Bislang haben bereits über 100 Menschen in fraisr über 65.000 Euro investiert. Freut uns sehr! Und wir sind überzeugt, dass es noch mehr Menschen gibt, die an unsere Idee glauben und gemeinsam mit uns eine neue Form des Handelns in der Welt etablieren möchten - und sich finanziell beteiligen möchten. Deshalb haben wir die Kampagne noch einmal um 60 Tage verlängert und wollen in dieser Zeit eine Investitionssumme von 250.000 Euro einsammeln.
Das ist eine ziemliche Stange Geld - klar. Aber um die Idee bekannter zu machen, technisch weiterzuentwickeln und als neue Form des Handelns zu etablieren - in Deutschland und auch international - braucht es eine Anschubfinanzierung, die über den aktuellen Umsatz von fraisr hinausgeht.
Wir haben uns für Crowdfunding entschieden, da wir von der "Crowd" - also einer Vielzahl einzelner Investoren - nicht nur Geld bekommen. Anders als Großinvestoren bringt die Crowd etwas mit, was für ein Startup wie fraisr fast mehr wert ist als Geld: Herzblut! Viele der Investoren, die sich bereits beteiligt haben, haben sich auch Gedanken über fraisr und unser Geschäftsmodell gemacht, haben sich mit Ideen und auch kritischen Fragen eingebracht - und so mitgeholfen, fraisr besser zu machen.
Funktionieren tut eine Beteiligung bei unserem Crowdfunding ganz einfach:
Nach der kostenfreien Anmeldung auf Seedmatch kannst Du dir alle Details zu unserem Crowdfunding anschauen. Wenn Du dich dann beteiligen willst, klickst Du oben auf INVESTIEREN, füllst die Formulare aus und wählst die Summe aus, mit der Du dich beteiligen möchtest. Fertig!
Wie jedes andere Investment solltest Du auch Crowdfunding nur dann machen, wenn Du es Dir leisten kannst. Denn auch wenn wir alle bei fraisr mit Hochdruck am Erfolg arbeiten, besteht auch die Chance, dass wir nicht das nächste Facebook werden und die Investition sich nicht auszahlt oder verloren geht.
Und wenn Du Fragen hast, dann wende dich gerne an uns!
Das Motto von KATI:GA ist „We care about what we love, we love what we wear“. Was verbirgt sich dahinter?
Jeder hat es, jeder braucht es – seine persönlichen Lieblingsstücke. Was macht ein Lieblingsstück aus? Wir lieben, wenn es gut passt, sich gut anfühlt und wir uns lange daran erfreuen können. Genau das möchte KATI:GA erreichen. Produkte, die wir lieben. Und das gilt ganz besonders für unsere Kinder, denn die sind das Wichtigste im Leben – für uns und für unsere Zukunft.
Was macht Deiner Meinung nach gute Kindermode aus?
In erster Linie soll Mode Spaß machen, sich den Bedürfnissen unserer Kinder anpassen und heutzutage sollte sie natürlich den Ansprüchen im Umgang mit der Umwelt gerecht werden. Deswegen lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen: Das fängt bei der Auswahl der Stoffe an. Wir verwenden ausschließlich Biobaumwolle. Gute Mode setzt sich mit der Gesellschaft, Zeitgeist und Herstellungsprozessen auseinander. Das ist unsere Aufgabe als Designer, diese Aspekte mit in unsere Arbeit einfließen zu lassen und damit Modestatements zu kreieren.
So hat KATI:GA ausschließlich Ganzjahres-Kollektionen, die Sommer und Winterartikel ergänzen sich gleichermaßen. Wir haben etliche Produkte, die mitwachsen, z.B. unsere Kleider für Mädchen, die erst als Kleidchen getragen werden und danach als Tunika-Oberteil funktionieren. Und natürlich die Produktion: Wir achten bei dem gesamten Herstellungsprozess auf Nachhaltigkeit. Unsere Produkte sind GOTS-zertifiziert (Global Organic Textile Standard- die höchste Zertifizierung im Textilbereich). Da können sich unsere Kleinen und auch wir uns in unserer Haut richtig wohlfühlen!
Wie kam es dazu, dass Du KATI:GA gegründet hast?
Ich wusste schon immer, das ich ein eigenes Unternehmen haben möchte. Am liebsten etwas Langfristiges, das Spaß macht. Als ich dann schwanger wurde und nur rosa und hellblau in den Läden gefunden habe wurde mir klar, da muss es noch mehr geben. Etwas Lässiges, für all die Eltern, die ihr Kind nicht in eine Schublade stecken wollen. Und so wurde KATI:GA geboren. Der Name resultiert aus meinem Vornamen „Katja“ und meiner nicht-aufhören-wollenden Liebe zum Tiger. Für mich ein Symbol von Kraft, Mut, Ausdauer und Schönheit. Das steckt in KATI:GA.
Unsere Kollektion besteht aus vielen Unisex-Teilen für Mädchen und Jungs gleichermaßen passend und umfasst neben lässigen Hoodies, Jacken und Hosen, coole Longsleeves, Shirts, Strampler und Bodys. Kleidchen und passende Accessoires, wie Schals und Mützen, ergänzen das Sortiment für Jungen und Mädchen. Simpel und mit viel Liebe zum Detail designed. Für die Mamas haben wir die passenden Accessoires in Form von Riesen-Schals und kuscheligen Longsleeves mit dabei.
Mode insgesamt ist ja ein Markt voller Widersprüche: Es gibt viele Billiglabels wie H&M und KIK und sogar Luxusmarken, die teuer sind, aber trotzdem billig produzieren. Kannst Du für dich ein Umdenken bei den Käufern feststellen, was Herkunft und Qualität angeht? Hat faire, ökologische Mode eine Chance, zum Mainstream zu werden?
Das ist keine leichte Frage. Der Wunsch ist bei den Kunden schon spürbar: nach guter Qualität und nachhaltig produzierter Ware. Wie aber auch bei anderen Produkten, wie z.B. Lebensmitteln, sind die Leute oftmals nicht bereit, mehr Geld dafür auszugeben. Da wird lieber ein Auge zugedrückt und zur billigen Variante gegriffen oder einfach nicht weiter geforscht, was hinter einem Billiganbieter steckt. Dem Verbraucher wird es hier auch nicht einfach gemacht. Sie werden mit ausgeklügelten Marketing-Strategien immer wieder vorgeführt und das Angebot ist so groß, das man ja gar nicht weiß für was man sich entscheiden soll. Da ist meiner Meinung nach auch die Industrie gefragt mit härteren Vorgaben und transparenteren Infos für die Konsumenten.
Nur ein ganzheitliches Umdenken auf allen Ebenen und eine Erreichbarkeit für jeden kann in Zukunft fairer und ökologischer Mode eine Chance geben – darauf baue ich.
Greenpeace hat kürzlich wieder einen erschreckenden Bericht über die chemischen Anteile an Giften in unserer Kleidung veröffentlicht: wie stellst Du sicher, dass solche Stoffe nicht in Deiner Kleidung verwendet werden? Und wie kann sich Deiner Meinung nach der Verbraucher heute davor schützen?
Erschreckend ist das viele große Marken genannt wurden, die eigentlich ein durchaus zuverlässiges Image haben. Da verliert man leicht das Vertrauen.
Ich kann den Konsumenten nur raten, sich gut zu informieren und nach Qualitäts- und Fairtrade-Siegeln Ausschau zu halten. Hilfreich sind da auch Internet-Portale zu nachhaltigen Konsum oder Textil-Einzelhändler und Onlineshops, die nur Ecofashion anbieten. Am besten auf konventionelle Ware verzichten so gut es geht.
Der gesamte Herstellungsprozess der KATI:GA-Kollektion ist GOTS-zertifiziert. Der Global Organic Textile Standard (GOTS) ist als weltweit führender Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern anerkannt. Auf hohem Niveau definiert er umwelttechnische Anforderungen entlang der gesamten textilen Produktionskette und gleichzeitig die einzuhaltenden Sozialkriterien, wie z.B. den Verbot von Kinderarbeit. Da legen wir besonderen Wert drauf. Denn gut aussehen und Gutes tun ist heutzutage kein Widerspruch.
Warum unterstützt Du mit Deinen Verkäufen auf fraisr das Deutsche Kinderhilfswerk?
