12. bis 16. 12. 2022
Odyssee im Testiversum
Am Montagmittag führe ich routinemäßig einen Antigen-Schnelltest bei mir selbst durch, weil mein Hals ein wenig kratzt. Er zeigt sehr bald ein positives Ergebnis an, na gut, nach drei Jahren hab ich dann wohl auch Corona. Ich bin fünf Mal geimpft und mache mir nicht allzu große Sorgen, außer darum, andere angesteckt zu haben.
Um möglichst schnell über die Corona-Warn-App andere darauf aufmerksam zu machen, dass sie vielleicht von mir infiziert worden sein könnten, versuche ich nun an einen PCR-Test zu kommen. Mein Hausarzt bietet keine mehr an und verweist mich an eine Teststation, wo ich jedoch erst einen weiteren Schnelltest machen soll. In den kommenden zwei Tagen werde ich bei zwei unterschiedlichen Stationen insgesamt drei Mal mittels eines angeblich tiefen Nasenabstrichs negativ getestet.
Alle meine Tests zu Hause, die ich gekauft hatte, weil sie in vergleichenden Produkttests als besonders sensitiv abschnitten, werden sofort positiv.
Ich gehe Mittwoch ein weiteres Mal zu einer Filiale von Schnelltest Berlin und verlange vor dem Hintergrund meiner eigenen Ergebnisse einen PCR-Test, der mit dem Hinweis an mir ausgeführt wird, dass ich ihn selbst zahlen müsse, falls er doch negativ ausfallen solle (Kostenpunkt: 99€). Einen Tag später erhalte ich einen Anruf aus dem Kundencenter, dass mein Test leider nicht auswertbar gewesen sei, ich dürfe deshalb noch mal einen PCR-Test durchführen lassen.
Zu diesem Zeitpunkt reihen sich bei mir sechs positive Selbsttests auf. Der am Donnerstag genommene tiefe Nasenabstrich ist auswertbar und ich erhalte Freitagmorgen per Mail mein positives Ergebnis, das jedoch nur als PDF herunterzuladen ist, nicht direkt in die Corona-Warn-App einzutragen.
Um das zu erreichen, rufe ich, wie im Menüpunkt “Ihre Testverwaltung → TAN für PCR-Test anfragen” angegeben, bei der kostenfreien Hotline für diese TAN-Erstellung an. Dort muss ich Auskunft darüber geben, in welchem Labor mein Test ausgewertet wurde (steht im Ergebnis), was mein Geburtsdatum ist und wie meine Handynummer lautet. Dann legt der freundliche Servicemitarbeiter auf und ruft mich unmittelbar zurück. Er diktiert mir eine zehnstellige TAN, die ich als Nächstes in das dafür zuständige Fenster der Warn-App eingebe. Daraufhin wird mein Ergebnis in die App geladen und ich wähle aus, dass ich andere warnen möchte.
Da ich mein PCR-Ergebnis erst am vierten Tag nach meinem positiven Selbsttest erhalten habe, werden einige derjenigen, denen ich evtl. infektiös begegnet bin, nicht gewarnt.
(Alina Smithee)
















