Dieser Eintrag liegt schon ein paar Jahre in der Entwurfssammlung. Eigentlich kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern, worauf ich da eigentlich hinauswollte, aber ich nehme die ersten zwei Absätze einfach mal als Ansporn mich weiter um Kopf und Kragen zu schreiben.....
Vor Jahren hatte ich schon einmal einen kurzen Blogeintrag zum Thema Schubladen gemacht und durch eine Diskussion stehe ich nun wieder hier und wehre mich - ich rebelliere gegen ein Stecken in Schubladen.
Ich tue dies ja schon lange. Ich war damals gegen Kleider, kann immernoch mehr über Werkzeug reden als über Schminktipps und kann besser bei Metal entspannen als bei Meditationsgeklimper. Ich bin nicht das typische “Pferdemädchen” - im Gegenteil: Pferdemenschen finde ich ziemlich doof.
Rückblickend tat ich aber doch in meiner Vergangenheit auch eine Menge dafür, dass ich selbst in Schubladen gesteckt wurde. “Grufti, Goth, Antichrist” - hallo Klischee, nur weil ich schwarz und Nieten trage, pass ich nicht (allein) in diese Schublade. Mittlerweile sind die Haare nicht mehr komplett schwarz gefärbt, haben zu großen Teilen ihre Ursprungsfarbe zurück mit Gratiszugabe gelegentlicher grauer Verirrter und der Kleiderschrank beinhaltet auch noch (dunkel-)blaue Kleidungsstücke.
Und dann ist es auch so, dass ich mich immer wieder dabei erwische, wie ich selbst andere Menschen in Schubladen stecke. Aber ich helfe ihnen auch wieder beherzt aus dieser Schublade heraus, wenn ich sie etwas besser kennengelernt habe und feststellen musste, dass die Schublade nur eine erste grobe Vorsortierung war.
Ich liebe es Menschen zu beobachten, ihre Gestiken zu analysieren und Verhalten zu hinterfragen. Ich könnte mich stundenlang in Cafés setzen und wildfremden Leuten beim “Sein” zu schauen. Meine Menschenkenntnis hat mich in der Vergangenheit nur zwei Mal im Stich gelassen - da zwar ziemlich schmerzhaft, aber auch daraus konnte ich lernen.
Wenn man versucht herauszufinden, was es mit Schubladendenken auf sich hat, landet man immer wieder in der Hirnforschung, die besagt, dass das Gehirn Informationen nicht einzeln verarbeiten kann und darum Bekanntes nutzt, um Gruppierungen zu erstellen, um es leichter verarbeiten zu können und damit das Leben zu vereinfachen. Somit also gar nicht schlimm... Aber hinter die Fassade zu blicken, in Austausch zu gehen, zeigt wie wunderbar vielfältig die Menschen sind.