Ich finde es toll, mit meiner Kollektion andere Menschen zu unterstützen und da bietet es sich bei einem Kinderlabel an, bei den Kleinsten anzufangen. Sie sind unsere Zukunft und haben ein gutes Leben verdient. Das Deutsche Kinderhilfswerk setzt sich für Kinderrechte und gegen Kinderarmut ein. Wussten Sie das allein in Deutschland 2,8 Millionen Kinder und Jugendliche von Armut betroffen sind? Das ist doch gut, hier anzufangen. Natürlich gibt es auch viele andere gute Organisationen, die wir in Zukunft mit unterstützen möchten. Das Angebot an bei fraisr.com ist vielseitig, das finden wir gut.
Wenn Du auf der Welt etwas ändern könntest - egal was - was wäre das?
Mehr Gerechtigkeit, mehr Frieden, mehr Freude am Leben! Vielleicht sollten wir uns das alle hinter die Ohren schreiben: WE CARE ABOUT WHAT WE LOVE
Eine Brücke nach Haiti und zurück - Gastbeitrag von Claudia Gersdorf
“Was hast Du zuletzt gelernt?"
Diese Frage stellte PEN PAPER PEACE Kindern und Jugendlichen aus Deutschland und Haiti sowie prominenten Unterstützern wie Pasquale Aleardi, Nina-Friederike Gnädig, Jan Hahn, Alexandra Kamp, Nikolai Kinski, Marlene Lufen, Laszlo Maleczky, Tessa Mittelstaedt, Milow, Andreas Pietschmann, Jochen Schropp, Gitta Schweighöfer, Hadnet Tesfai, Kostja Ullmann, Oliver Wnuk. Felix Rachor hat ihre Antworten fotografisch eingefangen. Auch aktuelle Eindrücke des Projektbesuchs in Begleitung unserer Schülerbotschafterin Malin durchweben die Foto-Ausstellung sowie den daraus hervorgegangenen Kalender.
Dank freundlicher Unterstützung der Druckerei LASERLINE fließt der Spendenbeitrag zum Erwerb des Kalenders (ab 19 Euro zzgl. Versandkosten) zu 100 Prozent in die Projekte von PEN PAPER PEACE und die Kampagne SCHULEN FÜR HAITI.
Ein Kinderleben in Deutschland und Haiti
Sehr viele Kinder kennen ein Leben in Not und Elend. Ein Familienmitglied stirbt, weil es krank ist und kein Krankenhaus in der Nähe. 2010 erlebten die Haitianer ein traumatisierendes Erdbeben. Viele Kinder verloren ihre Eltern. Doch natürlich ist es auch in Haiti genauso wie in Deutschland: Jedes Kind will mit seiner Familie zusammen sein und jedes Kinder will spielen. In Haiti spielen die Kinder mit weniger Materiellem, aber mit ebenso viel Phantasie. Allein der Alltag eines neunjährigen Kindes in Haiti unterscheidet sich von dem eines neunjährigen in Deutschland. Viele Neunjährige in Haiti gehen nicht zur Schule, sondern helfen der Familie, indem sie arbeiten.
Wenn sie mitunter doch das Glück haben, in Haiti auf eine Schule gehen zu können, sieht dann auch der Tag anders aus. So steht ein Schulkind von unserer Schule St. Nicolas wahnsinnig früh auf, um die Schule zu Fuß, in Schuluniform und mit seiner kleinen Mappe -mit Stift und Heft- zu erreichen. Hier sitzt es mit Kindern ganz unterschiedlichen Alters in einer Klasse. Auch der Unterricht unterscheidet sich und ist sehr frontal: Ein Lehrer steht vor der Klasse und erzählt. Die Kinder müssen mitschreiben und oft auch singen. Es gibt Mittagessen in der Schule, oft die einzige Mahlzeit am Tag und später geht es wieder zu Fuß nach Hause. Nach Hause - das heißt in eine kleine Hütte mit vielen Geschwistern und vielleicht der Tante oder der Oma und den Eltern. Sehr viel Zeit zum Spielen bleibt dann gar nicht. Denn nachmittags heißt es nun oft noch im Haushalt oder bei kleineren Arbeiten zu helfen.
Der Alltag eines haitianischen Kindes ist schon sehr verschieden zu dem in Deutschland. Andererseits, wenn man einem Kind in Haiti und einem Kind in Deutschland einen Ball in die Hand drückt, sind sie sich sehr, sehr ähnlich.
In Deutschland wünschen sich die Kinder mitunter etwas zu werden, was sie an Vorbildern in ihrem Alltag erleben. Hoch im Kurs scheinen Berufe wie Topmodel oder Sänger, Schauspieler oder das, was man hier als deutsches Kind allzu oft "vor die Nase gesetzt bekommt".
Wir haben Kinder in den Schulen in Haiti gefragt, was sie werden wollen. Oft war die Antwort zu hören: Lehrer. Andere Traumberufe in Haiti sind Anwalt und Truckfahrer. Auch Mädchen wollen Truckfahrer werden, um aufzuräumen in ihrem Land. Und natürlich wünschen sich auch ganz viele, Arzt oder Krankenschwester zu werden, um den Kranken zu helfen. Es sind Berufe mit Hintergedanken: Was kann meinem Land helfen oder was hat mir geholfen, als ich in Not war?!
Der Grundkern des Kindes ist nicht anders. Es ist eine andere Realität, in der sie jeweils leben.
Nähere Informationen hier auf fraisr sowie unter http://pen-paper-peace.org/in-action.
Claudia Gersdorf
Über unsere Gastautorin:
Claudia Gersdorf ist seit Januar 2013 Projekt- und Kampagnenmanagerin für PEN PAPER PEACE e.V. und die Kampagne "Schulen für Haiti". Den Verein gründeten die Kampagneninitiatorinnen Janin Reinhardt, Alissa Jung und Lisa Jaspers.
kimidori klingt japanisch - woher kommt der Name und wofür steht er?
Der Name unseres Labels ist in der Tat japanisch und setzt sich aus den Begriffen „ki“ 気, was man mit Lebensenergie oder auch mit dem englischen „spirit“ übersetzen kann, und „midori“ 緑 – grün zusammen. Außerdem sind wir einfach Fans von aktuellem japanischen Produkt- und Grafikdesign sowie traditionellen Tischlerhandwerk à la Maruni. Dazu noch die kleine Referenz zu Zen-Ästhetik und Spiritualität. Ansonsten fanden wir einfach, dass „kimidori“ schön und sympathisch klingt.
Die Basis Eurer Kollektion sind Holzpaletten. Wie wichtig ist es bei Upcycling-Möbeln, dass die ursprüngliche Materialverwendung noch erkennbar ist?
Sehr gute Frage! Bei unseren ersten Produkten erkennt man die Herkunft aus der Palette sofort. Das hat den Vorteil, dass jeder sofort weiß, worum es bei unseren Möbeln geht. Andererseits hat das die Nachteile, dass die Bearbeitung des Materials sehr zeitaufwändig ist und man in der Gestaltung stärker mit Einschränkungen arbeiten muss. Deshalb haben wir im Spätsommer mit dem Berliner Produktdesigner Daniel Becker begonnen, neue Möbel zu entwickeln, die die Palettenherkunft stärker verlassen. Wir sind jedenfalls von den Entwürfen begeistert und hoffen, dass unsere Kunden und Fans die neuen Möbel genauso, wenn nicht noch mehr lieben werden wie unsere aktuellen Modelle.
Wie entstehen Eure Designs?
Für unsere aktuellen Kollektion haben wir Ende 2012 zunächst mit verschiedenen ökologischen Oberflächenbehandlungen experimentiert. Anfang 2013 haben wir dann zusammen mit den Tischlerinnen von Baufachfrau Berlin e.V. ausgehend von verschiedenen Designs aus dem DIY, zwei Designs der Londoner Designerin Nina Tolstrup und unserem Entwurf der Kommode Prototypen entwickelt. Seit Mai produzieren und verkaufen wir diese in handwerklicher Kleinserie. Nach diesen Erfahrungen können wir uns jetzt ziemlich versiert zukünftigen Möbeln widmen, heißt: den Designprozess von Analyse, Idee und Konzept, Entwurf und Prototyp durchlaufen. Sobald wieder genug Zeit und Geld übrig ist, könnten wir uns wieder dem Experiment widmen. Schauen wir mal, welches Material uns da in den Sinn und in die Hände kommt.
Welches Eurer Produkte gehört in jeden Haushalt?
