Island 2021 - Tag 13 Teil 3
Wir fahren vom Goðafoss etwa rund 45 Minuten in südlicher Richtung, um zu dem weniger bekannten Aldeyjarfoss zu gelangen.
Der Aldeyjarfoss ist ebenfalls ein Wasserfall des Flusses Skjálfandafljót, dem mit fast 180 Kilometern Länge viertlängsten Fluss Islands. Er entspringt am Gletscher Vatnajökull, fließt von dort durch das Hochland in den Norden und mündet in der Skjálfandi-Bucht in den arktischen Ozean.
Beim Godafoss-Parkplatz beginnt über die Straße 842 (oder alternativ 844) der Abstecher zum rund 45 Kilometer entfernten Wasserfall. Die Schotterpisten sind gut zu fahren, erst die letzten Kilometer sind schon eine F-Straße und somit ohne 4x4 tabu.
Warum, erschließt sich uns nicht, denn die Qualität der Hochlandpiste ist nicht wirklich schlechter. Etliche Leihwagen, die uns hier entgegen kommen, haben demnach hier gar nichts zu suchen.
Offensichtlich wissen das die Mieter nicht, oder wollen es nicht wissen. Problematisch wird es immer dann, wenn etwas passiert und kein Versicherungsschutz mehr besteht. Das ist in Afrika auch nicht anders.
Nach der längeren Anfahrt laufen wir ein kurzes Stück zum Wasserfall. Der Aldeyjarfoss liegt in einer traumhaften, einsamen Gegend und entpuppt sich für uns als echtes Highlight.
Als wir vor den interessanten Toilettenhäuschen parken (keine Sorge: es gibt auch ein neues Exemplar), ahnen wir nicht welches Spektakel sich uns gleich eröffnet....
Der Wasserfall erweist sich als äußerst reizvoll, das gesamte Umfeld dieses Wasserfalls wird von farbreichen Kontrasten beherrscht. Wir sind uns sofort einig, diese Fahrt hat sich mehr als gelohnt. Gänsehaut pur!
Die Landschaft rund um den Aldeyjarfoss ist stark, verwittert und wunderschön. Man kann kilometerweit über karge Lavafelder in alle Richtungen schauen. Der kleine Spaziergang zu den Wasserfällen ist eine wunderbare Überraschung. Der Fluss Skjálfandafljót stürzt hier etwa 20 m in die Tiefe.
Wenn man den Weg entlang geht, kommt der Fluss in Sicht und man sieht, dass die Seiten der Schlucht mit Basaltsäulen gesäumt sind.
In einem Abschnitt krümmen sich die Säulen als Beweis für die Bewegung der Erde. Es gibt auch eine große Höhle am Fluss Skjalfandafljot, ganz in der Nähe der Wasserfälle.
Die Wasserfälle selbst sind wirklich spektakulär und gehören zu den schönsten, die wir in Island bisher gesehen haben. Obwohl es keine riesige Kaskade ist, ist das Wasser, das in den Pool fließt, ziemlich beeindruckend.
Rechts von den Hauptfällen befinden sich drei kleinere Fälle - Besucher müssen ziemlich weit am Rand entlang gehen, um sie zu sehen und von dort aus können unternehmungslustige Naturen auf die Felsen hinausgehen.
Dort ist man den Kräften des Wassers, das über den Kamm fällt, am nächsten. Das ist aber nichts für uns. Die Abgeschiedenheit des Ortes sowie die karge Landschaft machen diesen Wasserfall zu einem außergewöhnlichen Erlebnis.
Eine besondere Schönheit, mit den umrahmenden Basaltsäulen und der türkisblauen weiß aufschäumenden Wasserfarbe, setzt er sich eindrucksvoll in dieser kargen Landschaft in Szene. Da wird das Wetter ganz zur Nebensache.
Wir machen uns auf den Weg zurück zur Nationalstraße 1 und ahnen nicht, dass wir gleich die dicken Pullis bzw. die Jacken heraus holen müssen. Irgendwie haben die Götter mitbekommen, dass unser Vorrat an T-Shirts aufgebraucht ist.
Wir fahren weiter nach Akureyri und beziehen unser gebuchtes Studio für die nächsten 3 Tage. Nachdem wir uns eingerichtet haben, fahren wir zum Hafen und buchen für morgen Mittag eine Whale-Watching-Tour, anschließend geht es zum Einkauf.
Angie, Micha und der Hasenbär