Das Jüdische Museum in Frankfurt am Main wurde seit 2015 aufwendig erweitert und im Oktober 2020 wiedereröffnet. Bei meinem Besuch im Mai 2023 bekomme ich zusätzlich zur Eintrittskarte eine weitere Karte. Die Illustration zeigt Alt- und Neubau des Museums, das grüne Wellenmuster ist im Prägedruck ausgeführt. Die Karte steckt in einem Pappschuber.
Auf der Rückseite ist die Bedienungsanleitung aufgedruckt, aber die freundliche Dame an der Kasse erklärt mir das Prinzip auch noch einmal persönlich. In der Ausstellung gibt es Stationen, die mit dem „Museum to go“ Logo gekennzeichnet sind. Hält man die Karte auf das Logo, blinken die Leuchtdioden an der Station kurz auf als Bestätigung, dass die Daten auf die Karte übertragen wurden.
Die Museums-App mit dem Audioguide habe ich schon zuhause auf mein Mobiltelefon geladen, Kopfhörer habe ich inzwischen bei jedem Museumsbesuch dabei. Ich wähle einen Rundgang, der mich in 90 Minuten durch das Museum führt. Es gibt auch eine 60 Minuten-Tour, eine in leichter Sprache und eine in Gebärdensprache.
Das Mitnehmen funktioniert einwandfrei. Ich lade einen Film zur Emanzipation der Juden in Frankfurt auf die Karte, ein Rezept für Challa und das Apfelkuchenrezept der Tante von Anne Frank. Ein Datenspeicher befindet sich nicht auf der Karte, nur ein RFID Transponder. Am heimischen Rechner gebe ich auf der Museum to go-Internetseite den achtstelligen Code ein, der auf der Rückseite meiner Karte aufgedruckt ist. Ich werde auf eine Seite geleitet, die als erstes die Exponate anzeigt, die ich eingesammelt habe. Weiter unten werden auch die restlichen 18 to go-Inhalte aufgelistet. Ich muss mich also nicht grämen, etwas vergessen zu haben.
Warum die Karte nochmal in einem Pappschuber steckt, erschließt sich mir nicht ganz. Es lässt das Ganze wertiger erscheinen, aber nachhaltig ist so eine reine Designmaßnahme nicht. Die Hülle verdeckt den achtstelligen Abrufcode, der ganz und gar nicht geheim gehalten werden müsste. Die Internetseite zeigt sowieso alle to go-Inhalte an, der einzige Mehrwert ist, dass die von mir markierten Elemente nach oben sortiert sind.
Als letzter Punkt der Bedienungsanleitung steht auf dem Pappschuber: „Die Karte als Lesezeichen nutzen“. Das mache ich und dafür ist sie tatsächlich sehr nützlich.