Eigentlich sollte es in jedem Wohnzimmer eine kimidori Kommode geben! Nachdem sie in ihrem ersten Leben schon Druckmaschinen und zig Fernseher getragen hat, steckt sie heute als Zeitschriftenaufbewahrung oder Mediamöbel so ziemlich alles weg. Und dazu sieht sie auch noch verdammt gut aus.
Sebastian Nowakowski ist einer von sieben Mitgliedern bei Kimidori.
Euer persönlicher Tipp für eine gelungene Einrichtung?
Sich weniger auf cleane Einrichtungskataloge und hochglänzende Wohnzeitschriften verlassen, sondern seinen eigenen guten Geschmack pflegen.
Ihr engagiert Euch für Friends with Benefits, die sich mit ihrer Aktion "One Warm Winter" für Obdachlose stark machen. Habt Ihr einen persönlichen Bezug zur Arbeit der Organisation?
kimidori entwickelt schöne Möbel mit gutem Gewissen – leistet hier einen Beitrag, dass Einrichtungen nachhaltiger und Wohnungen schöner werden. Für viele Menschen ist das Thema Einrichten allerdings purer Luxus, da sie gar keine Wohnung haben. Die Wintermonate – insbesondere solche wie hier in Berlin – sind für viele Wohnungslose besonders kritisch. Die Aktion „One Warm Winter - Das Leben ist kein U-Bahnhof“ von den Friends with Benefits zeigt, wie es auch anders gehen kann. Hier wollen wir helfen.
Was würdet Ihr auf der Welt ändern, wenn Ihr könntet?
Superman hat bei kimidori leider noch keinen Genossenschaftsanteil gezeichnet. Mal im Ernst: Wir können nicht die Welt retten, aber ein bisschen besser machen. Wir wollen mit unseren Möbeln und mit unserem Unternehmen unser Umfeld positiv verändern.
Jetzt ist es soweit: Wir starten morgen eine Crowdfunding-Kampagne, um fraisr mit der Unterstützung von vielen Einzelnen weiterzuentwickeln. Wir haben eine Menge vor. Grund genug, mal bei einem unserer Mitgründer nachzufragen, was genau für fraisr ansteht und warum jetzt auf die Schwarmintelligenz der Crowd gesetzt wird:
Alex, mit der Kampagne bei Seedmatch setzt fraisr nun auf Crowdfunding. Warum?
Gleichzeitig ist Crowdfunding in den letzten 1,5 Jahren zu einer sehr seriösen Alternative der Unternehmensfinanzierung geworden - gerade auch wegen der sehr erfolgreichen und transparenten Arbeit von Plattformen wie Seedmatch. Insofern ist für uns jetzt in mehrfacher Hinsicht die Zeit reif um gemeinsam mit Euch in ein Crowdfunding zu starten.
Wie viel Geld wollt Ihr von der Crowd einsammeln und wofür soll es eingesetzt werden?
Wir planen nun im ersten Schritt einen Betrag von 150.000 Euro über das Crowdfunding einzusammeln. Aufbauend auf dem Interesse an unserem Plugin für Magento-Shops wollen wir damit fraisr-Plugins für weitere populäre Shopsysteme entwickeln und unser Vertriebsteam verstärken, sodass bald viele weitere Online-Shops über fraisr mit Spendenanteil verkaufen.
Sollte das Interesse an unserem Crowdfunding sehr gross sein, können wir uns sehr gut vorstellen bis zu 250.000 Euro aufzunehmen. Wenn uns das gelingt, können wir zusätzlich zu dem oben beschriebenen das Online-Marketing für unseren Marktplatz unterstützen und ausserdem den Markteintritt in Großbritannien einleiten. Von beiden Schritten versprechen wir uns sehr viel und haben in diesem Jahr bereits eine Reihe erster Vorbereitungen getroffen.
Warum glaubst Du, dass fraisr international so erfolgreich sein wird?
In Deutschland halten wir uns ja gern für die Spendenweltmeister, sind in Wirklichkeit aber weit davon entfernt - im internationalen Vergleich belegt Deutschland bei der Spendenbereitschaft nur einen Platz im unteren Mittelfeld. Angebote wie fraisr ändern das zwar, klar ist aber: Gerade in der angloamerikanischen Welt ist das Spenden heute bereits viel stärker im Alltag der Menschen verankert. Und da wir mit fraisr nicht bloss eine deutsche Antwort auf irgendein US-Vorbild sind, sondern auch in diesen Ländern eine wirkliche Innovation darstellen werden, bin ich ganz sicher, dass fraisr international erfolgreich sein wird. Dabei hilft uns, dass wir über ein starkes internationales Netzwerk verfügen - sowohl durch unsere internationalen Spendenpartner wie Amnesty, Care oder das Rote Kreuz wie auch durch unsere bestehenden Investoren mit grossen Agenturbüros in London & New York und hervorragenden Marketing-Kontakten.
Warum ist fraisr für gewerbliche Händler so spannend? Was ist denn bitte so kompliziert daran, zu Gunsten einer Spendenorganisation zu verkaufen?
fraisr ist für gewerbliche Händler aus vielerlei Gründen spannend: Zum einen erwarten heute mehr und mehr Konsumenten, dass sich Marken und Händler sozial engagieren - also z.B. einen Teil ihrer Erlöse einer Spendenorganisation widmen. Gleichzeitig ist diese Form der Unterstützung für die Händler noch sehr kompliziert einzufädeln. Da braucht es bislang individuelle Sponsoring-Vereinbarungen, deren Anbahnung meist sowohl die Händler als auch die Spendenorganisationen überfordert. Hier bieten wir mit fraisr eine massive Erleichterung. Durch uns können Händler nun ganz einfach eine Vielzahl von renommierten Spendenpartnern mit ihren Verkäufen unterstützen - sich damit sozial engagieren und zugleich ihren Kunden die Kaufentscheidung deutlich erleichtern. Für die Spendenorganisationen ist es natürlich auch eine tolle Sache, schliesslich bietet ihnen fraisr die erforderliche Sicherheit und Effizienz im Umgang mit gewerblichen Händlern und schafft so Zugang zu vielen neuen Spendengeldern.
Was wünscht Du dir für fraisr im neuen Jahr ganz besonders?
Für unser Unternehmen wünsche ich mir, dass wir das, was wir 2013 erfolgreich begonnen haben, in 2014 mit Volldampf weitermachen können: Das wir es schaffen weiterhin dynamisch zu wachsen, viele weitere Menschen in Deutschland und im Ausland für fraisr zu begeistern - und dabei weiterhin genauso unkompliziert und verlässlich im Umgang bleiben, wie wir es heute hoffentlich sind ;)
Für mehr Inklusion und Toleranz: Schöne Aktion aus der Schweiz.
Die Modeindustrie gibt ja größtenteils vor, was körperlich ideal ist und setzt damit viele Menschen unter Druck, die diesen Vorgaben zu entsprechen versuchen. Entsprechend spektakulär und beeindruckend ist die Kampagne von Pro Infirmis, einer Schweizer Organisationen für Menschen mit Behinderung. Zusammen mit der Werbeagentur Jung von Matt haben sie von berühmten Schweizern mit Behinderung orginalgetreue Schaufensterpuppen angefertigt und in der Vorweihnachtszeit in Modeschaufenster ausgestellt - natürlich gekleidet in aktuelle Kollektionsteile. Im Video ist nicht nur das Making of sondern vor allem auch die Reaktion der Passanten wunderbar eingefangen.
Heute, am Welt-Aids-Tag, ist sie wieder überall zu sehen – die rote Schleife. Sie soll zur Solidarität mit HIV-positiven Menschen aufrufen und ein Zeichen gegen Diskriminierung in Beruf und Alltag setzen. Seit vier Jahren ist die AIDS-Aufklärungsarbeit besonders bei Jugendlichen die Aufgabe, der sich der Jugend gegen AIDS e.V. widmet. Im Interview erklärt Vorstandsmitglied Marvin Nusseck, was getan werden muss und wie Spendengelder helfen können.
Was ist das Ziel von Jugend gegen AIDS e.V.?
Jugend gegen AIDS e.V. ist ein im Jahr 2009 gegründeter Verein, der bundesweit aktiv ist und ausschließlich von Jugendlichen organisiert wird. Unser Ziel ist es, das Thema HIV/AIDS wieder ins Bewusstsein junger Menschen zu bringen und für eine aufgeklärte und tolerante Gesellschaft einzustehen.
Was passiert im Projekt "Positive Schule"?
