Das Ende der LiedermacherInnen?
Konstantin Wecker, Hannes Weder, Sigi Maron und Reinhard Mey sind wohl die bekanntesten, unter den deutschsprachigen Liedermachern. Zumindest jeder politisch aktive (junge) Mensch, kennt die vier. Die Lieder die sie singen, begleiten uns auf Demonstration, Kundgebungen und Protesten. Sie sind dabei wenn wir am Lagerfeuer sitzen und sie geben vielen von uns die Möglichkeit, den Frust abzubauen der sich angesichts der politischen Zustände aufstaut. Wer von uns hat Sigi Marons “Leckts mi am Oasch” nicht schon voller Inbrunst mitgesungen und so die Wut auf das System rausgeschrien?
Immer wieder beschwören reaktionäre Kräfte, das Ende der Liedermacherei und reden sie tot. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Alleine in meinem Freundeskreis gibt es mit Kevin und Klaus, zwei junge talentierte Musiker, die ihre politischen Botschaften und ihre Systemkritik in Lieder verpacken. Die Texte sind bei Kevin Kolar alias Kevin Cole aber auch beim Duo Silverlining in dem Klaus Schöngruber mitwirkt, selbst geschrieben. Beide singen über die Unfähigkeit und Ohnmacht der Politik gegenüber Krisen, Kriegen und dem kapitalistischem System. Beide geben uns damit, eine Möglichkeit unsere politische Meinung zu kanalisieren.
Jetzt muss man sich aber auch die Frage stellen, warum die reaktionären Kräfte immer wieder das Ende der Liedermacherei beschwören. Nun, da gibt es wohl viele Gründe, der wesentlichste ist aber, dass durch diese Art der Musik, die Probleme angesprochen werden, das (kapitalistische) System hinterfragt wird und somit eine Botschaft verbreitet wird. Und das passt vielen nicht ins Weltbild. Die Radio- bzw. Fernsehstationen spielen dieses Spiel brav mit. Da wird Musik von jungen LiedermacherInnen kaum oder gar nicht gespielt. Die rühmliche Ausnahme bildet dabei das kürzlich auf 3Sat ausgestrahlte Konzert “Sturm & Klang” von Konstantin Wecker und den jungen Wilden. Bei diesem Konzert, stellt Wecker junge LiedermacherInnen - nämlich den Südtiroler Dominik Plangger, die einstige Straßenmusikerin Cynthia Nikschas, den Musikkabarettisten Prinz Chaos II und den in Wien lebenden Musiker Roger Stein - vor. Die selbigen, hat er auch bei seinem Label “Sturm & Klang” unter Vertrag genommen.
All die genannten Beispiele, sind meiner Meinung nach ein deutliches Zeichen dafür, dass die Liedermacherei noch lange nicht tot ist. Ganz im Gegenteil, so lange wie es reaktionäre Politik auf Kosten der Menschen gibt, wird es auch LiedermacherInnen geben.
Sie zu unterstützen, ist die Aufgabe von uns KonsumentInnen und politische aktiven Menschen. Dabei sollten wir bedenken, dass wir bei Festivals die CDs dieser MusikerInnen kaufen sollten. Nur wenn wir alle die CDs kaufen - anstelle sie von den anderen zu brennen - können wir den LiedermacherInnen und systemkritischen MusikerInnen helfen, ihre Kosten zu decken bzw. bekannt zu werden.