Kommunisten, die jede Form der Gleichheit außer den gleichen Zugang zum gesellschaftlichen Reichtum bekämpfen, haben daher eine hohe Meinung von den Errungenschaften der kapitalistischen Welt und meinen damit die Entfaltung der Produktivkräfte in jenem umfassenden Sinne, wie sie schon von Marx pointiert wurde: als Entwicklung der materiellen Voraussetzungen für allgemeinen Luxus unter nicht-kapitalförmigen Produktionsverhältnissen, aber eben auch als Entwicklung der Fähigkeit, genießen zu können, die wiederum Voraussetzung für Luxus ist, und ohne die im Kapitalismus meist schmerzhaft vollzogene Individualisierung nicht denkbar ist. Die kapitale Subjektform, unter der das Individuum befaßt ist, ist einerseits Inbegriff der Zumutungen, die das falsche Produktionsverhältnis für den Einzelnen bereithält, und die er an sich selbst vollziehen muß, hält aber doch das Versprechen bereit, über die Beschränkungen seiner Herkunft, seines Geschlechts, seiner Erziehung, seiner Gewohnheiten hinauszuwachsen, wie eben auch das Kapital sich nicht mit der einfachen Reproduktion bescheiden kann, sondern beständig über sich hinaustreibt, d.h. allgemeinen und maßlosen Reichtum produzieren muß. Daß das Kapital genauso wie die Subjektform, die es konstituiert, dieses Versprechen unmittelbar zugleich Tag für Tag dementieren muß, indem es das Individuum faktisch im Vollzug des Immergleichen festbannt, darin liegt für Kommunisten der Angelpunkt der Kritik am Kapital: Nicht daß es Vergnügen produziert, sondern daß es das Vergnügen mit Versagung und Verzicht durchtränkt, werfen sie ihm vor. Kommunisten, die sich diese Bezeichnung nicht nur angemaßt haben, werden daher das kleine beschädigte Glück im Bestehenden zugleich als schäbig benennen wie es gegen alle Versuche seiner falschen Aufhebung verteidigen, gegen jene also, die statt dem Vergnügen mit Versagung das Vergnügen an der Versagung organisieren wollen.