Das Projekt Positive Schule ist das Kerngeschäft von Jugend gegen AIDS e.V.. Deutschlandweit schicken wir unsere professionell ausgebildeten Mitglieder an Schulen, um über Sex, Toleranz und natürlich die Probleme und Krankheiten die damit einhergehen, zu reden. Hierbei haben wir einen ganz anderen Ansatz, da wir glauben, dass Jugendliche lieber mit Gleichaltrigen über solche Themen reden, als mit dem wesentlich älteren Lehrer, der selbst oft beschämt ist.
Wenn du eine Sache auf der Welt ändern könntest, was wäre das?
Ich persönlich würde mir eine tolerantere Welt wünschen, weil mit mehr Verständnis, Akzeptanz und Toleranz die schlimmsten Probleme dieser Erde ein Ende finden würden.
Was passiert mit Spendengeldern, die zum Beispiel über fraisr gesammelt werden?
Die Spendengelder, die wir über fraisr einnehmen, fließen zum größten Teil in unser Projekt Positive Schule. Jeder Euro klärt einen Schüler auf!
Upcycling und Mystik: fantasievoller Schmuck von Anisch de la Cara
Upcycling liegt voll im Trend. Gerade bei Klamotten, deren Herstellung viel Energie, Rohstoffe und Wasser verbraucht, bietet sich dieses Verfahren an: es entstehen nicht wie beim Recycling minderwertige, sondern hochwertige neue Produkte. Anisch de la Cara führt die Idee einen Schritt weiter. Sie fertigen aus gebrauchten Textilien Schmuck, der nicht nur mystsich aussieht, sondern auch ist – denn er besteht aus abgelegten indischen Saris, Glasperlen aus Ghana, tibetischen Gebetsfahnen, alten Jeans, ausgedienten Koffern, alten Münzen und jeder Menge anderen Materialien, denen mit viel Liebe zum Detail neues Leben eingehaucht wird.
Hinter dem geheimnisvoll klingenden Shop-Namen Anisch de la Cara stecken Anja Kaldek und ihr Freund Peter Müller. Vor ein paar Jahren beschlossen die beiden ein freieres und nachhaltigeres Leben zu führen. Sie verkaufte ihre Werbe- und Internetagentur, er gab seinen sicheren Job als Beamter auf und vor 8 Monaten wanderten die beiden nach Spanien aus. Das Leben im Einklang mit der Natur und die Spiritualität sind für die beiden keine Werbestrategie, sondern ihr Lebensinhalt. Mit der Wiederverwertung bereits vorhandener Materialien wollen Anisch de la Cara ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft setzen.
Hergestellt werden die Schmuckstücke in ihrer Werkstatt in Spanien. Die Stoffe werden von Hand gewaschen, zugeschnitten, genäht, veredelt und anschließend mit den unterschiedlichsten Materialien verziert. Das Upcycling bedeutet allerdings nicht nur einen bewussten Umgang mit Ressourcen sondern auch, dass in jedem Schmuckstück eine Geschichte steckt. Die Saris, die zum Beispiel im Schutzarmband verarbeitet werden, sind in Indien nicht nur ein einfaches Kleidungsstück. Die traditionsreichen, teilweise von Hand gewebten und aufwändig bestickten Stoffe bestehen überwiegend aus reiner Seide und werden oft nur ein einziges Mal zu einer Hochzeit oder einer traditionellen Zeremonie getragen – so gelangt jede Inderin im Laufe ihres Lebens an einige Saris. Anisch de la Cara hat eine Möglichkeit gefunden, die „ausgedienten“ Saris wieder zu verwerten: sie verzieren die leuchtenden Stoffe mit vergoldeten und versilberten Symbolen, antiken Perlen und farbenfrohen Edelsteinen und lassen so zauberhafte Armbänder und Accessoires voller Aussagekraft entstehen. Das Schutzarmband mit der symbolischen Hand der Fatima soll seine Trägerin nicht nur schmücken, sondern auch beschützen und in eine ferne orientalische Welt mitnehmen.
Mit ihrem Spendenanteil wollen Anisch de la Cara gerne einen kleinen Beitrag zu einer besseren Welt leisten, in der Ressourcen gerechter verteilt sind. 10% des Verkaufspreises des Schutzarmbandes gehen an Aktion Deutschland hilft, die humanitäre Hilfe im Ausland leisten, momentan zum Beispiel bei den Taifun-Opfern auf den Philippinen.
Schutzarmband "Silver Red Fatima" mit Kristall-Armband
Nyota e.V. hilft seit 10 Jahren elternlosen Kindern in Kenia. Nicht nur durch Nahrungsmittel- und medizinische Versorgung, sondern durch das einzige, was langfristig wirkt: Hilfe zur Selbsthilfe. Wie diese konkret aussieht und was mit zukünftigen Spendengeldern finanziert werden kann, erklärt uns der Vorstandsvorsitzende Alexander Krziwanie.
1. Wer ist eigentlich Nyota e.V.?
Der Verein Nyota e.V. wurde 2003 in Mannheim gegründet, mit dem Ziel Waisenkindern in Kenia zu helfen. Das ganze ging aus einer anfänglich privaten Initiative der inzwischen verstorbenen Initiatorin und Gründerin Bärbel Kirschenlohr hervor. Sie hatte in den Jahren vor der Vereinsgründung bereits Waisenkinder in Kenia auf privater Basis durch Schulgelder, Medikamente und Nahrungsmittel unterstützt. Durch ihren Wunsch mehr Kindern helfen zu können sowie der Motivation ihres Freundeskreises führte dann zur Gründung von Nyota e.V. - für Kinder in Afrika - also nach dem typischen “Grassroot” Prinzip. Das Wort „Nyota“ ist Kiswahili und bedeutet, „Stern“ – Sinnbild für Hoffnung.
61 Mitglieder zählt der Verein. Wir arbeiten alle vollständig ehrenamtlich, so gewährleisten wir, dass Spenden in vollem Umfang den Projekten in Kenia zukommen. Vor Ort in Kenia beschäftigen wir 16 Mitarbeiter, das kenianische Nyota Team. Sie kümmern sich um den Betrieb der KiTa, die Betreuung der 120 Schulkinder in den umliegenden Schulen, um die Schüler-Nachhilfeprogramme, unsere biologisches Anbauprojekt oder Community Trainings.
2. Was ist euer Ziel?
Ganz klar die Hilfe zur Selbsthilfe. Im Fokus der Arbeit von Nyota e.V. stehen elternlose Kinder in Westkenia (Lwala). Dort befinden sich die Nyota Kindertagesstätte und auch unsere Community-Hilfs-Programme. Die meisten der von uns betreuten Kinder sind HIV-Waisen. Wir versuchen die Grundbedürfnisse der Kinder zu sichern, durch eine ausreichende Verpflegung sowie medizinische Grundversorgung. In der Nyota KiTa werden Waisenkinder im Vorschulalter und auf die Grundschule vorbereitet. Später besuchen sie, durch eine Nyota Schulpatenschaft gefördert, dann die örtlichen Primary- und Secondary Schools oder durchlaufen eine Berufsausbildung.
Um möglichst nachhaltig helfen und begleiten zu können, versuchen wir auch das örtliche Umfeld der Menschen vor Ort mit einzubeziehen, z.B. durch Förderung ökologischer Anbaumethoden in der Landwirtschaft. Nachhaltige und schonende Anbaumethoden tragen langfristig dazu bei, Hunger und Armut an der Wurzel zu bekämpfen.
3. Konntet ihr schon konkrete Erfolge feiern?
Bis heute - rückblickend auf die letzten 10 Jahre - sehr viele sogar. So haben wir nicht nur erfolgreich unsere Kindertagesstätte gebaut und 2008 eröffnet, die Basis für unsere Arbeit des Nyota Teams vor Ort, sondern zugleich auch über 200 Waisenkindern den Schulbesuch ermöglichen können. Mit dem Bau der KiTa ging auch die Versorgung mit fließendem Wasser durch einen eigenen Brunnen einher, die Stromversorgung aus unserer Solaranlage, sogar Internet haben wir in unseren Büros der KiTa. Was für uns hier in Deutschland alltägliche, selbstverständliche Dinge sind, waren dort nicht vorhanden.
