Der Pullover meines Opas wurde nicht dafür gemacht, dass sein Kragen und seine Manschetten irgendwann gelb sind vom Zigarettenrauch. Man kann über sein Muster streiten, über die Herkunft seiner Wolle, man kann auch einen anderen Pullover anziehen, der einen besser wärmt, der einem besser gefällt. Oder gar keinen Pullover, vielleicht ein T-Shirt oder ein Kleid oder etwas ganz anderes. Aber man kann nicht diesem einen Pullover seinen Zigarettenrauch ankreiden, die Situationen, in denen er getragen wurde, all die Jahre, Jahrzehnte, vielleicht. Es prägt, so lange getragen zu werden. Dieser Pullover wurde nur gemacht, um zu wärmen. Es ist in Ordnung, wenn ich den Pullover waschen muss, bis er nicht mehr gelb ist, vielleicht mehrere Male. Es ist in Ordnung, wenn ich ein dünnes Shirt darunter ziehe, weil seine Wolle mich kratzt. Es ist okay, wenn ich ihn in den Schrank hänge und nicht trage. Es ist okay, wenn ich ihn trage. Niemand weiß, dass es der Pullover meines Opas ist, wenn ich ihn trage. Es ist nichts, gar nichts falsch daran, wenn ich die Wärme mag, die mir Dieser Pullover gibt. Im Grunde ist es ja meine Wärme, die er bei mir behält. Es ist nicht die Wärme meines Opas. Er riecht nicht mehr nach ihm. Ich bin nicht er, wenn ich ihn trage. Es ist in Ordnung, dass ich in weicher Wolle aufgewachsen bin. Ich habe überlebt, dass sich die Nähte meines christlichen Ursprungs tief unter meine Haut gezogen haben. Es ist in Ordnung, dass ich den Faden verloren habe. Ich habe es überlebt, zu frieren.