Mein Gerichtstermin
Am 12.07.2019 hatte ich dann meinen Gerichtstermin.
Die Anklage hat ungefähr geklungen:
Sie sind angeklagt Betäubungsmittel in die Bundesrepublik Deutschland eingeführt zu haben.
Insgesamt kann man sagen,dass ich behandelt wurde, als wäre ich nur irgendein Fall, bei dem schnell ein Urteil gesprochen wird, damit man sich wichtigeren Dingen zuwenden kann. Mein Anwalt war nicht dabei, weil er nicht den Bedarf gesehen hat mitzukommen und er meinte ,,man muss aus einer Mücke keinen Elefanten machen’‘. Der Richter hat unnormal schnell und undeutlich geredet, dass weder ich noch meine Eltern alles verstanden haben. Als ich mich dann selbst äußern durfte, wurde mir ins Wort gefallen.Weil ich zu dem Zeitpunkt, an dem die Straftat begangen wurde 16 Jahre alt war, wurde ich nach Jugendstrafrecht bewertet. Ich hab dann folgendes ,,Urteil‘‘ bekommen:
Das Verfahren wird gemäß § 47 JGG vorläufig eingestellt, mit der Maßgabe, dass sich die Angeklagte binnen 6 Monaten nach Aufforderung durch das Gericht zwei ärztlichen Drogentests auf eigene Kosten unterzieht. Damit ist die Weisung verbunden, künftig keine illegalen Drogen zu konsumieren.
Auch wenn es im Nachhinein ein bisschen übertrieben von mir war, fand ich das Urteil so scheiße, weil ich unbedingt in meinem anstehenden Amsterdam Urlaub buffen wollte. Es war halt auch die ganze Zeit die Rede davon, dass ich höchstens Sozialstunden machen muss.
Vor meinem Gerichtstermin wurde mir auch ein Brief geschickt und mein Anwalt hat das auch nochmal erwähnt, dass sich eine Frau von ,,Jugendhilfe im Strafverfahren‘‘ mit mir in Kontakt setzen wird um zu prüfen, ob ich eine Perspektive habe, ob ich auf der schiefen Bahn bin oder ob ich Reue zeige. Die macht sich dann ihre Meinung über einen und kann damit auch noch das Gericht in eine bestimmte Richtung für das Urteil beeinflussen. Ich fand’s echt ziemlich seltsam das außer die Ankündigung, dass das passieren wird, ich nie weiter kontaktiert wurde oder sich auch nur irgendwie jemand bei mir gemeldet hat.
Zusammenfassend lässt sich, was das Gericht angeht sagen, dass es für mich eine riesen Sache war und ich hatte echt nicht das Gefühl das sich irgendwer im Gerichtssaal auch nur die Mühe gemacht hat, so zu tun, als wäre mein Fall wichtig.