Als Mitglied des Vereins und Vorsitzender des Vorstands bin ich seit 2004 jährlich für einige Wochen vor Ort und konnte diese Entwicklung hautnah miterleben. Diese Entwicklung, vor allem aber das Lachen der Kinder sowie die Freundlichkeit der Menschen vor Ort - oft trotz widrigster Umstände - beeindruckt mich jedes Mal wieder zutiefst.
4. Wenn du eine Sache auf der Welt verändern dürftest, was wäre das?
Mehr Menschen die Erkenntnis zu Teil werden lassen, dass konkrete Hilfe leisten und damit einhergehende Veränderungen immer möglich sind. Dass wir definitiv Dinge zum Positiven verändern können, wenn vielleicht auch nur im Kleinen, was jedoch nicht weniger wichtig ist. Anderen zu helfen und Zeuge von Veränderung zu sein, bedeutet auch eine Steigerung der eigenen Lebensqualität. Ich freue mich sehr über die Kreativität und das Engagement, durch welche neue Ideen wie z.B. eure Platform fraisr entstehen. Dadurch wird konkret geholfen und auf eine logische Weise eine natürliche Win-Win(-Win) Situation geschaffen.
5. Was passiert mit den Spendengeldern, die z.B. über fraisr gesammelt werden?
Als unabhängige Organisation sind wir stets auf Spenden angewiesen, um die Arbeit in Kenia weiterentwickeln zu können. Bedarfe gibt es sehr viele, ob für medizinische Zwecke, die Finanzierung von Ausbildungen für Schulabgänger oder unser biologisches Anbauprojekt “Nyota’s Organic Green Garden”, das sehr erfolgreich angelaufen ist und uns hilft, die KiTa mit frischen Nahrungsmitteln zu versorgen. Dies ist ein sehr positives Beispiel für viele Menschen aus der Region. Nyota-Schulabgänger und Kleinbauern werden seit diesem Jahr in regelmäßigen Trainings in die Grundlagen des ökologischen Anbaus eingeführt. Außerdem planen wir die Arbeit in die Richtung durch einen ökologischen Schul- und Lehrgarten in den nächsten Jahren zu vertiefen. Dafür suchen wir noch Spenden!
Mercy Would: Individuelle Designerbrillen zum kleinen Preis
„Schluss mit dem RayBan-Einheitsbrei!“ fordert Thilo Hertwig, Gründer von Mercy Would. Und Recht hat er. Denn was ist eigentlich cool daran, mit derselben Brille herumzulaufen wie alle anderen? Noch dazu, wenn sie unter nicht nachprüfbaren Bedingungen im Ausland gefertigt wurde?
Mercy Would ist anders als andere Brillen-Shops, weil er nur selbstgefertigte Brillen verkauft. Die Designs stammen alle aus der Feder der Brüder Thilo und Roland Hertwig und die Brillen werden per Handarbeit in Deutschland hergestellt. Und dafür sind sie richtig günstig: die Acetat-Gestelle kosten 98€, die Titan-Gestelle 198€. Dazu kann man drei verschiedene Glaspakete buchen. Man kann allerdings nicht nur online bestellen, sondern auch direkt im schicken Showroom in Berlin-Kreuzberg vorbeischauen, die Brillen anfassen und ausprobieren.
Gestelle oder Sonnenbrillen ohne Stärke kann man gleich mitnehmen, das Schleifen und Einsetzen der Gläser dauert etwa 5 Tage. Die Brillen werden nur in ganz kleiner Serie hergestellt – meist nur 10-15 Stück pro Modell und Farbe. Die Chance, jemandem zu begegnen, der dieselbe Brille trägt, ist also sehr gering! Wie die komplizierte Fertigung der extrem leichten, biegsamen und stabilen Titan-Gestelle aussieht, kann man sich seit kurzem hier ansehen.
Brillen sind in Deutschland Luxusgüter. Der durchschnittliche Preis für eine Brille mit Sehstärke ist 280€, die Grenze nach oben ist offen. Thilo Hertwig hätte es am liebsten, wenn jeder sich Brillen leisten könnte, und zwar auch noch richtig schöne. Er selbst besitzt 5 Stück (selbstdesignt, versteht sich), liebt sie sehr und wechselt gerne zum Outfit passend. Doch dass es nicht jedem in Deutschland so gut geht, weiß Thilo und daher war von Anfang an ein Spendenanteil bei jedem Brillenverkauf von Mercy Would vorgesehen. Die Hertwigs wollen gerne etwas von dem, was sie verdienen, zurückgeben und besonders regionale Organisationen unterstützen, die sich um finanziell schwächere Menschen kümmern. Mit fraisr geht das besonders einfach und für den Kunden transparent. So landen 5% des Erlöses jeder Brille bei der Berliner Tafel.
etagen-erika - das sind Katrin Schübel und Susanne Feldbauer, beide begeisterte Balkongärtnerinnen aus Berlin und Gründerinnen des Startups mit dem etwas ungewöhnlichen Namen. Bevor die beiden ihr Hobby zum Beruf gemacht haben, waren sie im Filmbereich tätig. Katrin als Managerin Artwork und Susanne als Projektkoordinatorin und Assistentin der Geschäftsführung.
Was ist etagen-erika?
etagen-erika ist der bio-regionale DIY-Balkonpflanzen-Lieferservice. Wir erleichtern AnfängerInnen und ProfigärtnerInnen von Frühjahr bis Herbst das Balkongärtnern mit saisonalen bio-regionalen Pflanzensets.
Tolles Thema für Frühling und Sommer. Aber was macht ihr denn im Winter?
In der Wintersaison macht etagen-erika es drinnen gemütlich. Mit stilvollen handgefertigten Adventskranz-Sets und ausgesuchten Dekoartikeln verschönern wir die Weihnachtszeit.
Wie ist Euer Name entstanden? Keiner von euch heißt ja Erika - oder doch?
Nee, bei uns gibt es keine Erika. Der Name ist eigentlich ein Pflanzenname Die Physostegia virginiana heißt auf Deutsch "Etagenerika". Aber wir fanden, dass er gut zu dem passt, was wir tun: Großstadtbalkone über mehrere Etagen schöner machen. Und ein bisschen edgy und retro klingt er und passt daher gut in die Großstadt.
Was macht eine gute Balkonbegrünung aus?
Gut ist, wenn die Pflanzen aus regionalen Gärtnereien stammen und nicht über weite Strecken transportiert werden müssen. Das macht sie auch robuster, da sie an die hier herrschende Witterung angepasst sind, die ja ganz schön extrem sein kann. Jede Pflanze hat einen ursprünglichen Lebensraum (z.B. Freifläche, Steinanlage, Wasserrand) und bevorzugt dadurch auch einen anderen Standort und hat unterschiedliche Gießbedürfnisse. Wenn die Pflanzen auf den Standort abgestimmt sind und sich untereinander vertragen, dann ist das schon eine gute Balkonbegrünung, die auch toll aussehen wird.
Egal was ich pflanze - ob winterhart, mehrjährig oder Gänseblümchen: Ich muss jedes Jahr nach dem Winter die Pflanzenleichen entsorgen. Was mache ich falsch?
Wahrscheinlich hast du genau das Problem, dass die Pflanzen, die du auswählst, nicht für die Sonnenlage deines Balkons geeignet sind. Hast du einen Sonnen-, Halbschatten- oder Schatten-Balkon? Das entscheidet über die geeignete Pflanzenauswahl. Viel oder wenig gießen ist die weitere Frage. Schwankungen zwischen totaler Vernachlässigung und überschwänglicher Zuneigung sind auch schwierig. Und einige Pflanzen brauchen auch etwas Winterschutz. Im Frühjahr zahlt sich etwas Geduld aus, bis die Pflanzen wieder aus dem Winterschlaf aufwachen. Da können wir ja gerne mal eine individuelle Beratung vornehmen.
Woher nehmt Ihr Eure Ideen und Bepflanzungskonzepte?
Wir streunen viel durch unserer Gärtnereien und lassen uns inspirieren. Oft sind es lange blühende Pflanzen, die durch eine besondere Blütenfarbe- und form auffallen, und die wir dann mit anderen dazu passenden Pflanzen oder Gräsern kombinieren. Natürlich gibt es auch immer Pflanzen des Jahres. Wir schauen schon, was da an Neuheiten auf dem Markt ist und uns gefällt. Aber wichtiger ist eigentlich, dass es natürlich und harmonisch aussieht. Das machen wir ganz nach unserem eigenen Geschmack. Bei den Kräutern stellen wir Sets für Kochfreaks zusammen, die gut zueinander passen oder sich prima ergänzen. Und wir lassen uns auch gern und umfangreich von unseren Partnergärtnereien beraten.
