwas in diesem Bereich... Lächerlich!
Ziemlich armselig, wenn man überlegt, dass diese Menschen so etwas nur machen, damit sie irgendwo dazugehören können.
Zeigt jedoch abermals, dass sie keine wirklichen Satanisten sind, denn das ist Herdenmentalität.
Die 5. satanische Sünde: „Zugehörigkeit zur Herde“.
Bild vom Satanismus in Deutschland: Satanismus-Mischmasch?
Mitunter machen einige dieser Satanisten auch Rituale, die eher im Bereich der Wicca zu finden sind, als im Satanismus. Reden dann von reinigen Energien und Flüssigkeiten, die mit Energie angereichert wurden.
Nein, der Mond reichert kein Wasser mit irgendwas an und ist dann ganz besonders wirksam – das ist Esoterik-Schwurbel und gehört in eine Kiste mit belebten Wasser oder irgendwelchen Stäben mit denen man das Wasser energetisiert...
Das satanische Ritual als solches hat eigentlich den Hintergrund des Psychodramas, es soll also emotional-geistig etwas angestoßen werden, kein esoterisches Klimbim bei dem man sich etwas einredet und dabei dann Korrelation mit Kausalität verwechselt, weil man plötzlich Geld findet.
Wenn nicht einmal das versteht, ist irgendwas, aber definitiv kein Satanist!
Es wird deutlich, dass durch infantile und geltungssüchtige Menschen, das Bild vom Satanismus in Deutschland in ein schlechtes Licht gesetzt wird, vor allem, weil sie keine Ahnung vom modernen Satanismus zu haben scheinen.
Gerade auch in Bezug auf jene, die über die Jahre harte Arbeit in die Philosophie des Satanismus’ gesteckt haben.
Nicht nur an sich selbst wird gearbeitet, sondern auch daran, dass die Religionen oder auch Pseudo-Therapeuten ihre Macht verlieren. Also jene, die seit Dekaden versuchen uns Satanisten alles Schlechte in die Schuhe zu schieben.
Aber gleichzeitig sind das auch jene, die ihren Esoterik-Schwachsinn, an leichtgläubige Bauernopfer verhökern und ihnen etwas als Satanismus verkaufen, was keiner ist.
Während andere es nicht einmal hinbekommen ihre Wohnung halbwegs sauber zu halten und ihre Arbeit oder andere Ausreden vorschieben.
Für einen echten Satanisten ist so ein Verhalten unwürdig und nicht tragbar, vor allem auch weil ein Satanist sich selbst achtet.
Ein Satanist der im Leben steht und sein Leben gestaltet, nach mehr strebt, wird sich nicht wie eine Plunderkiste anziehen und in aller Öffentlichkeit den Satanismus präsentieren, sondern er macht das mit einer gewissen Würde und Selbstachtung.
Nur weil ich mich als Individuum ausleben möchte, heißt das noch lange nicht, dass ich das auf biegen und brechen muss, sondern mir sollte klar sein, dass mein Auftreten eine gewisse Wirkung hat. Hierbei müsste ich aber auch erst einmal verstehen, wie diese Wirkung auf andere Menschen funktioniert.
Wenn bei solchen Menschen schon nicht die grundlegendsten Bausteine des modernen Satanismus vorhanden sind, dann kann man von vielem reden, aber definitiv nicht vom Satanismus.
Die 4. satanische Sünde: „Selbsttäuschung“
Ein Satanist wird keine Ausreden suchen, warum er nicht vorankommt, sondern er wird sich und sein Leben analysieren und Lösungen finden.
Die 6. satanische Sünde: „Mangel an Perspektiven“.
Da gibt es kein „Bitte, bitte spendet“ oder „schaut nur wie absurd ich draußen herumlaufe – das mache ich, weil ich Satanist bin“.
„Don’t work for 8 hours for a company then go home and not work on your own goals. You’re not tired, you’re uninspired.“ Dwayne „The Rock“ Johnson
Wir haben hier einige der 9 satanischen Sünden einfließen lassen, die sich in dem Verhalten dieser angeblichen Satanisten widerspiegeln. Das zeigt noch einmal ganz deutlich, dass es sich bei vielen maßgeblichen Satanisten eigentlich um keine handelt, sondern um Vertreter von Fasching und Esoterik.
Diese Personen sind wenig zuträglich, wenn es um das Bild vom Satanismus in Deutschland geht.
Du willst Satanist sein?
Dann arbeite an dir!
Bilde dich weiter; versuche jeden Tag etwas mehr zu sein und vor allem: Nutze deinen Verstand!
Sei dein größtes Werk, was du jemals geschaffen hast!
Trenne dich von der Erbärmlichkeit der Pseudo-Satanisten und schaffe dich selbst!
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