Lieblingsarbeitsplatz, einmal im Jahr. Die Terasse der Moritzbastei in Leipzig.

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Lieblingsarbeitsplatz, einmal im Jahr. Die Terasse der Moritzbastei in Leipzig.
officemotivationmonday
"When you have a dream, you've got to grab it and never let go." ...
8. Dein Arbeitsplatz
Mein Arbeitsplatz 🤗
Vor kurzem mussten wir eine Etage tiefer ziehen wegen Dachsanierungsarbeiten. Hoffentlich nur für ein halbes Jahr wie angekündigt. Nichtsdestotrotz hält es mich nicht davon ab, mir auch in dem neuen Raum meinen Arbeitsplatz hübsch herzurichten, um zu arbeiten oder auch mal zwischendurch etwas für die Fernweiterbildung Archiv zu erledigen.
Und den Sonnenaufgang in Leipzig nimmt man auch von hier wunderbar wahr.
Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende 🤗
Verzettelung im Dienst, Müdigkeit und Sinnfrage. Weniger Job wär schön, mehr Studium nötig. Schon das Erledigen der kleineren Hausaufgaben kostet momentan zuviel Energie, um an die größeren überhaupt zu denken.
Wollen wir hoffen, das bleibt eine Post-Corona-Momentaufnahme und wird nicht zum Dauerzustand.
Die schöne Demut
Ihr war schlecht. Allein schon bei dem Gedanken daran. Aber sie hatte keine Wahl. Sie wusch sich das Gesicht und zog sich an. Sie wollte sich nicht schön machen. Sie wollte nicht schön aussehen. Ihr war schlecht. Sie atmete ein. Eins. Und aus. Zwei. Und ein. Drei. Und aus. Sie fuhr los. Mit dem Fahrrad durch die frische Morgenluft. Die Sonne schien, blendete sie.
Sie schloss ihr Fahrrad am Fußgängerzonen-Schild an und ging in den Laden. Die nette alte Dame hatte ihn schon aufgemacht und saß nun mit einem Kaffee am Tisch.
Die Kirchenglocken ließen die Stadt wissen, dass es jetzt neun Uhr war. Das Mädchen machte sich an die Arbeit, die sie am Tag davor nicht fertig geschafft hatte. Ihr war schlecht. Aber die Arbeit machte ihr Spaß. Sie lenkte sie davon ab.
Es war zehn Uhr zwanzig. Die Arbeit machte langsam nicht mehr so Spaß. Zehn Uhr einundfünfzig. Hunger. Ihr war schlecht. Elf Uhr fünf. Der Chef schneite herein und begrüßte sie herzlich. Ein schmieriger Typ, aber nett. Er kam immer erst so spät. Er war der Chef, er durfte das.
Der Laden, der zuvor so schön ruhig war, wurde jetzt durch die Gespräche des Chefs beschallt. Telefonate. Privat. Er war der Chef, er durfte das. Elf Uhr dreißig. Er fing an zu arbeiten.
Zwölf. Mittagspause. Sie atmete auf. Sie ging zum Bäcker, kaufte sich ein belegtes Brötchen und setzte sich in die wärmende Sonne. Zwölf Uhr sechs und zwanzig. Sie machte sich auf den Weg zurück. Ihr war schlecht.
Der Chef war gerade mit einem Kunden beschäftigt. Die nette alte Dame war nicht mehr da. Das Mädchen setzte sich zurück an ihren Platz, an ihre Arbeit.
Der Chef redete gern. Die Kunden gingen. Der Chef sprach sie an. Erzählte ihr begeistert irgendeine Geschichte. Sie verstand sie nicht. Sie verstand ihn nicht.
Fröhlich singend lief er durch den Laden. Er machte irgendwas oder auch nichts. Er war der Chef, er durfte das.
Er lief immer wieder an ihr vorbei. Strich ihr durchs Haar oder streichelte ihre Schulter. Er war der Chef, er durfte das. Er massiert sie. „Verspannt bist du aber.“ Ja und schlecht ist ihr. Er schwärmte, wie toll sie doch sei. Er war der Chef, er durfte das. Er bat sie, die Toilette zu putzen. Er war der Chef. Ihr war schlecht. Er umarmte sie. Ihr wurde schlechter. Er war der Chef, er durfte das. Er küsste sie. Er war der Chef, durfte er das? `
18. Dezember 1997
Mein erster mobiler Arbeitsplatz kommt von ALDI
Den Umzug in das Gemeinschaftsbüro, das etwa 500 Meter von meiner Wohnung entfernt liegt, bewältige ich mit Hilfe eines Einkaufswagens, den ich auf der Straße vorgefunden habe. Zu dieser Zeit und noch lange danach gehören herumstehende Einkaufswagen zum normalen Straßenbild, jedenfalls in Neukölln. Warum das zum Aufschreibezeitpunkt 2019 nicht mehr der Fall ist, weiß ich nicht – vielleicht haben Supermärkte durch den Einbau von sinnlosen Stufen zum Eingang auf das Problem reagiert? (Update: Ja, aber nicht mit Stufen.)
In meinem Einkaufswagen jedenfalls befinden sich mein Röhrenmonitor und mein Tower-PC, wahrscheinlich auch noch ein paar andere Dinge. Der Weg ist ziemlich holprig, deshalb habe ich natürlich vorher den Schreib-Lese-Kopf der Festplatte in die Parkposition gebracht, damit nichts kaputtgeht, und ich schiebe den Wagen ganz langsam und vorsichtig.
Im Büro habe ich noch keinen Schreibtisch. Die ersten Wochen sitze ich deshalb auf dem Fußboden vor meinem Einkaufswagen, dessen Gitterklappe ich nach oben geklappt habe. Im Wagen steht weiterhin der Rechner, jetzt aber mit dem Monitor zu mir gedreht. Das hat den Vorteil, dass ich meinen Arbeitsplatz jederzeit an einen anderen Ort schieben kann. Passend zum Griff des Einkaufswagens, auf dem das ALDI-Logo zu sehen ist, baue ich mir mit CorelDraw einen Bildschirmhintergrund für Windows.
Die Auffindung dieses Bildschirmhintergrunds auf meiner aktuellen Festplatte im Sommer 2019 ist der Aufschreibeanlass dieses Beitrags. Den Tag kann ich so genau angeben, weil die Datei trotz aller Umkopiervorgänge immer noch das Original-Erstellungsdatum trägt.
(Kathrin Passig)