Gibt es so etwas verschiedene "Balkon-Typen“? Also eine Art Raster, wie Leute ihren Balkon bepflanzen - eher Blumen, eher Kräuter?
Es ist lustig, weil es schon Leute gibt, die Blumen doof finden und nur auf Kräuter stehen. Aber eigentlich ist es gemischt, viele bestellen sich Blumen und Kräuter. Ein richtiges Raster konnten wir da noch nicht ausmachen. Vielleicht nur soviel: In Berlin ist alles eher wild durcheinander. Aber das ist ja auch gerade schön so.
Wie steht Ihr zu Balkon-Deko? Da gibt es ja von der Lichterkette über die verspiegelten Glaskugeln bis zum Gartenzwerg allerhand zu bestaunen im Stadtbild…
Wir sind große Fans von alten Gartenzwergen, also diesen richtigen Gartenzwergen, die man einfach überhaupt nicht mehr findet. Wenn jemand welche für uns hat, wir freuen uns! Lichterketten gerne in der Solar-Variante und Kerzen kann es nie genug geben. So eine Mischung aus vereinzeltem Trash und ästhetischer Zurückhaltung finden wir super.
Warum verkauft Ihr auf fraisr?
Dass man auf fraisr schöne Sachen kaufen und damit gute Dinge tun kann, finden wir großartig. Da wollten wir sehr gern dabei sein. Zumal man selbst bestimmen kann, welche Organisation man unterstützen möchte. Unser Wunsch war, ein Projekt zu fördern, deren Hintergrund und MacherInnen wir persönlich kennen. Uns war schnell klar, dass das One Fine Day e.V. werden soll, ein Verein, der sich für künstlerische Bildung in benachteiligten Ländern einsetzt.
Welche sozialen Themen liegen Euch am Herzen?
Da gibt es eine ganze Reihe: Gleichstellung, soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und Umweltbewusstsein natürlich. Letzteres ergibt sich schon aus unserer Arbeit. Die Idee zu etagen-erika entstand ja auch durch den Eindruck, dass immer mehr Menschen das Gespür für Natur und Ökologie verloren geht. Dazu zählt ja nicht nur, im Bio-Supermarkt einzukaufen, sondern sich auch wieder damit zu befassen, was für Lebenszyklen Zier- und Nutzpflanzen haben, woher sie kommen und so weiter.
Was würdet Ihr auf der Welt ändern, wenn Ihr es könntet?
Im Großen: Sehr viel. Im Kleinen: Eine Welt, in der wir es jedem Menschen ein bisschen schöner, bunter und grüner machen.
"Celebrate the Toilet" - Interview mit Thorsten Kiefer von WASH United
Was macht WASH United genau?
Das WASH in WASH United steht für Wasser, Hygiene und Sanitärversorgung. Ein extrem wichtiges Thema, was einfach eine beschissene Lobby hat - über den Toilettengang und richtiges Händewachen spricht man nicht gern. Das ist bei uns anders. Wir wollen ändern, dass 4 von 10 Menschen weltweit keinen Zugang zu einer sauberen Toilette haben. In unseren Büros in Berlin und Nairobi entwickeln wir daher aufmerksamkeitsstarke Kampagnenformate, strategische Partnerschaften und Produkte wie außergewöhnliche Hygienetrainings, die in einzigartige Projekte in Indien und Afrika münden.
Mit dem World Toilet Cup lernen Schüler spielerisch, den Braunen Ball zielsicher ins Klo zu treffen. Denn: Jeder Po braucht ein Klo!
Wir nutzen einen im Sektor außergewöhnlichen Ansatz, um Menschen mit den Themen Wasser, Hygiene und Sanitärversorgung vertraut zu machen: WASH United arbeitet mit interaktiven Spielen, positiver Kommunikation und Sportstars, die Kids und Erwachsenen als Vorbilder dienen. Zu unseren Unterstützern zählen unter anderem Didier Drogba, Haile Gebrselassie, Bastian Schweinsteiger. Darüber hinaus setzen wir uns auf höchster Ebene für die Verwirklichung des seit 2010 von den Vereinten Nationen anerkannten Menschenrechts auf Wasser und Sanitärversorgung ein. Unser Menschenrechts-Team kommt z.B. gerade aus New York zurück, wo wir in der Generalversammlung der Vereinten Nationen gemeinsam mit Amnesty International Lobbyarbeit für eine neue UN Resolution für die verbesserte Implementierung der Menschenrechte auf Wasser und Sanitärversorgung geleistet haben.
Warum ist das Thema Hygiene weltweit immer noch so unterentwickelt?
Allein in Afrika sterben mehr Kinder an vermeidbaren Durchfallerkrankungen als an Malaria, Masern und HIV/AIDS zusammen. An vermeidbaren Erkrankungen! Das hat auf der einen Seite damit zu tun, dass Toiletten und Hygiene „dreckige“ Themen sind, mit denen die man nicht so gerne beschäftigt, bzw. in vielen Gesellschaften noch immer Tabu sind. Um die Friedensnobelpreisträgerin und WASH Botschafterin Ellen Johnson Sirleaf zu paraphrasieren: So lange WASH Themen in der öffentlichen Diskussion und in den Medien ignoriert werden, sind sie auch auf der politischen Ebene nicht relevant und werden sie weiter vernachlässigt, wenn es um die Frage geht, wie ohnehin knappe finanzielle Mittel verteilt werden. Die Folge: In Afrika ist das Sanitär-Ziel das Millenniumentwicklungsziel, das am meisten „off track“ ist. Die eine Herausforderung ist also ein Thema, das einfach von Natur aus schwieriger ist als Bildung oder Malaria, von Tabus zu befreien und stärker in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion zu rücken.
Der Elefant Bule-Bule reicht die Seife für ein unterhaltsames Handwaschtraining auf der Great WASH Yatra in Indien.
Die andere Seite des Problems sind persönliche Prioritäten und persönliches Verhalten. So ist z.B. Seife selbst in den ärmsten Slums in fast allen Haushalten vorhanden, wird aber nicht fürs Händewaschen - vor dem Essen und nach dem Gang zur Toilette - benutzt, sondern nur für Wäsche, Abwasch, etc. Hier setzen unsere Interventionen in den Ländern an, die sowohl über die Wichtigkeit von gutem Hygieneverhalten aufklären, als auch über unsere Schulprogramme Kinder und Jugendliche in gutem Hygieneverhalten trainieren. Außerdem liegt uns auch daran, das Thema auch in den entwickelten Ländern wie in Deutschland und den USA auf die Agenda zu hieven, wo das Thema bislang kaum eine Rolle spielet. Genau dafür haben wir z.B. "Celebrate the Toilet!" entwickelt.
Das klingt amüsant. Aber was soll es bringen, die Toilette zu feiern?
Die bescheidene Toilette ist eine der größten Erfindungen der Menschheitsgeschichte! Sie hat mehr Menschenleben gerettet als Impfungen und Sicherheitsgurte zusammen und ist aus unserem Alltag noch weniger wegzudenken als das Handy oder das Internet. Das muss doch mal honoriert werden! Indem Menschen die Toilette feiern und endlich einmal wertschätzen, stellt man sich natürlich auch die Frage, wo sie denn jeden Morgen hingehen würden, wenn es sie nicht gäbe. Und man bekommt eine Idee davon, wie es für 2,5 Milliarden Menschen ist, ohne angemessene Sanitärversorgung zu leben. Ziel von „Celebrate the Toilet!“ist es, dabei insbesondere über den WASH-Sektor hinausreichen und auch die breitere Gesellschaft für diese Themen zu aktivieren.
Die Vereinten Nationen sind auch dabei: Einschließlich des stellvertretenden VN-Generalsekretärs Jan Eliasson werden die VN die Toilette anlässlich des ersten offiziellen Welttoilettentags am 19. November in New York ehren. Am selben Abend wird die Toilette mit einem „Celebrate the Toilet!“-Event in New York gebührend gefeiert. Hier in Berlin veranstalten wir eine Warm-Up Party am 15. November in Berlin und unsere kenianischen Kollegen feiern ebenfalls am 15. November in Nairobi.
Kann man da mitmachen?
Ja, klar! Wer mitfeiern möchte, kann der Toilette unter www.celebratethetoilet.org auf der virtuellen Toilettenwand gratulieren. Mit dem Hashtag #CelebrateTheToilet kann jeder auf Instagram, Twitter und Facebook eine Foto-Botschaft hinterlassen und an unserem Foto-Wettbewerb teilnehmen. Das beste Bild wird mit einem Jahresvorrat an ganz besonderem Klopapier prämiert.
Und was können wir hier tun, damit sich in den Entwicklungsländern etwas ändert?
Ihr könnt gerne für unsere Projekte spenden - z.B. auf verkaufen wir auf fraisr hochwertig gerahmte Fotos von unserer Arbeit beim letztjährigen CECAFA Cup in Uganda. Schöne Fotos, deren Erlös zu 100% an uns gespendet wird. Momentan arbeiten wir an einem großen Projekt in Uganda, Ruanda und Kenia, das zeitgleich zur Fußballweltmeisterschaft 2014 laufen wird. Außerdem entwickeln wir unseren WASH-Wanderzirkus, "The Great WASH Yatra" weiter und setzen diese im nächsten Jahr in neuen Regionen in Indien um. Und natürlich freuen wir uns über Spenden, damit wir weiterhin so gute Ideen entwickeln können - monetär oder durch personelle Unterstützung von Profis, die ihre Fähigkeiten in einer sozialen Organisation einbringen möchten.
Was passiert mit Spendengeldern und Fördergeldern bei WASH United?
Wir sind überwiegend von großen Geldgebern finanziert, die in unsere Ideenentwicklung in Deutschland und Kenia sowie unsere daraus resultierenden Projekte in Indien und Afrika unterstützen. Die Spendengelder von Privatspendern gehen in die Projekte und Partnerschaften in den Zielländern, es sei denn, die Spender möchten explizit in unserem Ansatz und unsere Ideen investieren - was durchaus vorkommt.
Ihr betreibt ja ein Social Business. Was ist für dich der Reiz an dieser noch jungen Form des Engagements?
Geld ist keine Belohnung, die mich antreiben könnte. Das Gefühl, mit meiner Arbeit positiven sozialen Wandel zu erzeugen, einen Beitrag zu leisten, der über mein eigenes Leben hinausgeht, dahingegen sehr wohl.
Die weltweite WASH Krise ist eine riesige Herausforderung. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass wir das Problem mit einer Kombination aus innovativer Kommunikation, Technologie und neuen Geschäftsmodellen noch zu meinen Lebzeiten lösen können. Das will ich erleben, dazu will ich beitragen, das ist mein Antrieb für WASH United.
Was würdest Du auf der Welt sofort ändern, wenn Du die Macht hättest, es zu tun?
Wenn ich die WASH-Krise mit einem Fingerschnipsen lösen könnte, würde ich es sofort tun. Und dann gehe ich nur noch Pilze sammeln.
"Jeder Euro rettet Menschenleben" - Interview mit Alena Solka von Aktion Deutschland Hilft
Aktion Deutschland Hilft ist ein Bündnis von Hilfsorganisationen. Wie genau kann ich mir die Arbeit von Euch in einem akuten Fall wie jetzt auf den Philippinen vorstellen?
Aktion Deutschland Hilft vereint die Erfahrungen und Kompetenzen der Mitgliedsorganisationen unter einem Dach und bietet eine Plattform für Absprache, Abstimmung und Informationsaustausch. Zudem lässt die Zusammenarbeit Synergien entstehen und trägt dazu bei, zu verhindern, dass es in Einsatzgebieten zu Versorgungslücken oder Überschneidungen kommt. Somit können wir schnelle und effektive Hilfe leisten. Sobald der Einsatzfall offiziell ausgerufen wird – und das erfolgt erst nach einem internationalen Hilfeersuchen des betroffenen Landes - geht alles ganz schnell. Jeder im Team weiß, was er zu tun hat. Jede Abteilung arbeitet nach Checklisten. Täglich finden im Aktionsbüro und bei unseren Mitgliedsorganisationen sogenannte Einsatzfallbesprechungen statt – ein Meeting, in dem die wichtigsten Zahlen und Fakten zur momentanen humanitären Situation intern besprochen werden. Darüber hinaus findet täglich eine Telefonkonferenz mit allen Mitgliedsorganisationen statt, damit jeder einzelne über die neuesten Hilfeleistungen informiert wird. Falls Bedarf an Experten aus dem Ausland besteht, und das ist bei einer Katastrophe diesen Ausmaßes der Fall, reisen erfahrene Nothelfer von unseren Bündnispartnern schnellstmöglich ins Katastrophengebiet, um vor Ort die Lage einzuschätzen und dann dem Bedarf entsprechend die Projekte auf den Weg zu bringen. Auch aus dem Aktionsbüro macht sich ein Medienteam bereit, um ins Einsatzgebiet zu reisen und notwendige Öffentlichkeitsarbeit zu leisten.
(c) HelpAge
Auch beim aktuellen Einsatzfall auf den Philippinen ging alles sehr schnell. Am Samstag wurde der offizielle Einsatz ausgerufen – ein Tag später konnte die Deutsche Lufthansa bereits die erste Maschine mit 25 Tonnen Hilfsgütern auf den Weg bringen. Von Vorteil war, dass von unseren Mitgliedsorganisationen bereits einige vor Ort waren und so die Hilfe extrem schnell anlaufen konnte. Im Katastrophengebiet wird alles getan, um die notleidenden Menschen mit Nothilfe zu versorgen. Zwei Tage später, am Montag, konnte bereits unser Medienteam ausreisen. Hier im Aktionsbüro in Bonn wird verstärkt daran gearbeitet, Informationen zur aktuellen Situation für Medien und damit die Öffenltichkeit bereit zu stellen und Spenden für die notwendige Hilfeleistungen zu generieren.
Was wird auf den Philippinen jetzt am dringendsten gebraucht?
Der Taifun Haiyan hat auf den Philippinen eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Geblieben ist ein Trümmerfeld: Wo einst Häuser standen, ragen nur noch Fundamentreste aus dem Boden. In Cebu etwa sind 90% der Häuser zerstört.
(c) Care
Überall liegen Wellblechplatten, zersplittertes Holz und Schutt. Tausende Menschen wurden in den Tod gerissen, Hunderttausende sind nun obdachlos. Den Menschen mangelt es an Essen, Trinkwasser, medizinischer Hilfe – die Stromversorgung ist zusammengebrochen. Unsere Bündnispartner bringen genau diese Hilfe auf den Weg: Wasser, Nahrungsmittel, Decken, Zelte, Medikamente. Um die notleidenden Menschen ausreichend mit Hilfsmitteln zu versorgen, benötigen wir Spenden. Jeder Euro rettet Menschenleben.
(c) Johanniter
Was passiert mit meiner Spende?
Wir haben auf unserer Webseite eine Infografik veröffentlicht, die anhand einer Beispielrechnung genau darstellt, was mit einer 100€-Spende passiert: Von den 100 Euro fließen sechs Euro in die Aktions- und Betriebskosten von Aktion Deutschland Hilft; davon geht ein Euro in die Qualitätssicherung. Unter Aktions- und Betriebskosten fallen Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit, das Versenden von Spendenbescheinigungen, das Erstellen von Informationsmaterial und Dankesbriefen sowie die laufenden Kosten des Aktionsbüros. Die Qualitätssicherung zielt darauf ab, sicherzustellen, dass die Qualität der Projekte auf einem hohen Niveau bleibt. Die restlichen 94 Euro werden an die tätigen Mitgliedsorganisationen weitergeleitet. Dabei möchten wir herausstellen, dass professionelle - also sachgerechte und bedarfsorientierte - Hilfe Geld kostet. Die Verteilung erfolgt nach einem Verteilungsschlüssel, der sich an der Kapazität und den Projektumsetzungsmöglichkeiten der Organisationen orientiert. Gelder erhalten nur die Organisationen, die diese beantragt haben und die vor Ort aktiv sind. Von den 94 Euro dürfen die Mitgliedsorganisationen maximal sieben Euro für Aufwendungen wie die Auswahl, Vorbereitung und Koordination der Projekte einsetzen. Die verbleibenden 87 Euro fließen beispielsweise in den Bau von Notunterkünften oder die Versorgung mit Hilfsgütern wie Lebensmitteln, Trinkwasser oder medizinischer Nothilfe.
Mit fraisr gibt es ja eine zusätzliche Möglichkeit, sich für Aktion Deutschland Hilft zu engagieren, gemäß dem Prinzip „Kaufen. Verkaufen. Gutes tun.“ - wie findest Du das?
Ich finde es großartig. Uns erreichen viele Anfragen von Menschen, die nicht direkt Geld spenden können, aber gerne Sachspenden abgeben. Die können wir leider aus logistischen Gründen nicht annehmen. Mit fraisr haben die Menschen auch die Möglichkeit uns zu unterstützen, indem sie ihre Sachspenden auf fraisr verkaufen und somit den Betroffenen des Taifuns helfen.
Produkt der Woche: Schmucker Adventskalender von Anoa Art
In einem Atelier im Hafen von Münster entstehen die Schmuckkreationen – genauer gesagt im Kopf von Stefanie Fietzek. Seit sie denken kann bastelt und kreiert sie Schmuck und seit 2011 tut sie das sehr erfolgreich mit ihrem eigenen Label Anoa Art. Dabei bezieht sie ihre KundInnen und Fans von Anfang an ein, verlost neue Kreationen bei facebook und geht auf Kundenwünsche ein. Ihr Ziel ist es, ein großes Angebot an individuellen Schmuckstücken anzubieten, das unter fairen Arbeitsbedingungen entstanden ist.
Begeistert von Adventskalendern ist Stefanie schon von klein auf, als sie jedes Jahr einen von ihrer Oma bekam. „Es macht mir große Freude die Tütchen zu befüllen mit dem Wissen, dass ein Kunde jeden Tag ein Tütchen in die Hand nimmt und diesen Überraschungsmoment beim Auspacken erfährt,“ sagt sie. Das Sortiment in jedem Kalender ist so bunt gemischt, dass die Beschenkte nicht weiß, was sie am nächsten Tag erwartet. Man kann sich allerdings auch beim Kauf schon bestimmte Farben oder konkrete Schmuckstücke wünschen. So sind die Adventskalender nicht nur individuell, sondern auch für jedes Alter passend und ein tolles Geschenk – ob für die Freundin, die Oma oder die nette Nachbarin. Die Adventskalender werden außerdem in verschiedenen Preisklassen angeboten: von 21,90 € mit 3 Schmuckstücken bis 70,90 € mit insgesamt 12 Schmuckstücken.
Bei fraisr ist Anoa Art von Anfang an dabei. Stefanie erklärt: „Es ist für mich ein tolles Gefühl, wenn ich Menschen, die Hilfe brauchen, durch meine Verkäufe unterstützen kann. Anders als bei einer einmaligen Spende habe ich so das Gefühl, immer wieder etwas Gutes zu tun und meine Spende an verschiedene Institutionen zu richten.“
Adventskalender gefüllt (mit 3 Schmuckstücken)
€21,90
Hier kaufen!
Heute vor einem Jahr war für uns bei fraisr ein besonderer Tag. Am 31. Oktober 2012 gingen wir mit dem ersten Marktplatz für die gute Sache online. Das erste Produkt, was eingestellt wurde, war eine Wii von Nintendo. Das erste Produkt, was wir einen Tag später verkauft haben, war ein iPod.
Im Kern ist fraisr immer der ursprünglichen Idee treu geblieben: Kaufen. Verkaufen. Gutes tun. Eine einfache Formel. Und Einfachheit steht bei allem, was wir tun im Mittelpunkt. Das ist auch der Grund, warum wir eine sehr breite Auswahl an Waren auf dem Marktplatz zulassen – Gebrauchtes, Neues, Selbstgemachtes. Von kleinen Manufakturen. Privaten Verkäufern. Mittelgroßen Händlern. Marken. Eine schöne Vielfalt: Bio-Gewürze, Direct-Fairtrade Kaffee, Jutebeutel und Schmuck in allen Farben und Formen, T-Shirts, Kosmetik-Boxen. Ipods. Vegane Box-Handschuhe. Und sogar einen VW Käfer. Es werden Sachen verkauft, wo wir vor fraisr manchmal nicht einmal wussten, dass es sie gibt.
Wir möchten es allen Menschen einfach machen, sich zu engagieren. Wir freuen uns über jeden Verkäufer und Käufer, die bei uns aktiv werden. Wir möchten, dass fraisr groß und stark wird und Menschen an das Thema Engagement heranführt.
Manchmal werden wir gefragt, ob Konsum nicht generell schlecht ist – ob mit oder ohne Spende. Wir waren und sind keine Ideologen. Und auch wenn jedem von uns persönlich vieles einfällt, was sich sofort und radikal ändern müsste, sind wir mit fraisr angetreten, ein bestehendes und funktionierendes Prinzip zu nutzen, um die Leute zum Spenden zu bringen. Der Kapitalismus ist ein weit verbreitetes Betriebssystem. Nicht immer stabil, aber fast jeder kann damit umgehen und die Grundfunktionen sind ganz passabel. Mit fraisr nutzen wir das Betriebssystem Kapitalismus und interpretieren die Grundfunktionen einfach neu. Jeden Tag wird unglaublich viel gekauft. In Deutschland wird jährlich für über 1,4 Billionen konsumiert. Wenn wir es schaffen, hier unser Prinzip zu etablieren, dann erhalten die begünstigten Organisationen völlig neue Möglichkeiten, ihre Arbeit zu finanzieren. Und es kommen Menschen mit den Organisationen in Kontakt, die vorher schlicht ohne Spende eingekauft hätten. Mit fraisr wollen wir die Hürden beseitigen, die bislang einen Großteil der Gesellschaft vom Spenden abhält. Wir sind aber nur ein Teil und ein Instrument von vielen, die dabei helfen, unsere Welt besser zu machen. Wenn jeder Verkäufer einen Teil seiner Erlöse abgibt, ist unsere Mission erfüllt. Es gibt also noch viel zu tun ;-)
Sami von RetroRaum: "Auf der Jagd nach Möbelklassikern"
Deine Waren sind echte Hingucker. Wo findest du diese tollen Sachen?
Ich besuche sehr viele Trödel- und Flohmärkte in ganz Deutschland und den Nachbarländern. Mit den Jahren hat man natürlich auch seine Kontakte. Ich finde eigentlich auf jedem Markt was schönes, man muss nur genau hinsehen. Viel Zeit, Geduld und das Jagdfieber sind sehr wichtig...
Spätestens seit Mad Men sind ja die 50er und 60er Jahre wieder en vogue - Stichwort Danish Teak...
Jede Zeit hat seinen Trend. Aber die richtigen skandinavischen Klassiker und die amerikanischen Mid Century Möbel werden nie aus der Mode kommen. Es gibt hier die eingeschworenen Fans. Wenn’s einen mal gepackt hat, kommt man nicht weg davon. Auch Industrial Chic ist ein Trend, den es immer geben wird. Ich persönlich bin ein großer Fan von „Altmetall“.
Welches Möbelstück würdest du aus einem brennenden Haus retten und warum?
Alles was ich tragen kann. Für mich sind viele dieser Möbel wahre Kunstwerke. Ein schrecklicher Gedanke.
Mit Euren Verkäufen auf fraisr engagiert Ihr Euch auch sozial. Welche Themen liegen Euch besonders am Herzen?
Ich bin immer für Pressefreiheit und Transparenz in jeder Form. Die Geschehnisse in den letzten Monaten haben auch gezeigt, dass diese Freiheit geschützt und unterstützt werden muss. Deswegen spende ich für Reporter ohne Grenzen, aber auch für Einrichtungen, die sich um Wohlergehen von Kindern einsetzten.
Wenn Du etwas auf der Welt ändern könntest: Was wäre das?
Ich bin 100% Pazifist. Ende von Leid, Hunger, Vertreibung und Verfolgung... Produktionsstopp von Waffen aller Art. Ist leider nur Wunschdenken...
Sich nackt für einen Kalender auszuziehen ist nichts Neues. Jedes Jahr lassen unter anderem Feuerwehrleute und Studenten die Hüllen fallen, um mit einem Fotokalender Geld in leere Kassen zu spülen. Auch die Jungs von der University of Warwick im konservativen England haben sich jetzt nackig gemacht und die Ergebnisse gibt es in einem Kalender zu bestaunen. Das Besondere: Das Team engagiert sich gegen Homophobie und entsprechend sind auch die Motive gestaltet. Keine Ahnung, wer von den Jungs nun schwul ist und wer hetero - ist auch völlig egal. Alle zeigen sich in Posen, die einen Homophoben auf die Barrikaden bringen würden. Eine wunderbar anzuguckende Provokation für die gute Sache!